Ich vermute mal ohne Schmerz und Erniedrigung. Das mag ich auch nicht.

Ich mag BDSM sehr. Ganz verschiedene Dinge aus der großen Bandbreite.
Natürlich muss man den Partner kennen und/oder sich sehr gut absprechen.
Jeder reagiert anders und manche mögen es gar nicht.
Oft sind es aber auch nur Leute, die nicht gelernt haben ihre Kontrolle abzugeben, auszuschalten und sich den Gefühlen hinzugeben.
Also wenn zwei es mögen und es gut passt eine sehr intensive Sache.

Boudicca666
Wow, nicht nur schön beschrieben, sondern auch reflektiert und obwohl du passiv bist, auf Augenhöhe, da du auch Respekt, Liebe einforderst, damit es gelingt.

ein Monat später

Wichtig ist Kommunikation. Einfach mal ein BDSM - Zimmer ausprobieren... Das war schon eine lustige und sehr tolle Erfahrung. Wir werden es nochmal machen. Und dann einfach ausprobieren. So ein Gyn-Stuhl wo die Frau festgeschnallt ist hat seine Reize..... :-)

Boudicca666
Gut beschrieben und hier ist der große Knaxus. Bei diesem Spiel hat der sub-Part die Zügel in der Hand und nicht der Dom. Aber es gibt genügend Menschen, die haben keinerlei Ahnung und verwechseln BDSM mit einer Sexpupe, die man behandeln kann, wie es einem gerade sein innerlicher Agressionsspiegel zulässt. Da wird Beleidigt, Erniedriegt und Geprügelt in der Annahme, dem Partner soll das ja gefallen und der Sub-Part, der es auch nicht besser weiß, erleidet es halt, weil es ja dazugehört.

Aber, um sich in diesem Spiel richtig fallen lassen zu können, gehört eine klare Absprache der Grenzen, dem Vertrauen, dass diese Grenzen eingehalten werden und das Saveword, bei dem der Sub diese Spiele sofort abbrechen kann. Und nur dann kann man sich gemeinsam auf die Reise begeben, die der Dom lediglich führt während er auf den Sub achtet.

bionda-1990 Was haltet Ihr von BDSM? Habt Ihr Erfahrung damit oder würde es Euch reizen? Findet Ihr es gut oder schlecht?

Viel Erfahrung habe ich damit nicht. In der Fantasie finde ich einiges davon reizvoll, aber in der Realität dann doch nicht so.

BDSM ist die hohe Kunst der Lust. Richtig praktiziert mit Sensibilität, Erfahrung und Selbstbewusstsein ist es für beide extrem spannend und erregend. Aber da es eine Kunst ist, ist es nicht jedem gegeben. Bei der Frau schon eher, bei ihr besteht dafür eine natürliche Begabung und verborgene Neigung. Wenn die von einem erfahrenen Mann geweckt wird, will sie nichts anderes mehr......

bionda-1990

Ja! Gut. Wenn man sehr kompatibel ist. Wobei ich (nur im Schlafzimmer, nicht generell) mehr die Erfahrung der Unterwerfung suche als jene des Masochismus. Außerdem brauche ich eine emotionale Bindung zum Dom. Allerdings bestimme ich die Grenzen und nicht der dominante Part. Ein Mann, der diese nicht wahrt oder mich zur Überschreitung derselben überreden will oder dieses Ziel durch Manipulation zu erreichen versucht, ist sofort Geschichte. Manchmal frage ich mich, wie devot ich bin 😁.

    bissfest

    wenn du devot bist, im Schlafzimmer Unterwerfung suchst und eine emotionale Bindung mit dem Dom brauchst, so finde ich das völlig normal. Wichtig ist, dass die Grenzen des Spiels gemeinsam festgelegt und auch eingehalten werden. Wenn du den richtigen Partner hast, wirst du schon feststellen, wie devot du sein kanns .und die Grenzen gemeinsam verschieben wollen........Du wirst immer mehr davon wollen !

