Frag mich gerade..
wie man aus so wenig Text, soviel interpretieren kann??? Bist du ein Poet?


Dr. Lovet

Cheers... ;)
... erstmal!


Mhm, kannst schon recht haben, dass ich das missverstehe, wer weiss? Ich hab ja auch gar nichts dagegen, sich selbst zu moegen, sogar die Einstellung - ich zuerst, alles andere egal - find' ich okay, das haelt man (wenn man psychisch einigermassen gesund ist) sowieso nicht 24/7 durch, und in der Restzeit kann man sich dann ganz entspannt den Mitmenschen widmen.


Was mir nicht einleuchtet ist die Implikation: Je groesser die Selbstliebe, desto groesser die Wahrscheinlichkeit (?) von andern geliebt zu werden. In welchen konkreten Handlungen drueckt sich denn die Selbstliebe aus, und vor allem anderen - wie kann ich sie denn erreichen??? Dazu hat Michi noch nicht ein einziges Wort verloren, und damit faellt fuer mich das ganze Konzept zusammen. Nur zu denken "ich liebe mich, oh ich liebe mich so sehr" bringt wohl kaum was. ;)


Ich geh' vielleicht noch mit bei: 'Ich kann nur in dem Masse geliebt werden, wie ich mich selbst "mag"' (nicht liebe). Dieses "moegen" drueckt sich aber fuer mich nicht in der narzisstischen Selbstliebe aus (Michi schrieb woanders mal: man sieht sich selbst als Objekt und liebt sich so - da seh ich doch glatt den Narziss sich uebers Wasser beugen... ;)), sondern im Vertrauen auf die eigenen Kraefte, auf die eigene geistige Gesundheit, auf die eigene (bescheidene) Faehigkeit, die Welt zu gestalten.


Und - im Entsagen. Geliebt zu werden ist gar nicht erstrebenswert, noch willentlich erreichbar, sondern hoechstens ein Geschenk eines andern.


Das Vertrauen in sich selbst laesst sich durch eine Reihe einfacher alltaeglicher Tricks steigern, die, denke ich, so ungefaehr die ueblichen moralischen Tugenden ausmachen - fleissig sein, konzentriert sein, nicht rumjammern, freundlich sein zu andern, kulturvoll und gesellig sein ohne Vorteile zu erhoffen, grosszuegig sein, auch im Verzeihen, usw.....


amen ;)


n

Interessante...
... Antwort! Gleich wieder eine Frage: koennte es sein, dass du nur dachtest, es sei Mitleid, weil du selbst nicht "zurueckgeliebt" hast? So kommt mir das haeufig vor... Hab noch nie einen Fall erlebt, wo jemand tatsaechlich offen geliebt wird, selbst heimlich auch liebt, aber dennoch (weil er/sie Probleme hat) sich nicht traut sich das entwickeln zu lassen, mhm.
Vielleicht gibt's das doch, dann aber ausserhalb meines Horizonts.


Hab schon oefter mal ungluecklich Maedels geliebt die grosse Probleme mit sich hatten, ich hab' aber nie ernsthaft geglaubt, dass es *deshalb* nichts wurde, das waer doch extrem ueberheblich, oder? Die wollten halt nicht... ;) Und schon gar nicht lag's daran, dass ich mich nicht genug liebte... ;)


Okay, das zu dir, zu Michi noch - mich stoert halt, dass er zu behaupten scheint, Selbstliebe waere ein Konzept, Liebe von andern zu erlangen.


Das glaube ich nicht, ich denke vielmehr, sich selbst zu moegen ist eine guenstige Voraussetzung aber weder notwendig noch hinreichend!
Und Michis Lieblingstyp E. Fromm sagt auch nur, dass um glueckliche Liebe zu erlangen, man selbst lieben koennen muss, aber nicht, dass man dafuer zuerst sich selbst lieben muss, die Stelle moecht ich mal sehen, das kommt eher von Psychologen aus der dritten Reihe moecht ich meinen...


