JETZT werde ich richtig sauer...
Denn SO zu reden, wie Du es hier tust, das ist unter aller S.au. "Die hat sie doch nicht mehr alle." "Das ist Verbreitung von Unwahrheiten."
Kennst DU Dich damit aus?
Auch unsere Tochter hat eine Wahrnehmungsstörung. Eine sogenannte "Sensorische Integrationsstörung". Zwischen "mal auf sein Spielzeug legen" und übermäßigem auf Dingen liegen, die verstärkte Reize auslösen liegen Welten. Das mal dazu.
Diese Störung der sensorischen Integration äußert sich bei unserer Tochter z.B. durch eine Störung des taktilen Empfindens (Berührung und Schmerzempfinden), der Tiefensensibiltät, des Gleichgewichtssinnes und des Hörsinnes. Der taktile Bereich ist am schlimmsten betroffen, was gravierende Folgen hatte. Nämlich selbstverletzendes Verhalten, wenn sie mit ihren Reizen nicht mehr klar kommt. Sie hat sich früher gebissen, bis sie geblutet hat. Sie hat den Kopf an die Wand, mit Vorliebe an Ecken geschlagen, wenn sie überfordert war. Sie konnte sich aber auf der anderen Seite nicht anfassen lassen. Und schon gar nicht ohne vorherige Ankündigung, WO man sie nun anfasst. Auch unsere Tochter hat sich mit Vorliebe auf harte Gegenstände gelegt. Warum? Weil DAS dazu geführt hat, dass sie sich selbst gespürt, wahrgenommen hat. Anders hat sie das nicht. Sie ist vermehrt gehüpft (und damit meinte ich im Zweifelsfall auch mal 1 Stunden am Stück) oder hat sich im Kreis gedreht (auch das im Zweifelsfall ziemlich lange, bis man sie eben gebremst hat), eben alles, was die Sinne "überfordert". Eine einfache Weihnachtsfeier mit der Familie ist geendet darin, dass sie heulend und schreiend und sich beißend in der Ecke saß! Aber hey. "Jedes Kind legt sich mal gerne auf's Spielzeug."
Die Therapie unserer Tochter erfolgte GENAU durch so etwas, wie auf harte Gegenstände legen, mit unterschiedlichen Materialien arbeiten, etc.
Dass es eine Verbindung zwischen Kaiserschnitt und einer Störung der Tiefensensibilität kommen kann haben mir sowohl Ärzte im Sozialpädiatrischen als auch die Ergotherapeutin bestätigt. Muss nicht, kann aber, ist so individuell wie auch die Komplikationen bei der Mutter (Verwachsungen, Wundheilung, etc.). Aus einem sehr einfachen Grund, wie ich finde (so die Erklärung im SPZ und bei der Ergo). Im Zuge der Vaginalgeburt wird das Kind im Bereich Haut massiv gereizt, die Nervenzellen in der obersten Hautschicht werden "gereizt" und somit zum Einsatz gebracht. Das Kind wird ja durch den Geburtskanal durchgepresst, außerdem werden bestimmte Reflexe ausgelöst, die eben beim Kaiserschnitt so (logischerweise) nicht ausgelöst werden. Denn das Kind arbeitet mit, auf seinem Weg durch den Geburtskanal, eben durch jene Reflexe. Beim Kaiserschnitt bleibt der Druck auf die Haut beim Weg durch den Geburtskanal auf der Strecke. Warum also soll es so unwahrscheinlich sein, dass das vollkommen ohne Folgen bleibt?
Manchmal hilft es, sich einfach mal mit Dingen jenseits des eigenen Horizontes zu befassen...