albert99

@Jana. Dank an Jana für die Präzisierung.
@Albert99.
Dem kann ich nur beipflichten.
Interessanterweise hat gestern Abend Olaf Scholz darauf hingewiesen, dass wir (im völkerrechtlichen Sinne) keine Kriegspartei seien. Daraus ergibt sich nun folgende Absurdität:


Wenn die Länder, von denen Baerbock sprach und dabei Deutschland mit einschloss, in einem "Krieg gegen Russland" stehen, andererseits aber "keine Kriegspartei" laut Diktum des Kanzlers sind, dann handelt es sich um die Quadratur des Kreises.


Das Gerede davon, wir seien im völkerrechtlichen Sinne keine Kriegspartei, ist ein sinnentleertes Mantra. In einer anderen Diskussion versuchte ich den juristischen Formalismus und seinen Sinn zu erklären. Was de iure richtig sein mag, muss nicht unbedingt etwas mit der Realität zu tun haben. Die Antwort meines "Kontrahenten" war, dass ich mit einer solchen Auffassung Deutschland ja bereits in unzähligen Kriegen weltweit sehen würde, da wir ja auch andere Länder als die Ukraine mit Waffen beliefert hätten und beliefern. Meine hoffentlich für jeden einigermaßen klar Denkenden verständliche Antwort war, dass es allerdings quantitative und qualitative Kriterien, vor allem solche strategischer Art, gebe, welche hier greifen würden. Es ist qualitativ etwas erheblich anderes, ob wir Waffen an Ägypten mit Bezug auf bestimmte Regionalkonflikte oder an die Ukraine im Krieg mit Russland nach Abstimmung im Bündnis der Nato liefern.


Ob es nun richtig ist, in einem strategisch (und nicht juristisch) relevanten Sinne Kriegspartei zu sein, ob die russische Bedrohung solcherlei rechtfertigt oder nicht, lasse ich einfach mal dahingestellt. Unsere persönlichen Wünsche oder Nichtwünsche sind durch die Realität längst überholt. Ja, wir sind im strategischen Sinn Kriegspartei.


Wenn man das aber realisiert, so fordere ich von der Politik, diese Erkenntnis auch der Bevölkerung direkt (und nicht schleichend, indirekt) zu vermitteln und so bald wie möglich alle ökonomischen Weichen für diesen von den meisten Medien längst als "alternativenlos" angesehenen Konflikt (oder laut Baerbock "Krieg gegen Russland") zu stellen. Sprich konkret: Endlich massiv aufrüsten, endlich wieder die Wehrpflicht einführen, endlich zu einer "Kriegswirtschaft" übergehen. OK: Das wünsche ich alles nicht. Aber ich versuche nur die politischen Verlautbarungen wörtlich zu nehmen und die entsprechenden Konsequenzen einzufordern.


Laut Spiegel von heute steht ja die Mehrheit des Volkes hinter den Waffenlieferungen. O-Ton einer Dame gestern im Sportstudio: Ihr tun ja die Ukrainer so leid (verflixt, welchem einigermaßen moralisch intaktem Menschen nicht). Den Putin müsse man umbringen (so als ob hinter Putin nicht eine ggf. noch verbrecherischere Clique stehen würde, welche die Macht nicht hergeben wird, weil diese Clique sonst erledigt ist - alles Binsenweisheiten, aber die Leute kapieren nichts).
Und jetzt folgender Hammer dieser Frau: "Da ist es doch toll, hier zu leben. Meine Söhne sind hier sicher, die müssen bei uns nicht zum Militär."


Ich war fassungslos über diese abgrundtiefe Verblödung und fürchte, dass die weit verbreitet ist (jeder politisch Informierte weiß, dass die Wehrpflicht lediglich ausgesetzt, jedoch nicht grundsätzlich abgeschafft ist).


Beendigung des Krieges durch Waffenlieferungen (und Eskalation)?


Heute las ich in der FAZ, dass der Krieg so lange geführt werden müsse, bis Putin endlich einsehen würde, ihn nicht gewinnen zu können. Die Waffenlieferungen seien der schnellste (!) Weg zu diesem Ziel.


In einem anderen Medium las ich, dass irgendein Experte der Ansicht ist, Putin habe längst eingesehen, den Krieg nicht mehr gewinnen zu können.


Ja, was denn nun?


