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Man fühlt sich allein!

 

Hallo...

Ich habe am 7.6. diesen Jahres meinen Paps verloren und ich weiß nicht warum, aber ich hatte das Bedürfniss, meine Geschichte runter zu schreiben.. Ich habe zu diesem Thema viel im Internet gesucht und bin vermehrt auf diese Seite gestoßen.. Hier gab es eigentlich immer tolle Antworten und Tipps, sodass ich es für mich auch gerne versuchen wollte...

Mein Paps und ich hatten eine ganz besondere Beziehung. Klar, Tochter und Vater sind sich meist näher und haben eine gute Bindung, doch bei meinem Paps und mir war es noch enger! Es gab keinen Menschen, der mir so nah war. Natürlich liebe ich meine Mutter auch, doch der Paps stand immer auf so einer Art kleinem Podest! Das liegt vor allem daran, dass der Papa in meinem ersten Lebensjahr bei mir war und die Mama gearbeitet hat. Denn mein Paps hatte kein einfaches Leben! Mit bereits 18 Jahren wurde bei ihm das erste Mal Krebs diagnostiziert - eher durch Zufall bei der Aufnahmeuntersuchung damals beim Bund. Meine Mama war zu diesem Zeitpunkt bereits schwanger mit mir. Und so kam es dann auch, dass er das erste Jahr zu hause war. Er hat den Krebs damals besiegt.

Doch acht Jahre später hieß es erneut: Diagnose Krebs! Ein Rückfall! Diesmal sah es schon nicht mehr so ganz so gut aus, doch der Paps hat auch diesmal gekämpft wie ein Löwe und den Krebs wieder besiegt! Leider haben sich meine Eltern im Anschluss an diese Erkrankung getrennt.

Ein paar Jahre später entwickelte er dann eine Art Hautkrebs, die allerdings gutartig war, aber ein Vorläufer von seinem bereits besiegten Krebs sein konnte...

Dann im letzten Jahr hatte er einen Herzinfarkt. Er hat das gut weggesteckt, doch gegen Ende des letzten Jahres musste er dann am offenen Herzen operiert werden, da seine Herzklappen von der damaligen Bestrahlung (1985) kaputt gegangen waren. Er musste auch nach dieser OP wieder stark kämpfen, da er in der Folge eine Lungenentzündung bekam und die ihn anfangs stark im Griff hatte.

Dann dieses Jahr im März gab es wieder die Diagnose Krebs - schnellwachsend und sehr aggressiv! Er hatte sich noch nicht von der Herz-OP erholt (viel abgenommen und in keinem guten Allgemeinzustand), doch die Chemo musste beginnen, da der Krebs, ja wie gesagt, extrem schnellwachsend war. Er hatte eine extrem harte Chemo gekriegt, da ja auch bereits das dritte Mal und hatte sehr mit den Nebenwirkungen zu kämpfen (Schleimhautauflösung im Mund und Speiseröhre, schlechtes Blutbild, etc.) . Nach dem zweiten Zyklus stand fest: der Krebs erneut besiegt!!! Wir waren so glücklich!! Doch die Nebenwirkungen des dritten Zyklus hatten sie so im Griff, dass es ihm sehr schlecht ging. Die Ärzte haben dann entschieden keine vierten Zyklus mehr zu machen. Doch es wurde bereits im dritten immer schlimmer. Er bekam dann noch eine Lungenentzündung und hat offene Stellen vom Liegen (er konnte sich tagelang nicht richtig bewegen, da er Höchstdosis Morphium gekriegt hatte, wegen den Schmerzen und somit immer gedöst hat). Er bekam dann wegen dieser offenen Stellen eine Sepsis und wurde dann ins künstliche Koma gelegt. Nach drei Tagen in diesem Koma verstarb er dann!

Es gibt noch so viele Kleinigkeiten, die ich jetzt nicht aufgeschrieben habe, weil der Bericht schon lang genug ist... Und ich möchte ja auch, dass er gelesen wird und keiner einschläft auf Grund der Länge oder ähnliches!

