Im
Grunde muss es doch jeder für sich selbst entscheiden. Natürlich gibt es genug Frauen, die einfach arbeiten müssen, weil sie alleinerziehend sind, oder der Mann tatsächlich nicht genug verdient. Allerdings, und das ist jetzt meine persönliche Erfahrung, sind das doch die wenigsten. Zumindest 2 Jahre Elternzeit sollten mit gesplittetem Elterngeld und Kindergeld und ab Juli Betreuungsgeld drin sein, wenn man einen Partner hat der arbeiten geht.
Leider habe ich in meinem Bekanntenkreis festgestellt, dass die wenigsten tatsächlich auf das Geld angewiesen sind um zu leben, sondern vielmehr nicht bereit sind den bisherigen Luxus zu reduzieren. 3 Urlaube im Jahr sind Pflicht, natürlich ein zweites Auto, regelmäßig neue Schuhe, teure Kleider und man gönnt sich ja sonst nichts, einmal im Monat muss man Essen gehen, und Kino und Theater. Da frage ich mich dann doch manchmal was das soll. Ich hab auch, wie unten erwähnt, eine Bekannte, die das heute bereut, wieder nach einem Jahr arbeiten zu gehen, weil es sich finanziell nicht rechnet. Ich kenne Frauen, die schon 2 Kinder in der Ganztagesbetreuung haben (von 6:30 bis 17:30) das dritte bekommen haben und schon 4 Monate später wieder voll arbeiten gehen. Da frag ich mich dann schon, warum man noch ein drittes Kind braucht, wenn man schon für die ersten 2 keine Zeit hat. Dann lieber nur 2 Kinder und halbtags arbeiten, wenn es finanziell nicht geht.
Meine beste Freundin ist mit einem Mechaniker verheiratet und der verdient wirklich nicht viel, trotzdem bleibt sie drei Jahre zu Hause (bekommt aber kein Betreuungsgeld, weil ihr Kind 5 Monate zu früh geboren wurde) und müssen auch eine Wohnung abzahlen. Die schaffen das auch.
Eine entfernte Bekannte, die auch nach einem Jahr wieder arbeiten ging, habe ich kürzlich beim Kinderarzt getroffen. Sei erzählte mir, dass ihr Sohn in der Woche vor Weihnachten, in der Woche ihres Urlaubs krankgeworden ist. Wörtlich"Hat mich das angekotzt. Da hat man schon mal Urlaub und dann darf man sich auch noch um ein krankes Kind kümmern". Das hat mir schon weh getan. Eigentlich müsste es doch selbstverständlich sein, dass eine Mutter a) sich um ihr krankes Kind kümmert ohne sich zu beklagen und b) wenn sie Urlaub hat, die Zeit mit ihrem Kind verbringt. Auch da denke ich, manche bekommen halt nur Kinder weil man das halt so macht.
Ich kann es aber verstehen, dass manche Frauen einfach arbeiten müssen, oder in einer beruflichen Position sind, in der sie sich einfach nur ein Jahr Elternzeit leisten können, weil der Einstieg sonst zu problematisch wäre. Schlimm finde ich nur, wenn eine Mutter wieder arbeiten geht, weil sie das Gefühl hat, zu Hause würde ihr die Decke auf den Kopf fallen oder sie würde verdummen. Mutter sein ist richtig Arbeit und es ist anstrengend und eine Herausforderung. Man muss sich nur richtig darauf einlassen, dann merkt man abends auch was man eigentlich geleistet hat und das das nicht unbedeutend ist sondern richtig wichtig. Die Weichen die man in der fühen Kindheit seinem Kind stellt, sind entscheident dafür, wo seine Reise einmal hingeht. Und das ist doch eine tolle Herausforderung.
Mir tun auf jeden Fall alle Mamas leid, die aus finanziellen Gründen nicht die Möglichkeit haben zu Hause zu bleiben und würde jeder Mutter raten, das wirklich gut durchzurechnen ob man mit Teilzeit oder Minijob nicht genauso gut klarkommt (Viele Gemeinden haben Minikindis, die 2 Mal die Woche vormittags stattfinden) aber letztlich muss eine Mama mit ihrer Entscheidung glücklich sein und wenn sie das Gefühl hat sie muss arbeiten gehen weil sie sonst unglücklich ist, dann soll sie das auch machen. Sonst wird das Kind auch nicht glücklich, wenn ständig eine schlecht gelaunte Mama um es rum ist.
Deshalb leben und leben lassen.