GrasblaettleWie wichtig ist Freiheit?
Ging es damals wirklich um Meinungsfreiheit, oder ging es vielen eher um Reisefreiheit und die Freiheit zu konsumieren.
Ich war zur wende 14, für mich bedeutete die wiedervereinigung, daß ich vielleicht mal in fremde Länder Reisen kann, endlich schicke Dinge kaufen kann und endlich der blöde Staatsbürgerkundeunterricht wegfällt.
Ich glaube ich war nicht die einzige ohne hohe Ideale.
Wie frei sind wir heute eigentlich?
Nach der Wende wurden viele von der Freiheit auch enttäuscht.
Mein Vater meinte damals ziemlich desillussioniert, früher durfte man die Regierung nicht kritisieren, aber durchaus seinem Chef mal die Meinung sagen, heute darf man zwar über die Politiker schimpfen und muß vor dem Chef kriechen.
Was habe ich wirklich von freier Meinungsäußerung, wenn meine Meinung niemanden interessiert?
Ich will mitnichten das alte System wieder zurück, aber wenn man wirklich Probleme hat, verkommt das Wort Freiheit zu einen lehren Worthülse.
Ich glaube nicht, daß die Menschen auf die Straße gegangen wären, wenn die DDR eine konvertierbare Währung gehabt hätte, man also genau wie im westen hätte einkaufen können und die Menschen Reisefreiheit gehabt hätten.
Wir haben an unserem Institut einen chinesischen Doktoranden, der nach seiner Promotion wieder zurück nach China will. ermeint vor zehn jahren wäre er lieber hier geblieben, aber jetzt wo es seinem land immer besser geht, hat er dort viel größere Chancen als hier.
Er wird in China einen guten Job bekommen, mit dem er sich einen für chinesische verhältnisse guten Lebensstandard leisten kann, der mir den jahren noch besser wird und im täglichen Leben seien Einschränkungen der freien Meinungsäußerung eher unwichtig.
Die meisten Menschen sind nun mal eher Prakmatiker als Idealisten.
wolkenschaf