zauderer22

> Wenn man das aber realisiert, so fordere ich von der Politik, diese Erkenntnis auch der Bevölkerung direkt (und nicht schleichend, indirekt) zu vermitteln und so bald wie möglich alle ökonomischen Weichen für diesen von den meisten Medien längst als "alternativenlos" angesehenen Konflikt (oder laut Baerbock "Krieg gegen Russland" zu stellen. Sprich konkret: Endlich massiv aufrüsten, endlich wieder die Wehrpflicht einführen, endlich zu einer "Kriegswirtschaft" übergehen. OK: Das wünsche ich alles nicht. Aber ich versuche nur die politischen Verlautbarungen wörtlich zu nehmen und die entsprechenden Konsequenzen einzufordern.


Investitionen in den Schutz der Zivilbevölkerung!


Ich hätte längst auf Kommunalebene zu einer Art Ersatzdienst zwecks Erlernens und Einübens von Plänen und Maßnahmen zur selbstorganisierten Bewältigung humanitärer Katastrophen einberufen lassen.


Da ist auf so vielen Ebenen so viel, was organisiert und geübt und jedem beigebracht sein muss.


Von den Überlebenstechniken, die der Einzelne anwenden muss (zB in welchem Raum überlebt man in welchem Stockwerk ein Bombardement am ehesten, wie durchquert man brennende Räume, wie bewerkstelligt man Erstversotgung von Wunden, wie spart man Luft und macht sich bemerkbar wenn man verschüttet ist...) bis hin zur Eingliederung in alle möglichen schnell selbstorganisierend und ggfs übergreifend aufzustellenden Rettungs- und Versorgungsketten.


Aber das hätte man von früher her beibehalten müssen anstatt es abzuschaffen.


Jetzt stehen wir mit heruntergelassenen Hosen da.


Da der Hosengürtel mit Bleigewichten beschwert ist und wir außerdem zu fett und zu behäbig geworden sind, um uns schnell nach der heruntegelassenen Hose bücken zu können, und wir zudem aus Profitgier andere dazu eingeladen haben, ihre Füße zwischen unseren Beinen auf unsere heruntergelassenen Hosen zu stellen, dürfte es schwierig werden, sie schnell wieder hochzuziehen. Ob wir neue Hosen kriegen?

  • ich2022 hat auf diesen Beitrag geantwortet.
    lidia_28825962

    Da der Hosengürtel mit Bleigewichten beschwert ist und wir außerdem zu fett und zu behäbig geworden sind, um uns schnell nach der heruntegelassenen Hose bücken zu können, und wir zudem aus Profitgier andere dazu eingeladen haben, ihre Füße zwischen unseren Beinen auf unsere heruntergelassenen Hosen zu stellen, dürfte es schwierig werden, sie schnell wieder hochzuziehen. Ob wir neue Hosen kriegen?


    👍 bewundere deine Erkenntnis

    Frage: Wer eigentlich manipuliert unsere Medien?


    Beispiel:


    Gestern fragte ich einen Bekannten, ob er etwas über Baerbocks "Krieg gegen Russland" in der Zeitung gelesen habe.


    Antwort: "Ja, die russische Propaganda behauptet, Baerbock habe von einem Krieg gegen Russland gesprochen. Das ist wieder so eine typische Lüge."


    Die Meldung in der Zeitung und in einigen anderen (die auch ich lese) berichten nicht einfach objektiv über das, was Baerbock gesagt hat, sondern prangern die russische Propaganda an.


    Ich habe zwar auch etwas gegen die russische Propaganda. Ich finde allerdings auch Medien unerträglich, die sich scheuen, unliebsame Wahrheiten (in diesem Fall Baerbocks Worte) objektiv wiederzugeben. Lediglich in der (an sich konservativen und absolut nicht russlandfreundlichen) Welt hat ein Journalist Baerbocks Worte wiedergegeben und ziemlich kritisiert.


    In solchen Schmonzetten wie dem Spiegel liest sich das alles so verklausuliert, dass der Durchschnittsleser nichts Genaues erfährt (außer dass Russland böse ist).


