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aniks_12443397

  • 17. Okt 2006
  • Beitritt 7. Aug 2006
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  • Tja,
    Lale, sowas kann passieren! Habe selbst nach ca. 10 Jahren meine Jugendliebe wiedergetroffen. Es hat mich damals total umgehauen, ich konnte nur noch an ihn denken, habe in alten Tagebüchern gekramt, die Musik von "damals" wieder gehört etc. Letztendlich hab ich mich von meinem festen Freund getrennt (nach 3 1/2 Jahren Beziehung), weil ich wusste, selbst wenn ich ihn nicht körperlich mit dem anderen betrüge - im Geiste gehe ich allemal fremd. Es kam zu einer kurzen, heftigen Affäre, aber meine Jugendliebe konnte sich nicht durchringen, seine "Hauptbeziehung" zu beenden und so endete es ziemlich tränenreich. Mittlerweile bin ich drüber weg, hab den Mann fürs Leben gefunden und bin glücklich. Aber ich bereue es nicht, damals so gehandelt zu haben. Wenn mich jemand dermaßen aus der Fassung bringt, muss ich dem nachgehen. Und es spricht auch nicht für eine derzeitige Beziehung, wenn jemand anderes da so zwischenhauen kann. Finde unbedingt heraus, was das mit euch ist. Es ist in jedem Falle fairer, sich zu trennen, als aus Bequemlichkeit zusammen zu bleiben!!! Egal, ob das mit dem anderen Hand und Fuß hat oder Du Dich nur verrannt hast - wie ich damals.


    Grüße
    Orchideenliebhaberin

  • slava_12728690

    Er hat selber...
    ...gemerkt, dass er Hilfe braucht. Wir kannten uns damals noch nicht. Seine damalige Freundin hat sich von ihm getrennt, er hat im Leben keinen Sinn mehr gesehen und nach Suizidversuch die Therapie gewählt. Der erste Verdacht ging in Richtung Borderline, dann hat sich NPS herauskristallisiert. Aber wie gesagt gibt es unterschiedliche Ausprägungen von NPS. Mein Freund ist beinahe exakt so, wie es Schwarzer Witwer in diesem Thread beschreibt. Und er kann zwar Kritik nicht gut ab, aber es ist eher so, dass er sich selbst für total unzulänglich, wertlos und so weiter hält. Wenn ihm ein Fehler unterläuft oder etwas Blödes passiert, dann sieht er das als gerechte Strafe dafür, dass er "so scheiße ist". Bei ihm ist also die Selbstliebe in der Hinsicht gestört, dass er sich für nicht liebenswert hält. Aber es gibt auch Phasen, in denen er wie größenwahnsinnig wirkt, tausend Projekte hat, voller Energie ist. Der Absturz und Stimmungswandel folgen meist auf dem Fuße... Bei deinem Freund scheint es ja gar keine Einsicht zu geben, meinst du er leidet unter dem Zustand so wie du? Oder ist er einfach sehr selbstherrlich, nach dem Motto "wer nicht für mich ist, ist gegen mich" ? Solange er nicht wirklich von einem Psychologen als Mensch mit NPS eingestuft wurde, kannst du ja auch gar nicht sicher sein, dass es eine NPS ist. Und vielleicht gehen deine Bemühungen dann in die falsche Richtung. Bei vielen Menschen mit NPS ist der Leidensdruck irgendwann so groß, dass sie selbst Hilfe suchen. Bei deinem Freund scheint das (noch) nicht der Fall zu sein. Zugegebenermaßen ist es ja auch ein großer Schritt zu sagen: "ich möchte das ändern, schaffe es aber nicht alleine". Wenn er sein Verhalten normal findet und meint, du müsstest das akzeptieren, ist es natürlich erst recht schwierig, ihn zu einer Therapie oder Beratung zu bewegen. Dann musst du dich in letzter Konsequenz fragen, ob das das Leben ist, das du führen möchtest - mit einem Menschen, der nur auf sich zentriert ist und dich nicht achtet?

