Hallo liebe Eltern,


habt ihr feste Schlafenszeiten für eure Kinder eingeführt?


Das ist ein Dauerthema zwischen meinem Mann und mir. Ich möchte unseren Sohn (11 Monate) immer um neun Uhr ins Bett bringen. Manchmal schläft er innerhalb einer Viertelstunde ein, manchmal braucht er fast eine Stunde. Ab neun Uhr gehe ich mit ihm ins abgedunkelte Schlafzimmer. Ich stille ihn, laufe mit ihm herum, lege ihn ins Bett. Wenn er quengelt, nehme ich ihn heraus und stille ihn noch mal. Bis er schläft.


Mein Mann kann das gar nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach schlafen Kinder einfach, wenn sie müde sind. Ich habe mich mal darauf eingelassen und eine Woche lang ein Experiment in Gelassenheit gemacht. Die Folge war, dass unser Sohn oft erst um elf, zwölf Uhr geschlafen hat. Meiner Meinung nach war er quengeliger als sonst - mein Mann würde an dieser Stelle widersprechen. Hinzu kam, dass es mich gestört hat, dass wir abends viel weniger Zeit zu zweit als Paar hatten. Denn wenn unser Kind geschlafen hat, war ich so müde, dass ich auch nur noch ins Bett wollte.


Am meisten stört mich, dass mein Mann die Schlafenszeit überhaupt nicht respektiert. Während unser Sohn dabei war, einzuschlafen, hat die Familie meines Mannes angerufen (Videoanruf). Ich verstehe absolut, dass sie ihren Enkel sehen wollen, habe meinen Mann aber schon mehrfach gebeten, seine Eltern auf die Schlafenszeit hinzuweisen. Er findet das verklemmt. Stattdessen macht er dann noch mal das Licht im Schlafzimmer an und hebt unseren Sohn aus seinem Bett. Jetzt gerade telefonieren sie im Nebenzimmer und ich weiß schon, dass er mir gleich ein vollkommen aufgedrehtes Kind bringen wird. Dann soll er ihn doch ins Bett bringen? Funktioniert leider nicht, weil er wieder arguementieren wird: "Wieso soll ich ihn ins Bett bringen, wenn er nicht schlafen will? Er schläft schon, wenn er müde ist."


Ich arbeite jetzt an meiner eigenen Gelassenheit, weil ich das Gefühl habe, dass alles andere sinnlos wäre.


Wie ist es bei euch? Seid ihr euch bei dem Thema einig?

  • heuel1, merle_19387957, und maile_12152338 haben auf diesen Beitrag geantwortet.
  • Lass mich raten: Du bist aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich und dein Mann kommt aus dem Süden?


    ​Finde ich gut, dass du an deiner Gelassenheit arbeitest.


    Ich respektiere die festen Schlafenszeiten, die meine Freundin eingeführt hat, auch wenn ich halb sieben arg früh finde. Naja, ist auch eine andere Situation, da wir nicht mehr zusammen wohnen. Aber käme nie auf die Idee, danach anzurufen. Ich verstehe nicht, warum dein Mann das seiner Familie nicht einfach sagt.

    Lass mich raten: Du bist aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich und dein Mann kommt aus dem Süden?


    ​Finde ich gut, dass du an deiner Gelassenheit arbeitest.


    Ich respektiere die festen Schlafenszeiten, die meine Freundin eingeführt hat, auch wenn ich halb sieben arg früh finde. Naja, ist auch eine andere Situation, da wir nicht mehr zusammen wohnen. Aber käme nie auf die Idee, danach anzurufen. Ich verstehe nicht, warum dein Mann das seiner Familie nicht einfach sagt.

    • ninirose hat auf diesen Beitrag geantwortet.
      ninirose

      Nein wegen solcher Dinge haben wir nie Auseinandersetzungen gehabt. Wir sind uns (fast) immer einig, was Erziehung angeht.
      da würde ich im allgemeinen schnell dran arbeiten, sonst spielt euch euer Kind später schnell gegeneinander aus. Das geht schneller als ihr glaubt und dann ist es für alle richtig blöd.


      was Schlafenszeiten angeht, haben wir diese von Anfang an. Schlafen , essen, Rituale.
      Meine tochter (erstes Kind) war ein regelrechtes Uhrwerk und wirklich auf die Minute genau. Sie war so ausgeglichen. Auch heute, mit fast neun, braucht sie feste Zeiten.


