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brumby

  • 30. Okt 2024
  • Beitritt 26. Dez 2023
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  • Hey...
    wie geht es dir denn mittlerweile?
    Ich habe einiges hinter mir, und kenne auch Phasen, in denen ich mich leer oder ausgelaugt, oder distanziert von der Welt und meinem Umfeld gefühlt hatte. Ob das jetzt vergleichbar mit deiner Situation ist, kann ich nicht sagen, meine Mutter beispielsweise ist schon seit dreißig Jahren tot, und wie das war, weiß ich nicht mehr genau, wobei ich weiß was alles passiert war, zu der Zeit. Frau und Kind habe ich jetzt auch nicht, ... aber möglicherweise ist das bei dir einfach Frustration wegen dem Job und natürlich Trauer wegen deiner Mutter. Schau bitte, dass du die Dinge verarbeitest und nicht verdrängst. Schau bitte, dass du Struktur und Routine im Alltag hast, kleine Rituale, mit deiner Familie regelmäßig frühstücken, regelmäßig Bewegung, kleine Dinge,... und wenn du wieder bereit bist, auf zu neuen Aufgaben, wie Arbeit. Manche definieren sich über ihre Arbeit, das kann dann natürlich sehr schwierig sein. Wichtig ist jetzt eine gewisse Initiative, die dein Leben am Laufen hält.... verstehst du?

    Viel Glück.

  • Coeur Na, ich hatte das einfach so verstanden gehabt, wie, wenn man sich am Wasserkocher aus Unachtsamkeit verbrüht, oder man vergisst, dass die Herdplatte noch heiß ist... oder beim Gemüse schneiden in die Finger schneidet, ... solche Sachen eben.

    Vielleicht kannst du das auch nicht nachvollziehen, weiß ich jetzt nicht, aber es gibt äußerst sensible Menschen, die einfach übermäßig beansprucht sein können, eben emotional, ohne, dass man diesen gleich unterstellen kann, dass diese einer Situation nicht emotional gewachsen sind.

    Und außerdem hatte ich das Gefühl, dass du meine Worte auf die Goldwaage gelegt hattest. Das braucht man bei mir, insbesondere zurzeit, einfach nicht machen...

    • Coeur hat auf diesen Beitrag geantwortet.
    • DieAnonyme
      Hallo du,

      dass du gemobbt wurdest, tut mir leid zu erfahren. Ich habe vergleichbare Erfahrungen hinter mir, sodass mir manche Erlebnisse, die du da geschildert hattest, vertraut vorkommen...

      Wie dem auch sei, vielleicht ist genau da, bei deiner Mobbing Erfahrung, meine ich, die Lösung zu suchen. Vielleicht transportierst du dieses "sich schäbig fühlen", "sich unsicher fühlen" und "needy sein" auch einfach durch dein Leben, und wirkst quasi in diesem Setting auch einfach unattraktiv auf andere, (nichts ist hier quasi in Stein gehauen, was ich schreibe), aber es klingt verdächtig auch ein bisschen nach unbewusster, selbst erfüllender Prophezeiung.

      Nun ist ferner die Frage, wen genau du überhaupt brauchst, und, tief in deinem Herzen, auch willst, oder ob du so ausgehungert bist, dass dir quasi jede und jeder recht ist? Vielleicht ist es einfach auch so, dass dir eine Aufarbeitung und eine Ausheilung des ganzen Erlebten gut täte. Ich unterstelle einfach mal, dass diese noch nicht erfolgt ist, auch wegen deines jungen Alters.

      Einen Tipp habe ich allerdings: Geh ruhig gelegentlich mal Verbindungen zu älteren Menschen ein. Das mache ich Zeit meines Lebens bereits. Das hilft schon bisschen "In Übung" zu bleiben, und etwas menschliche Wärme abzubekommen. Vielleicht findest du da auch ein bisschen mehr Verständnis. Du dürftest, so wie ich das jetzt oberflächlich einschätze, nicht die typische Reife einer "gewöhnlichen" Fünfundzwanzigjährigen mitbringen... insofern wirst du sowieso "etwas" beizutragen haben. Du machst auch einen interessanten Eindruck. ... und es muss ja kein Altersunterschied von gleich vierzig oder fünfzig Jahren sein, vielleicht so zehn oder fünfzehn Jahre älter.