    • slava_12728690

      Man muss nur...
      ...aufpassen, dass der Freund und seine Störung nicht zum Hobby werden. DU selbst bist auch wichtig und auch du hast ein Recht auf schlechte Laune und Probleme etc. Wenn mein Freund schräg drauf ist, hat er kein Ohr für meine Sorgen, was mich oft ziemlich verletzt hat. Sobald die schlimme Phase vorbei ist, entschuldigt er sich,hört mir zu und versucht, mit mir Lösungen zu finden. Aber er ist wie gesagt auch schon sehr lange in Therapie und hat viel an sich gearbeitet. Trotzdem, ich ertappe mich immer wieder dabei, dass für mich sein Befinden an erster Stelle steht und sich meine Stimmung danach richtet. Solche Co-Abhängigkeiten sind gefährlich und im Sinne von "Gefahr erkannt - Gefahr gebannt" muss ich immer wieder gegensteuern und mich wieder auf mich besinnen und auch mein Leben weiter gestalten. Das mit dem Ignorieren ist ein ganz guter Tip, ich mache das mittlerweile auch. Wenn er ausflippt, ziehe ich mich zurück, signalisiere aber deutlich, dass ich noch (für ihn) da bin. Das war bisher eine gute Strategie. Und es ist definitiv nicht so, dass ich in dieser Beziehung nur gebe und nichts bekomme. Er gibt mir sehr viel und im Gegensatz zu früher sind seine schlechten Phasen seltener und fallen milder aus, was ich durchaus als Therapieerfolg werte. Ich habe ihn auch schon mal gebeten, seiner Therapeutin eine Frage von mir auszurichten, so dass ich dann von ihr einen Rat bekommen konnte. Das kann sehr hilfreich sein. Ich glaube allerdings nicht, dass ich mit jemandem mit NPS zusammen sein könnte, der nicht therapiewillig ist. Diese Störung ist wirklich ernst und schwer bis gar nicht zu therapieren. Doch dass der Versuch lohnt, zeigt sich bei meinem Freund.
      Schöne Grüße
      Orchideenliebhaberin

      • kaarle_12062135

        Danke!!!!
        Hi Schwarzer Witwer, ganz vielen Dank für den Beitrag. Mein Freund hat eine NPS und er ist ebenfalls in keinster Weise selbstverliebt, arrogant etc. Als ich erfuhr, was er "hat", habe ich erstmal gegoogelt und versucht mich schlau zu machen. Was ich herausfand war total erschreckend, ich war fertig und hab mir bei einer Freundin, die Psychologie studiert hat, Rat geholt. So habe ich erfahren, dass es auch andere Ausprägungen gibt. Mein Freund ist beinahe ein Abziehbild von dem, was du beschreibst. Ich finde es so wichtig, dass nicht nur das eine Bild von NP verbreitet wird. Auch mein Freund ist extrem liebenswert (er selbst kann das nicht so sehen) und sehr freundlich und höflich. Ich würde eine NP eher dahingehend definieren, dass jemand SICH SELBST NICHT lieben kann, also das genaue Gegenteil von selbstverliebt. Und ich bin einfach nur froh, dass ich nach den anfänglich wenig ermutigenden Informationen trotzdem bei ihm geblieben bin. Er ist nicht einfach, flippt wegen "Kleinigkeiten" aus, verletzt sich etc. Aber in erster Linie ist er ein wunderbarer Mensch, der leider von seinen Eltern nie vermittelt bekommen hat, dass er liebenswert ist und dass Fehler machen erlaubt ist. Mit Kritik kann er schlecht umgehen, aber nur wenn sie ungerecht ist, dann reagiert er total überzogen. Aber immer ist er eher eine Gefahr für sich selbst, nicht für andere. Er glaubt, wertlos zu sein, es nicht zu verdienen, glücklich zu sein usw. Das ist für mich das schlimmste, dass derjenige, den ich liebe, sich selbst kein bisschen mag. er strebt immer nach Perfektion, nichts was er macht ist gut genug, er meint, der ewige Verlierer zu sein. Es stimmt, dass er in seinen Gefühlsäußerungen eingeschränkt ist. Aber nicht, weil er sich nicht für andere interessiert und z. B. kein Mitleid empfinden kann, sondern weil er oft nicht mal weiß, was er selbst fühlt. Wie soll er sich da in andere hineinversetzen?! Er ist schon sehr lange in Therapie und es gibt echt Fortschritte - also nicht gleich aufgeben! Manche Dinge werden sich vermutlich nie ändern, aber ich werte es schon mal als gutes Zeichen, dass er jetzt schon eine ganze Weile mit mir zusammen ist. Er hat früher nie "normale" stabile Beziehungen geführt, immer ein Problem mit Nähe gehabt und sich ausschließlich von Borderline-Frauen etc. angezogen gefühlt. Und im Grunde sind all seine Tattoos und Piercings doch auch nichts anderes als Selbstverletzung. Ich kann nur sagen, ich musste schon einiges ertragen in unserer Beziehung in Hinsicht auf seine extremen Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche, grenzenlose Hilflosigkeit, Selbsthass, Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, (Selbst-)Zerstörungsanfälle usw. Aber ich habe in all der Zeit nie an dieser Beziehung gezweifelt. Es sind also nicht alle NPS vom selben Muster und es ist durchaus möglich, eine Partnerschaft zu führen. Aber man sollte selbst psychisch recht stabil sein und in der Lage, die genannten Symptome abzufedern. Und man muss Leute haben, mit denen man darüber sprechen kann. Manchmal ist man nämlich verdammt einsam neben einem Menschen mit einer NPS!