    Also die Frage "Was haltet Ihr von BDSM?" ist mir zu weit gestellt.
    Sicher kann man jedes Thema "kaputt-definieren" aber BDSM beschreibt doch ein recht breites Feld von Spielarten der sexuellen Befriedigung als dass man sagen könnte JA oder NEIN.
    Wahrscheinlich gibt es hier Personen, die von sich jetzt sofort sagen "NEEE - das machen wir nicht" und es gibt dann doch den einen oder anderen Moment der intimen Zweisamkeit, der dann Freude bereitet, was anders schon als "Bondage", "Dominance" "Submission" oder gar als "Sadism" und "Masochism" bezeichnen, aber man ist sich gar nicht bewusst, dass es schon damit zu tun hat.

    bionda-1990 Was haltet Ihr von BDSM?

    Daher meine Frage: Was bezeichnest Du damit, was fällt bei Dir unter BDSM?

    Aber ich beantworte die Frage mal für mich:
    "Dominanz und Unterwerfung" kommt mal vor und mag ich.
    Einschränkung: Wird es zum "Rapeplay" ist es definitiv nicht mehr meine Sache!
    "Sadismus" und "Masochismus" lehne ich als Spielarten komplett ab.

    Dirk-NRW

    Du gönnst ihr das? Irgendwie habe ich beim Lesen Deines Betrags den Eindruck, dass Du keinen wirklichen Spaß daran hast. Ist das so?

    • Dirk-NRW hat auf diesen Beitrag geantwortet.

      jessi_93

      Den Spaß / die Lust / den Kick hat tatsächlich meine Frau. Bei unserer besonderen Beziehung füllt sie den dominanten / strengen Part aus und für mich ist das so in Ordnung - eine willkommene Abwechslung vom Berufsleben, da sage ich in der Regel, wo‘s lang geht - hat etwas von „Fallenlassen“

      bissfest Manchmal frage ich mich, wie devot ich bin 😁.

      Finde die Einstellung normal, die du beschreibst. So kenne ich das auch.
      Auch der SSC-Verhaltenskodex oder der neuere RACK-Verhaltenskodex sagen nichts anderes. 😀

      bionda-1990 Was haltet Ihr von BDSM? Habt Ihr Erfahrung damit oder würde es Euch reizen? Findet Ihr es gut oder schlecht?

      Würde mich nicht reizen. Ich denke, für die, denen etwas gibt, ist es gut, für die, denen es nichts gibt, ist es neutral bis schlecht, wobei bei "schlecht" zu prüfen wäre, ob es wirklich primär am BDSM-Setting liegt oder an anderen Ursachen, z.B., daran, dass nicht respektiert wird, dass man gerne ein anderes Setting hätte. Für mich wäre ein BDSM-Setting nichts, weil es vermutlich zu sehr den Fokus von dem ablenken würde, worauf es mir in der Interaktion ankommt. Eine Analogie könnte sein, dass ich gerne die Bilder eines Dia-Vortrags sehen mag, und während der Diavortrag läuft, läuft im gleichen Zimmer eine Lightshow, die es schwer macht, die Dias anzuschauen.

        Wozu

        Ich sehe es eher so, dass die Lightshow die Dias besser zur Geltung bringt 😜.

        • Wozu hat auf diesen Beitrag geantwortet.

          Wozu Für mich wäre ein BDSM-Setting nichts, weil es vermutlich zu sehr den Fokus von dem ablenken würde, worauf es mir in der Interaktion ankommt.

          Was ist mit BDSM-Setting gemeint? Bestimmte Accessoires, wie zum Beispiel Fesseln? Oder ist mit Setting mehr das Machtgefälle gemeint?

