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In der Zeitschrift "Jungle World" vom Oktober 1998 sprechen Anja Krüger und Pascal Beucker von einem "patriarchalen Schulsystem". Kann man dies wirklich behaupten von einem Bildungssystem,
- in dem Mädchen in immer größerem Umfang - und inzwischen mehrheitlich - qualifizierte Abschlüsse erlangen, während gleichzeitig der prozentuale Anteil von Jungen an Hauptschülern, Sonderschülern und Schulversagern jeder Art immer weiter zunimmt?
- das trotz dieses Umstandes nach wie vor fast ausschließlich gezielt Mädchen und junge Frauen für viel Geld fördert und die zunehmenden Probleme männlicher Schüler nicht zum Anlass nimmt, diese Förderung allmählich auf die wahren Bedürftigen umzuleiten?
- das es zulässt, dass Jungen in Kindergarten und Grundschule so gut wie keine erwachsenen männlichen Bezugspersonen kennen lernen, die ihnen bei der Suche nach ihrer männlichen Identität helfen könnten? Dies ausgerechnet in Zeiten, da Jungen vielfach ohne Vater aufwachsen und solche Vorbilder besonders dringend nötig hätten.
- das angehenden Pädagogen im Rahmen ihrer Universitätsausbildung und Fortbildung ein antiquiertes, einseitig-negatives Männerbild vermittelt, welches zur Folge hat, dass diese dann als Lehrer(in) Jungen schlechter behandeln als Mädchen?
- in dem Jungen in ihrem Verhalten (willentlich oder wider besseres Wissen) nicht verstanden, akzeptiert und bestärkt werden? Das ihnen vor allem dann Lob und gute Noten einbringt, wenn sie so weit wie möglich dem weiblichen Leitbild entsprechen und gezwungenermaßen ein Verhalten an den Tag legen, das in keiner Weise ihrem Naturell und ihren Vorlieben entspricht?
Dieses "patriarchalische" Bildungssystem trägt zusehends dazu bei, dass sich am Rand der Gesellschaft eine immer größer werdende Schicht männlicher Versager bildet, die von Anfang an keine faire Chance hatten, in der Schule ihren geschlechtsspezifischen Fähigkeiten, Neigungen und unabänderlichen genetischen Dispositionen entsprechend gefördert zu werden. Missverstanden, ausgegrenzt, kriminalisiert: ein idealer Nährboden u.a. für Kriminalität, Sucht und Rechtsextremismus. Eine bittere Konsequenz jahrzehntelanger einseitiger Mädchenförderung bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Bedürfnisse von Jungen.
Quelle: Manndat