Etwas furchtbares....
ist bei uns passiert.
Ich weiß nicht, ob ihr davon in den Nachrichten gehört habt. Bei uns in Baden Württemberg kam es in allen Kanälen. In unserem Ort, ca. 300m von unserem Haus entfernt wurde eine Frau von ihrem Ehemann, mit einer Axt, brutal ermordet. Die Frau war 48J. und der Ehemann ein 32-jähriger Türke. Anschließend übergoss er sie mit Benzin und zündete sie an um Spuren zu verwischen. Danach war er flüchtig und es wurde nach ihm Landesweit gefahndet. In unserem Ort wimmelte es von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen.Ich musste Pauline bei ihrer Freundin abholen und wollte zuerst zu Fuß gehen, doch entschloss ich mich kurzerhand anders, da ich spät dran war. Meine Nachbarin rief mich an, ich solle sofort heim kommen, da man angehalten wurde alles dicht zu machen, da der Täter noch auf der Flucht und gefährlich sei. Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nichts von der Tat (die nur 1 Stunde zuvor stattfand). Ich wunderte mich nur über das Polizei und Krankenwagenaufgebot. Die Sirenen hörte ich ja und wunderte mich über die Präsenz der Feuerwehr, Polizei und Notarzt. Ich dachte mir dann, schon , daß das nicht nur ein Brand gewesen sein konnte.
Dir Frau hat 3 Kinder, wobei zwei aus erster Ehe kamen und bereits 20 J. sind. Die Jüngste ist 7 Jahre und geht mit Nele zur Schule. Bereits am nächsten Tag wurde eine Krisensitzung mit den Lehrern und dem Elternbeirat anberaumt, wo der Zuständige Seelsorger dabei war. Er informierte uns über Tatsachen, klärte uns über den derzeitigen Gemütszustand des Mädchens auf und gab uns Tips, wie wir unseren Kindern diese Greueltat erklären sollen, ohne ihnen Angst zu machen. Damit war ich die letzten Tage beschäftigt. Vorhin habe ich nochmal mit Nele darüber gesprochen und es nimmt sie sehr mit. Für sie ist die Tatsache schlimm, daß Ailas Vater ihre Mutter ermordete. Sie verlor nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihren Vater und ihr ganzes Hab und Gut ist verbrannt. Die zwei Hunde und 1 Katze sind ebenfalls verbrannt. Ihr Schnuffel-Pferdchen ist verbrannt und jedes Andenken an ihre Mama erlag dem Feuer. Sie wohnt derzeit bei ihrem Stiefvater (erster Ehemann der Mutter) und seiner Frau, mit denen sie ein entspanntes und gutes Verhältnis hat. Bis auf ihre Großmutter, die auch schon alt ist, hat sie niemanden. Ob sie bei ihrem Stiefvater bleiben kann ist noch unklar.
Heute kam sie wieder zur Schule, der Seelsorger begleitete sie und stand auch in der großen Pause für Fragen der Kinder zur Verfügung.
Der Vater wurde bereits verhaftet. Doch hat auch mich das ganze ganz schön mitgenommen, weil es ein sehr heikles Thema ist. Ich musste mit Nele sprechen und meine Worte bedacht wählen.Ihr nicht alles ins Detail erzählen, aber doch so viel, daß sie sich nicht belogen fühlt, da sie ja auch von außerhalb vieles hören wird. Ich musste sie darauf vorbereiten und ihr die Angst nehmen, da sie eine Flut von Fehlinformationen erfassen wird, wenn sie in der Schule ist. Ich denke ich habe es gut hin bekommen. Sie meinte, sie müsse erst mal über alles nachdenken, da sie das ganze verwirre. Das sind extreme Informationen, die ein so kleiner Verstand nicht erfassen kann wie auch, ich selbst kann er kaum fassen! Jedenfalls machte ich ihr klar, daß das Leben weiter geht und auch für Aila und sie es auch schaffen wird und man ihr nur helfen kann in dem sich alle wie immer verhalten und nicht hinter vorgehaltener Hand tuscheln und ihr dadurch das Gefühl gibt ein Außenseiter zu sein. Sie muss weitermachen und die Schule wird ihr dabei helfen, das ist noch der einzige vertraute Ort der sie mit ihrer Mutter verbindet, alles andere hat sich geändert.
Sehr schlimm und unfassbar das Ganze - ein Ausnahmezustand!
Ich wünsche Euch eine gute Nacht. Demnächst mehr, war zwischenzeitlich auch schon Skifahren, werde berichten.