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sindy_12692737

  • 14. Feb 2012
  • Beitritt 3. Feb 2011
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  • Liebe Lisa


    "Mit 20 ....... das hat mich sehr berührt. Ich bin sicher, das spricht vielen geradewegs aus dem Herzen.


    Ich selbst habe all das ganz genauso erlebt.
    Mit 22 ... frisch verheiratet, never ever, mit 30 waren wir uns immer noch treu, mit 44 war ich die Betrogene (habs ganze 3 Jahre nicht gemerkt oder merken wollen), wurde dann selbst zur Betrügerin an meinem Mann, da ich kein anderes Mittel wusste, um dem Schmerz zu entfliehen. Und habe mich in meine Affäre verliebt und wieder gelitten. Und nun? Weiß ich eines ganz genau: dass ich mit meinem Mann, mit dem ich 25 Jahre verheiratet bin, alt werden werde. Aber ob wir deshalb schon alles hinter uns haben, wer kann das sagen?


    Danke, dass du das so wunderbar und berührend niedergeschrieben hast.


    Du weißt es und hast es schon oft gehört, aber ich sag's trotzdem nochmal: Du bist die Beste hier.


    Liebe Grüße

  • honey_11888397

    Nein,
    du bist kein schlechter Mensch, weil du Zeit brauchst. Und schon gar nicht bist du es, weil du deine innere Balance verloren hast. Durch die starken Emotionen, die plötzlich in dein Leben getreten sind. Und denen du nichts entgegensetzen kannst. Das ist zutiefst menschlich.


    All die kopfgesteuerten Ratschläge hier lassen das ausser Acht.


    Die Zeit wird kommen, da wirst du die Kraft haben, eine Entscheidung zu treffen.


    Alles Liebe!

  • unice_12898323

    Liebe Yeuanh
    mir sind fast die Tränen gekommen, als ich gelesen habe, was dein Mann gesagt hat, als du ihn verlassen hast!


    Es gibt so unglaubliche Dinge, die einem Partner zugemutet werden, dass ich es kaum glauben kann. Dein Mann delegiert sein schlechtes Gewissen an dich.Er betrügt dich und weil er deswegen Schuldgefühle hat, die er nicht ertragen kann, versucht er sie irgendwie loszuwerden, indem er dir sagt, du würdest ihn nicht wirklich lieben. Ich denke, das glaubt er wirklich. Auf diese Weise ist er seine Schuldgefühle los und es geht ihm besser. Zu dem Preis, dass du jetzt schrecklich leidest. Was für ein armer und schwacher Mensch.


    Ich glaube, dass dein Mann dich noch liebt. Er weiß nur nicht, wie er auf seine Geliebte verzichten soll. Er möchte euch beide, aber das funktioniert halt nicht. Jetzt, wo du gegangen bist, muss er sich entscheiden.


    Es war sehr sehr mutig und toll, was du ihm gesagt hast.Genau die richtigen Worte. Du hast meine Bewunderung. Ich glaube, dass du dir damit seinen Respekt zurückerobert hast und das ist ganz ganz wichtig. Wenn man einen Menschen nicht mehr respektiert, kann man ihn auch nicht lieben.


    Es wird jetzt eine schwere Zeit für dich kommen, aber du wirst sie überstehen. Glaube mir. Sag dir, dass du es in der Hand hast, ob du noch mit deinem Mann zusammenleben kannst und willst. DU triffst die Entscheidung, wenn er reumütig zu dir zurückkehren sollte. Und wenn nicht, dann geht das Leben auch weiter. Am Ende wird alles gut. Und wird es das nicht, ist es auch nicht das Ende. Es geht immer weiter, irgendwie.


    Ich hoffe, du hast Menschen, die dir zur Seite stehen und für dich da sind. Reden zu können ist ganz wichtig. Und deine Kinder stehen sicher auch zu dir.


    Ich wünsche dir ganz viel Glück und alles Gute.
    LG
    Lady

  • Entlieben
    Hallo Neonstar,


    habe das selber auch fast 4 Jahre durchexerziert und immer gehofft, ich würde mich entlieben und meine Affaire wäre mir irgendwann gleichgültig. Ich kann dir nur sagen, es dauert ewig. Jahrelang. Mittlerweile hab ich es (fast) geschafft :-).


    Und das alles, obwohl ich meinen Mann nie verlassen hätte für meine Affäre. Er ist der Partner, mit dem ich zusammenleben will, aber auf meine Affäre wollte ich auch nicht verzichten. Wir Frauen können wohl fast alle nicht Sex von Liebe trennen. Vielleicht können es die Männer ja auch nicht wirklich, aber sie können es sich zumindest vormachen. Weil sie rationaler sind und sich sagen "das wird nix, also halt die Klappe Herz".


    Ich kann dir nur sagen, desto länger die Affaire dauert, desto tiefer werden die Gefühle und der Wunsch, sein Herz zu bekommen, wird immer größer und größer, genauso wie der Frust und das Leid, nie Gewissheit über seine zu haben.


    Ich weiß genau, wie schwer es ist, Schluß zu machen, weil jede glückliche Stunde dir sagt "ich genieße es doch und es geht mir gut". Aber auf jede glückliche Stunde folgen mindestens 2 unglückliche und das ändert sich niemals.


    Ich hoffe, du bist stark und tust das richtige. Was am Ende bleibt ist auf jeden Fall die Erinnerung an die glücklichen Stunden. Die nimmt dir keiner.


