Das ist unserer Wegwerfgesellschaft geschuldet
Heutzutage wird alles weggeworfen und ersetzt, anstatt noch irgendwas zu reparieren. Fernseher kaputt, egal, bei Media Markt gibt's ganz easy einen neuen, größeren, vermeintlich besseren. Kinderwagen defekt? Egal, dann kaufen wir eben einen neuen Buggy, der ist bestimmt auch einfacher als der alte. MDH abgelaufen? Wurscht ob's noch gut ist, kommt in Müll. Bei Aldi und Lidl gibt's ja neue Produkte. Beziehung schwierig? Egal, wir begeben uns ins Netz und suchen in Onlinebörsen ein Abenteuer oder probieren die Arbeitskollegin, die ist jünger, frischer und vermeintlich besser.


So läuft das heute. Konsum, Konsum, Konsum. Verzicht geht nicht, daran arbeiten und schauen, ob es noch zu reparieren geht, ist zu anstrengend, denn an jeder Ecke erhält man was neues, was sich auch noch kräftig bewirbt und schreit "nimm mich mit!" Da dürfen wir uns in unserer verschwenderischen Gesellschaft nicht wundern, wenn nicht nur Produkte, sondern auch Menschen entfernt und ersetzt werden.

    verena_12338979

    Hintern hoch und daran arbeiten
    Wenn ich mit meinem Leben unzufrieden bin, dann muss ich meinen Hintern hochkriegen und daran arbeiten. Zumal generelle Unzufriedenheit ja nicht nur was mit der Beziehung zu tun hat, sondern auch mit dem Umfeld, den Freunden, dem Job und ja, auch mit dem eigenen Ich. Wenn ich zufrieden mit mir selbst bin und in mir selbst Ruhe, dann kann mich mein Umfeld gar nicht so erschüttern. Und dann bin ich auch eher bereit an den Dingen, die mich stören, zu arbeiten.


    Oft sind unzufriedene Menschen mit sich selbst, im Inneren, unzufrieden. Sie fühlen sich zu alt, zu kränklich, zu arm und generell zu benachteiligt. Alles neue wirkt wie eine Pille, die kurzfristig dafür sorgt, dass es spannender und besser wird. Sei es der neue Job, die neue Kumpeline, der neue Fernseher oder aber die neue Beziehung. Oft stellt man dann aber etwas später fest, dass sich nicht viel geändert hat, weil die Unzufriedenheit halt vom eigenen Ich kommt und Konsum daran langfristig nichts ändert.


    Das bedeutet dann aber auch, dass man an sich selbst arbeiten muss, wofür sehr viele Menschen einfach zu faul und bequem sind. Da ist es doch viel einfacher weiter zu konsumieren und die eigene Unzufriedenheit mit etwas neuem und vermeintlich besseren zu übertünchen, gibt immerhin kurz einen Kick.

      Hmm ich denke
      dass da auch die Suche nach etwas anderem, nach etwas neuem eine große Rolle spielt und das muss nicht immer die Suche nach "fremder" Haut sein, sondern auch die Suche nach einem neuen Abschnitt sein. Gerade, wenn alles eigentlich alles perfekt läuft, man hat alles, Familie, Kinder, Job, ein schönes Zuhause, kann das irgendwann zu Eintönigkeit führen. Wenn alles zu Routine wird, wenn man ja eigentlich schon alles hat, aber noch mind. 50 Jahre vor sich hat- will ich weiterhin so leben? Was gibt es da draussen noch?
      Ich denke, dass auch Frauen in einem bestimmten Alter diese Gedanken bekommen- dieses sogenannte midlife crisis. Aber ich behaupte mal, dass es Frauen schwieriger fällt, ihre Familie bzw. ihre Kinder zu verlassen. Meistens verlassen sie ihre Männer mit ihren Kindern oder bleiben solange bis die Kinder groß sind.

      Ich denke nicht, dass das was mit dem alter zutun hat
      Das ist eher eine Sache des Charakters.
      Jeder Mensch ist anders und ich kenne überwiegend Männer, die eben sowas als Ausgleich brauchen. Ist ja nicht nur bei den Männern so. Ich (und ich bin eine Frau :mrgreen: ) brauche auch meine Auszeiten von Arbeit, Mann und Kind. So bin ich eben und diese freie Zeit fordere ich mir auch ein...bin ich jetzt auch ein Pascha? Ich bin ja nicht nur Angestellte, Ehefrau, Koch, Putze und Mutter. Ich bin eine Frau, die nicht nur eine wechselde Rolle spielt. Ich bin ein eigenständiger Mensch, der auch gern allein seinen Beschäftigungen nachgeht....Friseur, Sport, Kosmetik, mich mit Freunden treffen und wer passt dann auf das Kind auf? Mein Mann.
      Wenn mir dabei ständig Mann und Kind an den Hacken kleben würden, dann wäre das auch nicht meins.
      Ich nehme mir meine Auszeit und so darf das auch mein Mann. Würde er mir das nicht einräumen, dann dürfte mein Mann das auch nicht.