Andere blöde Frage von mir als Otto-Normalbürger: Unabhängig davon, ob Putin oder seine Clique oder Mitverbrecher etwas einsehen, angesichts der ungeheuren Verbrechen, wäre es quasi Selbstmord aller dieser Leute, eine Niederlage einzugestehen. Im übrigen würde wohl kein russischer Politiker jemals die Krim wieder hergeben - das wäre das direkte politische Ende. Folglich kenne ich die eigentliche strategische Option zur Beendung dieses Krieges nicht. Das Geraune, man werde ab einem bestimmten Punkt mit den Russen verhandeln, wird von der Ukraine jeden Tag aufs Neue ausgeschlossen. Außerdem lese ich immer wieder, dass jeder Waffenstillstand den Russen nur die Vorbereitung eines neuen Angriffs ermögliche. Schließlich las ich heute, dass nach Ansicht verschiedener Thinktanks die meisten Russen zwar nicht unbedingt hinter Putin stehen würden, jedoch den Krieg für unausweichlich und für gerechtfertigt sowie von der Nato angezettelt hielten. Also wird allenfalls der innere Zirkel erodieren, ggf. den Krieg noch verschlimmern oder "verschlimmbessern". Putin spielt da keine entscheidende Rolle. Das Volk wird niemand stürzen, weder ihn noch andere schreckliche Machthaber.


Wer sich diese Gemengelage anschaut, schaudert ob der Dreistigkeit vieler Journalisten und Politiker, wissen zu wollen, was tatsächlich zu tun und wie der Krieg zu einem Ende zu führen sei. Das sind alles hoffnungslose Optionen.

    zauderer22

    und inwiefern liegt deine Beteiligung - außer dem langatmigem Schreiben?

    zauderer22

    Nach diesen ganzen (juristischen) und sehr beeindruckenden Beiträgen hier, traue ich mich fast gar nicht mit meinem Beitrag, aber ich möchte auch was in diesem Thread zu diesem Thema ergänzen.


    Ich kann nicht verstehen, warum wir Waffen, Munition und Panzer zur ukrainischen Armee liefern. Was haben die Politiker nur für Berater in ihrem Ministerium?


    Gerade die Leute im Ministerium sollten doch eine diplomatische Lösung finden. Sie sollten Gespräche führen, mit Putin und der Ukraine, immer wieder, jeden Tag, aber doch keine Panzer und Waffen liefern. Damit hört das Sterben nie auf. Und ja mir tun die Soldaten Leid auf russischer Seite, die bestimmt nicht freiwillig kämpfen, sie führen die Befehle aus. Zumeist junge Männer.


    Man sollte stattdessen Verbandsmaterial oder Medikamente liefern. Und zusätzlich täglich Gespräche führen. Wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert, wo man Entscheidungen auf dem Schlachtfeld ausgetragen hat. Das sollten unsere Politiker ( und deren Berater in den Ministerien) doch wissen.

      mascha11

      > Ich kann nicht verstehen, warum wir Waffen, Munition
      > und Panzer zur ukrainischen Armee liefern. Was haben
      > die Politiker nur für Berater in ihrem Ministerium?


      Um die Abgründe hinter solchen Entscheidungen zu durchschauen, ist es oft hilfreich, sich zu überlegen, wem es dient bzw welchen Interessen es nützt und bei welchen Entscheidungsträger/inne/n bzw bei wem von denen, die auf Entscheidungsträger/innen Druck ausüben können, von wem welche Knöpfchen der menschlichen Natur gedrückt worden sind.


      Es gibt auf der Welt etliche, die eine neue Ära einläuten wollen (und das teilweise auch laut verkündet haben). Mindestes einer von ihnen ist schon lange dabei, auf der wirtschaftlichen Schiene große Teile der Welt einzusacken und könnte, wenn NATO und Russland einander immer mehr in die wirtschaftliche Rezession treiben, der lachende Dritte sein.




      Ich skizziere mal recht plakativ und bis zur Polemik vereinfacht, welches Bild sich vor meinem inneren Auge zusammensetzt - mehr als zehn Minuten kann ich mir im Moment nicht dafür nehmen, denn danach muss ich zu einem Meeting und da einen netten Vortrag halten:


      Die weltweiten Schulden sind so hoch wie noch nie. Die führenden Notenbanken der Industrieländer haben so viel frisches Geld gedruckt wie meines Wissens seit dem Börsencrash im Oktober 1929 und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise bis 1933 nicht mehr. Und damit Schecks auf einen zukünftigen wirtschaftlichen Aufschwug gezogen, die alles andere als gedeckt sind. Und damit Damoklesschwerter über den Genicken aller von der Weltwirtschaft Abhängigen aufgehängt, die immer schwerer werden während die dünnen Fäden, an denen sie hängen, immer mehr verrotten.