    Meine Fragen an schlaue Leute:


    - Wie kommt es, dass nicht mehr objektiv berichtet wird.


    Bekanntlich haben wir ja keine Zensurbehörde.


    - Wie kommt es, dass in Zeitungen und Medienanstalten alle kritischen Geister verbal niedergemacht werden, welche massive Waffenlieferungen nicht einfach als Gebot der Stunde begreifen wollen, wobei ich einräume: Sicher kann man darüber streiten. Aber von einem Marcus Lanz für Zweifel an der Mainstream-Position billig abgekanzelt zu werden, das ist schon sehr merkwürdig.


    Da wird alles getan, dass andere Perspektiven auf den Konflikt unterdrückt werden. Leute wie Schwarzer oder der Soziologe Welzer, der früh auf eine kaum mehr zu beherrschende Konfliktspirale hingewiesen hat, treten kaum noch irgendwo auf.


    Hingegen lese ich soeben ein Statement des ZDFs, dass sich unserer Außenminister ein Satz ein ganz klein wenig verunglückt sei und wir selbstverständlich nicht im Krieg befinden. Völkerrechtlich betrachtet (versteht sich).


    Mein Hinweis: Das ist die AUSSENMINISTERIN (unvorstellbar). Der verunglücken ein ganz klein wenig Sätze, in denen das Wort Krieg gegen Russland wie eine große Selbstverständlichkeit vorkommt (eine "Unmöglichkeit").


    Albernes ZDF. Ich nenne das Volksverdummung.

      zauderer22

      > Meine Fragen an schlaue Leute:
      >
      > - Wie kommt es, dass nicht mehr objektiv berichtet wird.



      Ich bin zwar nicht schlau, aber einen Teil der Antwort dürfte man finden in Dietrich Bonhoeffers "Von der Dummheit", postum erschienen in "Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft", herausgegeben von Eberhard Bethge, auch zu finden unter https://sumsinagro.de/nach_zehn_jahren .



      Zu erwähnen ist auch das Buch „Das erschöpfte Gehirn“ von Dr. Michael Nehls - das folgende ist von https://theplattform.net/de/kanal/punkt-preradovic/die-dauererschopfte-gesellschaft-punktpreradovic-mit-dr-michael-nehls :


      | Die Kapazität unseres mentalen Akkus schrumpft seit Jahren.
      | Sagt der Arzt und Molekulargenetiker Dr. Michael Nehls.
      | Und das hat zur Folge, daß wir immer weniger in der Lage
      | sind, kritisch zu hinterfragen, neugierig zu sein und kreativ.
      | Wir verharren statt dessen in energiesparenden Stereotypen.
      | In seinem Buch „Das erschöpfte Gehirn“ macht Nehls die
      | Ursachen für die „Verdummung“ aus, weiß aber auch, wie
      | wir unser Hirn-Akku wieder in Schwung kriegen.



      Und auch Daniel Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken :


      | Im ersten Teil des Buches beschreibt Kahneman die
      | zwei verschiedenen Weisen, in denen das Gehirn denkt:
      | System 1: Schnell, automatisch, immer aktiv, emotional,
      | stereotypisierend, unbewusst.
      | System 2: Langsam, anstrengend, selten aktiv,
      | logisch, berechnend, bewusst.


      Da geht es also um die "Betriebsmodi", in denen ein Menschenhirn ticken kann.



      Und auch die "digitale Verdummung" dürfte eine Rolle spielen - auf YouTube gibt es einen netten Vortrag von Professor Manfred Spitzer über die Digitale Demenz (und darüber, warum die heutigen Lehrmethoden und die heutige Politik zur Verblödung führen).

        lidia_28825962

        Das ist zwar alles ok und gehört zu den möglichen Erklärungen, warum sich Menschen "verdummen" und sicher auch manipulieren lassen. Es erklärt aber nicht, was politisch geschehen ist, dass eine ganze Generation junger Journalisten als quasi "gleichgeschaltet" erscheint. Dies betrifft nicht nur das "Kriegsthema". - Man könnte beinahe glauben, es gebe bestimmte parteipolitische Selektionskriterien, so dass am Ende überwiegend nur noch ein bestimmter linienförmiger Typus in den Medienanstalten und Redaktionen bestimmt, was dem Volk mitzuteilen sei.