    Alles Liebe
    Lady

    • davida_12562363

      Hallo
      Du hast zwar an Wachsperle geschrieben, aber ich erlaube mir, dir auch nochmal zu schreiben.


      Ich hatte eine lange Diskussion mit Wachsperle "das können nicht Betroffene gar nicht nachvollziehen". Ich hab es wirklich genauso gesehen wie du, dass man sich nicht in die Situation einfühlen kann, wenn man sie nicht selbst erlebt. Allerdings bin ich weiter gegangen als du, ich habe nämlich daraus geschlossen, dass man auch keinen Rat erteilen kann, wenn man nicht betroffen ist. Und das stimmt nicht, das habe ich eingesehen.


      Mir ging und geht es teilweise immer noch wie den meisten hier: ich möchte mich VERSTANDEN fühlen. Das heisst, mich mit jemandem austauschen, der das gleiche erlebt wie ich. Weil geteiltes Leid eben halbes Leid ist. Ich glaube, dieser Satz trifft es ziemlich genau. Wir schreiben hier, weil wir uns unglücklich fühlen, mal mehr, mal weniger, aber jedenfalls nicht wirklich zufrieden. Und wenn wir dann hören, anderen geht es ebenso, dann fühlen wir uns besser, dann sind wir nicht mehr so allein mit unserem Kummer und unseren Zweifeln.


      Und die Leute, die uns hier einen Rat geben und "niedermachen" (so hab ich es oft empfunden), wollen uns eigentlich nur klarmachen, was wir ziemlich erfolgreich verdrängen: dass wir nicht wirklich glücklich sind.


      Und weißt du, was das Schlimme ist: Wir können erst dann zugeben, dass sie recht haben, wenn wir nicht mehr selbst in der Situation drinstecken. Wenn irgendein Umstand oder aber wir selbst uns aus der Dreiecks-Geschichte befreit haben. Wenn wir wieder klar im Kopf sind und den Trennungsschmerz (vom Geliebten) verarbeitet haben, den wir glaubten, niemals ertragen zu können.


      Du hattest mich zu Anfang gefragt, ob ich mich meinem Mann wieder 100 %ig öffnen könne. Meinst du damit, dass ich ihm meine Affäre gestanden habe? Das habe ich nicht getan und werde es auch nicht tun. Wenn er es irgendwann erfahren sollte, werde ich dazu stehen, aber es nicht meinerseits ansprechen. Ich bin sogar so weit gegangen, dass ich, um die Affäre, die ich geliebt habe, beenden zu können, eine zweite angefangen habe (Pech und Schwefel über mich - ich sehe förmlich die entsetzten Gesichter hier im Forum!). Die hat mich abgelenkt und mir ermöglicht, meine "geliebte" Affäre zu vergessen. Ich bin halt ein wirklich schwacher Mensch, aber jetzt ist beides beendet. Eine gewisse Leere ist da, aber die tut nicht weh.


      Jetzt bin ich wieder treu und habe das Gefühl, es "geschafft" zu haben. Hoffentlich für immer. Vielleicht habe ich ein wenig Milde verdient, weil meine Ausgangssituation besonders war. Ich wurde nach 23 Jahren glücklicher Ehe (in meinen Augen UND in den meines Mannes) mit meinem Once-in-a-lifetime-Ehemann, in der ich ohne die geringste Anstrengung immer absolut treu war, von ihm betrogen. Er hatte 3 1/2 Jahre lang eine Affäre, bevor ich es rausbekommen habe. Daraufhin habe ich wie aus einem inneren Zwang heraus dann meinerseits meine Affäre begonnen. Und meinen Mann in dem Glauben gelassen, alles sei wieder gut und wir fangen neu an. Wir fühlten uns auch beide so; wir kamen uns wieder viel näher und sind es bis heute geblieben. Trotz seiner und meiner Affäre empfinde ich meine Ehe heute als viel inniger als vor den ganzen Betrügereien.


      Was deinen "Rucksack voller Probleme" angeht, verstehe ich dich auch sehr gut. Den habe ich auch. Häufig Existenzsorgen, die unglaublich viel Kraft kosten. Das ist wohl auch ein Punkt, wo man sich einfach mal nach ein paar sorgenfreien Stunden sehnt. Die der Ehepartner, den man liebt, einem nicht geben kann, weil er untrennbar mit den Existenzsorgen verknüpft ist. Es gibt so viele Facetten und so viele Gründe, aus dem Alltag zu flüchten.


      Eins weiß ich jedoch: Wenn man sich wirklich hinterfragt und eingesteht, dass einen die Dreiecksgeschichte nicht glücklich macht, kann man es schaffen. Und stolz auf sich sein.


      Ich wünsch dir viel Kraft und alles Gute!

    • Noch ein Nachtrag
      Du musst es mit aller Intensität und allen Emotionen, denen du fähig bist, sagen. Voller Inbrunst und aus tiefstem Herzen. Du musst ganz fest daran glauben und davon ÜBERZEUGT sein, dass es so ist, wenn du dir diese Worte sagst. Wenn du nicht wirklich daran glaubst, funktioniert es nicht.


      Viel Glück!

    • Hallo Blackswan
      natürlich verstehen ich dich !!!! Habe das alles selber schon erlebt. Und dass du dich auf Dauer unglücklich machst, weisst du ja schon selbst.


