Die Einteilungen hetero/homo/bi sind halt zum Teil auch dem Umstand geschuldet, dass Menschen gerne in Schubladen denken(und in vielen Bereichen ist das auch nützlich, da es Zeit und Ressourcen sparen kann). Nur ist Sexualität eigentlich zu komplex dafür. Bei der sexuellen Orientierung geht es nicht nur darum, mit welchem Geschlecht man am liebsten Sex haben will, sondern auch wem gegenüber man emotionale Zuneigung zeigen will. Dann gäbs auch noch Polysexuell oder Pansexuell und beide überschneiden sich irgendwie wieder mit bisexuell...
Die wenigsten Menschen sind zu 100% homo-/ oder heterosexuell. Der größte Teil ist zu nem gewissen Grad bisexuell(da eben nicht nur das reine Interesse als Sexpartner gemeint ist, sondern auch wem man sonst emotionale Zuneigung zeigen will und haben will).
Feminin und maskulin kann man dann auch wieder in zweierlei Hinsicht verstehen. Optisch oder charakterlich? Mal als kleines Beispiel meine beste Freundin. Sie ist wirklich sehr attraktiv und vom Aussehen absolut 100% feminin. Hat aber shoppen dick, schminkt sich sehr selten(gut, hat sie auch nicht nötig eigtl), trinkt gern mal lieber ein Bier mit Kumpels beim Fußball gucken als sich mit Freundinnen in der Cocktailbar zu treffen... Was man charakterlich vlt eher als maskulin bezeichnen könnte?!
Das sind halt zum Teil auch wieder Dinge die von der Gesellschaftserwartung kommen, was feminin, was maskulin sein soll. Aber gerade hier beim charakterlichen gibt es manche Attribute die nur deshalb als feminin/maskulin verstanden werden, weil unsere soziale Prägung das so vorgibt. Die Liebe zum shoppen z.B. wird als "typisch Frau" vorgegeben. Aber macht das aus biologisch/evolutionärer Sicht Sinn? Eigentlich nicht. Ist halt eine von gesellschaftlichen Strukturen geschaffenes Klischee. Und weil Menschen darauf geprägt werden, "dass das Frauen nunmal so tun, weils schon immer so war" entwickeln sich auch einige dahingehend.
Aber es gibt auch andere Beispiele: Bei der räumlichen Wahrnehmung wird den Männern eine bessere Orientierung zugesprochen. Und das ist eine (neuro-)biologisch nachweisbare Tatsache. Genauso wie den Frauen eine bessere soziale Kognition zugesagt wird. Auch das ist eine biologisch nachweisbare Tatsache...
Manche Dinge die wir heute als maskulin/feminin wahrnehmen, können in 100 Jahren wieder ganz anders aussehen. Stiefel mit hohen Absätzen und Röcke wurden vor einiger Zeit nur von Männern getragen und wurden als maskulin empfunden. Heute wär das halt anders.