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tori_11964231

  • 7. Okt 2008
  • Beitritt 7. Okt 2008
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  • lore_11966679

    Gefährliche Situation
    Ich kann Dir dazu nur sagen, daß dies keine gute Situation ist und Du aus diesem negativ Denken rauskommen mußt!


    Das Kind kann für viele Dinge nichts, sondern es sind die Erwachsenen die den Mist gemacht haben.


    Spricht Dein Freund mit der Tochter über euch und versucht eine Art Verbindung mit ihr und Dir zu schaffen? Vielleicht solltest Du öfters mal etwas mit der Kleinen alleine machen um die Situation zu entschärfen.


    Auch sollte der Vater öfters mal mit der Kleinen etwas unternehmen um Dich zu entlasten.


    Du solltest auf alle Fälle das Feindbild gegenüber dem Kind versuchen loszuwerden. Ist schwierig, ich weiß.


    Und ihr beide solltet Euch einig sein über den Umgang an den Wochenenden.

  • hande_11846792

    Schön zu sehen, daß es doch Patchworkfamilien gibt, die funktionieren
    Liebe Jule,


    Dein Beitrag hat mir doch wieder etwas Mut gemacht! Vielleicht hast Du ja noch den ein oder anderen Tipp für mich, daß es bei uns auch wieder besser wird bzw. wir es endlich in die richtige Bahn lenken können. Das wünschen sich wir beide, mein Mann und ich. Nun zu meiner Geschichte:


    Ich kenne meinen Mann schon seit 1993 (damals waren wir Kollegen, er war verheiratet, keine Kinder und ich war verheiratet und später schwanger von meinem damaligen Mann) 1994 bin ich dann in den Mutterschutz gegangen, habe meinen Sohn bekommen und 2 Jahre später meine Tochter. Leider war es so, daß sich mein damaliger Mann in meiner 2. Schwangerschaft von mir trennte und ich die Kinder 5 Jahre lang alleine aufzog. Der Kontakt vom Vater zu den Kindern war leider schon immer sehr spärlich. Es war für mich eine harte Zeit damals, aber ich habe auch sehr viel positives aus den Jahren gezogen.


    Als ich dann 1999 wieder anfing zu arbeiten, traf ich meinen jetzigen Mann wieder und wir hatten sporadisch per Mail Kontakt zueinander. Er wußte damals noch nichts über meine aktuelle Situation (alleinerziehend/geschieden etc.)
    Im Jahr 2000 dann haben wir uns dann mal auf einen Kaffee verabredet und so über die Vergangenheit geplaudert, was alles so passiert war. Daß ich mittlerweile 2 Kinder habe, im Haus meines Ex-Mannes weiterwohnen durfte und es mir wirklich gut ging, mit all den Alltagsproblemen und dem Stress. Er war immer noch verheiratet (seit 11 Jahren mit der Frau zusammen) und hatte mittlerweile eine Tochter bekommen. Damals 2 Jahre alt, meine Kinder 4 und 6.


    Kurzum, es endete so, daß er sich von seiner Frau trennte und ein Leben mit mir verbringen wollte. Ich hatte damals Zweifel und Ängste wieder eine Partnerschaft einzugehen, auf der anderen Seite war es für mich ein Glücksgefühl, war es doch ein Mann, den ich schon lange kannte und wohl auch schon damals geliebt habe, es jedoch für mich außer Frage stand meinen damaligen Mann als hochschwangere Frau zu verlassen. Ihm ging es letztendlich genauso und auch ihm ging es in der Vergangenheit so, aber auch er hätte sich damals nicht getrennt.


    Es ging alles ziemlich schnell, Auszug, Scheidung, Klärung mit Sorgerecht für seine Tochter etc. Ich bestand damals darauf, daß es sich eine eigene Wohnung nimmt und es langsam angehen läßt. Für ihn jedoch stand im Vordergrund eine neue Familie zu gründen und dies mit allem drum und dran. Was ja eigentlich ein schöner Gedanke íst und ich mir letztendlich auch nichts anderes gewünscht habe. Nun ja, er hatte zwar seine Wohnung, hat jedoch nie Zeit dort verbracht, alles spielte sich bei uns ab. Sein Verhältnis zu meinen Kindern war von anfang an positiv, gerade für meinen älteren Sohn war es ein Glücksgefühl jetzt einen "Papa" zu haben, hatte er doch so gut wie nichts von seinem leiblichen Vater und in den vergangenen Jahren keine männliche Bezugsperson (außer den Opa). Meine damals 4 jährige Tochter sah daß etwas anderes, hatte sie doch immer ihre Mama um sich und das reichte ihr auch. Aber auch sie mochte ihn trotzdem. Seine damals 2 jährige Tochter war nach einigen Wochen der Trennung alle 14 Tage am Wochenende bei uns und unsere Urlaube verbrachten wir von nun an zu fünft. Klingt ja alles ganz schön!!