      Ich vermute, du willst die Affäre beenden, aber weißt nicht, wie du es schaffen sollst? Versuche es mal so:


      Wann immer verzweifelte, sehnsüchtige und traurige Gedanken hochkommen, sagst du dir:


      "Nein, ich bin nicht traurig und verzweifelt. Ich hatte eine schöne Zeit mit diesem Mann und dafür bin ich dankbar. Ich habe sie genossen und ich hatte großes Glück, diesen Mann kennengelernt und schöne Stunden mit ihm erlebt zu haben. Aber jetzt hab ich mich von ihm gelöst. Ich wünsche ihm alles Glück der Welt mit seiner Familie. Ich werde ihn nicht vergessen und die Erinnerung an ihn behalten. Und ich werde einen Mann finden, der mir ganz allein gehört."


      Ich habe es auf diese Art geschafft. Egal, wie verzweifelt ich war, ich habe mich bewußt gezwungen, mir diese Worte zu sagen, laut, wenn ich allein war und in mich hinein, wenn mich jemand hören konnte. Solange, bis ich mich beruhigt hatte und einen großen inneren Frieden spürte und neue Kraft.


      Versuche es, vielleicht hilft es dir auch.


      Und bitte .... lass dich nicht von Alexus runterziehen. Dem geht es nicht ums Helfen oder ums Ratgeben. Der sucht hier ständig neue Opfer, die er provozieren kann. Dabei geht dem einer ab. Den musst du einfach ignorieren.


      Alles Gute und liebe Grüße!

      • Hallo cefeu


        :super: :super: :super:
        Ich weiß gar nicht mehr, wieso ich mal mit dir hier aneinandergeraten bin :FOU:. Vermutlich weil ich noch viel zu emotional in meiner eigenen Sache drinsteckte.
        Deine Antworten zu der Frage von hhoney sind wirklich der Knaller. Und die Ursachen fürs Fremdgehen ganz besonders.
        Absolutes Kompliment !!!!


        Nur was die Statistik der Fremdgeher angeht .... ich kenne auch sehr viele Männer (und viel weniger Frauen, obwohl die eigentlich redseliger sind), die schon mal fremdgegangen sind oder es regelmäßig tun. Rein gefühlsmäßig würde ich darum den 80 % zustimmen.

      • davida_12562363

        Hallo Geliebte
        Ich bin in der gleichen Situation gewesen. Und zwar fast 4 Jahre lang.


        Ich wußte immer, dass mein Mann Mr. Right für mich ist und ich nur mit ihm alt werden wollte und doch hab ich mich fast ständig nach meinem Geliebten gesehnt. Ich hab mir oft gedacht, dass man wirklich 2 Männer lieben kann. Mit meinem Geliebten war es halt eine romantische Verliebtheit. Ich hab mich so jung gefühlt. Hab mir ausgemalt, dass wir wie die Teenies spazierengingen, verreisen usw. Keine Alltagssorgen, kein Streß, nur Gefühle. Und manchmal hab ich mir auch ausgemalt, wie es wäre, mit ihm zu leben. Und eigentlich genau gewußt, dass es schiefgehen würde.


        Aber die Depri-Gefühle und die Eifersucht kenne ich auch. Mein Geliebter war Single, hatte aber zwischendurch auch kurzzeitig Freundinnen. Das hat superweh getan und ich hab mich besch... gefühlt.


        Wie sieht es denn mit deinen Wünschen aus? Dass du hier schreibst, zeigt mir, dass du die Situation nicht ganz so gelassen nimmst, wie es vielleicht rüberkommt. Hast du manchmal Schuldgefühle deinem Mann gegenüber und belastet dich die Heimlichtuerei? Haderst du mit dir, dass du es nicht schaffst, die Affäre zu beenden, wo du doch eigentlich mit deinem Partner glücklich bist? Vielleicht gestehst du dir diese Gefühle ja nicht ein. Im verdrängen war ich auch immer sehr erfolgreich :FOU:


        Wie ist es denn bei dir mit den Gefühlen auf der Gegenseite? Hast du das Gefühl, dass dein Geliebter sich auch wünscht, mit dir zu leben? Könnt ihr offen darüber reden und glaust du, dass er ehrlich zu dir ist? Ich konnte das nie, mein Geliebter hat solche Fragen komplett abgeblockt. Darum hat mich sehr belastet, dass ich mir seiner Gefühle nie wirklich sicher war. Das war das Nervigste überhaupt, dass ich mir die Frage gestellt hab, ob es ihm vielleicht nur um Sex geht. Auch heute noch, wo die Affäre seit ein paar Monaten beendet ist, bin ich traurig darüber, dass ich das nie rauskriegen werde.


        Alles in allem glaub ich, dass es dir langfristig besser gehen würde, wenn du die Affäre beendest. Nachdem ich die Verzweiflung und die Sehnsucht der ersten Wochen überwunden habe, geht es mir jetzt viel besser. Ich denke nicht mit Groll an die Vergangenheit und stehe zu den wirklich auch schönen 3 1/2 Jahren. Es hat mir viel gegeben. Aber jetzt fühle fühle ich mich endlich wieder frei. Frei von Schuld, frei von sich-benutzt-fühlen, frei von Lügen und Selbstvorwürfen.


        Liebe Grüße.