So, nun mal wieder bisschen provoziert habend, schick' ich dir viele Gruesse, Ute! ;)


n



cu,n

Noch was vergessen...
Deine Antwort ist auch so interessant, weil sie einige grundlegende ontologische Fragen aufwirft, hehe... ;)


Also, du "fuehlst" Selbstliebe. Du denkst nicht bewusst daran. Gut. Wann fuehlst du sie? Wenn du bewusst nicht daran denkst, du waerst irgendwie "minderwertig"? Ist das so? Reicht das aus?
Etwas aehnliches meine ich ja auch: versuchen, gut zu sein, damit man nicht denkt, man waere schlecht. Und ich glaube nicht, dass moralische Tugenden relativ sind, wie Michi das tut, ich glaube, es gibt ein paar wenige absolute. Aber das ist auf jeden Fall erstmal Ansichtssache und "argueable"... ;)


n

Gemein! ;)
Aber okay...


Ontologisch - das Sein betreffend, z.B. was IST Bewusstsein...;) die Vogelkundler sind die Ornithologen... ;)


Was Bewusstsein bedeutet ist die omaga-million-dollar-Frage... ;) Bewusstes Wahrnehmen... so gefragt, wuerde ich sagen, dass das Selbstbewusstsein voraussetzt, und damit, nach meiner privaten Ansicht - Sprache. Das wuerde aber bedeuten, dass Tiere nicht bewusst wahrnehmen, was mir nicht exakt so zu sein scheint, der Begriff ist "ziemlich" schwierig zu fassen... ;)


Zu deiner Denksportaufgabe: Nein. Allenfalls kann fuer mich eine belanglose Situation im Nachhinein Bedeutung gewinnen, was sich in einer gewissen Aufregung beim Rueckerinnern aeussert.


Zufrieden? ;)


n

    oliver_12558894

    Noch was vergessen, II
    also das mit den Tieren koennte ja so sein, dass sie im Rahmen ihrer Sprache bewusst wahrnehmen, da die menschliche Sprache (vom menschlichen Standpunkt aus gesehen) universell ist, und weit komplexer als die der Tiere, sprechen wir den Tieren Selbstbewusstsein ab, was nicht so ganz okay ist... ;)


    cu,
    nathan

    Gut,
    jetzt weiss ich was du unter Selbstliebe verstehst.


    Folgendes ist offen... ;)


    Wo steht bei Fromm was von Selbstliebe? Wie kommst du darauf, dass Selbstliebe eine Voraussetzung fuer etwas ist, statt, wie ich denke, eine Folge von etwas? Wenn du das beantwortet hast, die wichtigste Frage, ohne die das ganze Selbstliebesystem sinnlos ist: Wie, verdammt nochmal erreiche ich denn diesen Selbstliebe-Gefuehlszustand???


    Kurz:


    Du argumentierst so:


    1. Selbstliebe -> 2. Liebesfaehigkeit -> 3. Geliebtwerden


    2. -> 3. ist sehr gut unterstuetzt (Erfahrung, Fromm, usw.) sehe ich genauso. Aber es gibt *keine* Garantie fuer 2. -> 3.! Bei dir klingt das immer so.


    1. -> 2. finde ich bedenklich und voellig unbegruendet. Genauso koennte man argumentieren, gute Selbstbefriedigung sei eine notwendige und hinreichende Voraussetzung fuer guten Sex. Sie ist sicher nicht verkehrt, aber doch eher unbedeutend.


    Voellig unverstaendlich ist mir halt, woher 1. kommen soll. Man kann kein Gefuehl durch Beschluss in sich hervorrufen.


    Meine Kette sieht so aus:


    A. mutig handeln, distanziert kulturvoll reden, diszipliniert und konzentriert denken, andere ernst nehmen und nicht als Lustbefriedigungsobjekte.


