Eine Freundin meinte, ich habe Depressionen und ich muß sagen, sie hat Recht. Deswegen komme ich mit meiner Lebenssituation auch so schlecht klar und komme nicht aus dem Schlamassel so raus wie ich das gerne hätte. Meine innere Antriebskraft, etwas zu bewegen, ist am Arsch (Sorry für die Wortwahl).


Wie geht man als depressiver Mensch mit seiner Beziehung zum Partner um?
Hat ja jemand einen Rat auf Lager?


Danke!

Professionelle Hilfe
Hm...wichtig wäre, dass du versuchst, so viel davon wie möglich selbst zu lösen...würde dir eine Psychotherapie vorschlagen...


Eine Depression kann eine Beziehung sehr stark belasten. Deshalb rate ich dir, da was zu unternehmen.


Nur selbst Zuhause nachzudenken führt meiner Meinung nach nicht zu einer ausgeglicheneren Stimmungslage - wie gesagt, wenn es ECHT eine Depression ist, dann musst du eine Therapie machen...


Gab es denn einen Auslöser in jüngster Zeit für deinen Zustand oder hast du das schon länger?

    judyta_12533972

    Hi
    Ich habe mal zurück gedacht. Die erste Depression hatte ich mit 16 Jahren und danach noch ca. 3 mal. Heute bin ich gut doppelt so alt und hab das nie gewußt. Mir wird total viel klar durch diese Erkenntnis und ich weiß jetzt wieso so viel nicht so ist wie ich es dachte.
    Einen Termin für eine Therapie hab ich schon.

      ...
      Ich würde dir auch eine Therapie vorschlagen, um diese Depressionen aufzuheben. Denn sonst wird es nur noch schlimmer und du landest vielleicht sogar in einer Klinik.
      Wichtig ist auch, dass du mit deinem Partner darüber sprichst und er davon weiß. Zusammen kriegt ihr das besser hin und er weiß, was mit dir los ist.

        judyta_12533972

        Danke dir!
        Gerade such ich im Internet rum und finde auch daß, was diese Freundin meinte: lustlos, antriebsschwach, appetitlos usw. Außerdem hab ich Verdauungsbeschwerden und manchmal sinnlosen Stress.
        Das ist eine Krankheit :(

        Definition der Depression von Karl Jaspers
        Der Begründer der sogenannten "Psychopathologie", der Philosoph und Psychiater Karl Jaspers ("Allgemeine Psychopathologie", 9. Aufl. (1973)) definiert als "Kern" der Depression v.a. "eine...motivlose Traurigkeit, zu der eine Hemmung alles seelischen Geschehens kommt, die sowohl subjektiv schmerzlich empfunden als auch objektiv festzustellen ist. Alle Triebregungen liegen darnieder; zu nichts hat der Kranke Lust. Der verminderte Bewegungs- und Betätigungsantrieb wird zur völligen Regungslosigkeit. Kein Entschluss kann gefasst, keine Tätigkeit in Angriff genommen werden. Die Assoziationen stehen nicht zur Verfügung. Den Kranken fällt gar nichts ein, sie klagen über ihr völlig zerrüttetes Gedächtnis, sie empfinden ihre Leistungsunfähigkeit und klagen über ihre Insuffizienz, ihre Gefühllosigkeit, ihre Leere.Sie fühlen die tiefe Verstimmung als Empfindung in Brust und Leib, als ob es da gleichsam zu fassen wäre. Ihre tiefe Traurigkeit lässt ihnen die Welt grau in grau erscheinen, gleichgültig und trostlos. Aus allem suchen sie das Ungünstige, Unglückliche heraus. In der Vergangenheit haben sie sich viel zuschulden kommen lassen (Selbstvorwürfe, Versündigungsideen), die Gegenwart bietet ihnen nur Übles (Kleinheitsideen), die Zukunft liegt entsetzlich vor ihnen (Verarmungsideen u. a.)."