        • juno_876007

          Es sind nicht alle gleich ...
          Hallo,
          was mich an den Diskussionen hier stört, ist, dass alle Menschen, die fremdgehen, über einen Kamm geschoren werden. Die notorischen Fremdgeher, die ständig und ohne jegliche Gewissensbisse betrügen, werden mit denen, die es nach langer Beziehung zum ersten (und evtl. einzigen) Mal tun, in einen Topf geworfen. Fremdgegen und Fremdgehen ist zweierlei!


          Und darum vermisse ich, dass hier so selten versucht wird, nach der individuellen Ursache fürs Fremdgehen zu forschen. Die ist nämlich bei jedem unterschiedlich! Bei vielen (vor allem den Männern) ist es natürlich die Lust auf Abenteuer und fremde Haut und da stimme ich den meisten "Moralaposteln" auch zu, dass man diesen Trieb allein schon aus Rücksicht auf seinen Partner im Griff haben sollte. Aber bevor man zu einer Pauschalverurteilung greift, sollte man im Einzelfall erstmal klären, was denn aus Sicht des Fremdgängers wohl die Ursache für ihre/seine Affäre war.


          Dass die Ehe nicht mehr stimmen kann, wenn man den Wunsch hat, fremdzugehen, ist auch so ein kindisches Pauschalurteil. Genau so habe ich mit 20, 30 auch gedacht. Ich höre mich heute noch sagen "Wenn man sich in jemand anderes verliebt oder jemand anderen begehrt, stimmt es in der Beziehung nicht mehr". Und daran habe ich felsenfest geglaubt. Heute, nach 22 Jahren Ehe, kommt mir dieser Satz vollkommen unreif und naiv vor. Man kann sehr wohl einen Lebenspartner gefunden haben, mit dem man einzig und allein zusammenleben will und den man liebt, achtet und respektiert und trotzdem den Wunsch nach einer Affäre verspüren. Ich habe mal einen Satz gelesen, an den ich heute wirklich glaube: "Nur wer schon 25 Jahre verheiratet ist, weiß was Liebe ist".


          Ich kenne beide Seiten, wurde nach 22 Jahren sehr vertrauter und glücklicher Ehe erstmalig (was ich meinem Mann auch glaube) betrogen und habe danach meinerseits meinen Mann ebenfalls erstmalig betrogen.


          Und jetzt widerspreche ich Skyeye und ChrissyChrissy ganz entschieden: Eine Beziehung, die durch einen (EINMALIGEN) Seitensprung oder eine EINMALIGE (auch längere) Affäre kaputtgeht, hatte keinen echten Bestand. Eine wirkliche, echte und tiefe gegenseitige Liebe ist etwas unglaublich seltenes und vermutlich wird sie nicht allzuvielen Menschen zuteil. Aber niemals wird sie durch Fremdgehen zerstört. Wenn 2 Menschen sich einig sind, die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, dann überwindet diese Liebe auch den Schmerz und die ungeheuerlichen Verletzungen, die ein Betrug mit sich bringt. Ich habe mehrere Beispiele dafür in meinem Freundeskreis. Diejenigen, die sich wirklich lieben, sind noch zusammen und bei den anderen war die Affäre nur der Auslöser für die Trennung, aber nicht der wahre Grund. Darum ist der Satz "Du kriegst die Quittung, wenn du fremdgehst, weil dich dein Partner dann verlässt" totaler Unfug. Du hast deinem Partner ungeheuerlichen Schmerz zugefügt und mit dem Wissen um diesen Schmerz und den Gewissensbissen musst du den Rest deines Lebens leben. Das ist wahr und sicher auch eine gerechte Strafe. Aber wenn dein Partner dich wirklich LIEBT, dann bleibt er bei dir und wenn er geht, dann hat er dich halt nicht wirklich geliebt. Und das ist es, was sich hier manche nicht eingestehen wollen und sich stattdessen lieber selbst belügen.


          Dies alles soll keine Rechtfertigung fürs Fremdgehen sein und ich habe Respekt vor denen, die der Liebe ihres Lebens ein Leben lang treu bleiben können. Respekt aber keine Hochachtung. Wenn ein Mensch sich sehr nach etwas sehnt, dann glaube ich, dass diese unerfüllten Wünsche irgendwann anfangen zu "stinken" und das Leben vergiften, nicht nur das eigene, sondern auch das des Partners. Und DAS ist dann der Anfang vom Ende der Beziehung.


          Ob man mit seinem Partner über seine Wünsche reden muss; hier ist ja immer von "Fairness" die Rede, ist wirklich eine Einzelfallentscheidung. Ich persönlich würde es heute lieber nicht mehr erfahren, wenn mein Mann nochmal den Wunsch hätte, fremdzugehen. Der Partner bleibt ja immer, so vertraut er einem auch ist, ein eigenes Wesen und auch wenn man glaubt, man hätte schon alles an ihm verstanden, entdeckt man plötzlich Dinge, die einem vollkommen fremd sind. Das ist beim ersten Mal ein Schock und beim zweiten Mal eine Erkenntnis, die einen reifer und weiser macht. Heute lasse ich meinem Mann diese verborgenen Wesenszüge, die ein Teil von ihm sind. Und wenn die Alternative ist, "fremdes" entdecken und sehr verletzt sein oder lieber nicht entdecken und ruhig weiterleben, dann würde ich mich für die zweite Alternative entscheiden.


