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Bunte Welt
um mich herum.
Ich tauche ein
in ein farbiges Grau.
Ich male mir die Sonne
mit einem einzelnen Augenaufschlag
ganz zärtlich
in meinen eigenen Himmel.
Ich puste kaum merklich
und sehr sanft
dunkle und düstere Wolken weg -
doch die weißen sind willkommen!
Auf jeden Fall,
ganz selbstverständlich
Wo seid ihr denn?
Ich lausche geduldig
und leicht amüsiert.
Da,
ich kann es mir ganz deutlich vorstellen.
Lachende Kinder,
fröhliche Menschen,
Musik.
Ich spüre es in mir,
Freude Lebensfreude.
Ein unsichtbares Lächeln
ziert unbemerkbar
mein starres Gesicht.
Ich trage ganz geheimnisvoll
ein Geheimnis mit mir.
Schwarz.
In meinen Ohren hallt deine Stimme.
Durch meine Adern rauscht tobend
mein eigenes Blut und
in meiner Brust schlägt mein kleines Herz unaufhörlich.
Ich fühle mich lebendig,
weißt du,
ich fühle ganz deutlich wie ich lebe.
Also sage mir,
warum es mir genommen wird.
Warum ich nicht meine schweren Lider bewegen möchte,
aus Angst davor, die Klinikwände zu sehen,
die Maschinen zu bemerken
und in dein fürchterlich verfallenes Gesicht starren zu müssen.
Diese Augen,
die mich anschreien.
Rot von den verlorenen Tränen.
Neue Sorgenfalten,
runtergezogene Mundwinkel:
Dein von Schmerz gezeichnetes Gesicht.
Oh bitte, sage mir
War ich das?
Und so behalte ich die schweren Lider zu,
verdränge dein Schluchzen,
konzentriere mich auf deine warme Hand,
die auf meiner liegt.
Spüre deinen Kopf
auf meinem Bauch,
deine Präsenz
und deine Liebe,
an die ich mich verzweifelt klammere.
Ja, das reicht mir und
nein, in dein Gesicht sehen möchte ich nicht.
So dauert es nicht lange
und ich sehe sie wieder.
Meine bunte Welt
um mich herum.
Ich tauche ein
in ein farbiges Grau
Doch mein Bild ist schwach.
Ich bin müde.
Angestrengt male ich mir die Sonne
mit einem einzelnen Augenaufschlag
ganz zärtlich
in meinen eigenen Himmel.
Es verschwimmt.
Und plötzlich weiß ich ganz genau,
dass das das Letzte sein würde,
was ich sehe.
Ich stöhne leise
und in einer einsamen,
sich ewig anfühlenden Sekunde,
in der ich das Gefühl für meinen Körper verlor,
eine angenehme Wärme spürte
und einfach grundlos glücklich war,
sagte ich dir unzählbar oft
unzählbar viele Dinge.
Ich versuche,
deine Hand zu drücken.
Bitte-
fühle es.
Ich gehe jetzt.
Ich liebe dich.
Für immer.