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sanda_12684579

  • 20. Mai 2010
  • Beitritt 10. Aug 2009
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  • Bewahre ein Schutzschild
    Hallo Sinem,
    ich habe deine Geschichte lange still verfolgt. Ich fühle mich jetzt sehr an meine Situation erinnert. Meine Affaire hat mir nach 1,5 Jahren erzählt, dass seine Frau schwanger ist. Es war die Hölle. Ähnliche Erklärung wie bei dir. Der Kleine ist mittlerweile 1 Jahr alt. Während der ganzen Zeit hat er versucht sich von ihr zu trennen, aber die zwei Kinder halten ihn davon ab. Vor einem halben Jahr habe ich es beendet, es tat mir so weh, wenn er mir voller Stolz von seinem Jüngsten erzählte. Ich hätte jedes Mal kotzen können. Hab ihm erzählt, wie weh es mir tut, trotzdem hat er es unbewusst immer wieder getan. Es war auch bei uns nie vorbei, er hat mich nie in Ruhe gelassen. Ein Horror. Erschwerend kommt hinzu, dass wir Kollegen sind.


    Warum kommt denn dein Freund jetzt erst an? Ich weiß von meiner Affaire, dass es mit zwei Kindern eine absolute Umstellung ist. Kein/kaum Sex, nur Streit, kaum Schlaf, Kinder stehen im Mittelpunkt.


    Sucht er bei dir vielleicht die Ruhe? Bei dir ist ja alles schön und geregelt. Bewahre dein Schutzschild solange er keine Taten sprechen lässt.


    Du bist so weit gekommen. Du hast mittlerweile soviel Abstand. Das ist so einfach gesagt, ich weiß. Aber denk an dich, hast du nicht etwas besseres verdient?
    Welches Recht gibt ihm, so mit dir umzugehen?


    Liebe Grüße

    • Hallo,
      meine Schuldgefühle erdrücken mich förmlich.
      Vor 3 Jahren haben mein Mann und ich geheiratet. 1 Monat nach unserer Hochzeit haben sich seine Lebensumstände extrem geändert, wir dachten zu unseren Gunsten. Er hat ein zeitintensives Hobby (Hobbymusiker) an den Nagel gehängt, die Entscheidung kam von ihm. Ab diesem Zeitpunkt ist er in ein tiefes Loch gefallen. Da wir in der Winterzeit geheiratet haben, dachte ich, es wären Stimmungsschwankungen, die ja zu dieser Jahreszeit üblich sind. Die hielten aber bis Mai an. Es wurde erst besser, als er im Frühling/Sommer zur Aushilfe wieder Musik gemacht hat. War wie ausgewechselt. Nach der Saison viel er wieder in das Loch. Alles Reden und Ratschläge (z.B. das Hobby wieder aufnehmen) haben nicht gefruchtet. Er hat sich gehenlassen. Haben uns oft gestritten, habe wenig Liebe gespürt. So oft wurde mir gezeigt, ich kann ihm nicht helfen. Er hat nur Freude beim Musik spielen oder am Computer. Das hat mich alles sehr gekränkt. Nur nach dem Sex ging es ihm besser. Danach hab ich mich allerdings oft schlecht gefühlt. Ein Jahr nach unserer Hochzeit habe ich mich in einen Arbeitskollegen verliebt (verh. + Kinder) Wir wussten, dass es nicht richtig ist, die Anziehungskraft war aber so intensiv. Trotz mehrerer Versuche sind wir nicht voneinander losgekommen. Zu dem Zeitpunkt habe ich meine Ehe noch nicht am Ende gesehen. Nach ein paar Monaten konnte ich mit der Lüge nicht mehr leben. War ehrlich zu meinem Mann. Er hat gekämpft wie ein Löwe. Kam richtig aus sich raus. Aber nur für kurze Zeit. Ich war so unglücklich in meiner Ehe. Mein Kollege hat mir nie falsche Hoffnungen gemacht. Mein Mann und ich sind dann zur Eheberatung, dort wurde die Depression diagnostiziert. Doch es war zu spät. Meine Liebe zu ihm war bereits erloschen. Wir haben stundenlange Gespräche geführt. Hat mir im Detail von seinen Selbstmordabsichten berichtet. Die hatte er schon, ehe wir wirklich große Probleme hatten. Ich war am Ende. Wieso hat er uns schon vor so langer Zeit aufgegeben, warum hat er nicht gekämpft, obwohl er mich so sehr liebt? Warum hat er mir nie etwas gesagt? Rückblickend sagt er, er konnte nicht reden. Wusste selber nicht was los war, obwohl alles super war. Grundlos traurig zu sein, hat ihn in ein noch tieferes Loch gezogen. Vor 8 Monaten habe ich mich getrennt. Zu dem Zeitpunkt habe ich auch meine Affäre beendet, denn die hatte damit nichts zu tun. Sie hat mir gezeigt wie wenig ich geliebt werde.