      Wenn ich in manchen Threads lese wieviel Zeit manche Paare miteinander verbringen und dass sie alles zusammen machen, dann würde ich durchdrehen. Ich brauche auch mal Zeit für mich und wenn ich das brauche und mein Mann auch, dann soll das jeder für sich machen. Das hat doch nichts mit dem Alter zutun und deswegen ist mein Mann noch lange kein Pascha. Und selbst wenn er diese Züge annimmt, dann treibe ich ihm das ganz schnell wieder aus. Wie ich in einem anderen Thread schon geschrieben habe "Man kann sich auch einen faulen Mann ranziehen." und so ist es nicht nur beim Haushalt sondern auch bei der Freizeit. Wenn ich ne Auszeit brauche, dann sage ich das, aber ich warte doch nicht darauf, dass der Mann mal sagt "Geh!". Da ist man doch selbst schuld, wenn man da den Mund nicht aufbekommt.
      Ein Pascha wäre er, wenn er es mir verbieten und er selbst losziehen würde. Oder wenn er sich vom Haushalt fern hält, obwohl ich möchte, dass er sich beteiligt.


      Es gibt eben unterschiedliche Menschen. Die, die ihre Zeit nur daheim oder zusammen verbringen möchten, die sollen das machen. Aber es gibt eben auch Menschen wie mich und meinen Mann, die auch einfach mal die Familie und die Arbeit ausblenden möchten und das allein.


      Ich gehe mal davon aus, dass eine Beziehung scheitert, wenn man dem Partner das verbieten würde. Dann muss man sich eine Person suchen, die auch lieber "daheim hockt". Solange alles ausgeglichen ist...jeder seinen Freiraum hat bzw. den Freiraum des anderen akzeptiert, dann hat das für mich nichts mit einem Paschaverhalten zutun...solange es auf gegenseitigem Einverständis beruht.


      Und deswegen habe ich auch nicht gleich ein ungesundes Verhältnis zu Männern. Ich akzeptiere einfach jeden wie er ist und wenn mein Partner ein begeisterter Fussballspieler ist, ihm die Bewegung bekommt und deswegen mehrmals in der Woche auf dem Platz ist, werde ich ihn bestimmt nicht zu einem Stubenhocker verbiegen. Lieber einen glücklichen Mann, als die ganze Zeit mit einem Mann verbringen, der frustriert ist. Ich will doch auch, dass man mich so akzeptiert wie ich bin.

      Hm
      Wahrscheinlich ist da mehr dahinter. Ich bin angeblich diejenige die immer nur nörgelt und Ansprüche stellt und der man nichts recht machen kann. Aus meiner Warte werde ich aber immer nur allein gelassen und ernte kein Verständnis oder Rückhalt. Da konnte ich mich drehen und verbiegen und tun und machen was ich wollte. Therapie, Paartherapie, mich um Kopf und Kragen quasseln... jedesmal endete das mit neuen Ansprüchen an mich die ich erfüllen sollte bevor er mal daran dachte einen ha. Irgendwann

        duane_12310409

        Dicke Finger...
        halbherzigen Versuch zu starten etwas einzubringen. Irgendwann War ich innerlich nur noch kaputt und wollte weg. Hab mich aber noch ewig bequatschen lassen und irgendwann gemerkt, dass das nichts bringt.

        an0N_1276586899z

        Im Großen und Ganze
        stimme ich Dir da zu.
        Aber an bestimmten Dingen kann man einfach nicht arbeiten.


        Carpe schreibt oben, die Männer wären unzufrieden, aber an Liebe mangelte es nicht.
        Nun, ich kann mir nicht ganz vorstellen, dass die Männer gesagt haben "oh, meine Frau, ich liebe Dich wahnsinnig und unendlich, aber ich trenne mich eben trotzdem".
        Sondern ich könnte mir vorstellen, dass da tatsächlich in Sachen Beziehung Defizite vorhanden waren. Auch in Beziehungen, selbst - oder gerade - wenn Kinder vorhanden sind, können sich Gefühle, kann sich die Paarebene, verändern. Menschen verändern sich nun mal, entwickeln sich mitunter in verschiedene Richtungen weiter.
        Und wenn man seinen Partner nicht mehr liebt - naja, viele sind dann wegen der Vergangenheit, der Sicherheit, der Absicherung, der Kinder, etc. weiter zusammen, aber manche ziehen dann halt lieber einen Schlussstrich.

        :evil:
        ich finde das auch soooo schlimm. Als Frau verschenkt man die besten Jahre an jemanden, der dann fortrennt... midlifecrisis hin oder her, ich kanns nicht verstehen....