          LG

        • Schade ...
          dass du das nicht verstehst.
          Ich will doch nicht wissen, was er für mich fühlt, damit ich mich dann für ihn entscheide! Das war nie ein Thema. Ich wollte es nur wissen, um sagen zu können "OK, du hast dich verliebt und er sich auch. Er wollte nicht nur Sex. Er hat dich nicht nur benutzt".
          Du hast wahrscheinlich noch nie Gefühle für 2 Männer gehabt. Eine Ehe ist nach 25 Jahren mehr Freundschaft als Leidenschaft. Trotzdem kann man sehr glücklich sein, eben auf eine ganz andere Weise wie in einer frisch verliebten Beziehung. Aber niemals hätte ich meinen Mann für so eine Verliebtheit aufgegeben.
          Das mag für dich alles wie ein Widerspruch klingen. Vermutlich können das eben nur Menschen verstehen, die ähnliches erlebt haben. Wenn du aber psychologisch tätig sein willst, dann solltest du dich um mehr Einfühlungsvermögen auch in für dich unbekannte Situationen bemühen. Dinge, die du nicht verstehst, müssen nicht gleich gelogen oder Selbstbetrug sein.
          LG

        • Hi
          "mit denen redest du im selben Tonfall wie mit mir ....", da bin ich ja sehr beruhigt, dass ich kein Einzelfall bin :razz: Das hab ich aber auch schon von alleine gemerkt.
          Sorry, aber wer im immer gleichen Tenor nur die Leute abkanzelt ohne mal wirklich differenziert auf die geschilderte Situation einzugehen, den kann ICH nicht ernst nehmen.
          LG

        • cokkie_12912657

          Dankeschön !!!
          Ich freue mich sehr, dass du mein Statement als das verstanden hast, was es ist: Ein ganz persönlicher Bericht. Ich habe es nicht nötig, mich in einem "guten Licht" darzustellen und mein Verhalten moralisch zu entschuldigen, wie cefeu es interpretiert. Es gibt hier im Forum so viele, die offen und ehrlich von ihren Problemen berichten und Hilfe suchen und ich finde es widerlich, wie manche dies ausnutzen, um die Moralkeule rauszuholen und diese Menschen fertigzumachen. Wem das was gibt, tut mir leid.
          LG

          • Hallo
            ich verstehe, wie du dich fühlst und es ehrt dich, dass du nicht so rücksichtslos bist, nur an dich zu denken, sondern dich auch in die Gefühle der betrogenen Ehefrau hineinversetzt.


            Schuldgefühle musst du keine haben, die muss nur der Fremdgeher, also der Ehemann, haben. Leider entsteht aber aus einer reinen Sexbeziehung sehr schnell mehr, Gefühle usw. und dann wird es kompliziert und der Spaß hört auf und der Stress fängt an.


            Ich sehe es auch so, als Geliebte hast du ganz schlechte Karten. Ich weiß, wie schwer es ist, etwas zu beenden, was einem so guttut und was man genießt. Wenn du es schaffst, wär das toll! Wenn nicht, folgen vermutlich Konsequenzen, aber auch mit denen kann man fertig werden.


            Ich sehe das wie westfal: Was ist schon leicht im Leben? Schmerz und Enttäuschung gehören eben auch dazu.


            Alles Gute!


            LG

          • Hallo cefeu,
            ich wüßte gerne, was deine Motivation ist, hier im Forum zu schreiben. Du antwortest auf sehr viele Fragen/Hilferufe zum Thema "Untreue" und immer im gleichen Tenor: Verurteilung, null Verständnis und das Vermitteln von Schuldgefühlen.


            Jeder der sich hier Hilfe, einen Rat oder gar ZUSPRUCH erhofft, kommt sich nach dem Lesen deiner "Antworten", je nach vorhandenem Selbstbewußtsein, entweder vor wie ein Idiot oder fühlt sich zumindest vollkommen unverstanden. Ist es das, was du erreichen möchtest und wenn ja, was gibt es dir?


            Du schreibst, "du seist selber noch nie betrogen worden, hättest aber ein grundlegendes Einfühlungsvermögen". Ich kann das leider nicht feststellen. Du wertest, analysierst und urteilst, aber versetzt dich m. E. niemals wirklich in die Situation des ratsuchenden Menschen.


            @Lerche 07 und alle anderen, die dies hier vielleicht lesen und sich einen Rat oder Verständnis erhoffen:


            Ich bin selber eine betrogene Frau (nach 22 Jahren Ehe) und ich habe meinem Mann verziehen. Ihm zu verzeihen, war für mich wie erwachsen werden und der Realität ins Auge sehen und jetzt, 4 Jahre später, sind wir immer noch zusammen und ich fühle mich enger mit ihm verbunden als je zuvor.


            "Wenn man Untreue verzeihen kann, dann ist es Liebe. Wenn man versteht, dass man nicht der allein seligmachende Partner für den anderen ist, dann ist es Liebe. Wenn man damit leben kann, dass man für niemanden niemals genug ist, dann ist es Liebe" (Ildiko von Kürthy).


            Natürlich muss jedes Paar für sich entscheiden, ab wann eine offene Beziehung anfängt. Die meisten jedoch können oder wollen schon eine einmalige Affäre oder gar einen einmaligen Seitensprung nicht verzeihen.