      Trotzdem hat meine Affäre danach sehr um mich gekämpft, wollte seine Familie verlassen. Diesen Kampf hat er lange mit sich und mir gekämpft, aber nicht mit seiner Familie, denn er hat sie nicht verlassen. Wegen der Kinder (4 u. 1 Jahre) braucht er noch Zeit. Ich aber brauche jetzt Zeit für mich, obwohl ich ihn sehr, sehr liebe. Seit drei Wochen haben wir kaum noch Kontakt, lediglich beruflich (wir sehen uns jeden Tag in der Firma).


      Und seit ich wieder in Ruhe gelassen werde, kommen die Probleme meine Ehe wieder hoch. Warum haben wir die Depression nicht schon vorher erkannt? Hätten wir noch was retten können? Leider lehnt mein Mann eine Betreuung ab, nimmt lediglich Tabletten. Seit dem Tod von Robert Enke habe ich natürlich noch größere Sorge. Bereits 3 Wochen vor dieser tragischen Geschichte, habe ich eine Therapie begonnen. Ich muss wieder an mich denken.
      Meine Therapeutin hat mir diese Denkaufgaben gegeben:
      Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich.
      Ich müsse jetzt endlich etwas gutes für mich tun...


      Aber es ist schwer, denn sitze ich allein zu Hause, drehen sich meine Gedanken nur um das WARUM?
      Was stellt diese Krankheit nur an? Warum war ich nicht stark genug? Warum war unsere Liebe nicht stark genug?


      Auch wenn ich oft traurig bin, bereue ich meinen Schritt nicht.


      Mein Apell an alle hilflosen Gemüter. Sucht euch Hilfe. Das Gespräch mit Freunden reicht oft nicht aus. Ein Außenstehender bewirkt oft viel mehr. Das ist kein Eingestehen von Schwäche...aber ein Weg in ein neues Leben


      Wie werde ich diese Schuldgefühle nur los? Wie kann ich mich sinnvoll ablenken?


      Vielen lieben Dank
      Powerlady

    • an0N_1249059999z

      Gib ihm Zeit
      Du wirst einen großen Fehler machen, wenn du es ihr sagst. Deine gesprochenen Worte sind wie ein abgeschossener Pfeil, du wirst sie nicht mehr zurücknehmen können.


      Vielleicht braucht er ja auch Zeit um zu merken, wie sehr er dich liebt. Jetzt überwiegt sein schlechtes Gewissen. Aber ist das denn schlimm? Was wär er denn für ein Mensch, hätte er kein schlechtes Gewissen. Gefühle lassen sich nicht per Knopfdruck aus- und einschalten. Mach dich rar. Du wirst ihm fehlen. Kommt er dann wieder, stell ihn vor die Wahl.


      Nur diese Möglichkeit wirst du dir bei deinem dummen Rachefeldzug verbauen.


      Reagiert er gar nicht, kannst du es dir ja noch immer überlegen, wobei ich rein gar nichts davon halte.
      So eine Liebe braucht Geduld, sehr sehr viel Geduld. Ich spreche leider aus Erfahrung...


      Ich wünsche dir alles Gute!

      • Wünsche mir auch ein Happy-End
        seit fast 2 Jahren lieben wir uns. Er hat Frau und Kinder. Seine Kinder liebt er über alles, will seine Familie aber trotzdem verlassen und mit mir alt werden. Seit einigen Wochen führt er intensive Gespräche mit seiner Frau. Sagt ihr, dass er sie nicht mehr liebt, sie verlassen will... Aber sie kämpft natürlich weiter, setzt ihn mit Kindesentzug unter Druck. :evil:
        Folge dessen distanziert sich von mir. Hat kaum Kraft für Gespräche. Findet aber keinen Ausweg, er ist so hilflos.
        Mich verletzt das natürlich sehr, kann ihn aber auch verstehen. Ich habe vor 6 Mon. meinen Mann verlassen. Das ist nicht leicht, selbst ohne Kinder.


        Die letzten Tage haben wir viel geredet. Auf der einen Seite tue ich ihm gut und geb ihm Kraft, es tut ihm aber auch weh, mich leiden zu sehen, auf der anderen Seite möchte er mir nie vorwerfen, nur wegen mir seine Kinder verlassen zu haben. Er möchte die Trennung ohne mich schaffen.
        Nur hänge ich jetzt total in der Luft. Habe Angst, er findet doch wieder zu seiner Frau. Wenn es so wäre, war unsere Liebe allerdings auch nicht stark genug - was ich nicht glaube.


        Ich habe ihn jetzt verlassen, nicht weil ich ihn nicht mehr will, sondern gerade weil ich ihn so sehr liebe. :cry: Habe das Gefühl, ich bin eher eine Last für ihn. Er braucht den Abstand, den klaren Kopf. Den bekommt er nur, wenn ich mich distanziere. Es kann ja keiner sagen, wie lang es dauert. Wochen, Monate? Und ich brauch auch wieder einen klaren Kopf. Blöd ist nur, wir sehen uns jeden Tag in der Firma :-(


        Mich würde interessieren, wie sich ein Mann von diesen Ängsten befreien kann. Wie kann man sie ermutigen oder unterstützen, diesen Schritt zu gehen?