      Redet miteinander, findet eine Lösung. Ihr macht euch sonst Probleme, wo keine sein bräuchten.

        ninirose

        Bei meinem Großen war ich allein erziehend.
        Da gab es nichts zu streiten.


        Feste Schlafenszeiten gab es jedoch immer.
        Auch jetzt im Teenageralter noch.


        Beim Kleinen sind mein Mann und ich uns einige das es feste Schlafenszeiten geben wird wenn er etwas älter ist.


        Feste Rituale finde ich wichtig und notwendig.

        • ninirose hat auf diesen Beitrag geantwortet.
          heuel1

          Sie schreibt ja, dass es ein Dauerthema ist. Der Mann respektiert die festen Schlafenszeiten nicht und erzählt nicht mal seiner Familie davon, weil er das "verklemmt" findet.


          Was wäre denn deiner Meinung nach eine Lösung? Ihr Mann scheint ja nicht sehr kompromissbereit bei dem Thema zu sein oder ihre Perspektive nachvollziehen zu können.

            leila_20364032

            Gut geraten.


            Er meint, seine Eltern würden das nicht nachvollziehen können. Sie würden so eine Bitte einfach als "verklemmt" abstempeln. Er weckt den Kleinen nicht auf, wenn sie anrufen (das hat er tatsächlich einmal gemacht und wir hatten ziemlichen Streit deswegen), aber solange unser Sohn noch die Augen offen hat, respektiert mein Mann nicht, wenn er gerade dabei ist, einzuschlafen.

            heuel1

            Das freut mich, dass ihr euch überwiegend einig seid. Das vereinfacht die Erziehung natürlich sehr.


            Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, habe aber die Befürchtung - auch in anderen Bereichen. Wir haben auch mal darüber geredet. Mein Mann findet meine Befürchtungen aber lächerlich und meint, dass ich gelassener werden muss.


            Die Lösung momentan: Ich bringe unseren Sohn gegen neun Uhr ins Bett. Manchmal wird es etwas später, was ich versuche, mit Gelassenheit hinzunehmen. Wenn mein Mann unseren Sohn noch mal aus dem Bett und seinem Schlafsack nimmt, gelingt mir das nicht immer.

            merle_19387957

            Danke für deine Antwort. Ich habe diesen Thread unter anderem verfasst, weil mein Mann behauptet hat, dass ich die einzige wäre, die ein waches Kind ins Bett bringt.

              leila_20364032

              Ja, wir haben da leider beide feste Vorstellungen, die nicht zusammenpassen. So wie auch bei Handynutzung und Süßigkeiten. Mein Mann ist sehr entspannt (vielleicht zu entspannt?), ich im Vergleich weniger .

              • user74306 hat auf diesen Beitrag geantwortet.
                leila_20364032

                Na... dann bringt der Mann das übermüde und überreitzte Baby ins Bett und schaut wie anstrengend und nervenaufreibend es sein kann, ein Kind zum Schlafen zu bewegen.
                Ich würde diesen Part im Leben nicht übernehmen, wenn Männlein meint, das bettgehritual durch ein Telefonat zu stören. Das Kind ist doch das Leid tragende in dem ganzen Streitthema.



                mag sein dass ich ebenso „verklemmt“ bin. Aber bei aller Gelassenheit schafft man sich nur Probleme, die nicht sein müssten.
                Abgesehen davon ist 21.00 eine echt gelassene Zeit.


                und wie ich schon schrieb: Reden ist Trumpf. Da müssen sich 2 Kulturen zusammen setzen und Lösungen finden. Andernfalls ist das erziehen eines Kindes noch schwerer als es so schon ist. Familie heißt MITEINANDER und nicht GEGENEINANDER

                  leila_20364032

                  Soll jedesmal die Mutter der Idiot sein, weil sie aufs Bauchgefühl hört und ein müdes Kind zu Bett bringt, was dann der Göttergatte vollends aus dem Gleichgewicht bringt?