        Haben...
        wir den selben Freundeskreis? mit genau den von dir beschriebenen Argumenten kam mein Mann gestern Abend nach hause. Tja..und nun sitze ich hier und verstehe die Welt nicht mehr.. :shock:

          Aber bei ihm..
          steckt eine andere Frau dahinter, das konnte ich aus ihm raus kriegen

          an0N_1276586899z

          @fussel
          Mit deimem Text hast du den Nagel auf den Kopf getroffen... Abgestumpft ist unsere Gesellschaft auch irgendwie.

          Was kann ich dafür
          dass Du den Unterschied zwischen immer und oft bzw. alle und viele nicht kennst?
          Oder Dir einbildest, dass bestimmte Äußerungen definitiv und auf jeden Fall etwas anderes bedeuten, als vom Äußerer gemeint.

          Hm..
          und was wenn nicht? wie erklärst du das dann? man kann nicht immer alles pauschal sehen finde ich. das einzige was auf mich zutrifft ist die Tatsache dass ich Mutter bin. ich arbeite, ich bin sportlich sehr aktiv, ich habe mich niemals gehen lassen, bezeichne mich selbst als ziemlich attraktiv..habe meinem man immer den Rücken freigehalten, bin/war für ihn da.. die frage nach dem Warum beschäftigt mich ziemlich..ich grüble und überlege und komme zu keinem Ergebnis. man kann wohl tun und machen etc.. wenn da irgendeine Frau daher kommt ist man anscheinend abgeschrieben.. und nein..ich bin weder ne meckertante noch zickig.. bei mir ist immer alles easy.. er hatte immer seine Freiheiten und konnte tun was er wollte.. und nun? nicht böse gemeint..aber deine Erklärung hinkt.. was ich damit jetzt eigentlich sagen wollte weiß ich gar nicht! vielleicht eine Rechtfertigung vor mir selber? ach ich weiß auch nicht :???:

          Meiner Meinung nach
          ist das der Mitlifecrises zu schulden.



          Fröschlein, auch mein Mitleid hast du, das hast du nicht verdient :-(


          Eddie, ich bin da ganz deiner Meinung! Die Männer können noch nis kurz vorm Anleben Kinder zeugen und eine Familie gründen. Frauen "verschwenden" ihre besten Jahre und stehen dann plötzlich allein da...


          Dieses "sitzen lassen" für ein jüngeres, knackigeres Modell finde ich so schäbig...egal von welcher Seite :-(

            alessa_983416

            Ich würde das verschwenden
            nciht mal in Anführungszeichen setzen... ich meine, man uínvestiert über jahre in eine Beziehung, verzeiht, macht, umsorgt.... damit man halt zusammen alt werden kann und sich aufeinander verlassen kann...


            Und seien wir mal ehrlich, für Frauen ab 45 wird es schwerer, jemanden kennenzulernen. Man ist ja doch schon sehr gefestigt in seinen Marotten, dazu kommt auch die magere Männerauswahl, viele sind mit "Altlasten" belastet, Unterhalt und co.... ich persönlich kenne keinen Mann in dem Alter, der attraktiv, intelligent UND frei ist.


            Ich habe das übrigens genauso meinem Mann vor der Hochzeit gesagt, denn ich kenne leider ein paar Männer, die das so gemacht haben... meine Schwägerin ist mit einem 23 Jahre älteren Mann zusammen, der seine Frau nach 24 Jahren Ehe und 3 Kindern verlassen hat... Die Ex iwar immer Hausfrau. Ich meine, sie steht doch vor einem riesigen Trümmerhaufen... keine Rente später, kein Trennungsunterhalt (Kinder zu groß) und und und.


            Mein Onkel hat meine angeheiratete Tante samt Kind 2010 verlassen, nach 15 Jahren Ehe, als er seine Affäre geschwängert hat :roll:


            Irgendwie bin ich diesbezüglich desillusioniert.... und sage niemals nie. Man kann echt nur hoffen :-/

              Das liegt auch
              mit daran, dass Beziehung und Ehe heute nicht mehr zweckmäßig, sondern optional sind. Natürlich waren unsere Großeltern länger zusammen und haben nicht gleich ihre Beziehung beendet, aber auch, weil eine Trennung nicht sehr einfach war. Heute hat man es dort einfacher und mit Egoismus unserer Gesellschaft zusammen ergibt das eben auch solche Aktionen.

              meral_11979817

              Übrigens
              denke ich, dass Frauen immer mehr in eine Beziehung investieren... daher auch meine Denkweise und Überlegungen und mein Unverständnis.


              Dazu habe ich mal einen guten Artikel gelesen... leider nicht abgespeichert. Ohne die Frau wäre eine Beziehung mehr Freundschaft als Familie.