          • Wozu hat auf diesen Beitrag geantwortet.
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            bissfest Ich wollte etwas Subkektives ausdrücken, nämlich, wie ich die Dinge für mich empfinde. Ich verlange nicht, dass andere ihre Empfindungen mit meinen gleichschalten. Die Analogie ist eher technisch gemeint: Wenn du in einem verdunkelten Raum, in dem mit Diaprojektor Bilder gezeigt werden, zusätzlich Lichter an- und ausschaltest, funktioniert das Projiziieren der Bilder nicht mehr bzw. du siehst nicht mehr so gut, was für ein Bild auf die Leinwand projiziert ist. Das ist kein Urteil über die Lightshow. Aber wenn es mir gerade auf das Betrachten der Bilder ankommt ...

            • bissfest hat auf diesen Beitrag geantwortet.
              • Bearbeitet

              samsonite Vor allem ist damit gemeint, dass die Beteiligten sich auf einen bestimmten Rahmen und in diesem Rahmen auf irgendwelche Rollen kaprizieren. Es gibt ja z.B. das Buch "Wir alle spielen Theater" des Sozialpsychologen Erwing Goffman. Dieses Buch beleuchtet, wie Menschen sich in der Interaktion selbst darstellen, um sich in Rollen, die sie in einer Interaktion innehaben, einzufinden.

              Wenn ich es richtig verstehe, geht auch mit BDSM unweigerlich einher, dass die an der Interaktion Beteiligten in der Interaktion ihr Bewusstsein auf einen bestimmten Rahmen und auf ihre Rollen in diesem Rahmen fokussieren, was wiederum bedeutet, dass sie einen Teil ihrer Konzentration darauf richten (müssen), einer Rolle in einem Rahmen zu entsprechen. BDSM ist auch eine Form des Rollenspiels.

              Es gibt aber Situationen, in denen ich gerne alles, was mit bewusster Steuerung meiner Selbstdarstellung und Konzentration darauf, einem Rahmen/einer Rolle in einem Rahmen zu entsprechen, zu tun hat, in den Hintergrund stelle, egal, ob das Spiel auf irgendeiner Skala als spielerisch oder als ernst einzustufen ist, und meine Selbstdarstellungsüberwachungsroutinen zurückfahre als einen wesentlichen Aspekt des Mich-Entspannens. Zum Beispiel wenn ich aus Paarungslaune Sex habe, dann möchte ich Lust beziehen aus dem Paarungsvorgang, aus dem mit diesem Vorgang verbundenen körperlichen und visuellen Input und der körperlichen Nähe. Ich hab dann keine Lust darauf, in der Interaktion ständig einen Teil meines Fokus darauf richten zu müssen, ob ich irgendeiner Rolle in irgendeinem Rahmen gerecht werde, z.B. devot genug oder dominant genug bin, oder bezogen auf andere Rahmen als den durch BDSM gesetzten, ob ich fromm genug oder konservativ genug oder freigeistig genug oder weltoffen genug oder politisch korrekt genug gesonnen bin, oder rational genug oder analytisch genug oder kreativ genug oder planvoll genug oder spontan genug bin oder was weiß ich. Es gibt Momente, in denen ich das alles hinter mir lassen und mich nur treiben lassen und die sich im Treibenlassen ergebende Interaktion und den beim Treibenlassen stattfindenden Input geniessen und meine Selbstdarstellungsüberwachungsroutinen zurückfahren will. Genau das könnte ich aber z.B. bei BDSM nicht, weil sich die Beteiligten da ja an Rollen halten sollen, ihre Rolle und damit den Rahmen also nicht aus dem Fokus verlieren sollen.

              So gesehen war meine Formulierung "zu sehr den Fokus von dem ablenken würde, worauf es mir in der Interaktion ankommt" irreführend, denn es geht mir ja nicht darum, etwas in den Fokus zu nehmen, sondern darum, bezogen auf die Kategorie des Einnehmens von Rollen in Interaktionen die Fokussierungsroutinen stark zurückfahren/abschalten zu können und zu entspannen.