            Aus meiner Erfahrung heraus möche ich betrogenen Frauen und Männern den Rat geben: Kämpft um eure Liebe! Wenn euer Partner mit euch zusammenbleiben will, euch sagt, dass er seine Affäre beenden wird und euch um Verzeihung bittet, dann gebt euch Zeit und denkt in Ruhe nach. Gebt nicht dem spontanen Impuls nach, alles hinzuwerfen und ihn sofort zu verlassen! Hinterfragt euer gemeinsames Leben, die Zeit, die ihr miteinander verbracht habt, ob es gute Jahre waren mit Höhen und Tiefen, aber vor allem zufriedene Jahre. Hört nicht auf euren Stolz und vor allem nicht auf "gutgemeinte" Ratschläge, die sagen "Verlass das Schwein sofort".


            Und wenn ihr feststellt, dass ihr ein gutes Leben hattet, eins, wie ihr es euch eigentlich gewünscht habt und wenn euer Partner der Mann fürs Leben und vor allem der für den Alltag ist, den es täglich zu bewältigen gilt und der 85 % !!! des Lebens ausmacht, der gute Vater, verläßliche Freund, der Mann, der euch zum Lachen bringt und von dem ihr euch verstanden fühlt, dann versucht, ihm zu verzeihen und neu anzufangen. Das Vertrauen kommt zurück, glaubt mir!


            Allerdings mußte auch ich mit dem Schmerz fertigwerden und habe dies geschafft, indem ich mich vollkommen auf mich selbst konzentriert und meinerseits meinen Mann betrogen habe. Das klingt für viele wie der vollkommen falsche Weg, aber ich glaube, für sehr viele betrogene Menschen ist es der einzig richtige und das Ergebnis gibt mir recht.


            Um überhaupt verzeihen zu können und aus der Spirale aus Schmerz, Selbstmitleid und Vorwürfen an den Partner und vor allem aus der Opferrolle rauszukommen, muss man erstmal sein vollkommen am Boden liegendes Selbstbewußtsein wieder aufrichten und das geht m. E. nur, indem man sich Bestätigung von außen holt. Und noch ein Gutes hat eine eigene Affäre: Um verzeihen zu können, muss man vor allem VERSTEHEN!


            Das ist es nämlich, was dir, cefeu, fehlt. Du verstehst nicht, wie jemand fühlt, der eine Affäre hat. Du hast nur die negativen Aspekte einer Affäre vor Augen. Du siehst nur den armen, verletzten Partner, du weißt nicht, was einem Menschen eine Affäre geben kann, weil du selbst nie eine hattest.


            Und erst, nachdem ich eine eigene Affäre gehabt habe, mit allen guten und schlechten Seiten, konnte ich meinen Mann verstehen und ihm wirklich verzeihen.


            Das klingt jetzt alles so easy und perfekt und das war es natürlich nicht. Mit einer eigenen Affäre geht man ein Risiko ein, dessen muss man sich bewußt sein. Ich habe mich in meine Affäre verliebt und es gab auch da Verletzungen und Momente, wo ich dachte, mein Gott, warum tust du dir das jetzt auch noch an. Aber letztlich hat es mir geholfen und bin gereift. Schöner, selbstbewußter, weiser und vor allem endlich wirklich erwachsen fühle ich mich nach all dem, was hinter mir liegt. Und immer noch vereint mit dem Mann meines Lebens.


            Darum, liebe betrogenen Frauen und Männer, urteilt nicht so hart mit den Menschen, die euch betrogen und verletzt haben. Löst euch aus eurem Schmerz und nehmt eure eigenen Bedürfnisse wahr. Und dann versucht, zu verstehen und zu verzeihen.


            LG

            • an0N_1285272799z

              Hallo
              ich schreib dir jetzt zum ersten Mal, weil hier ja eh nur alle auf dir rumhacken und ich, glaube ich, dich ein bißchen verstehen kann.
              Ich hatte selber eine lange Affäre und habe mich verliebt, hatte allerdings nie den Wunsch, meinen Mann zu verlassen.
              Du bist im Moment sehr verliebt und siehst deine Geliebte durch eine rosarote Brille. Ist ja auch klar; ihr teilt keine Alltagssorgen, ihr habt nur Spaß und schöne Momente. Aber hast du dir mal Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ihr wirklich zusammenlebt? Kennst du sie so gut, dass du weißt, dass da nicht Dinge sind, die du dir vielleicht gar nicht vorstellen kannt und die dir überhaupt nicht gefallen?
              Dir muss klar sein, dass diese Verliebtheit auch vergehen wird und dass Alltag einkehrt und die Leidenschaft schwindet. So ist es immer. Und bist du wirklich ganz sicher, nur von dem bißchen Affären-Kennen, das ihr habt, dass der Alltag mit deiner jetzigen Geliebten nicht vielleicht schlimmer wird als mit deiner Frau. So wie du schreibst, ist sie dir noch längst nicht gleichgültig. Da sind noch Gefühle, die vielleicht nur mal wieder ans Licht geholt werden müssen, weil sie im grauen Alltagstrott vollkommen untergegangen sind.
              Bitte mach dir Gedanken und versuch mal, all das Positive, Schöne, das, was dir früher an deiner Frau gefallen hat und was du heute noch magst, aufzuschreiben. Versuch, sie mit anderen Augen zu sehen. Nicht nur als jemanden, der dich hemmt.
              Ich denke, du solltest nichts überstürzen. Wenn deine Frau einverstanden ist, dann wäre eine Trennung auf Zeit, glaube ich, gut für euch. Du soltest nicht zu deiner Geliebten ziehen, aber dir eine eigene Wohnung nehmen und in Ruhe nachdenken, was du willst. Und was deine Geliebte angeht: Hast du dir schon mal Gedanken über ihren Charakter gemacht? Hatte sie je ein schlechtes Gewissen, weil sie eine Ehe zerstört? Wenn sie so toll ist, warum ist sie noch frei? Und warum fängt sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann an und sucht sich nicht einen passenden Single? All diese Fragen solltest du dir stellen und für dich beantworten und dann eine Entscheidung treffen.