      Viele Grüße

    • Hm. Also, manische Phase klingt nicht plausibel, dann hättest du wahrscheinlich keine Lust zu schlafen beziehungsweise das würde nur vier bis sechs Stunden dauern. Also, das geht zumindest mir so, in diesen Zeiten, wenn ich eine leichte Manie habe.

      Schwer zu sagen, was mit dir los ist.... doch vielleicht ist das auch gar nicht notwendig zu ermitteln. Versuch die aktuelle, wie ich verstanden habe, positive Stimmung doch einfach anzunehmen und zu genießen, und nicht alles übermäßig zu analysieren und so weiter.

    • Hallo du,
      hm, das klingt ein bisschen merkwürdig, um ehrlich zu sein, aber auch sehr interessant. Und irgendwie finde ich mich aber auch ein bisschen wieder, denn, wenn ich eine Angstattacke habe, werde ich meist äußerst humorvoll und manchmal ein bisschen zu viel davon.
      Allerdings kann man es auch so sehen, dass du wahrscheinlich die letzten Jahre insgeheim, vielleicht ohne das du dir dessen bewusst gewesen bist, mit dem (kurz) bevorstehenden Ableben deiner Katze gerechnet hattest, ... und nun endlich dieses "Dilemma" ein Ende gefunden hat; wenngleich natürlich ein trauriges.
      Meine Katze wurde mit 1,5 Jahren überfahren, und ich bin beim Trampen damals sogar noch über ihren toten Körper mitgefahren, wodurch ich von ihrem Tod überhaupt erst erfahren hatte. Das war was.
      Wie dem auch sei, mein Herz geht aber immer noch auf, wenn ich Bilder von ihr sehe.. und das ist nun wirklich Ewigkeiten her.
      Nun, ich will sagen, im Tiere (und Menschen) betrauern lernt man neue Seiten an sich kennen, und das hast du offensichtlich gemacht, und zudem offenbar sehr gut. Silberstreifen am Horizont, könnte man sagen.
      Viele Grüße
      Thomas

    • Coeur Hallo Coeur, so wie ich das von Anonymi verstanden hatte, macht sie das aus Versehen und ist keine "Ritzerin".

      @Anonymi Hallo Anonymi, das kenne ich auch. Es ist bei mir dann mit einer gewissen, zusätzlichen Reizbarkeit verbunden. Aber wahrscheinlich muss man damit leben. Wahrscheinlich bist du ebenfalls sehr sensibel und bist von den vorhergehenden Ereignissen einfach auch überansprucht.

      Du kannst ja mal eine Verhaltenstherapeutin/einen Verhaltenstherapeuten aufsuchen, oder vielleicht einfach am Telefon fragen, ob sie oder er da weiter helfen kann.

      • Hallo du,

        das klingt ungünstig. Leider fange ich jetzt mal so an. Na gut. Mal sehen. Das mit der Angst ist lösbar. Es gibt eine Technik, von der ich vor ein paar Jahren erfahren hatte, und sie funktioniert ganz gut. Ich hatte sie in einem Videokurs kennengelernt, der speziell auf Angststörungen ausgerichtet ist, hatte neulich aber auch mal das Buch dazu vom selben Autor, und hatte die Technik, also die Beschreibung dieser, kopiert und digitalisiert. Schick ich dir gleich mal...

        dann zu deinen Gedanken. Eigentlich passt da dasselbe Buch beziehungsweise der Videokurs auch. Die Methode, um Angststörungen los zu werden, basiert auf der Hirnforschung. Dort wurde vor einigen Jahren immer weiter erkannt, wie wir und unser Gehirn funktionieren. Kurz zusammengefasst: Wenn du jedes Mal etwas Bestimmtes denkst, wenn du aus dem Haus gehst,, dann trainierst du dein Gehirn quasi dahin, dass es (in ähnlichen Situationen) von ganz allein tut. Der Autor beschreibt das als Gedanken-Autobahn, und unser Gehirn denkt das quasi am Liebsten, was es am Besten kennt.

        Der Gegensatz dazu ist dann sozusagen ein Gedanken-Feldweg. Also, Gedanken die nicht oft gedacht werden, werden eher vom Gehirn ignoriert.