          zauderer22

          Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer „Narrativ-Gleichschaltung“ zum Ukraine-Krieg arbeitet:
          Teil 1: https://www.nachdenkseiten.de/?p=88618
          Teil 2: https://www.nachdenkseiten.de/?p=88771
          Teil 3: https://www.nachdenkseiten.de/?p=89213


          Norbert Häring: Vom Ende der Meinungsfreiheit in Europa


          Gustav le Bon: Psychologie der Massen
          Edward Bernays: Propaganda, die Kunst der Public Relations
          Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung
          Rainer Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer

          zauderer22

          Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer "Narrativ-Gleichschaltung" zum Ukraine-Krieg arbeitet
          Teil 1 https://www.nachdenkseiten.de/?p=88618
          Teil 2 https://www.nachdenkseiten.de/?p=88771
          Teil 3 https://www.nachdenkseiten.de/?p=89213


          Norbert Häring: Vom Ende der Meinungsfreiheit in Europa


          Gustav le Bon – Psychologie der Massen
          Edward Bernays – Propaganda, die Kunst der Public Relations
          Walter Lippmann – Die öffentliche Meinung
          Rainer Mausfeld – Warum schweigen die Lämmer

          lidia_28825962

          Danke für diesen Link. Die guten alten "Nachdenkseiten". Warum habe ich die nur seit Jahren vergessen?

          So viele Russland-Versteher und Ex-DDRler hier im Forum, das ist schon erschreckend! Und all die Verschwörungstheorien und die merkwürdige Sehnsucht nach Krieg und Untergang. Und dann noch die Behauptung, dass die Journalisten dazu gezwungen würden, die Regierungsmeinheit zu vertreten. Vielleicht einfach mal bei correctiv reinschauen und man lernt dazu. Hier im Forum werden Ministerinnen gerne mit "die Dame" bezeichnet. Da weiß man, woher das kommt. Und das bei gofeminin, wirklich schade.

            newspirit

            Gerne beziehe ich die netten Worte auf mich persönlich.


            A.) Ich bin durch und durch westdeutsch sozialisiert und habe schon in jungen Jahren jede Form von Sozialismus/Kommunismus etc. für eine Katastrophe gehalten.


            B.) Ich halte Putin für einen ungeheuerlichen Verbrecher. Es ist eine Frechheit, jemand wie mich mit Putinverstehern (die es zweifellos in der Linkspartei gibt) in einen Topf zu werfen.


            C.) "Die Dame" könnte auch "der Herr" sein und wäre dann für mich genauso wenig respektabel. Man kann eine miserable Außenpolitik sowohl als Mann als auch als Frau machen. Ich halte die Außenpolitik dieser Person (hier als Neutrum und nicht als Beschimpfung gedacht) weniger für Außenpolitik als für Ideologie. Im übrigen ist angesichts der Gefahr für unser aller Existenz jede dämliche Genderei - egal ob männlich, weiblich oder sonstwie - albern, wobei einem dabei zugleich das Lachen über solche Torheiten im Hals steckenbleibt.


            D.) Wer hier wohl eine merkwürdige Sehnsucht nach dem Weltuntergang hat, genau die Frage gilt es zu beantworten.
            Das scheint nicht nur Putin zu sein, sondern auch alle Hurraschreier und strategischen Kurzdenker hier im Westen.


            E.) Es existiert keine kohärente Strategie des Westens.


            Es ist selbstverständlich so, dass weitere Eskalationsschritte folgen werden - unabänderlich. Soeben einen Osteuropa-Professor im ZDF gesehen, der erklärt, mehr Waffen sei der logische Weg zum Frieden, denn irgendwann müsse Russland einlenken.


            Ich halte das für eine bloße Tagträumerei.