      Wie kam es zu diesen hohen Schulden?


      Seit den 1980er Jahren fährt man in Europa die Strategie, die reichen Unternehmen und Konzerne, die die Wirtschaft am Laufen halten, steuerlich zu entlasten. Damit sie mehr investieren und die Wirtschaft besser am laufen halten können, auf dass das Wirtschaftswachstum steige. Das hat auch funktioniert. Die Wirtschaft ist gewachsen. Aber die Armen und der Mittelstand hatten dabei nur sehr schlechte Möglichkeiten, auch zu Kapital zu kommen. Die Schere zwischen Arm (Leuten mit wenig Kapital bzw vielen Schulden) und Reich (Leuten mit viel Kapital) ist trotz Wirtschaftswachstum immer größer geworden. Es gibt immer mehr Arme und immer weniger unso reichere Reiche.


      Damit eine Wirtschaft wachsen kann, muss aber das Volk, die breite Masse, Produkte kaufen können. Stichwort "Kaufkraft der Massen". Die Löhne der kleinen Leute sind aber nicht in dem Maße gestiegen wie sie hätten steigen müssen, damit auch der kleine Mann unbeschwert einkaufen und zB als Kleinaktionär auftreten kann und auch Geld hat, das er bei einer Bank anlegen kann. Also hat man die kleinen Leute, den Mittelstand, künstlich kaufkräftig gemacht. Durch Kredite. Die weltweiten Schulden sind derzeit bei 297 Billionen Dollar, das entspricht 353 Prozent der globalen Wirtschaftskraft.


      Seit den 1980er Jahren konzentriert sich das durch Gewinne aus Investitionen eingenommmene Geld bzw Kapital bei einer kleinen/immer kleiner werdenden Gruppe an reichen/immer reicher werdenden Investoren, die das durch Gewinne aus Investitionen eingenommmene Geld bzw Kapital wieder gewinnmaximierend in neue Investitionen stecken. Gewinnmaximierend heisst, dass diese Leute das eingenommene Geld bzw Kapital in Dinge investieren, mit denen sie für sich gewinnbringende Geschäfte machen können. Geschäfte mit wem? Mit den kleinen Leuten. Das klappt aber nur, wenn die kleinen Leute auch Geld haben. Die Löhne der kleinen Leute sind aber nicht in dem Maße gestiegen. Also gab man Kredite. Durch Kredite hat man die Nachfrage durch die Massen ermöglicht. Hat man den Massen ermöglicht Geschäfte zu tätigen. Und zwar die ihnen angebotenen Geschäfte, die für die Investoren gewinnbringend waren.
      Auf diese Weise lief die Wirtschaft. Aber auf eine Weise, bei der sich das Kapital aus den gewinnbringenden Geschäften bei einigen wenigen angesammelt hat, während sich bei vielen anderen Schulden angesammelt haben. Das Wirtschaftswachstum ist gekoppelt an ein stärkeres Anwachsen des Kapitals bei einigen wenigen und der Schulden bei sehr vielen.


      2007 lief das Schuldenfass über. Die Immobilienmärkte (und nicht nur die) brachen ein. Es kam zu einer Finanzkrise, die bis 2009 dauerte und das weltweite Finanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Wie wurde mit der Problematik umgegangen? Den Leuten noch mehr Schulden ermöglichen. Wie? Die Notenbanken in fast allen Industriestaaten haben zwei Dinge getan: Erstens: Die Zinsen auf Null oder fast auf Null runtergesetzt. Zweitens: Die Gelddruckmaschinerie angeworfen. Mehr Geld, indem man mehr Papier bedruckt und zur wertvollen Banknote erklärt. Zum Beispiel die amerikanische Zentralbank Fed hat die Zentralbankgeldmenge seit 2007 grob verelffacht, die Europäische Zentralbank EZB hat sie etwa verneunfacht.


      Was für einen Salat haben wir also jetzt? Erstens: Schuldenberge, die sich nicht abtragen lassen. Zweitens: Einen riesen Haufen in die Welt geworfenes Geld, das nichts wert ist. Drittens: Stagnation - Kapital wurde in Produktionskapazitäten investiert, die nichts mehr einbringen, weil erstens die Leute zu verschuldet sind um noch nennenswerte Geschäfte machen zu können - durch Verschuldung entsteht keine Massenkaufkraft und verschuldetem Mittelstand leiht auch keiner auf eine Weise Kapital, bei der der verschuldete Mittelstand viel verdient und Schulden wieder los wird -, und zweitens ein Überangebot besteht, weil in der Annahme, damit mehr Profit machen zu können, auf der Welt immer mehr Produktionsstätten aufgebaut worden sind.