        Der Trick ist nun, aus - in deinem Fall - negative Gedanken, die du und dein Gehirn viel denken, mit positvien Gedanken, die du und dein Gehirn eben offenbar wenig denken, auszutauschen.

        Wie das geht? Ganz einfach: Positive Gedanken denken, und das Gehirn um trainieren.

        Es gilt allerdings ein paar Dinge zu beachten. Das ist wichtig. Des wegen erkläre ich die Methode nur soweit, wie gerade geschehen. Und das Buch habe ich im Moment nicht. Ich schicke dir auch dazu einen Link, mit Titel und so weiter. (Ich darf das hier nicht posten.)

        Nun, das ist der Anfang. Damit wärst du dann - sollte das alles plausibel für dich klingen - erstmal beschäftigt.

        Zu deinem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl... da kann ich dir bestenfalls ein, zwei weitere Tipps geben. Yoga hilft da, oder etwas mit noch mehr Wirkung, dann Tai Chi Chuan, das kannst du auch zur Selbstverteidigung einsetzen. Beides würde dich in die gewünschte Richtung pushen.

        Viele Grüße
        Thomas

      • Hallole irrlicht,

        ach, das ist so eine Sache mit der Therapie. Hatte jahrzehntelang quasi den Boden aufgewischt, und Dinge durchgekaut, die man mir angetan hat, und dann noch mein Leben durchgepflügt, weil es so schön war, und hatte dann aufgrund einer Angststörung und eines Zufalls einen neuen Weg eingeschlagen, der mir aufgezeigt hat, dass es keinen Sinn mehr macht, mich Zeit meines Lebens mit Dingen auseinanderzusetzen, die ich nicht rückgängig machen oder ändern kann. Wir beide, du und ich (und viele andere) haben offenbar ähnliches erlebt. Aber gut. So ist das halt. Es hätte besser laufen können, es hätte schlechter laufen können. Einfach verwerten und weiter machen.

        Was ist denn dein Ziel mit der Trauma-Therapie? Hast du das noch vor Augen oder machst du die Therapie mittlerweile vielleicht nur noch aus Gewohnheit und weil du das Leid eventuell mittlerweile brauchst?

        Es gibt tatsächlich einen Weg, die alten, eingefahrenen Gedanken loszuwerden, ... ich praktiziere eine Methode seit zwei Jahren, die mir unter anderem geholfen hat, die Angststörung und ständig widerkehrende Gedanken loszuwerden. Sie ist recht einfach, aber effektiv. Sie basiert auf den aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung und kombiniert verschiedene Techniken, die teilweise schon seit langem gängige Praxis sind. Ich werde dir einen Link schicken, zu einem Videokurs, und einen Link zum Buch desselben Autors, welches günstiger ist.

        Es gibt nur einen persönlichen Tipp, den ich dir geben kann: Lass los und lebe dein Leben.

        Viele Grüße
        Thomas

      • Hallo Magdalena,


        das ist überhaupt nicht peinlich, sondern so verbreitet, dass es - zumindest hier bei uns in München - einige Zahnärzte gibt, die speziell für Angst-Patient*innen geschult sind.


        Einfach mal rum telefonieren und direkt danach fragen.


        Abgesehen davon gibt es eine Technik, die hilft Ängste vor Ereignissen abzubauen, ich werde dir das mal schicken. Das ist ein Fotoscan (eine allseits bekannte PDF Datei) aus einem Buch. Vielleicht hilft diese Technik ja auch deinem Sohn.

      • Hallo Girly...


        hast du die Ursache für deine Panikattacken gefunden, ja? Und hast du die Ursachen auch beseitigen können?

      • Hallo du,


        das kenne ich sehr gut, mit dem Grübeln... das ist sehr lästig, vor allem weil viel Zeit verloren geht, ohne dass es einen weiterbringt. Das sind im wahrsten Sinn des Wortes kreisende Gedanken, gegen die es aber eine einfache Technik gibt:


        Wenn das also wieder anfängt, mit dem "Kreisen" der Gedanken, - das klingt jetzt vielleicht etwas lustig -, dann ermittle mal, wie sie kreisen, also, wie sich das anfühlt. Vielleicht musst du dazu die Augen schließen. Es mag sich vielleicht anfühlen, wie eine liegende Scheibe, die sich rechts oder links herum dreht, oder vielleicht - wie in meinem Fall - eine Walze, die sich vorwärts oder rückwärts dreht.