            Das kann kein gutes Ende nehmen. Die Alternative darf aber - als völlig unpopulär - nicht mehr gedacht werden: Sie heißt Wehrhaftigkeit mit glaubwürdiger roter Linie diesmal für Putin einerseits, aber Aufgabe ukrainischer territorialer Vorstellungen andererseits. - Offen gestanden bin ich da sogar so radikal, dass ich eigene Atomwaffen fordere (wobei ich die Machbarkeit zugegebenermaßen in Zweifel ziehen muss). Wir sind ja sogar so verdummt in diesem Land, dass wir die große Lippe riskieren, Kampfpanzer hergeben, aber selbst bisher nur wenig unternehmen, um die Rüstungsindustrie und die Bundeswehr so zu ertüchtigen, dass wir diese große Lippe überhaupt riskieren können.


            F.) Kritische Stimmen kommen in diesen Medien natürlich nicht vor, da sie (die kritischen Stimmen) als Putinversteher und Russenfreunde gelten.


            Es gibt keine Zensuranstalt. Ich brauche keine Verschwörungstheorie. Viele Journalisten operieren da ganz einfach nach ihren Mainstream-Instinkten. Das ist schlichte Selbstzensur durch unreifes, durch korrumpiertes Denken.


            Daher werden auch kaum mehr kritische Geister zu Debatten eingeladen. Z.B. wer diskutiert die vor ein paar Tagen von Fabio de Masi, einem ehemaligen Verfassungsrichter, veröffentlichte Kritik an "Deuschlands Hobbygenerälen" in der Berliner Zeitung? Wer erörtert öffentlich die zum Mainstream völlig konträre Position von Oberst a.D. Ralph D. Thiele vom Institut für Strategie-, Politik-, Sicherheits- und Wirtschaftsberatung (ISPSW), der außer Eskalation bis zum Äußersten hinter all diesen Waffenlieferungen keine Strategie mit einem möglichen Exit aus dem Krieg erkennen kann?


            Auch wenn diese Positionen falsch sein mögen, sie sind es sicher nicht, weil diese Leute fälschlicherweise als Putinversteher angeprangert werden.
            Solche Beschimpfungen sind einfach nur unverschämte Behauptungen von Leuten, deren Amygdala den Reigen von Tod und Verhängnis tanzt.

            • newspirit hat auf diesen Beitrag geantwortet.
              newspirit

              "Sehnsucht nach Krieg" haben vor allem die, die Waffenlieferungen unterstützen mit ganzem Herzen.


              Russland ist übrigens viel mehr als Putin.

                mascha11

                Ich kann auch eine kürzere Erklärung versuchen:


                Der Krieg und das Säbelrasseln werden orchestriert von einer Subspecies des Menschen, die sich "Homo Oeconomicus Pecunialis Potentia Esurientes" nennt, die sich für (Finanz-)Macht aber nicht für echte Wertschöpfung geschweige denn das Überleben anderer Subspecies, zB des Homo Sapiens, interessiert, die nicht in der Lage ist, die Blasen der Finanzwirtschaft und die Realwirtschaft auseinander zu halten, die andere Menschen nur als Zweckmittel und zu eliminierende Konkurrenten sieht und nicht - wie es zB im Sinne von Leuten wie Hannah Arendt und Hans Peter Dürr wäre - als Lieferanten wertvoller anderer Perspektiven, mit denen man zusammenarbeiten kann, um - getreu dem Motto "mehr als nur die Summe seiner Teile" gemeinsam mehr und besser zu werden als es jeder für sich allein ist und/oder man werden kann wenn man sich gegenseitig nur destruktiv plattmacht.

                  mascha11

                  Ich kenne nur wenig Leute hier in Deutschland, die ausserhalb des Zweiten Weltkriegs in der UdSSR/in Russland waren und nicht schief angesehen werden wenn sie davon erzählen.