      Auf welche Ideen kommen die Wirtschaftsmachtblöcke dieser Welt anbetrachts dieser Situation?


      USA:


      Für die USA ist Mitteleuropa, insbesondere Deutschland, wirtschaftlich ein Konkurrent.


      Die Bundesrepublik war im Jahr 2021 nach den USA, China und Japan immer noch die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Technik, Produktion, Produktivität, Effizienz sind (nicht unbedingt absolut, aber) _im_ _internationalen_ _Vergleich_ ausgezeichnet. Aber wenn die Wirtschaftslage schlecht ist, mag man Konkurrenz umso weniger, denn Konkurrenten sind dann keine netten Kollegen mehr, die einem halt das Leben interessant machen und das Geschäft beleben, sondern es sind Rivalen/Gegner.
      Deutschland hat außerdem seit der Wiedervereinigung deutlich mehr Einwohner als Frankreich, Großbritannien oder Italien und damit ein größeres Potential, sich machtpolitisch geltend zu machen als diese Länder. Weder ein starkes Europa noch ein starkes Deutschland sind unter machtpolitischen Aspekten im Interesse der USA. Sie sind unangenehme Konkurrenten. Den USA könnte also durchaus daran gelegen sein, dass der Ukraine-Konflikt Wendungen nimmt, die zur Schwächung insbesondere Mitteleuropas und Deutschlands führen.
      Russische Truppenbewegungen hinein nach Mitteleuropa und militärische Konflikte in Mitteleuropa, die auch die Industriezentren in Deutschland, Frankreich, Holland und Belgien zerstören und somit europäische Industriekapazitäten massiv verringern und Konkurrenz ausschalten und weltweite Überkapazitäten auf nicht-amerikanischem Boden verringern, könnten von den US-Amerikanern durchaus wirtschaftlich als für sie selbst vorteilhaft empfunden werden.


      Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich derzeit recht gut dasteht, ist Deutschland im Vergleich zu früher doch ziemlich abgehalftert. Früher haben die USA Deutschland unterstützt, um sicherzustellen, dass der Keil zwischen Russland bzw der UDSSR und Westeuropa bestehen bleibt, denn eine Allianz des technischen, geistigen, ökonomischen Know-hows und der Effizienz Mitteleuropas mit der gewaltigen Landmasse Russlands und dessen vielen Menschen und dessen Know-How wäre machtpolitisch für die USA ein Alptraum gewesen. Seit bald 100 Jahren ein wichtiger Eckpfeiler US-amerikanischer Außenpolitik ist, einen Keil zwischen Russland und Deutschland zu erhalten.


      Durch den Ukraine-Konflikt bietet sich den USA einerseits eine neue hervorragende Chance, einen Zwist zwischen Russland und Deutschland zu verstärken und zeitlich dauerhaft zu festigen. Andererseits ist es anbetrachts der Tatsache, dass auch Mitteleuropa und Deutschland immer mehr abgehalftert ist, für die USA machtpolitisch kein so großer Beinbruch mehr wenn Russland Europa schluckt und/oder platt macht.


      China:


      Machtpolitisch und wirtschaftlich wäre ein großer Konflikt zwischen der NATO und Russland auf europäischem Territorium für China ein nettes Geschenk:
      Beide Blöcke wären wirtschaftlich geschwächt, ihre Produktionskapazitäten wären reduziert, aber trotzdem würde der Krieg die Nachfrage nach zivilem und für den Krieg benötigtem Material stark erhöhen und China könnte an der Belieferung unter gkeichzeitiger wirtschaftlicher Ausschaltung beider Blöcke profitieren.
      China hat sich bis jetzt eher auf die Seite Russlands gestellt. Warum: Russland rechnet so weniger mit einem Zweifrontenkrieg. Was Russlands Bedenken, den Krieg auf die NATO auszuweiten, deutlich verringern dürfte.


      Mitteleuropa:


      Durch den Ukraine-Konflikt kann man sehr gut von eigenen Problemen ablenken. Und Putin zum Sündenbock für die ökonomischen Schwierigkeiten und Finanzproblemen in der Weltwirtschaft (Inflation, Stagnation, Stagflation) machen. Obwohl in wirtschaftlicher Hinsicht die Dinge anfingen, ihren Lauf zu nehmen, längst bevor Russland die Krim annektiert hat, und zwar mit dem Gelddrucken der Notenbanken und den Schuldenexzessen der letzten Jahrzehnte und dem rapide wachsenden Vermögen einiger weniger Milliardäre zu Ungunsten der Einkommen des Rests der Bevölkerung.