    War es eigentlich auch - wir zu viert haben uns mittlerweile zusammengerauft und glaub mir, es gab oft Diskussionen und Auseinandersetzungen. Einerseits wollte mein Mann sich nicht einmischen in Erziehungsfragen etc. auf der anderen Seite hat er es dann doch getan, was für mich soweit auch OK war. Mein Problem damals war, daß ich mich immer in einer Rechtfertigungsposition gesehen habe, was meine Kinder angeht, oder wie ich mit meinen Kindern umgehe. In diesem Punkt war es für mich immer schwer, sowohl meinen Kindern, als auch ihm gerecht zu werden. Z.B. ist meine Tochter immer gerne zum Kuscheln ins Bett gekommen, was für ihn ein Problem war und er es auch nicht akzeptiert hat. Auch bei Regelungen, wenn die Kinder das Licht beim Schlafen gehen erst einmal anlassen wollten, waren für ihn ein Problem und es gab oft Diskussionen darüber.


    Ich habe mich im Laufe der nun letzten 8 Jahre in vielerlei Hinsicht zurückgenommen und Dinge im Umgang von ihm zu den Kindern akzeptiert. Hatte jedoch oft das Gefühl meinen Kindern vor den Kopf zu stoßen. Zeiten zu organisieren, daß wir auch mal ein paar gemeinsame Stunden miteinander haben forderte er ein und ich wollte es auch, hatte aber immer ein schlechtes Gewissen dabei. Kuschelorgien mit meiner Tochter gab es auch nicht mehr. Irgendwie habe ich versucht ein Gleichgewicht reinzubringen und ihm einen Platz bei uns dreien zu schaffen. Im Großen und Ganzen hat dies auch funktioniert.


    Jetzt zu dem Punkt mit seiner Tochter:


    Von Anfang an stand im Fokus die Planung, daß an den Wochenende an denen seine Tochter zu uns kam nichts groß geplant werden darf - ein Wochenende mal zu verschieben - Katastrophe! Dann hatte es sich eingespielt, daß meine Tochter immer zu Verfügung stehen mußte an den Wochenenden an denen seine Tochter da war. Einerseits auch ganz gut, weil seine Tochter meine Tochter sehr mag und auch ihr "Vorbild" war. Beide Mädels haben sich von Anfang an auch eigentlich gut verstanden. Nur meine Tochter hatte ein Problem damit, daß sie an den Wochenenden nicht auch mal was anderes machen konnte und wenn hatte es immer einen negativen Beigeschmack. Wenn meine Tochter z.B. zu einer Freundin gegangen ist, war die Reaktion von meinem Mann mit seiner Tochter etwas ganz tolles dann zu unternehmen (Kino, schwimmen etc.)


    Wir versuchten dann es zu planen, daß mein Mann dann eben die Zeit mit seiner Tochter verbringen soll, was jedoch auch ein Problem war, weil seine Tochter das auch nicht unbedingt wollte, was ihn wiederum kränkte. Meine Tochter fand es dann wiederum nicht so toll, daß er kurzfristig mit seiner Tochter ins Kino geht und sie nicht mitgehen kann. Zumal an den Wochenenden an denen seine Tochter nicht da war und wir ins Kino gehen wollten oder irgend etwas anderes machen, er sich ausgegrenzt hat.


    Mein Vorschlag war dann um negatives Potential und Eifersucht zu nehmen, was meine Tochter angeht, daß er vielleicht ab und zu mal was mit ihr alleine macht, was er nicht so gerne wollte. Er wollte in der Zeit in der seine Tochter nicht da ist meistens nur seine Ruhe haben und seinen Bedürfnissen nachgehen. Das Interesse bei meinem Sohn war ähnlich aber nicht so ausgeprägt, wie bei meiner Tochter. Zumal bei den Mädchen immer eine Art Konkurrenzkampf bestand.