                  Mir ist schon klar, dass Russland groß und Putin nur einer ist, aber er ist derjenige, nach dem sich im Moment alles richtet, sodass er eben viel eher als viele andere Russen Dinge veranlassen kann, die sich sehr stark auf Europa und Deutschland auswirken. Anders gesagt: Wenn er dem Westen nichts tun könnte, wäre er dem Westen so egal wie alle die anderen, von denen der Westen naiv glaubt, dass sie dem Westen nichts tun könnten. Als man im Westen noch nicht realisierte, dass Russland unter seiner Führung dem Westen etwas tun kann, war er dem Westen ja jahrzehntelang egal. Und jetzt gibt man sich immer noch blauäugig - wohl in der Hoffnung, davon verschont zu werden, das Auge blau geschlagen zu bekommen wenn man die Augen als bereits blau präsentiert. Wird aber wohl nicht klappen. Vor allem nicht wenn man dabei das Maul aufreisst obwohl nichts dahinter ist. Mir ist auch klar, dass es blauäugig ist, zu glauben, die Welt verwandele sich in einen Ponyhof sobald Putin nicht mehr an der Macht ist, denn wenn die russische Föderation, was unwahrscheinlich ist, auseinanderfällt, wird das eher nicht zur Stabilität der Weltordnung beitragen, und wenn sie nicht auseinanderfällt, wird sich schon ein -äh- patenter Nachfolger finden, der in der Innen- und Außenpolitik den von Putin eingeschlagenen Kurs weiterfährt.

                  zauderer22

                  Wenn du dir alle Schuhe anziehst, die ich bereitgestellt habe, ist nicht zu helfen. Wer und was du bist und woher du kommst, spielt nun wirklich keine Rolle. Der Vergleich in Punkt C ("die Dame" und "der Herr") funktioniert natürlich nicht - wie wir sicher beide wissen. Punkt D - Frau Baerbock wünscht sich den Krieg? Nope, das denke ich nicht. Gendern ist trotzdem wichtig, auch wenn das an Putin vorbeigeht. Eigene Atomwaffen? Hoffentlich nicht und niemals. Eine derartige Aufrüstung in Deutschland wäre für die europäischen Verbündeten ein wiederkehrender Alptraum. Ralph Thiele? Läuft doch in allen Medien rauf und runter. ARD, stern, Rtl usw. Da kann man ihn anschauen, anhören und darüber diskutieren. Der würde sich sicher auch über Atomwaffen zu Hause freuen. Ansonsten mein Rat: Mal nach China gehen oder nach Afghanistan und schauen, was passiert, wenn man eine andere Meinung hat als die Regierung. Ja, ziemlich abgedroschen, aber hilfreich. Ansonsten: post tenebras lux. Wird schon wieder!

                    lidia_28825962

                    Schimpf, Scham und Schande über mich:


                    "Homo Oeconomicus Pecunialis Potentia Esurientes" - statt "Esurientes" muss es "Esuriens" heissen, also "Homo Oeconomicus Pecunialis Potentia Esuriens", übersetz soll es heissen "Machthungriger Mensch der Finanzwirtschaft".

                    newspirit

                    Tatsächlich stimme ich mit keiner einzigen der hier vertretenen Meinungen völlig überein. Mich interessieren nur echte strategische Optionen, die ich nicht sehe. Das Problem der Ukraine sind nicht nur die Waffen. Das Problem sind die ungeheuren Opferzahlen. Der Ukraine werden über kurz oder lang die Soldaten ausgehen, Russland hingegen kann Menschenopfer ohne Ende bewerkstelligen.
                    Die militärischen Opfer der Ukraine werden nicht tagtäglich in den Medien präsentiert, diejenigen Russlands aber durchaus. Angaben aus strategischen Think Tanks der Amerikaner werden seitens der Ukraine schlicht geleugnet.


                    Sich vorzustellen, da bombardieren sich zwei Seiten massiv mit Artillerie, und nur eine Seite trägt hohe Verluste davon, widerspricht nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern auch militärischer Erfahrung. Sprich: Mag sein, dass die Verluste der Ukraine nur halb so groß sind, sofern sie sich auf Verteidigung konzentriert. Vielleicht nach einem alten Gesetz von Defensivoperationen auch nur ca. ein Viertel der vergleichbaren Opfer des Gegners. Der Unterschied ist nur, dass Russland ein eben erhebliches größeres Potential an menschlichem Kanonenfutter hat.