      In Kriegszeiten gelten Notstandsgesetze. Die es erlauben, über den Willen der Bevölkerung hinweg in die Märkte und in die Preise einzugreifen. ZB Inflationen zu schüren bis die Inflation den Schuldenschnitt bringt weil das geschuldete Geld nichts mehr wert ist.


      In Kriegszeiten sind die Leute verängstigter und abgestumpfter, was die -äh- Toleranzschwelle für alle möglichen Staatseingriffe in die Wirtschaft/in wirtschaftspolitische Maßnahmen erhöht.


      Alle ausser denen, bei denen die Bomben fallen:


      Die Zerstörung größerer Teile der Produktionsanlagen in Mittel- und Osteuropa durch einen Krieg würden für Länder, in denen keine Kampfhandlungen stattfinden, die durch weltweitr Produktionsüberkapazitäten bedingten Probleme verringern. Diese Länder könnten später am Wiederaufbau profitieren.


      Jetzt schon:


      Durch den Krieg steigen die Energie- und Lebensmittelpreise sowie die Preise einiger Rohstoffe stark an und die Börsenkurse schwanken stark. Während einige daran verdienen, bricht das vielen das Genick.


      Meine Prognose:


      Selbst wenn Deutschland bzw Mitteleuropa nicht in einen heissen Krieg hinein gerät:


      Die Weltkapitalmärkte stehen vor großen Turbulenzen und ein Crash ist nicht ausgeschlossen.
      Was zumindest mit sozialem Chaos einhergehen wird.
      Es zieht ein übler Sturm auf.

      • mascha11 hat auf diesen Beitrag geantwortet.
        mascha11

        Noch eine einfache und kurze Antwort: weil wir bis heute nicht souverän sind und keine wirkliche Demokratie haben.... Aufstehen Leute, nicht im Schafstall bleiben.....

          zauderer22

          > Wenn man das aber realisiert, so fordere ich von der Politik, diese Erkenntnis auch der Bevölkerung direkt (und nicht schleichend, indirekt) zu vermitteln und so bald wie möglich alle ökonomischen Weichen für diesen von den meisten Medien längst als "alternativenlos" angesehenen Konflikt (oder laut Baerbock "Krieg gegen Russland" zu stellen. Sprich konkret: Endlich massiv aufrüsten, endlich wieder die Wehrpflicht einführen, endlich zu einer "Kriegswirtschaft" übergehen. OK: Das wünsche ich alles nicht. Aber ich versuche nur die politischen Verlautbarungen wörtlich zu nehmen und die entsprechenden Konsequenzen einzufordern.


          Investitionen in den Schutz der Zivilbevölkerung!


          Ich hätte längst auf Kommunalebene zu einer Art Ersatzdienst zwecks Erlernens und Einübens von Plänen und Maßnahmen zur selbstorganisierten Bewältigung humanitärer Katastrophen einberufen lassen.


          Da ist auf so vielen Ebenen so viel, was organisiert und geübt und jedem beigebracht sein muss.


          Von den Überlebenstechniken, die der Einzelne anwenden muss (zB in welchem Raum überlebt man in welchem Stockwerk ein Bombardement am ehesten, wie durchquert man brennende Räume, wie bewerkstelligt man Erstversotgung von Wunden, wie spart man Luft und macht sich bemerkbar wenn man verschüttet ist...) bis hin zur Eingliederung in alle möglichen schnell selbstorganisierend und ggfs übergreifend aufzustellenden Rettungs- und Versorgungsketten.


          Aber das hätte man von früher her beibehalten müssen anstatt es abzuschaffen.


          Jetzt stehen wir mit heruntergelassenen Hosen da.


          Da der Hosengürtel mit Bleigewichten beschwert ist und wir außerdem zu fett und zu behäbig geworden sind, um uns schnell nach der heruntegelassenen Hose bücken zu können, und wir zudem aus Profitgier andere dazu eingeladen haben, ihre Füße zwischen unseren Beinen auf unsere heruntergelassenen Hosen zu stellen, dürfte es schwierig werden, sie schnell wieder hochzuziehen. Ob wir neue Hosen kriegen?