    Auch meinen Umgang mit seiner Tochter zu fördern hat nicht so recht geklappt. Wenn ich mal mit den Kindern alleine etwas unternommen habe oder mit seiner Tochter alleine, hatte er ein schlechtes Gewissen oder was auch immer (Sehnsucht) daß wir auch recht bald wieder nach Hause kommen, da er sein Kind ja so selten sieht. Kann man ja einerseits auch verstehen, aber...


    Ich habe von Anfang an versucht das Kind mit einzubinden und nicht auszustoßen, habe jedoch auch immer versucht Rücksicht auf meinen Mann zu nehmen und das war vielleicht falsch.


    Um sogar einen Platz für seine Tochter zu schaffen, habe ich auf mein Schlafzimmer verzichtet und wir sind in den Keller gezogen. Was ich bis heute noch nicht mag, zumal wir nicht so viel Platz haben und das Zimmer ja meistens unbenutzt ist. Mittlerweile ist es jedoch OK, wenn der Staubsauger in ihrem Zimmer hinter der Tür steht. Er fand das am Anfang ganz schlimm und die Diskussion war dann sogar so, daß wir den Staubsauger doch bei meiner Tochter hinter die Tür stellen sollen.


    Wenn seine Tochter da ist, muß jedenfalls alles perfekt sein und nur keine Missstimmung oder Konfrontation aufkommen lassen. Was sich sehr schwierig gestalten mit zwei weiteren Kindern. Vor allem weil wir in unserem Alltag mit meinen beiden Kindern sehr viele Konfrontationen haben und es eben nicht alles so perfekt ist. Ich solle dies jedoch akzeptieren, weil es eben eine Sondersituation ist, wenn seine Tochter da ist, ich soll Verständis dafür haben und es akzeptieren. Toleranz haben, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wieviel Toleranz ich eigentlich noch aufbringen soll?!


    Zudem ist es auch schwierig, weil meine beiden Kinder sehr aufgeschlossen und zugänglich sind, was man von seiner Tochter leider nicht sagen kann. Es ist teilweise schon so, daß Konversation von ihr und ihrem Vater nur ganz leise und im stillen Kämmerchen ausgetragen wird und ich mich in meinem eigenen Haus nicht mehr wohlfühle, wenn sie da ist.


    Leider habe ich das Gefühl, daß ich von meinem Mann nicht unterstützt werde, wenn es um den Umgang mit seiner Tochter geht. Mittlerweile bin ich die böse Stiefmutter, die seiner geliebten Tochter an den Karren fahren will und ich nichts anderes im Sinn hatte, die beiden auseinanderzubringen!


    Viele negative Impulse werden auch von ihrer Mutter gesetzt, aber auch das will mein Mann nicht sehen und letztendlich ist es wieder meine Schuld und ich muß damit klarkommen.


    Unser letzter Urlaub ist dann völlig eskaliert und es hat sich bei mir so eine Wut und Eifersucht breitgemacht, daß ich nicht mehr damit klargekommen bin und um eine Auszeit gebeten habe. Er dies als Anhaltspunkt nimmt, dann gleich auszuziehen und sein eigenes Leben wieder zu führen. Die letzen Wochen waren ganz furchtbar, denn auch die Kinder leiden ganz massiv unter der Situation.


    Wir haben uns jedoch aufgerappelt und wollen es nun von neuem angehen. Wissen aber noch nicht genau wie. Wir wissen, daß wir beide uns sehr lieben und viele gemeinsame Interessen miteinander haben. Es im Großen und Ganzen auch zu viert funktioniert zu fünft jedoch nicht so toll (und es ist nicht besser geworden, sondern schlimmer).


    Was mich auch etwas erschreckt hat, war daß seine Tochter über die Aussage, daß er nun doch nicht auszieht eher enttäuscht war, weil meine beiden sich natürlich eher gefreut haben, daß wir es nun doch noch einmal angehen wollen. Aber das sind wohl die unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen.


    Ich habe das Gefühl teilweise gegen Mühlen zu arbeiten und das zehrt. Wir beide wünschen uns ein gemeinsames Dasein, jedoch will mein Mann auch seine Freiräume mit seiner Tochter auch haben, was auch in Ordnung ist und ich auch immer gesagt habe, daß er mal öfters mit seiner Tochter am Wochenende wegfahren soll, was für ihn undenkbar ist. Zumindest haben wir für das nächste Jahr geplant zumindest den Sommerurlaub getrennt zu verbringen, vielleicht ist das gut?!


    Würde mich freuen von Dir zu hören.


    Gruß,


    Minusch11