        Hast du es? Und das klingt jetzt vielleicht noch lustiger, dann stell dir einfach die Gegenbewegung dazu vor. Also, bei Gedanken, die wie eine Scheibe rechts herum kreisen, stellst du dir diese Scheibe vor, wie sich links herum dreht. Sollte es eine Walze sein, dann geh einfach genauso vor, ..


        Lass dich bitte nicht entmutigen, wenn es sich zunächst etwas kompliziert anfühlt, jedoch, als ich diese Technik zum ersten Mal anwandte, fühlte sich der Erfolg dieser sehr erleichternd an...


        Laut Klaus Bernhardt, einem Psychotherapeuten aus Berlin, der diese Technik ursprünglich verbreitet, lässt dieses Kreisen grundsätzlich nach, wenn man die Technik öfter einsetzt.


        Viel Glück (und viel Erleichterung) ;)

      • Hallo,


        das kann man nicht pauschal beantworten... ich vermute, bis die Ärzte ihm vertrauen.


        Viele Grüße

      • Hallo Jeli,


        sonderbare Beziehungsdynamik, die du schilderst zwischen dir und deinen Bekannten.


        Es plätschert so dahin, habe ich den Eindruck. Du nimmst vieles auch einfach hin. Es ist ja das Eine, zu sagen, es sei verletzend, dass alles abgetan wird, aber mir fehlt jetzt so ein bisschen die Durchsetzung.


        Kannst du gut Nein sagen? Sagst du auch gelegentlich Nein? Also, so nach dem Motto, will ich nicht hören? Ich habe den Eindruck gewonnen, dass du dieses Probleme abladen hinnimmst, und die Leute daran gewöhnt sind.


        Du kannst dir nun ein neues Umfeld suchen, oder aber an den Beziehungen arbeiten. Das ist hart, da müssen Gewohnheiten und Verhaltensmuster durchbrochen werden, da bleibt vielleicht auch die ein oder andere Beziehung auf der Strecke, und Angst macht es vielleicht auch. Aber Angst ist in diesem Fall etwas sinnvolles, solange du ihr begegenen kannst, und sie dich nicht lähmt.


        Ich würde mir an deiner Stelle professionelle Unterstützung suchen. Verhaltens"therapie" könnte eine Lösung sein. Könnte, weil ich seit langem zwar mit Psycholog*innen rede, aber eben in der Regel tiefenpsycholgisch. Diese dauert länger, hilft aber nachhaltig. Mach dich einfach schlau, wenn du das für eine gute Idee hältst, und führe ein paar Kennenlern-Gespräche und lass dich beraten, von den Möglichkeiten, die beide Wege bieten.


        Ich will damit ja nicht sagen, dass du krank bist, und eine*n Therapeut*in brauchst, sondern, einfach jemanden suchst, der dir mit Methoden gegen diesen Teufelskreis den Rücken stärkt. Nichts anderes ist es nämlich, ein Teufelskreis. Und du hast jetzt den ersten Schritt gemacht, und jetzt geh einfach weiter...


        Viel Glück.
        Thomas

        • frank35g hat auf diesen Beitrag geantwortet.
        • Hallo Ari,


          es ist ein guter Weg, sich eine*n Therapeut*in zu suchen, aber tun muss man die "Arbeit" ja auch selbst, die können auch nur ein offenes Ohr bieten, oder eben praktische Methoden, um da entgegenzuwirken. Kommen muss die eigene Wertschätzung von innen, aus Selbsterfahrung. Das sage ich aus eigener Erfahrung.


          Manchmal führen intensive Gespräche über das eigene Leben auch quasi zu Dammbrüchen.... bespielsweise, wenn solche Gemütszustände den Ursprung in traumatischen Lebenserfahrungen haben. Darüber sollte man sich im Klaren sein.


          Daher würde ich zweigleisig fahren in so einer Situation. Gespräche und Selbsterfahrung. Würde ich nicht nur, sondern mache ich so tatsächlich auch im eigenen Leben.


          Was interessiert dich denn im Leben? Was arbeitest du? Erfüllt dich das, was du tust? Was machst du in deiner Freizeit? Erfüllt dich das? Wie sieht dein Freundeskreis aus? Hast du wertvolle Freundschaften?