          • ich2022 hat auf diesen Beitrag geantwortet.
            lidia_28825962

            Da der Hosengürtel mit Bleigewichten beschwert ist und wir außerdem zu fett und zu behäbig geworden sind, um uns schnell nach der heruntegelassenen Hose bücken zu können, und wir zudem aus Profitgier andere dazu eingeladen haben, ihre Füße zwischen unseren Beinen auf unsere heruntergelassenen Hosen zu stellen, dürfte es schwierig werden, sie schnell wieder hochzuziehen. Ob wir neue Hosen kriegen?


            👍 bewundere deine Erkenntnis

            Frage: Wer eigentlich manipuliert unsere Medien?


            Beispiel:


            Gestern fragte ich einen Bekannten, ob er etwas über Baerbocks "Krieg gegen Russland" in der Zeitung gelesen habe.


            Antwort: "Ja, die russische Propaganda behauptet, Baerbock habe von einem Krieg gegen Russland gesprochen. Das ist wieder so eine typische Lüge."


            Die Meldung in der Zeitung und in einigen anderen (die auch ich lese) berichten nicht einfach objektiv über das, was Baerbock gesagt hat, sondern prangern die russische Propaganda an.


            Ich habe zwar auch etwas gegen die russische Propaganda. Ich finde allerdings auch Medien unerträglich, die sich scheuen, unliebsame Wahrheiten (in diesem Fall Baerbocks Worte) objektiv wiederzugeben. Lediglich in der (an sich konservativen und absolut nicht russlandfreundlichen) Welt hat ein Journalist Baerbocks Worte wiedergegeben und ziemlich kritisiert.


            In solchen Schmonzetten wie dem Spiegel liest sich das alles so verklausuliert, dass der Durchschnittsleser nichts Genaues erfährt (außer dass Russland böse ist).


            Meine Fragen an schlaue Leute:


            - Wie kommt es, dass nicht mehr objektiv berichtet wird.


            Bekanntlich haben wir ja keine Zensurbehörde.


            - Wie kommt es, dass in Zeitungen und Medienanstalten alle kritischen Geister verbal niedergemacht werden, welche massive Waffenlieferungen nicht einfach als Gebot der Stunde begreifen wollen, wobei ich einräume: Sicher kann man darüber streiten. Aber von einem Marcus Lanz für Zweifel an der Mainstream-Position billig abgekanzelt zu werden, das ist schon sehr merkwürdig.


            Da wird alles getan, dass andere Perspektiven auf den Konflikt unterdrückt werden. Leute wie Schwarzer oder der Soziologe Welzer, der früh auf eine kaum mehr zu beherrschende Konfliktspirale hingewiesen hat, treten kaum noch irgendwo auf.


            Hingegen lese ich soeben ein Statement des ZDFs, dass sich unserer Außenminister ein Satz ein ganz klein wenig verunglückt sei und wir selbstverständlich nicht im Krieg befinden. Völkerrechtlich betrachtet (versteht sich).


            Mein Hinweis: Das ist die AUSSENMINISTERIN (unvorstellbar). Der verunglücken ein ganz klein wenig Sätze, in denen das Wort Krieg gegen Russland wie eine große Selbstverständlichkeit vorkommt (eine "Unmöglichkeit").


            Albernes ZDF. Ich nenne das Volksverdummung.

              zauderer22

              > Meine Fragen an schlaue Leute:
              >
              > - Wie kommt es, dass nicht mehr objektiv berichtet wird.



              Ich bin zwar nicht schlau, aber einen Teil der Antwort dürfte man finden in Dietrich Bonhoeffers "Von der Dummheit", postum erschienen in "Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft", herausgegeben von Eberhard Bethge, auch zu finden unter https://sumsinagro.de/nach_zehn_jahren .



              Zu erwähnen ist auch das Buch „Das erschöpfte Gehirn“ von Dr. Michael Nehls - das folgende ist von https://theplattform.net/de/kanal/punkt-preradovic/die-dauererschopfte-gesellschaft-punktpreradovic-mit-dr-michael-nehls :


              | Die Kapazität unseres mentalen Akkus schrumpft seit Jahren.
              | Sagt der Arzt und Molekulargenetiker Dr. Michael Nehls.
              | Und das hat zur Folge, daß wir immer weniger in der Lage
              | sind, kritisch zu hinterfragen, neugierig zu sein und kreativ.
              | Wir verharren statt dessen in energiesparenden Stereotypen.
              | In seinem Buch „Das erschöpfte Gehirn“ macht Nehls die
              | Ursachen für die „Verdummung“ aus, weiß aber auch, wie
              | wir unser Hirn-Akku wieder in Schwung kriegen.



