darcy_22087382

Da gebe ich Dir Recht.


Mann/Frau will sich manches eventuell auch nicht eingestehen, redet es sich schön, halt dieses Bla Bla.


Ich finde es nur wichtig, sich selbst zu hinterfragen; Kann ich damit umgehen/leben oder nicht.
Und dann dementsprechend auch zu handeln. Auch wenn emotional viel dran hängt.


Oft lagern sich die Prioritäten in einer Beziehung mit der Zeit um und da müsste dann kommunikativ gehandelt werden. Wenn denn Bedarf besteht umzustrukturieren, von beiden Seiten aus....
Aber meist wird ja nun mal von dem "Bedürtigen" zu spät gehandelt und von der Gegenpartei keine Einsicht oder kein Bedürfnis dahingehend gezeigt.
Und die Kommunikation, seien wir mal alle ganz ehrlich ist eh grottig! 🙃

    suzu_20114093

    Für Andere wahrscheinlich nicht nachvollziehbar.
    Aber bei uns haben sich die Prioritäten inzwischen verlagert.


    Sex ist wichtig. Aber nicht so das es mir in den Sinn käme jetzt meine Beziehung in Frage zu stellen.
    Gespräche sind oft schwer da man sich im Kreis dreht oder es gar in Streit endet.
    Ich habe gelernt mit sexlosen Zeiten zurecht zu kommen. Meinen doch etwas komplizierten Partner habe ich ja freiwillig gewählt.

      darcy_22087382

      Doch. Das meinte ich ja, alles kann sich verlagern. In Richtungen mit den Jahren, unvorhersehbar.


      Aber der Umgang damit....


      Deshalb für mich persönlich, auch wenn es noch so schwer fällt, reden.
      Es will nicht verletzt werden. Grade wenn eine tiefe Bindung dahinter steckt,aber manches mal kommt man da nicht drum herum. Um sein Selbstwohl.


      Solange Du damit zurecht kommst....🙃

      darcy_22087382

      Warum ist es nicht möglich, Klartext zu reden? Wenn ich mit meinem Partner nicht reden kann, was ist das dann bitte für eine Beziehung? Worauf baut die dann auf? Auf Geld oder Abhängigkeit? Also das wäre nichts für mich.


      Musst du aber selbst wissen. Wenn du dich nicht deshalb trennen möchtest, ist das legitim. Dann brauchst du dich aber auch nicht zu beklagen, du suchst dir das ja selbst so aus.

      rabenschwarz

      Das kommt sogar sehr oft vor, auch hier in den Foren lese ich das häufig: es wird gejammert und sich beklagt, aber ändern will man nichts. Am liebsten wäre ein Zauberspruch, damit alles so läuft wie gewünscht.


      Blöd nur, dass es so nicht funktioniert. Mit beklagen allein erreicht man nunmal nichts und ändern kann man immer nur sich selbst. Man kann mit dem Partner reden, ihm sagen, was einen stört und was man sich wünscht. Wenn der Partner aber keine Lust hat, was zu ändern, kann man nichts machen.


      Das kann man dann nur so akzeptieren und entweder damit leben oder sich trennen. Meiner Meinung nach sind Menschen, die auf Kritik so reagieren, wie du es beschreibst, nicht beziehungsfähig. Das ist auch in Ordnung, es gibt manchmal Phasen im Leben, bei denen einfach keine Beziehung ins Leben passt, weil man eigene Baustellen hat, um die man sich kümmern muss. Dann sollte man aber auch so fair sein und keine Beziehung eingehen.

      darcy_22087382

      Das ist natürlich auch eine Methode, damit umzugehen. Wenn du damit leben kannst, warum nicht?

      rabenschwarz

      Hallo,


      wenn du als Kritiker fungierst, wirst du mit Gegenwind rechnen müssen oder mundtot gemacht. Was nicht daran liegt, dass alle Menschen es möglichst bequem mögen, aber wohl kaum einer mag Kritik an der eigenen Person. Deine Wortwahl trifft ziemlich genau den Punkt, unbedachte "Kritik" äußern verlagert nur das eigentliche Bedürfnis, welches man selbst empfindet, auf eine andere Person, die dieses ausgleichen soll. Da muss man sich vielleicht nicht wundern, wenn der kritisierte Partner überemotional reagiert.


      Wäre es da nicht viel zielführender über die eigenen Bedürfnisse zu sprechen? Dafür braucht es nicht einmal Kritik. Erfüllung von Wünschen oder Bedürfnissen sind keine Pflicht. Ich glaube nicht, dass es Menschen egal ist, wenn sich ein anderer unglücklich fühlt, ich glaube, sie sprechen zu selten darüber.


      LG Sis

        Geht mir leider auch so, mein Mann will nun schon eine ganze Zeit nichts von mir, egal wie viel Mühe ich mir gebe, er lässt mich immer abblitzen...

          10 Tage später
          sisteronthefly

          Kann man wirklich jede Kritik als eigenes Bedürfnis formulieren? Ich denke mir das gerade durch und tu mir damit ein wenig schwer.