                    Was aber, wenn dann wider Erwarten und trotz toller westlicher Waffentechnik (übrigens völlig unausgereift, denn Kampfpanzer ohne Kampfflugzeuge und noch vieles andere, das ist Schwachsinn laut LEHRBUCH) eben nicht siegt?
                    Was können, müssen wir denn dann unternehmen?


                    Annahme: KRIEG FÜHREN!


                    Gegenannahme:


                    Was ist, wenn die Ukraine siegen würde? Was wohl einschließt, dass auch die Krim zurückerobert würde.


                    Wer glaubt, dass dies ohne Atomkrieg ausginge? Das kann ich mir nicht vorstellen, das kann man praktisch ausschließen.


                    Wer völlig zurecht Putin für einen gemeinen Mafiosi hält, sollte sich zwar nicht erpressen lassen. Er darf auch getrost davon ausgehen, dass Atomwaffen in dem Konflikt das äußerste Mittel wären. Aber wenn Putin und seine Clique bzw. die Folgemachthaber in ihrer Existenz bedroht sind, spätestens dann geht es nicht mehr um atomare Erpressung: Diesen Leuten ist es definitiv egal, ob die ganze Welt mit ihnen untergeht. Ich kenne kein einziges Gegenargument bisher. Jedes Gegenargument bezieht sich nie auf diesen äußersten Punkt des russischen Zusammenbruchs.

                      zauderer22

                      > Er darf auch getrost davon ausgehen, dass Atomwaffen in dem Konflikt das äußerste Mittel wären.


                      Warum? Für viele Unrealistische nicht das Äußerste, aber in der Praxis wäre es wohl eins der letzten Mittel, weil kurz drauf alles platt wäre. Es gibt eine erkleckliche Anzahl an Idioten, die glauben, ein Einsatz taktischer Atombomben/nuklearer Gefechtsfeldwaffen sei machbar, weil ihrer verqueren Einschätzungen nach angeblich weniger schlimm als strategische Nuklearwaffen und nicht die zwecks Abschreckung angedrohte Vergeltung triggernd.


                      > Was ist, wenn die Ukraine siegen würde? Was wohl einschließt, dass auch die Krim zurückerobert würde.


                      Wieso sollte ein auf Ukrainischem Territorium verlorener Krieg davon abhalten, weiter Porzellan zu zerschlagen, um dem Westen, der den Wiederaufbau bezuschussen bis finanziell tragen wird, zu schaden?


                      Wieso sollte es nicht zB in Moldavien oder in Litauen oder Lettland oder Estland losgehen?


                      Was soll Russland davon abhalten, die eigene Rüstungsproduktion zu ertüchtigen und Staaten, die den Westen nicht mögen auszurüsten? Oder das organisierte Verbrechen im Westen weiter zu unterstützen?


                      Warum sollte man im Westen keinen Besuch bekommen, der Polonium oder Nowitschok dabei hat oder ein bisschen Plutonium in die Wasserversorgung kippt oder Autos von Abgeordneten in die Luft sprengt? Wie ist es mit Cyberattacken um die Infrastruktur lahmzulegen.


                      So oder so wird Russland noch da sein, und solange dort Tonangebende so oder härter drauf sind wie die momentan Tonangebenden, kann man sich von der Merkel'schen Vorstellung, nur von Freunden umzingelt zu sein, getrost verabschieden. Zumal es so aussieht als ob China und die USA bald aneinander geraten, sodass die USA in diesem Krieg gebunden sein und europäischen NATO-Partnern bei einem Angriff durch Russland nicht groß helfen werden. Und dann sind da noch so NATO-Partner wie die Türkei, Ungarn, Albanien, Kroatien, Montenegro, Mazedonien und Griechenland, die dem Sicherheitsgefühl eher einen Dämpfer versetzen...