              Und auch Daniel Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken :


              | Im ersten Teil des Buches beschreibt Kahneman die
              | zwei verschiedenen Weisen, in denen das Gehirn denkt:
              | System 1: Schnell, automatisch, immer aktiv, emotional,
              | stereotypisierend, unbewusst.
              | System 2: Langsam, anstrengend, selten aktiv,
              | logisch, berechnend, bewusst.


              Da geht es also um die "Betriebsmodi", in denen ein Menschenhirn ticken kann.



              Und auch die "digitale Verdummung" dürfte eine Rolle spielen - auf YouTube gibt es einen netten Vortrag von Professor Manfred Spitzer über die Digitale Demenz (und darüber, warum die heutigen Lehrmethoden und die heutige Politik zur Verblödung führen).

                lidia_28825962

                Das ist zwar alles ok und gehört zu den möglichen Erklärungen, warum sich Menschen "verdummen" und sicher auch manipulieren lassen. Es erklärt aber nicht, was politisch geschehen ist, dass eine ganze Generation junger Journalisten als quasi "gleichgeschaltet" erscheint. Dies betrifft nicht nur das "Kriegsthema". - Man könnte beinahe glauben, es gebe bestimmte parteipolitische Selektionskriterien, so dass am Ende überwiegend nur noch ein bestimmter linienförmiger Typus in den Medienanstalten und Redaktionen bestimmt, was dem Volk mitzuteilen sei.

                  zauderer22

                  Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer „Narrativ-Gleichschaltung“ zum Ukraine-Krieg arbeitet:
                  Teil 1: https://www.nachdenkseiten.de/?p=88618
                  Teil 2: https://www.nachdenkseiten.de/?p=88771
                  Teil 3: https://www.nachdenkseiten.de/?p=89213


                  Norbert Häring: Vom Ende der Meinungsfreiheit in Europa


                  Gustav le Bon: Psychologie der Massen
                  Edward Bernays: Propaganda, die Kunst der Public Relations
                  Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung
                  Rainer Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer

                  zauderer22

                  Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer "Narrativ-Gleichschaltung" zum Ukraine-Krieg arbeitet
                  Teil 1 https://www.nachdenkseiten.de/?p=88618
                  Teil 2 https://www.nachdenkseiten.de/?p=88771
                  Teil 3 https://www.nachdenkseiten.de/?p=89213


                  Norbert Häring: Vom Ende der Meinungsfreiheit in Europa


                  Gustav le Bon – Psychologie der Massen
                  Edward Bernays – Propaganda, die Kunst der Public Relations
                  Walter Lippmann – Die öffentliche Meinung
                  Rainer Mausfeld – Warum schweigen die Lämmer

                  lidia_28825962

                  Danke für diesen Link. Die guten alten "Nachdenkseiten". Warum habe ich die nur seit Jahren vergessen?

                  So viele Russland-Versteher und Ex-DDRler hier im Forum, das ist schon erschreckend! Und all die Verschwörungstheorien und die merkwürdige Sehnsucht nach Krieg und Untergang. Und dann noch die Behauptung, dass die Journalisten dazu gezwungen würden, die Regierungsmeinheit zu vertreten. Vielleicht einfach mal bei correctiv reinschauen und man lernt dazu. Hier im Forum werden Ministerinnen gerne mit "die Dame" bezeichnet. Da weiß man, woher das kommt. Und das bei gofeminin, wirklich schade.

                    newspirit

                    Gerne beziehe ich die netten Worte auf mich persönlich.


                    A.) Ich bin durch und durch westdeutsch sozialisiert und habe schon in jungen Jahren jede Form von Sozialismus/Kommunismus etc. für eine Katastrophe gehalten.


                    B.) Ich halte Putin für einen ungeheuerlichen Verbrecher. Es ist eine Frechheit, jemand wie mich mit Putinverstehern (die es zweifellos in der Linkspartei gibt) in einen Topf zu werfen.


                    C.) "Die Dame" könnte auch "der Herr" sein und wäre dann für mich genauso wenig respektabel. Man kann eine miserable Außenpolitik sowohl als Mann als auch als Frau machen. Ich halte die Außenpolitik dieser Person (hier als Neutrum und nicht als Beschimpfung gedacht) weniger für Außenpolitik als für Ideologie. Im übrigen ist angesichts der Gefahr für unser aller Existenz jede dämliche Genderei - egal ob männlich, weiblich oder sonstwie - albern, wobei einem dabei zugleich das Lachen über solche Torheiten im Hals steckenbleibt.