              Viel Glück für dich!

            • Hallo Conni
              Du hast recht, ich hab mir definitiv auch neue Verletzungen angetan, aber dafür sind die alten sind geheilt und mein Mann und ich können neu anfangen. Das war dann wohl der Preis dafür. Jedenfalls habe ich die Affäre meines Mannes definitiv verarbeitet, ihm vollkommen verziehen und wir begegnen uns wieder auf Augenhöhe. Ich hab mich ganz allein aus der Opferrolle befreit und beziehe mein Selbstbewußtsein nicht aus der Tatsache, großzügig und selbstlos verziehen und darum einen Heiligenschein verdient zu haben.


              Warum mir der fehlende Liebesbeweis meiner Affäre Kopfzerbrechen gemacht hat? Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass er mich und sich selbst anlügt und sich nicht eingestehen will, dass da tiefere Gefühle sind. Und weil ich überzeugt bin, dass zur seelischen Gesundheit eben auch Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen gehört.


              Aber das Thema ist im großen und ganzen durch. Ich kann die Sache auch ohne Liebesbeweis abhaken.

            • Hallo Conni
              Ich glaube, dass die zwiespältigen Gefühle bei einer Affäre nur diejenigen nachvollziehen können, die selbst schon einmal eine Affäre hatten. Vielleicht habe ich darum das Gefühl, dass du mich nicht verstehst.


              Der GRUND, warum man eine Affäre beginnt, ist bei jedem Menschen verschieden. Man vermisst etwas in seiner Partnerschaft, wie es z. B. mein Mann der Fall war, oder aber man versucht, etwas zu heilen, wie ich es getan habe.


              Du hast mich allerdings bezüglich der Aufarbeitung falsch verstanden. Mir ist bewußt geworden, warum mein Mann eine Affäre begonnen hat und was ihm gefehlt hat. Ich weiß, dass ich einen großen Anteil daran hatte, dass es dazu kam und wir haben sehr viel verändert in unserem Leben. Wir sind uns wieder viel näher gekommen, haben gemeinsame neue Hobbies aufgenommen und sind jetzt eine noch stärkere Einheit als früher. Insofern haben wir seine Affäre sehr wohl aufgearbeitet. und letztendlich hatte sie sogar einen positiven Effekt auf unsere Ehe.


              Nur auf meinen Schmerz und die Verletzungen hatte das Ganze damals keinen Einfluß. Ich weiß nicht, ob du das verstehst. Mein Mann hatte sich für mich entschieden, er zeigte mir seine Liebe, ich habe meine Fehler und Versäumnisse eingesehen; wir haben viel verändert und trotzdem tat es mir immer noch so furchtbar WEH !!! Jeden einzelnen Tag. Ich konnte nicht aufhören, an die Geschichte zu denken. Und daran konnte noch so viel reden und alle positiven Veränderungen in unserem Leben einfach nichts ändern. Mein Ego war so sehr verletzt; da half keine Aufarbeitung mehr.


              Und um diesem Schmerz zu entfliehen, der nicht aufhöhren wollte, habe ich meine Affäre begonnen. Und es hat mir geholfen. Der Schmerz war weg; ich war abgelenkt und fühlte mich gut.


              Und dann habe ich den großen Fehler gemacht, die Affäre nicht zu beenden, als ich noch unabhängig war und Herr über meine Entscheidungen. Und sie hat sich verselbständigt. Ich habe Gefühle entwickelt. Und das ist der Punkt, den nur Menschen verstehen können, die auch eine Affäre hatten oder haben. Dass man sich durchaus "verlieben" kann, auch wenn man den Partner fürs Leben gefunden hat. Weil dieses "Verliebtsein" eben in der Ehe nicht mehr stattfindet und es 2 völlig unterschiedliche Gefühle sind, die da parallel ablaufen. Das wird dir jeder bestätigen, der schon einmal eine Affäre hatte.


              Im Grunde ist es also so, dass der GRUND, warum ich eine Affäre begonnen habe, ganz anders war als der bei meinem Mann, aber die Folge davon, nämlich, dass man Gefühle entwickelt und zwischen den Stühlen steht, genau die gleiche ist.


              Ich denke, ich habe die Zeit gebraucht und auch meine Affäre gebraucht. Für mich war das der Weg in eine weitere, gemeinsame Zukunft mit meinem Partner. Jeder muss für sich entscheiden, wie sein Weg aussieht., wenn er an so einen Punkt im Leben gerät.


              Liebe Grüße!


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            • alize_11893403

              Nähe
              Hallo,


              ich gebe dir recht, dass er keine Nähe ertragen kann. Er will sich nur nicht eingestehen, dass das der Grund für seine Beziehungsunfähigkeit ist. Er sucht sehnsüchtig die Frau fürs Leben; möchte eine Familie und Kinder. Wie oft hat er mir schon gesagt, dass er mich beneidet um das, was ich habe.


