Hallo,
ich möchte mich auch einmal zu dieser Sache äußern. Ich kenne diese Krankheit deiner Freundin ziemlich gut, und ich kann mich den anderen nur anschließen, dass sie (deine Freundin) das was sie tut, nicht aus Boshaftigkeit tut, sondern einfach, weil sie nicht anders KANN. Man befindet sich quasi in der Rolle einer Marionette, die von außen gesteuert wird. Dieses "außen" ist aber in ihr drin, nur nicht identisch mit dem, was sie selbst möchte. SIe ist zerstört von den Enttäuschungen aus der Vergangenheit. Diese haben sich in ihrer Denkweise so sehr festgesetzt, weil sie zwangsläufig immer wieder auf diese Enttäuschungen stößt.
In der Psychologie spricht man von einer "self-fullfilling-prophecy", d.h. man vermutet den bestimmten Ausgang einer Sache, die sich dann genau so erfüllt. Beispiel: Deine Freundin glaubt, dass sie vorher schon weiß, dass sie von jemandem enttäuscht wird und letzten Endes handelt sie unbewusst genauso, dass der andere sie wirklich (aufgrund ihres unangebrachten Verhaltens) enttäuscht. Dies passiert auch oft innerhalb von Beziehungen, in denen eine beispielsweise krankhaft eifersüchtige Frau ihren Partner so sehr mit ihrem Misstrauen belastet, bis er sie verlässt. Danach kann sie dann behaupten, dass sie es ja gleich gewusst hat...
Solche Menschen werden oftmals als missgünstig gesehen und man hält ihnen vor, jemand anderem nichts zu gönnen. Allerdings sehen Betroffene nur ihr eigenes Unglück und wenn sie das Glück der anderen sehen fragen sie sich immer wieder, warum sie das nicht auch haben können.
Es gibt dann die zwei Fälle, wobei beim ersten Fall die Betroffenen durch ihr falsches Verhalten, das sie selbst logischerweise für völlig normal halten, immer wieder enttäuscht werden (also self-fullfilling-prophecy). Im anderen Fall suchen sich solche Menschen immer wieder Partner oder Freundschaften aus, die sie enttäuschen (z.B. auch falsche Männerwahl). Dadurch bewahrheitet sich ihr Unglück ebenso und bestätigt das, was sie vorher sowieso schon ahnten.
Was ich damit sagen will ist, dass solche Menschen wirklich krank sind und ganz im Gegensatz zu dem was andere Menschen denken, nicht missgünstig. Eine Freundschaft mit einem solchen Menschen ist sehr sehr kraftraubend und, auch wenn es blöd klingen mag, man kann das Verhalten eines so erkrankten nicht PERSÖNLICH nehmen. Das hat nichts mit der anderen Person zu tun, sondern nur mit ihnen selbst. Von den Mitmenschen müsste ein übergroßes Maß an Toleranz entgegengebracht werden, aber das kann von den wenigsten Menschen verlangt werden...