                    D.) Wer hier wohl eine merkwürdige Sehnsucht nach dem Weltuntergang hat, genau die Frage gilt es zu beantworten.
                    Das scheint nicht nur Putin zu sein, sondern auch alle Hurraschreier und strategischen Kurzdenker hier im Westen.


                    E.) Es existiert keine kohärente Strategie des Westens.


                    Es ist selbstverständlich so, dass weitere Eskalationsschritte folgen werden - unabänderlich. Soeben einen Osteuropa-Professor im ZDF gesehen, der erklärt, mehr Waffen sei der logische Weg zum Frieden, denn irgendwann müsse Russland einlenken.


                    Ich halte das für eine bloße Tagträumerei.


                    Das kann kein gutes Ende nehmen. Die Alternative darf aber - als völlig unpopulär - nicht mehr gedacht werden: Sie heißt Wehrhaftigkeit mit glaubwürdiger roter Linie diesmal für Putin einerseits, aber Aufgabe ukrainischer territorialer Vorstellungen andererseits. - Offen gestanden bin ich da sogar so radikal, dass ich eigene Atomwaffen fordere (wobei ich die Machbarkeit zugegebenermaßen in Zweifel ziehen muss). Wir sind ja sogar so verdummt in diesem Land, dass wir die große Lippe riskieren, Kampfpanzer hergeben, aber selbst bisher nur wenig unternehmen, um die Rüstungsindustrie und die Bundeswehr so zu ertüchtigen, dass wir diese große Lippe überhaupt riskieren können.


                    F.) Kritische Stimmen kommen in diesen Medien natürlich nicht vor, da sie (die kritischen Stimmen) als Putinversteher und Russenfreunde gelten.


                    Es gibt keine Zensuranstalt. Ich brauche keine Verschwörungstheorie. Viele Journalisten operieren da ganz einfach nach ihren Mainstream-Instinkten. Das ist schlichte Selbstzensur durch unreifes, durch korrumpiertes Denken.


                    Daher werden auch kaum mehr kritische Geister zu Debatten eingeladen. Z.B. wer diskutiert die vor ein paar Tagen von Fabio de Masi, einem ehemaligen Verfassungsrichter, veröffentlichte Kritik an "Deuschlands Hobbygenerälen" in der Berliner Zeitung? Wer erörtert öffentlich die zum Mainstream völlig konträre Position von Oberst a.D. Ralph D. Thiele vom Institut für Strategie-, Politik-, Sicherheits- und Wirtschaftsberatung (ISPSW), der außer Eskalation bis zum Äußersten hinter all diesen Waffenlieferungen keine Strategie mit einem möglichen Exit aus dem Krieg erkennen kann?


                    Auch wenn diese Positionen falsch sein mögen, sie sind es sicher nicht, weil diese Leute fälschlicherweise als Putinversteher angeprangert werden.
                    Solche Beschimpfungen sind einfach nur unverschämte Behauptungen von Leuten, deren Amygdala den Reigen von Tod und Verhängnis tanzt.

                    • newspirit hat auf diesen Beitrag geantwortet.
                      newspirit

                      "Sehnsucht nach Krieg" haben vor allem die, die Waffenlieferungen unterstützen mit ganzem Herzen.


                      Russland ist übrigens viel mehr als Putin.

                        mascha11

                        Ich kann auch eine kürzere Erklärung versuchen:


                        Der Krieg und das Säbelrasseln werden orchestriert von einer Subspecies des Menschen, die sich "Homo Oeconomicus Pecunialis Potentia Esurientes" nennt, die sich für (Finanz-)Macht aber nicht für echte Wertschöpfung geschweige denn das Überleben anderer Subspecies, zB des Homo Sapiens, interessiert, die nicht in der Lage ist, die Blasen der Finanzwirtschaft und die Realwirtschaft auseinander zu halten, die andere Menschen nur als Zweckmittel und zu eliminierende Konkurrenten sieht und nicht - wie es zB im Sinne von Leuten wie Hannah Arendt und Hans Peter Dürr wäre - als Lieferanten wertvoller anderer Perspektiven, mit denen man zusammenarbeiten kann, um - getreu dem Motto "mehr als nur die Summe seiner Teile" gemeinsam mehr und besser zu werden als es jeder für sich allein ist und/oder man werden kann wenn man sich gegenseitig nur destruktiv plattmacht.