hallo zusammen!


die mutter meines freundes ist schwer depressiv. sie ist nicht "nur" traurig (um es mal so auszudrücken), sondern sie ist in einem beinahe irren zustand. sie liegt meistens den ganzen tag im bett und macht gar nichts, weder haushalt, noch sonst irgendetwas. das geht nun schon ziemlich lange so und es wird auch immer schlimmer. mein freund belastet es sehr und natürlich auch seine familie. das problem ist, dass die mutter sich weigert irgendwelche medikamente zu nehmen, geschweige denn eine therapie zu machen. sie wurde bereits zwangseingewiesen, da sie jedoch mündig ist, kam sie nach kurzer zeit wieder raus. sie hat zudem suizidgedanken.


ich weiss, ich bin kein professioneller psychologe, aber ich würde meinem freund so gerne helfen.. es belastet ihn sehr und er hat wegen dieser geschichte auch keine wirkliche jugend geniessen können.. ich weiss nicht, was ich tun soll. habt ihr einen tipp, was ich tun könnte für die mutter? ich kenne sie noch nicht sehr lange (bin noch nicht so lange mit meinem freund zusammen) und habe auch noch fast nicht mit ihr geredet (sie spricht auch fast nichts..).


vielen dank im vorraus!
butterblume

Hallo:)
Meine Mutter ist ebenfalls depressiv, allerdings nicht soooo stark. Ich hab damals auch rumgefragt, wie ich helfen kann, und die antwort war: "am besten gar nicht." Ich hab trotzdem versucht ihr aus dem tief zu helfen und irgendwann verstanden, warum die antwort "am besten gar nicht" war. man geht selbst daran kaputt. Wenn du trotzdem für sie da sein willst bzw. für deinen freund dann: einfach bei ihm sein, mit ihm reden, ihm zeigen, dass du immer für ihn da bist und ihn auch mal fragen, wie's ihm grade geht. was man bei menschen in einer depression nie tun sollte: man sollte das problem niemals herunterspielen, so tun, als wäre das alles gar nicht schlimm. ein klassenkamerad hat das mal zu meiner freundin gesagt, dass sie sich eh nie traut sich umzubringen und am nächsten tag war sie dann in der klinik wegen einem suizidversuch..'-'
Lg:)

    gannet_12061485

    Vielen dank...
    ...für die antwort. nein, herunterspielen tue ich ganz bestimmt die sache nicht. dafür ist es zu ernst und belastet meinen freund zu sehr. ja, ich bin so gut es geht für ihn da und frage ihn auch immer mal wieder wie es ihm geht. meistens lasse ich ihn aber auf mich zu kommen, denn ich glaube nicht, dass er es mag, wenn man zu fest bohrt. im moment geht es ihm leider gerade wieder etwas schlechter wegen der situation und das belastet mich auch ein bisschen, denn ich möchte ihm ja helfen.
    vielen dank für die antwort, ich hoffe, dass sich bald etwas ändert, denn so geht es einfach nicht für die familie und besonders nicht für meinen freund.


    lg butterblume :-)

      6 Tage später
      haldis_12768188

      Wirkliche Hilfe und Rat gibts........hier
      Hallo erstmal allen, die mit depressiven Angehörigen zutun haben. Wenn ihr "echte" Hilfe braucht dann gibts da einen sehr guten Verein, die Aktionsgemeinschaft der Angehörigen psychisch Kranker "ApK" in München. Kontakt:E-mail lvbayern_apk@t-online.de Oder auch: www.lvbayern-apk.de


      Dass depressive Menschen Hilfe brauchen weiss ja inzwischen jeder. Aber auch als Angehöriger braucht man viel Hilfe und Unterstützung, um mit diesen vielfältigen Dingen fertig zu werden. Bitte sucht Euch Hilfe und Rat, wenn IHr nicht in Bayern wohnt können die euch aber sagen wo es in eurer Nähe Selbsthilfegruppen gibt.....


      Ich wünsche allen viel Kraft und Stärke, und auch Liebe für sich selbst.

      ....
      Wenn die Mutter dir selbst keinen Auftrag erteilt hat, im Sinne von, ihr zu helfen, dann würde ich die Finger davon lassen. Das hat nichts damit zu tun, dass mir die Menschen egal sind. Das hat nichts mehr mit dem eigenen Intimraum zu tun, sondern man begibt sich auf fremdes Pflaster und dazu braucht man immer ein "Ok" des anderen. Bekommt man das nicht und überschreitet diese Grenze zu dem Intimraum des Gegenübers, ist es hochwahrscheinlich, dass man vom Gegenüber aus dem Kontakt geschossen wird.
      Oder mal krass ausgedrückt: Was für eine Respektlosigkeit, dem anderen die Verantwortlichkeit für sein Leben abzusprechen.


      Stell dir vor, jemand halbfremdes kommt an und sagt: "hör mal, mir ist da mal so ein bisschen was aufgefallen und ... ich glaube du bist nicht ganz richtig und brauchst hilfe." Wie wäre denn dann deine eigene persönliche Reaktion?


      Es ist eine schöne und äußerst liebevolle Eigenschaft anderen zur Seite zu stehen, das ist ne Riesenkraft. Und es heißt zur Seite zu stehen und nicht auf jemandem zu stehen.


      Vielleicht fragst du mal deinen freund und bietest einfach deine Unterstützung an, wenn du sagst: "Hör mal, wenn du etwas brauchst oder ich etwas für dich tun kann, dann sage mir bitte Bescheid... und ich bin da für dich."
      Das ist die respektvollste und gleichzeitig unterstützendste Art und Weise, jemandem eine Hand anzubieten ... und ihm die Entscheidung zu lassen, ob er sie nimmt oder nicht... Und wenn nicht... dann hast du hier einfach keinen Auftrag. Und wenn ja, wird dein Gegenüber sagen, was es braucht. Wenn nicht, kann es auch sein, dass die Problemerhaltung besser ist und mehr von Vorteil ist, als die Problemlösung...


      Ich wünsche dir alles Gute =)