Nachdem mir schon Google unglaublich wenig zu dem Thema ausgespuckt hat, verfasse ich nun einen vielleicht ungewöhnlichen Thread. Meine Freundin hat mich dazu motiviert in diesem Forum zu posten weil sie hier bereits einige brauchbare Kontakte und Hilfestellungen gefunden hat.
Ich bin auf der Suche nach einer kleinen Schwester
Für mich besteht der Sinn einer Existenz aus vielen kleineren Existenzen. Jeder von uns wird das kennen. Wir sind Sohn/Tochter, Arbeitskollege, Partner einer Beziehung, beste/r Freund/Freundin und vieles mehr. Das alles macht uns aus.
Mit dem Tod meiner kleinen Schwester wurde mir vorzeitig ein, in meinen Augen sehr wichtiger Teil meines Ichs genommen. Wie kann ich ein großer Bruder sein wenn ich keine Schwester mehr habe? Und wie kann ich kein großer Bruder sein wenn ich mich so sehr als solcher fühle?
Es geht mir dabei nicht darum einen Ersatz für meine verstorbene Schwester zu finden. Dazu kannte ich sie zu wenig und ihr Ableben liegt bereits lange genug zurück um ihn verarbeitet zu haben.
Wonach ich suche ist eine Möglichkeit ein großer Bruder...nein ein guter großer Bruder zu sein. Jemand der zuhört, der Sorgen teilt, bei Problemen hilft, mit dem man gelegentlich etwas unternimmt, mit dem man sich zoffen kann, der einem zu Weihnachten das coolste Geschenk macht und und und
Ich kenne unzählige Frauen die sagen sie hätten immer gern einen großen Bruder gehabt.
Es gibt dort draussen doch verdammt nochmal soviele Kinder und Teenies die jemanden brauchen, die einsam sind, die sich gerne einen großen Bruder wünschen, die allein durch ihr Leben stolpern.
Es gibt alleinerziehende Eltern oder vollzeitarbeitende Ehepaare die Èntlastung gebrauchen könnten und sich vielleicht eine weitere, verantwortungsbewusste Bezugsperson für ihr Kind wünschen. Jemand der mehr ist als ein Angestellter einer Nachmittagsbetreuung.
Wieso sollte sich unter all diesen Personen nicht eine Möglichkeit bieten in der allen geholfen wird?
Sicher gibt es das BigBrother/BigSister Programm in einigen Städten, auch hier in München, die Mentoren an genau solche Kinder vermitteln. Dort war ich auch bereits.
Das Problem dabei ist dass diese Paare nur gleichgeschlechtlich zugeteilt werden und jeder der Geschwister hat wird wissen dass ein Bruder/Bruder und ein Bruder/Schwester Verhältnis etwas vollkommen anderes ist.
Davon abgesehen dass ich mit Frauen ohnehin eher auf einer Wellenlänge liege als mit Männern und nein das ist ABSOLUT NICHTS sexuelles. Allein bei dem Gedanken daran kommt mir das Grausen.
Doch das ist wohl auch einer der vielen Kritikpunkte die bei besorgten Eltern aufkommen
Wer vertraut seine Tochter schon einem Fremden an, der einen auf großer Bruder macht?
Da sind auch ein reines Führungszeugnis oder Referenzen aus dem Umfeld keine große Hilfe.
So treibe ich nun schon seit einiger Zeit durch dieses Thema und ich merke dass es mir zunehmend mehr fehlt Bruder zu sein. Gerade die Weihnachtszeit war nicht gerade förderlich.
Was bleibt mir? Den großen Bruder in mir begraben?