                  ja an solch einem Abend ist das Kind das Leidtragende. Der Mann sagt doch aber, ein müdes Kind schläft dann einfach ein... DAS würde ICH ihm aber ganz bald demonstrieren, dass dem eben NICHT so ist.


                  stattdessen soll sich auch noch die Frau in Gelassenheit üben? Dein Ernst?
                  Wenn man sich in so kleinen Dingen überhaupt nicht einig ist, bringt die größte Gelassenheit null, weil es immer streitpotential hat.


                  aber im Grunde muss das jeder für sich selbst entscheiden.
                  Ich bin halt sehr stilsicher in meiner Erziehung. Mir (und sicher vielen anderen Mamas) wurde schon oft reingequatscht... am Ende weiß aber die Mutter am ehesten was geht und was nicht geht. Vorallem wenn die Kinder noch sehr klein sind. Und da sollte man als Partner/ Freundin/ Familie ect Rücksicht drauf nehmen.
                  Wenn man es doch besser weiß, soll Mans halt auch besser machen und die Verantwortung nicht noch dahin zurück geben, wo sie sonst geblieben wäre.

                  • ninirose hat auf diesen Beitrag geantwortet.
                    heuel1

                    Danke. Das sehe ich genau so.


                    Vielleicht überwinde ich mich mal und setze deinen Vorschlag um. Auch wenn der Kleine dann wahrscheinlich erst wesentlich später schläft. Denn nach einem Telefonat ist er ja erst mal aufgedreht und so würde mein Mann ihn nicht ins Bett bringen. Dafür muss unser Sohn schon merklich müde und quengelig sein. Das ist dann auch für mich nicht einfach auszuhalten.

                    ninirose

                    ..es ist zwar schöner, wenn sich beide Eltern auf Anhieb einigen können - klappt nur leider eher selten.


                    Und im Prinzip hat Dein Mann sogar recht - Kinder können und werden auch nicht ''auf Kommando'' einschlafen - ebenso wenig wie die Eltern.


                    Sicher ist aber - Ihr werdet beide noch einige Zeit viel 'Verzicht' auf Euch nehmen müssen - Nr. 1 ist jetzt erst mal das Baby - Baby kommt zuerst .... dann ne Weile garnüscht und irgendwann (später) dürft IHR vielleicht mal darüber nachdenken, ob es möglich ist mal wieder ins Kino zu gehen und hoffentlich mal wieder Zeit zu zweit verbringen zu können ;-) :bb::bebe:

                      Na, leiden würde ich das jetzt nicht nennen, wenn der Papa mal abends das Kind ins Bett bringt. Aber vllt wäre es für den Papi ganz lehrreich!
                      Schlafen ist etwas, dass Babies erst lernen müssen. Das Runterkommen, Schlaf zulassen, Kontrolle verlieren und schutzlos sein! Das geht nicht so einfach. Klar schlafen Kinder auch irgendwann ein, aber das ist dann wg. Erschöpfung und kein friedliches Einschlummern.

                      • ninirose hat auf diesen Beitrag geantwortet.
                        maile_12152338

                        vielleicht zum Thema noch verfrüht... aber ich hatte mich damals ziemlich innerlich aufgeregt über eine italienische Familie, die ihre kleinen Kinder noch nach 23 Uhr vor ihrer Pizzeria spielen ließ.
                        Etwas später lag das Kleinkind dann auf dem Schoß des Papas und es sah dabei so glücklich und entspannt aus, dass ich nur staunen konnte.


                        Und eben diesen Anblick hatte ich dann sehr oft überall dort, wo es diese Familien-Unternehmen gab.


                        Während unsere Deutschen schon nahe einem Herzanfall sind,wenn ihr Kind
                        nicht rechtzeitig ins Bett fällt.


                        Aber ist das ehrlich nur zum Wohl unseres Kindes und ncht doch mehr die eigene Ungeduld, die uns nervös macht, da wir selbst uns ja dann ''opfern'' müssten, wo wir doch selber so gern mal wieder Spaß haben wollen?