              Ich hab oft versucht, mit ihm darüber zu reden, warum seine Beziehungen immer scheitern. Aber da blockt er komplett ab. Und er hat es ja leicht. Seine Ausrede ist immer "Du hast ja keine Ahnung und kein Recht, mir Ratschläge zu geben. Du bist nur eine Affäre und da verhalte ich mich ja völlig anders als bei einer Beziehung". Und das ist ein Totschlag-Argument.


              Dass es einen Grund geben muss, warum alle Frauen die Beziehung zu ihm nach ein paar Wochen/Monaten im Streit beenden, verdrängt er einfach. Und das ist ein Totschlag-Argument.


              Und das alles finde ich sehr schade und ich gebe zu, dass es mir nicht leichtfällt, mir meine Ohnmacht in dieser Hinsicht einzugestehen. Ich hätte gerne, dass er glücklich ist.

            • ata_12139374

              Offene Beziehung
              Hallo,
              aktuell habe ich den Kontakt zu meiner Affäre mit einer fadenscheinigen Ausrede abgebrochen. Fakt ist, dass ich die Sache vom Kopf her wirklich beenden möchte, aber bis jetzt immer wieder schwach geworden bin. Sobald es mir nicht so gut geht, lauert schon der Gedanke "melde dich bei ihm, er tut dir gut". Oft hat auch er sich nach Wochen der Funkstille wieder gemeldet und ich hab geantwortet. Er schrieb liebevoll "ich vermisse dich" und "ich hab dich lieb" und er hat es ehrlich gemeint, da bin ich nach 3 Jahren sicher. Genau das waren ja auch meine Gedanken und das hat es schwer gemacht, nein zu sagen. Ich hoffe, dass ich dieses Mal stark sein kann. Im Moment halte ich es ganz gut ohne Kontakt zu ihm aus.


              Ich weiß nicht, ob ich generell mit einer offenen Beziehung klarkäme. Ich habe meinem Mann verziehen und ich weiß, dass er zu mir steht und mich aufrichtig liebt. Ich glaube, ich könnte ihm ein gelegentliches Fremdgehen verzeihen. Ich habe ja schon den unendlichen Schmerz ausgehalten und vor allem auch überwunden, den sein Betrug damals in mir ausgelöst hat. Durch meine Affäre überwunden, denn mein Mann konnte mir trotz all seiner Liebe, die er mich hat spüren lassen, nicht helfen. Und auch er selbst hat so gelitten, als er meinen Schmerz sah und bitter bereut. Er meinte "hätte ich gewußt, wie sehr ich dir wehtue, ich hätte es niemals getan".


              Er wollte aber auch nicht aufarbeiten, er wollte den größten Fehler seines Lebens, wie sagte, einfach vergessen und neu beginnen. Da kam ich nicht an ihn ran. Ich bin sicher, wir beide wären heute noch nicht drüber weg, wenn ich keine Affäre begonnen und mich ganz allein auf mich selbst konzentriert hätte. Meinen Mann quasi "ausgeblendet" und mich nur noch um mich und die Überwindung des Schmerzes gekümmert habe. Darum war das für mich der richtige und einzige Weg, was immer hier verschiedene andere Leute denken mögen. Jeder muss selbst den für sich richtigen Weg finden, mit dem Schmerz und der Verzweiflung fertigzuwerden.


              Ich sehe es heute tatsächlich so, dass eine Affäre eine tiefe Liebe nicht zerstören kann. Darum habe ich auch keinerlei Befürchtung, verlassen zu werden, wenn mein Mann von meiner Affäre erfährt. Ich könnte auch gelegentliches Fremdgehen von ihm zukünftig verzeihen glaube ich. Aber nicht mehr so eine intensive Affäre, wie er sie hatte, mit täglichen Telefonaten, gemeinsamen Geschäftsreisen und sogar einem Kurzurlaub. Soviel Intimität, die darf es nur zuhause geben. Ich selbst hatte sie ja nie mit meiner Affäre, weil er das nicht zugelassen hat selbst wenn, ich vermutlich nicht den Mut gehabt hätte, so weit zu gehen.


              Ich denke, mit einer generell offenen Beziehung hätte ich also große Probleme. Und mein Mann ebenfalls. Wir sind beide nicht so, dass wir uns unsere Wünsche immer gleich erfüllen müssen. Wir waren beide über 20 Jahre lang treu und dann ist es halt passiert. Es geht mir nicht nur um Sex, sonden mehr um Verliebtheit, Schmetterlinge und Bauchkribbeln. Und dafür muss Nähe da sein und die nimmt der Partnerschaft zuhause was weg.


              Auch mein Mann könnte keine reine Sexbeziehung haben; er ist ein gefühlsbetonter Mensch. Zwischen ihm und seiner Affäre hat es tiefe Gefühle gegeben, auch von seiner Seite. Daraus hat er keinen Hehl gemacht. Er wäre entsetzt, wenn ich ihm eine offene Beziehung vorschlagen würde.


              Jetzt hoffe ich, ich schaffe es wirklich, meine Affäre langfristig zu beenden. Ob ich von jetzt an totale Monogamie für den Rest meines Lebens schaffe, weiß ich noch nicht. Aber ich verurteile mich und auch meinen Mann nicht dafür, denn eine intensive tiefe Liebe und wirklich gute Partnerschaft kann ein seltener, gelegentlicher Seitensprung nicht zerstören. Mit der Betonung auf selten. Und das ist doch eine wunderbare Erkenntnis.
              LG