    A. -> Liebesfaehigkeit
    A. -> "Selbstliebe"
    A. -> vielleicht Liebe, vielleicht auch nicht.


    A. wird moeglich durch common sense und freien Willen, so.


    nathan

    Michi...
    ... ich habe alle deine Beitraege der letzten 6 Wochen gelesen.


    "Naja, wenn du lieben kannst ( und das bedeutet BEDINGUNGSLOS und nicht weil du irgendwas dafür haben willst ) dann liebst du ja eigentlich auch dich selbst oder hast die Fähigkeit dazu"


    Aha! Auf einmal kehrt sich die Sache um! Vorher hast du gemeint, erst kaeme die Selbstliebe, dann die Liebe zu den andern. So wie du jetzt sagst, muss ich's dir natuerlich zugeben. Wenn ich alle liebe, dann insbesondere mich selbst, glaube aber kaum, dass Fromm allzuviel Wert darauf gelegt haette... ;)


    "Das ist nur die angenehme Nebenwirkung auf die es aber nicht ankommt."


    Ich fuerchte, ich fuerchte, dass es dir gerade exakt auf diese angenehme Nebenwirkung ankommt. Pruefe genau. ;) Wenn es nicht so ist, vergiss, was ich geschrieben habe!


    n

    Am Anfang...
    ... war die Tat!
    Goethe
    ;)


    Wieso nicht nachempfunden? ;) Ich denke, das meiste sehe ich auch so. Natuerlich sind Gefuehle und Bilder primaer und Sprache ist sekundaer. Die Frage ist, wo das (Selbst)bewusstsein steht, d.h. ab wann "weiss" ein Tier, dass es etwas fuehlt oder sieht.


    Und: das Wort ist keine Hohlform und jedenfalls nicht "nur" Ausdruck von Bewusstseinsinhalten. Warum haben wir denn angefangen zu sprechen? ;) Weil wir bewusst beschlossen haben uns einander mitteilen zu wollen? Wohl kaum. Vielmehr weil es einfach "ging", Gesten und Sprachlaute wurden unbewusst produziert, und die Menschen, die sie *zufaellig* richtig deuten konnten und reproduzieren konnten, hatten viel bessere Ueberlebenschancen.


    Sprache entsteht nur zwischen mehreren Individuen, es gibt keine Privatsprache, ein isoliertes Individuum kann niemals sprechen, auch nicht mit sich selbst. Lies mal Wittgenstein, wenn du magst... ;)


    Ganz vorsichtig sage ich dann: also auch nicht denken. Selbstbewusstsein hat man erst dann, denke ich, wenn man den Satz: "ich bin" formulieren kann und sich somit selbst sagen kann, und genau so gebraucht, wie wir das tun.


    Wer das nicht kann und nur Gefuehle hat und Bilder sieht, traeumt und ist nicht selbstbewusst.


    cu,
    n

    • hexxana7 hat auf diesen Beitrag geantwortet.

      Ich mag...
      ... meine grundlegende Ueberzeugung von der Wichtigkeit der Worte sehr... ;)


      Deshalb lese ich auch bewusst viele Buecher! ;) Das mit "Sprache vor Bewusstsein" ist eine extrem private Spekulation und vermutlich Unsinn, aber ich mag den Gedanken...


      Ich grenze Traeume, Bilder und Gefuehle ueberhaupt aus gar nichts aus! Ich meine nur, dass ich ohne Worte nichts von ihnen wuesste, und du kannst mich auch vom Gegenteil nicht ueberzeugen, denn du sprichst ja, und ich auch. Wir wissen nicht, wie es ohne Worte waere.