          Bei vielen Dingen geht das schon, zum Beispiel, wenn es um sexuelle Bedürfnisse geht, mehr Unterstützung im Alltag, mehr Zuwendung zum Beispiel.


          Was aber, wenn es ganz normale Dinge sind, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wie zum Beispiel, dass der Partner sich wäscht, sich die Zähne putzt, seine Wohnung sauber hält, sich einen Job sucht bei Arbeitslosigkeit, bei Alkoholismus/Suchterkrankungen und ähnliches? Sowas liest man ja auch oft im Beziehungsforum und da sind das nicht nur die Bedürfnisse des Partners, die missachtet werden, sondern grundsätzliche Dinge.


          Wie würdest du es beispielsweise formulieren, wenn der Partner ungepflegt ist und stinkt? Das hat ja nicht nur Auswirkungen auf die Beziehung, sondern auf sein gesamtes Leben (so jemand bekommt ja auch keinen Job bzw. wird ihn nicht lange behalten, um mal ein Beispiel zu nennen, ganz zu schweigen von der gesellschaftlichen Ächtung).

            eisbrecher

            Hallo,


            ja, ich würde sagen, dies ist möglich. Hinter deiner Frage ist deine spezielle Einstellung zu erkennen, also das, was du empfindest und in deinem Leben für angemessen, selbstverständlich bzw. unangemessen, unmöglich auffasst. Die Bedürfnisse wären in deinem Fall jene, nach Ästhetik, gesellschaftlicher Anerkennung und einem beruflichen Standing. Es ist doch möglich das zu formulieren.


            Eine etwas andere Perspektive bekommt deine Frage bzgl. Suchterkrankungen oder anderen schweren Erkrankungen. Wahrnehmung von Empfindungen und Bedürfnissen sind eingeschränkt, bei sich selbst oder bei anderen, auch können sie wohl oftmals nicht thematisiert werden. Wenn dies gelänge würden nicht zu Suchtmitteln gegriffen werden. Daraus resultiert wohl häufig eine Missachtung von Grenzen anderer. Manch einer muss vielleicht auch erst lernen Dinge einzufordern und nicht als gegeben hinzunehmen. Zu eigenen Bedürfnissen stehen gehört m. E. auch dazu.


            LG Sis

              feyza_12826595

              Einfach einen anderen mal suchen.... Für einmal... Dann vergisst man vieles und ist vielleicht mal wieder eine Zeit lang befriedigt

              sisteronthefly

              Danke, das ist sehr interessant!


              Es ist schon richtig, dass der erste Teil meine Bedürfnisse und Erwartungen widerspiegelt. Aber eben nicht nur meine, das sind Dinge die allgemein von so ziemlich der Mehrheit der Menschen in unserem Kulturkreis erwartet werden. Somit hat jemand, der diese Dinge nicht erfüllt, nicht nur mit mir, sondern mit gefühlt 99 % aller Europäer und Nordamerikaner ein Problem, wahrscheinlich auch noch mit vielen Menschen aus anderen Kontinenten. Daher eben die Frage: wann geht eine Erwartung über das Bedürfnis einer Einzelperson (nämlich des Beziehungspartners) hinaus? Meiner Ansicht nach ab dem Zeitpunkt, ab dem es einen mehr oder weniger stillschweigenden gesellschaftlichen Konsens gibt, was erwartet wird.


              Natürlich steht es in Deutschland und vielen anderen Ländern jedem frei, sich gesellschaftlichen Erwartungen nicht zu beugen, nur wird man es in allen Bereichen des Lebens schwer haben, wenn man das nicht tut.


              Denkst du wirklich, dass Suchterkrankungen immer eine tiefere Ursache haben? Ich denke das nicht, meine Erfahrungen zeigen, dass aus Spaß und Genuss ohne tiefere Hintergründe sehr wohl auch eine Suchterkrankung entstehen kann. Was harmlos mit einem Feierabendbier beginnt, kann in Alkoholismus enden, wenn man es übertreibt. Das Übertreiben muss aber nicht unbedingt darin begründet liegen, dass man seine Wahrnehmungen und Empfindungen nicht thematisieren kann. Nicht jeder greift zu Suchtmitteln, weil er sich nicht artikulieren kann oder weil er mit seinem Leben unglücklich ist. Rausch macht einfach auch Spaß, das ist nicht zu leugnen. Leider hat dieser Spaß aber auch seinen Preis.

                eisbrecher

                Hallo,


                deine Antwort finde ich auch ziemlich interessant. Deine Frage bezog sich auf Bedürfnisse und nicht Erwartungen. Das ist ein großer Unterschied. Bedürfnisse sind deine Wünsche aber Erwartungen sind deine Annahmen. Jeder darf Bedürfnisse äußern und Erwartungen jedweder Art nicht erfüllen. Der Beziehungspartner wird Schlüsse daraus ziehen und gegebenenfalls auch die Gesellschaft.


