Liebes knuffelchen,
ich kann deine gedanken so haargenau nachvollziehen, wirklich!
meine oma starb eine woche vor weihnachten. sie bekam 2 monate davor die diagnose "magentumor". 3 jahre wütete dieser sch*** krebs in ihrem körper, ohne dass sie davon mitbekam!
sie brachte eine operation hinter sich, obwohl schon feststand, dass sie sterben wird... sie brachte eine chemotherapie hinter sich, die sie nur noch fertiger machte...
in den letzten wochen ging es ihr nur noch schlechter und schlechter. jedes mal, wenn ich sie im krankenhaus besuchte, sah ich, wie sie magerer wurde... wie sie sich immer mehr mit dem gedanken anfreundete, bald sterben zu müssen.
diese zeit war einfach nur belastend für mich, ich wusste nicht, was ich machen sollte. wenn ich bei ihr war und sie reden konnte, redete ich kurz mit ihr... wenn nicht, hielt ich einfach nur ihre hand.
nach ihrem tod (und auch jetzt noch) war/ist die volle leere in mir. es gab momente, in denen konnte ich nicht mal drüber weinen... ich begreife es jetzt immer noch nicht, dass sie einfach weg ist. es ist einfach alles so unglaublich...
ich kann dir deine frage leider nicht beantworten, ob die richtige trauer noch kommt. doch die frage ist doch auch: was ist schon "richtige trauer"? vielleicht ist genau DAS, was du jetzt empfindest, DEINE richtige trauer. vielleicht bist das einfach du, dass du so damit umgehst, auch wenn du gar nicht willst...
ich machte mir eine zeit lang auch tierische vorwürfe, dass ich keine richtige trauer empfand, doch irgendwie lernte ich, damit umzugehen. rede mit jemandem drüber... das hilft wirklich. auch wenn dieser jemand deine situation nicht richtig nachempfinden kann: ES HILFT DIR SELBST!
liebe grüße und alles gute, alexandra