          Was mir gerade, als ich noch einmal einen Blick auf deine Worte werfe, einfällt, vielleicht leidest du ja auch an einer Depression? Vielleicht auch an einer atypischen Depression.


          Jetzt sind zwei Monate her, seit deiner Nachricht, wie geht es dir denn gerade?


          Sollte es immer noch so sein, wie hier beschrieben, dann würde ich dir raten, einmal eine*n Psychiater*in aufzusuchen, falls du da Widerstände haben solltest, oder einfach keinen findest, der dir schnell einen Termin geben kann, dann rede mal mit deiner/m Hausarzt*in... eine Therapie muss sowieso von Ärzten verordnet werden (vielleicht ist "verordnen" das falsche Wort, vielleicht "ide Notwendigkeit bestätigen", du müsstest also sowieso hin.)


          Lass von dir hören...


          Viel Glück.
          Thomas

        • Also, Anny, hallo...


          Tagebuch schreiben könnte helfen, üben positiv zu denken, indem du positiv schreibst.


          Die Schwierigkeit, die du ja auch schon selbst erkennst, ist ja der Automatismus deiner Gedanken. Dein Gehirn ist daran gewöhnt, negativ zu denken und andere negativ zu bewerten, und wir auch nichts anderes machen, bis du es umtrainierst und bewusst anders denkst.


          Bewusstsein ist aller Veränderung anfang. Unzufriedenheit ein Motivator. Du trägst aktuell offensichtlich beides in dir.


          Und in Toleranz üben. Andere machen die gleichen Dinge anders, sind deswegen ja nicht dumm. Du scheinst andere herabzusetzen, um dich besser zu fühlen, ist mein Verdacht, ... warum brauchst du das?


          Was mir persönlich hilft, sind Gespräche mit Psycholog*innen. Das muss ja nicht immer gleich einen therapeutischen Charakter haben, oder man muss das auch nicht immer gleichsetzen mit "Oh je, ich bin krank. Oder gestört. Oder beides." Aber vielleicht täte es dir gut, jemanden zu haben, der dir ein offenes Ohr bietet und dir beim Reflektieren hilft.


          Überlege dir vielleicht, ob du kurz und knackig eine Methode anwenden willst, um vorwärts zu kommen, dann würde ich dir die Verhaltenstherapie empfehlen, die aber manchmal vielleicht nicht ganz so nachhaltig sein könnte... oder ob du sanft und langfristige Gespräche willst, die die helfen könenn, dich selbst zu verstehen, und eher tiefgreifende Prozesse auslösen können, dann wäre vielleicht die tiefenpsycholgoische Variante hilfreich.


          Du willst ja etwas ändern.


          Es gibt viele Wege.


          "Wenn du anfängst deinen Weg gehst, wird der Weg sich zeigen." Rumi


          Viel Erfolg.
          Thomas

        • Hey Susi...


          gelegentliche Einsamkeit gehört zum Leben doch irgendwie dazu... du kannst dich ja jetzt fragen, wie du damit umgehen willst. Also, Ziele setzen: Menschen finden, die dich wertschätzen und mögen, wie du bist, und Interesse an dir haben,... ist ja immer ein guter Plan. Du machst einen interessanten Eindruck, und sensibel scheinst du auch zu sein... das sind schon mal gute Vorausstzungen für interessante Beziehungen und Freundschaften.


          Bin früher wahnsinnig oft umgezogen, quer durch Süddeutschland, und irgendwie immer ein bisschen auch auf der Flucht nach vorne. Daher kann ich deine Situation jetzt gut verstehen.


          Suchst Du denn konkrete Tipps, wie du Leute kennenlernen kannst? Oder hast du damit keine Schwierigkeiten?


          A propos, die Aussage hatte ich neulich irgendwo gelesen: "Wenn man bestimmte Menschen meidet, um die eigene emotionale Gesundheit zu schützen, ist das keine Schwäche, sondern Weisheit". Deine Schilderung erinnerte mich daran.


          Viele Grüße
          Thomas

        • Hey Lea,


          hatte mal eine Posttraumatische Belastungsstörung, eine kurze, als ich mich an ein Trauma erinnert hatte, und quasi einen Durchbruch in meiner Therapie hatte. Die legte sich dann wieder.