                Rausch macht keinen Spaß, Rausch betäubt und hindert einen dort hinzuschauen, wo man hinschauen müsse. Aber dies ist meine persönliche Meinung, ebenso, dass jede Sucht einen Hintergrund hat.


                LG Sis

                  sisteronthefly

                  Aus meiner Sicht ergeben sich aber aus Bedürfnissen Erwartungen. Und es gibt persönliche Bedürfnisse und Erwartungen und auch gesellschaftliche Bedürfnisse und Erwartungen, die nicht immer deckungsgleich sind.


                  Die Gesellschaft ächtet Menschen, die ihre Erwartungen nicht erfüllen, das ist überall gleich. Nur die Erwartungen sind unterschiedlich. Was es aber auch zu bedenken gilt: die Gesellschaft sind wir, also die Summe aller Menschen. Man kann also daraus schließen, dass die gesellschaftlichen Erwartungen sich aus den Bedürfnissen der Mehrheit der Menschen einer Gesellschaft begründen.


                  Rausch ist auch ein Bedürfnis, es gibt keine Gesellschaft, in der sich Menschen nicht an irgendetwas berauschen würden. Ich sehe das nicht so negativ, wenn man gelegentlich mal nicht überall hinschaut, wo es wichtig wäre. Zum Problem wird es aber, wenn man das ständig so macht.

                    eisbrecher

                    Hallo,


                    du hattest die "anderen" Dinge angesprochen, wie Arbeitslosigkeit oder Alkoholsucht. Ich glaube, dass die daraus entstehende mangelnde Perspektive ein Grund sein kann eigene Bedürfnisse nicht zu erkennen. Die Gesellschaftliche Nichtanerkennung resultiert hier aber aus den schwierigen persönlichen Verhältnissen einer Person heraus, oder ihrer Erkrankung. D.h. so eine Person erfüllt auch nicht immer die Erwartungen der Gesellschaft. Aber ist sie deswegen weniger wert....? Oder ist die Gesellschaft vernagelt, indem sie extrem hohe Erwartungen an Individuen stellt, die nicht der "Norm" entsprechen und die zu erfüllen, manch einen an den Rand des Abgrundes bringt. Ich denke, dass es ganz unterschiedliche gesellschaftliche Erwartungen gibt. Einige sind unerlässlich um ein soziales Miteinander zu gewährleisten. Andere hingegen sind so überzogen oder deklarieren Rollen auf eine Weise, die Individualität völlig unmöglich werden lässt.


                    Jeder hat ja das Recht auf seine Bedürfnisse und seine Erwartungen. Meine persönliche Meinung ist, dass, wenn meine Erwartungen bzw. meine Vorstellungen zu hoch sind, d.h. ich von Menschen erwarte, sie müssen sich so oder so verhalten...ohne dies zu hinterfragen, unerfüllte Erwartungen werden. Die Chance mein Bedürfnis so nicht erfüllt zu bekommen ist hoch. Wenn ich weiß, was mein Bedürfnis ist, kann ich das mit meiner Erwartung abgleichen und dann entscheiden.


                    LG Sis

                    Leider kann ich momentan hier nicht zitieren, daher antworte ich dir so: Du hast absolut recht damit, dass die Erwartungen der Gesellschaft sehr hoch und teilweise überzogen sind und damit auch Menschen, die diese Erwartungen nicht erfüllen, aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Die meisten Gesellschaften sind Leistungsgesellschaften und wer nichts leistet (und dafür keinen guten Grund hat, wie Krankheit oder Alter), der ist nichts wert. Suchtkrankheiten oder psychische Krankheiten werden nicht als "echte" Krankheiten wahrgenommen, da kommt dann öfter die Aussage, dass man sich doch einfach nicht so gehen lassen, sich zusammenreißen solle. Einerseits verstehe ich das, zumindest bei einer Suchterkrankung, denn die ist selbst verschuldet. Es gibt relativ wenig Toleranz für Menschen, die sich selbst in eine schlimme Situation bringen und dann nicht mehr herausfinden, speziell auch deshalb, weil es ja Hilfestellung gäbe, diese aber nicht angenommen wird. Das mit der mangelnden Perspektive ist halt eine Sache, wo sich die Katze in den Schwanz beißt: wer suchtkrank ist oder gesellschaftliche Erwartungen nicht erfüllt, hat keine Perspektive und die mangelnde Perspektive wiederum treibt die Menschen in die Sucht oder hält sie dort bzw. lässt sie ihre Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen. Irgendwo muss man den Kreislauf durchbrechen und das geht meiner Meinung nach nur, indem man Hilfe annimmt, also die Person bei sich selbst beginnt. Das muss sie ja nicht alleine tun (das würden sie auch nicht schaffen ab einem gewissen Zeitpunkt). Ich habe da aber oft den Eindruck, dass manche Menschen sich da quer stellen und gar keine Hilfe wollen. So finden sie aber aus diesem Kreislauf nicht wieder heraus. Natürlich können sie ihr Leben dann auch so weiterleben, aber müssen dann in Kauf nehmen, dass die Gesellschaft sie mehr oder weniger ausschließt.