      Treffe haeufiger mal Leute, die mir unterstellen, ich wuerde Dinge wie Intuition, Inspiration, Wuensche, Traeume, wortloses Verstaendnis, Gefuehle usw. geringschaetzen, nur weil ich Wissenschaft und Literatur cool finde, da ist aber GAR NICHTS dran! ;)


      Diese Leute (vielleicht auch du ;)) unterschaetzen einfach ganz gewaltig unsre abendlaendischen Philosophen und setzen den platten Schul-common-sense gleich mit dem was in den *guten* Buechern steht... Dass du damit nicht zufrieden sein kannst, ist ja klar! ;)


      Nur ein paar Beispiele...


      - Sokrates' " daimonion" - seine phantastische innere Stimme, die ihn lebenslang begleitete und ihm sagte was er fragen sollte und was zu tun sei


      - Goethes "Wahlverwandschaften" - die krasse Symbolik der Zeichen, die vielleicht etwas bedeuten, vielleicht nicht...


      - Schopenhauer - die Welt als *ein* Wille, es gibt nur "ein" Bewusstsein, an dem alle teilhaben, der meint das genauso ernst wie's da steht, bezieht als erster die komplette indische Philosophie ein (bevor Esoteriker ueberhaupt mal vom Nirvana gehoert hatten ;)) und ist einer der groessten deutschen Philosophen...



      Kurz gesagt - alle coolen Typen in der Weltgeschichte haben Traeume, Gefuehle, Bilder und so weiter extrem wichtig genommen. Es ist schade, dass in der Schule der Eindruck entstehen mag, wir lebten in einer Gesellschaft die von trockener Zahlenwissenschaft und "Schulmedizin" gepraegt wurde. Dem ist *nicht* so.


      Und noch zum Schluss... Lesen ist auch nicht allzu wichtig, richtig. Intuition hat man auch so. Aber ich fuehle mich wohler in meiner Welt, wenn ich weiss, von wem sie gepraegt wurde, und dass diese Leute keine trockenen Lehrer waren! ;)


      cu,n

      Kurz aber mit Inhalt
      @Imandra: jaja, ich habe auch mal solche Tage, an denen ich viel zu geradeaus bin. Und sowieso nichts los hier gerade.


      Tja, Pasikam, beweg dein A.., und so kommst du von deinen Tief heraus.


      Wann sehe ich dich im Diät Club?


      Lucille

      hexxana7

      Vielleicht...
      ... stimmt das wirklich, mit den Hirnzellen, aber Beweise gibt's dafür nicht! Auf jeden Fall ist das nicht alles, denn Gedanken haben Bedeutung, Hirnzellenaktivitäten nicht. Bedeutung erlangen sie erst durch Interaktion mit Zellen anderer Gehirne, mittels Vermittlung durch die Sprache, die wiederum definiert sich durch Gebrauch.


      Kurz: ohne soziale Kontakte sind Hirnzellenaktivitäten nichts als physikalische Vorgänge und sicher keine Gedanken... ;)


      n

      • hexxana7 hat auf diesen Beitrag geantwortet.
        lilia_12629207

        Bei aller Liebe :-(
        da helfen Esoterik und Familienaufstellung (Hellinger) auch nicht weiter.


        Nur Flucht vor der Realität...finde ich.

        Ändern, und zwar zügig....
        Dein Thread, der Reihe nach,meine Interpretation ;-)
        Deine Einstellung....besch....
        Deine Lethargie und Umgang mit allem
        Glück ist (auch)Arbeit,nie nur Zufall...
        Weil Du Dich selbst nicht akzeptierst.
        Weil Du vielleicht durch Deine Art des Umganges abschreckend auf andere wirkst, ohne das eigentlich zu wollen...
        Abnehmen,Diät,Sport, was auch immer....Übergewicht hat auch mit der Nicht-Balance im Leben zu tun...


        Spiegel?Meinung von Freunden über Deine Optik? Pflegen, das Beste daraus machen, Farb-und Stilberatung etc....


        Umdenken lernen,und den Weg auch gehen lernen, ist A r b e i t, geschenkt bekommt man geänderte Lebensmuster nicht.


        LG
        B.

        • hexxana7 hat auf diesen Beitrag geantwortet.