          Habe dann auch eine Weile darüber geredet und drin herum gegraben, gut getan hat das allerdings nicht.


          Warum hast du denn das Bedürfnis jetzt und offenbar nach längerer Zeit darüber zu reden?

        • Hallo blackpearl,


          das was du da schilderst kenne ich zu gut, bis vor zwei Jahren litt ich ebenfalls jahrelang an einer Generalisierten Angststörung. Ich habe sie allerdings mittlerweile losbekommen.


          Ich werde dir hier ausführlich davon erzählen und dann über das Nachrichtensystem eine Nachricht mit einem Link zukommen lassen, denn ich den darf ich hier nicht posten. Eines vorab noch, es ist jetzt dreiviertel eins in der Nacht und ich hatte die letzten Tage Covid-19. Vielleicht liest es sich daher nicht ganz so flüssig... :D Bitte um Nachsicht.


          Du hast da das Thema "Durchfall" erwähnt, um welches sich deine Angst dreht. Das ist das Eine. Deine Angst hat sich nun mittlerweile offenbar "verselbstständigt", eben die Generalisierte Angststörung"... das ist das andere.


          Wie genau deine Angst vor "Durchfall" in der Öffentlichkeit entstanden ist, welche ich übrigens sehr gut kenne, kannst natürlich nur du selbst herausfinden, die automatiserte Angst loszuwerden, das ist ein anderes Thema:


          Du hast offensichtlich nun eine sogenannte "Angst-Gedankenautobahn" im Gehirn. Autobahn? Also, viele Gedanken nutzen diese synaptischen Verbindungen, die deine Angst "behandeln", über welche du also viel nachdenkst, und woran dein Gehirn nun gewöhnt ist. Vergleiche das mit einem "Freiheit-Gedankenfeldweg", Gedanken die selten hast, woran dein Gehirn nicht gewöhnt ist, und wo kaum synaptische Verbindungen existieren. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern das sind Erkenntnisse aus der Hirschforschung. Es geht nun darum, diese automatisierte "Angst-Gedankenautobahn" wieder aufzulösen, und dem Gehirn wieder "andere Gedankenwege" beizubringen.. das geht! Das dauert gar nicht so lang.


          Der Weg führt über eine einfache Methode, die ich seit fast zwei Jahren praktiziere, und die dazu geführt, hat, dass ich wieder angstfrei und unbewschwert meinen Alltag bewältigen und vor allem genießen kann. Außerdem gehe ich schon länger zu Psycholog*innen, früher, um darüber zu reden, wie mein Leben, meine Kindheit und mein Umfeld mich geprägt hatte, und ich mich somit besser selbst verstehen kann. Heute, um zusehen, dass ich quasi wach bleibe und mir nichts selbst vor mache. Ob es immer eine gute Idee ist, in der Vergangenhet herumzugraben, muss jede*r für sich selbst entscheiden, jedoch, diese erwähnte Methode ist zu hilfreich, als dass ich sie dir vorenthalten möchte.


          Wie sie funktioniert, lässt du dir vom Entwickler, einem Psychotherapeuten-Ehepaar aus Berlin besser selbst erklären, die können das besser als ich hier, sie ist gar nicht kompliziert, aber sie funktioniert nur gut, wenn man gewisse Regeln beachtet. Es gibt ein erschwingliches Buch. Und es gibt einen mehrere Stunden andauernden Videokurs, der etwas teurer ist. Entscheide du.


          Noch ein Wort zum "Durchfall": Hatte ich zu der Zeit, in der ich an der Störung litt ebenfalls, das ist unsere Natur. Bei Tieren kann man das beobachten, wenn da beispielsweise Gazellen von Löwinnen gejagt werden, entleert sich oft deren Darm während der Flucht. Einfach damit sie weniger Ballast mit sich herumschleppen müssen. So ist das bei uns Menschen offenbar auch. Unser Körper bereit und auf eine Flucht oder ähnliches vor, wenn wir starke Angst haben.


          Da fällt mir noch etwas ein: Es gibt übrigens Angst-Stopp-Techniken, die visuelle und die auditive Schiebe-Technik. Beide funktionieren bei mir in der Regel aus sehr gut. Aber auch hier gilt, lass sie dir von den Spezialisten erklären; sie sind Bestandteil des Videokurses und des Buches.


          Viel Glück.
          Thomas