        Mist :(

        *hehe*
        Ja, hättest du dir mal schon früher helfen lassen, dann ... :-P

        Stimme dem
        bereits Gesagten zu. Du brauchst professionelle Hilfe. Hast du ja schon angeleiert. Achte darauf, dass du mit dem / der Therapeuten/in klar kommst. Ist wichtig. Sonst blockierst du dich selbst, dich zu öffnen. - Und bring Zeit mit. Das dauert. - Wenn notwendig, mit pharmakologischer Hilfe. Also brauchst du meistens den Psychiater als Arzt, für die Medizin, und den Therapeuten für die Gespräche. (Normalerweise 2 versch. Personen.)


        Dem Partner gegenüber auf jeden Fall mit offenen Karten spielen. Es ist eine Stärke, Schwächen zuzugeben. Und Krankheit erst recht.


        Mach dich darauf gefaßt, dass viele Leute nicht mit psychischen Störungen umgehen können. Der Kranke sieht ganz normal aus, und ist trotzdem krank. Eben kein Beinbruch o.ä.

        Wenn das so einfach wäre !
        Echte Depressionen zeichnen sich u.a. durch eine Fehlfunktion der Botenstoffe aus (Serotonin). Es sind also beileibe nicht NUR die schlechten Gedanken, das Fehlen von positiven Gedanken. Wenn du richtig in einer Depression steckst, kommst du aus dem "schlechten" Gedankenkreis gar nicht mehr raus. Du kannst dir noch so viel Mühe gebe. Selbst die rational erzeugten positiven Gedanken lassen dich zwar erkennen, dass es da was gibt, heben aber keineswegs deine Stimmung. Es ist wie ein Bild aus dem Zug, das vorüberzieht, und dann wieder verschwunden ist, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.


        Dieser Teil muss eindeutig mit pharmakologischer Hilfe bekämpft werden. Hinzu kommt im Rahmen einer Gesprächstherapie das Erlernen von neuen Verhaltensmustern, z.B. auch die positiven Dinge zu sehen und zu verinnerlichen, sie bewußt zur Kenntnis zu nehmen und zu akzeptieren.

        Verhaltenstherapie?
        Die meisten Depressionen werden meines Wissens mit einer tiefenpsychologischen Therapie verbunden, weil dieses sogenannte "falsche Denken" schon im KLeinkindalter entstehen kann. Unbewußt übernimmt man Denkweisen der Mutter und das geht definitiv tiefer als nur übers Verhalten. Das hat emotionale und psychische Einschnitte zur Folge, die sich nicht "wegdenken" lassen.


        Wenn das mal so einfach wäre, einfach nur anders zu denken. Es gibt Fälle, bei denen stimmt das, was du sagst, aber es gibt Fälle, da ist es mit anderem Denken nicht getan. Die Ursache ist entscheidend.

        Das klingt alles sehr schön
        Mein ABER an der Sache ist jedoch, daß sich Depressionen sehr oft auf unterbewußtes Erleben beziehen und weniger auf das Denken.


        Denke ich mir das unterbewußte Problem schön, wäre es so als ob ich mir einen nicht passenden Partner schön saufen würde oder aber eine Grippe mit Kopfschmeztabletten zu behandeln versuche, denn die hab ich schließlich dann auch.


        Nein, du überzeugst mich nicht ;)


        Abgucken von der Mutter ist ein unterbewußter Prozeß.
        Der Mensch lernt als 0 bis 3 jähriger Mensch das meiste und das ist der Zeitpunkt, an den man sich später nicht mehr bewußt erinnern kann und wenn da schon was schief geht, kann man das nicht wegdenken.

        Depression ist nicht gleich Depression
        aber gleich bleibt sie ernst zu nehmen. schlechte laune hat ja nunmal jeder mal, aber dauerhaft leer und traurig zu sein ist kein spaß. alle wirkung hat eine ursache. deine psyche macht dich auf einen teil in dir aufmerksam, der erst geklärt werden will.
        Therapie meint Heilung und setzt vorraus, dass du selbst daran interessiert bist, was du sein wirst, wenn es dir scheiße geht. seid wann leidest du unter diesem zustand? wie lang ist deine beziehung? klare kommunikation und gespräche helfen sicher weiter.


        alles Gute! und viel energie auf deinem weg zur ursache


        Riveria