                        Und genau das weiß ich an den Südländern so sehr zu schätzen - SIE machen UNS vor, was wahre Kinderliebe ist. Die Kindheit ist Alles, wovon wir später entweder profitieren können und echtes Selbstbewusstsein erlangen - oder eben zu ängstlichen Maßnahmen greifen, die nicht aufkommen müssten, wenn unsere Eltern nicht zu sehr geklammert hätten, anstatt nur für uns da zu sein und in unserer Nähe. Unsere Kinder vertrauen uns genau so lange, wie sie uns vertrauen können, weil wir sie respektieren - was bereits im Kleinkindalter beginnen sollte.


                        Aber wenn eine Mama gerne einfacherere Rituale möchte, um selbst noch ihren kleinen Freiraum als Feierabend für sich nutzen will, Entschuldigung, aber dann muss sie sich gut vorbereiten, um es sich selbst nicht schwerer als nötig zu machen!


                        21 Uhr ist für ein Baby ganz einfach zu spät. Wenn es noch die Brust nimmt und Du noch viel Milch zu geben hast (bitte mal prüfen!), dann würde genügen, wenn es zwischen 18 und 19 Uhr in sein Bettchen kommt. Mama könnte ein Kuscheltier ihm ins Bettchen geben und sich neben ihm gemütlich (ist wichtig)
                        hinsetzen und warten bis aucu Söhnchen sich beruhigt hat. Mama singt dann ein leises Einschlaflied - sollst mal sehen, wie schnell er das künftig immer will!
                        Ich hoffe Du singst auch schön ? Falls Du lieber Märchen erzählst, eben das.
                        Aber auf keinen Fall Dinge tun, die ihn wach halten würden - er soll sich ja beruhigen von seinen aufregenden Tageserlebnissen. Denk doch mal bitte nach, was DICH früher beruhigt hat UND frage mal Deine Schwiegermama, wie das eigentlich bei ihrem Sohn war, das Einschlafen. Omas haben nämlich selbst viele Erfahrungen, die sie gerne mit Dir teilen würden, wenn Du sie einbeziehen würdest! :-D - für den Familienzusammenhalt immer positiv. Plane zum Einschlafen nicht länger als 20 Minuten ein. Und mit 11 Monaten muss er zum Essen / Trinken nicht mehr extra geweckt werden. Das setzt ja schon der Verdauungsprozess ein. Falls Du den Verdacht hast, dass er nicht mehr satt wird - wie gesagt, prüfen. Es gibt Frauen, die könnten jahrelang stillen, aber heute ist das nicht mehr die Regel. Ich gehe mal davon aus, dass bei Dir eigentlich schon abgestillt werden sollte - mal mit Arzt reden - und er kann zugefüttert bekommen - aber das kannst Du fragen und Du wirst dann hören, was gerade gefüttert wird für ein 11 Monate altes Baby - und sollst mals sehen, wie gut das mit dem Schlafen klappt, so dass Ihr alle DREI zufrieden, glücklich und entspannt einschlafen könnt - bzw. Mama und Papa mal wieder kuscheln ... :AMOUR::bb::love:


                        Übrigens,,, wenn er schon Zähnchen hat, ruhig auch mal zwischendurch einen kleinen Brotkanten, den er schon halten kann, anbieten, wird er sicher gerne gleich in die kleine Schnute nehmen, vor allem, wenn er gerade 'zahnt' :idea:

                          ninirose

                          Es scheint aber im Gesamten ein bisschen so, also wäre er nicht entspannt, sondern bequem. Dem Kind immer alles zu geben und es schlafen lassen, wann es will, ist natürlich sehr viel einfacher.

                          • ninirose hat auf diesen Beitrag geantwortet.
                            maile_12152338

                            Ich denke, wenn wir unseren Sohn immer um diese Zeit ins Bett bringen, gewöhnt er sich daran. Eine Zeit lang hat er tatsächlich regelmäßig nur eine Viertelstunde zum Einschlafen gebraucht. Inzwischen variiert das leider wieder, was bestimmt auch an unserer Inkonsequenz liegt.


                            Natürlich hat er Priorität. Kinder sollten immer Priorität haben. Ich finde dennoch, dass es wichtig ist, auch als Paar weiter zu existieren. Das muss ja nicht gleich der Kinobesuch sein, aber abends ein, zwei Stunden zu zweit zu verbringen, finde ich wichtig. Klar kann diese Zeit auch mal vom Baby unterbrochen werden. Das ist dann halt so.