        Ist mein Rückzug richtig? Entweder ist es der Anfang vom Ende, oder der Anfang einer gemeinsamen, wunderbaren Zeit.


        Majamarie, ich freue mich für dich und für alle Anderen die diesem Leidensweg entkommen sind.


        LG Powerlady

      • posy_12162092

        Du schaffst das!
        Ich weiß wie schwer es ist. Bin in ähnlicher Situation, nur dass sich mein Kollege jetzt angebl. für mich entscheiden will, ihm nur leider der Mut fehlt.


        Allerdings habe ich auch schon dein Szenario mit ihm erlebt (nur das es seine Frau nicht weiß, er sich aber trotzdem für die Familie entschieden hat) Ich wünsche dir ehrlich gesagt, dass er zu seiner Entscheidung steht, denn dann hast du eine Chance dein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
        Lässt er dich trotzdem nicht in Ruhe - trennt sich aber nicht von ihr - dann wird es ein langer Leidensweg.


        Ich wünsche dir viel Kraft!

      • Wachsperle - ich geb dir recht
        Hier herrscht so viel Zickenkrieg. Entsetzlich. Da ist man doch über beinah jeden männlichen Beitrag dankbar.


        Denn den Männern muss man doch mal eins zu Gute heißen. Oft rüttelt ihr uns wach, und der Schleierblick verschwindet. Soweit es hier möglich ist, ist mir eine objektive Meinung lieber, als das nervige, wenig konstruktive 'anpöbeln'.


        Danke Lodel. Du gibst mir ein wenig Hoffnung. Denn das ist doch das, was wir hier suchen.


        Powerlady

      • gaynor_11912599

        Ja,...
        das tut es. Alles schreiben, aber auch vieles Lesen.
        Schon seit einiger Zeit verfolge ich deinen Thread.
        In deinem 'ersten' hab ich sehr viele Tipps aufgenommen.


        z.B. von mikael1973 und dito15


        Zitat mikael1973:
        Gib ihm ein bißchen Zeit. Bei mir hat sich das ungefähr 8 Wochen hingezogen (zwei Kinder). Gib ihm so sechs Wochen, dann sollte sich was getan haben.


        Zitat dito15:
        du willst klarheit und du willst ihn. aber er hat jetzt viel größere sorgen und zwar, wie schafft er es, einem so sehr weh zu tun, mit dem er einen großen teil seines lebens verbracht-ohne umzukippen????? der seelische druck einer trennung ist enorm-das dürftest du wohl wissen.
        und wenn ein kind dranhängt, noch mehr. dann das ungewisse-wirst du noch da sein? wenn ja, wie lange? wird er so glücklich mit dir, dass sich das alles gelohnt hat? und deswegen-zick jetzt nicht rum, das ist der denkbar schlechteste zeitpunkt!!


        Wenn er dir mittlerweile egal ist, umso besser. Dann tut es vielleicht auch nicht mehr so weh, und du bist offen für neue Gefühle!?

      • Kannst meine Geschichte lesen
        ... steht im Forum: Liebe im Büro
        - Liebe einen verh. Kollegen

      • gaynor_11912599

        Hänge auch grad in der Luft :cry:
        Mir geht es grad genau wie dir. Seit ca. 1 Woche meldet er sich nicht mehr. Er meint, er müsse das alleine schaffen (sich von Frau und Kinder trennen), möchte mir niemals Vorwürfe machen, dass er diesen Schritt nur wegen mir gemacht hat.
        Seiner Meinung nach sind die nächsten Wochen/Monate der Qual doch auszuhalten, wenn er daran denkt, danach den Rest seines Lebens mit mir zu verbringen.


        Aber auch ich würd ihm gern beistehen. Möchte nicht aus seinem Leben gestoßen werden.
        Und was macht er? Lässt mich links liegen. (Das kenn ich nicht von ihm, er hat sich in den fast 2 Jahren beinah jeden Tag gemeldet)


        Jetzt hab ich die Hoffnung, dass ich den Absprung doch endlich schaffe. Jemanden kennenlerne, der ihn mir aus dem Herzen schubst.
        Aber weiter hab ich auch die Hoffnung mit ihm zu leben. Doch was ist das für eine Basis?


        Sinem, ich bin sehr gespannt, wie es bei dir weitergeht. Ich wünsche dir alles gute, und auch ganz viel Kraft!!!


        Powerlady

      • kai_12768772

        Du kannst nichts mehr ändern...
        ...nur noch das Beste raus machen.


        Das Beste an der Sache ist doch das Baby.
        Treib nicht ab, du wirst es dir nie verzeihen.
        Und wenn du Glück hast, wirst du wunderschöne Zeiten erleben. Mit deinem Baby und vielleicht sogar mit deinem Mann.


        Ich verzichte bewusst auf ein Urteil und seh nur den Status Quo.


        Was hat denn A. für ein Recht, dich so unter Druck zu setzen?
        Nur damit er seine scheinbar weiße Weste beibehält?
        Sehr egoistisch!!! Fall nicht drauf rein. Du bist stärker. Ganz bestimmt!!!