Ich hatte eigentlich mein ganzes Leben Angst um meinen Paps! Und ich hatte vor nichts mehr Angst, als vor dem Tag, an dem er sterben müsse! Und ich kann nur sagen, dass es noch viel schlimmer ist, als ich dachte! Ich bin erst 24 Jahre und mein Paps war viel zu jung, um diesen Weg gehen zu müssen - er war erst 44!

Natürlich tut es auch gut zu hören, dass ich seine "kleine Prinzessin" war und er alle drei Mal nur für mich gekämpf hat! Zum einen, um mich überhaupt erst kennen zu lernen, dann um mich aufwachsen zu sehen und jetzt, um mich nicht alleine zu lassen, weil er wusste wie schwer es für mich wäre... Doch gerade dies, macht auch das Loslassen so enorm schwer!

Ich kann es einfach noch nicht akzeptieren und ich weiß auch nicht, wie ich jemals damit klar kommen soll! Er war so ein toller Mensch! Eigentlich der tollste und beeindrúckenste, den ich kenne! Und es tut mir so leid, dass er letzten Sommer endlich wieder eine Frau gefunden hat, die ihm so gut getan hat (seine zweite Ehe war nicht so gut) und er die Zukunft mit ihr nicht erleben durfte!

Vielleicht liest es ja der ein oder andere von euch... Mir hat es bereits schon gut getan, dass alles mal runter zu schreiben!

Lieben Gruß


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Hallo!

Erstmal möchte ich mein tiefstes Mitgefühl aussprechen...ich kann wahrscheinlich nicht die richtigen Worte finden um auszudrücken wie sehr mir das mit deinem Papa leid tut.

Was mich auch sehr berührt ist, wie du über deinen Papa schreibst...damit sprichst du mir aus der Seele. Ich bin auch ein "Papa"-Kind und wenn ich mir vorstelle er wäre nicht mehr da, dann zieht sich in mir alles zusammen, dann würde ich wahrscheinlich gerne sagen, dass ich ohne ihn auch nicht leben möchte, aber ich würde weitermachen...für mein Baby.

Ich fühle echt mit dir...und es ist verständlich dass du das Gefühl hast das du niemals damit zurecht kommen wirst. Die Trauer um den Menschen den man vermutlich am meisten geliebt hat ist ja auch so immens, das es sehr schwer ist das zu verarbeiten. Aber glaube mir...auch du wirst irgendwann lernen damit umzugehen. Dein Papa ist jetzt dein Schutzengel im Himmel und der schaut auf dich runter und wird sich freuen, wenn er dich mal wieder glücklich sieht...so schwer das auch fällt.
Fühl dich gedrückt!

Cho


 

Danke!

von:mamaskind

Vielen Dank für deine lieben Worte...

Ich habe schon früh mit meiner Mama darüber geredet und sie wusste es auch, dass es das schlimmste für mich sein würde, wenn der Papa stirbt... Und sie meinte immer, dass wenn er mal sterben wird, ich eigene Kinder haben werde und es dann nicht mehr mein kleiner Weltuntergang wäre... Doch ich habe noch keine Kinder... Musste ich gerade dran denken, als du schriebst, dass du es für dein Baby schaffen würdest...

Vielen Dank nochmal!!


 

von:chobienchen

Ja...das ist schon wahr...ein Kind verändert das komplette Leben und auch in vielen belangen die Denkweise eines Menschen. Aber auch wenn du noch kein Kind hast: Es gibt andere Menschen für die es sich "lohnt" weiterzumachen...deine Mama...deine Freunde...einfach alle Menschen die dich auch sehr lieben. Wenn du magst kannst du mir auch gerne mal eine PN schreiben, ich würde mich sehr gerne weiter mit dir austauschen, auch wenn ich nicht wirklich betroffen bin, da ich bisher keinen geliebten Menschen verloren habe...okay, doch schon...meine beiden Opa's sind bereits tot. Aber ich war noch ziemlich jung als sie verstarben, habe zwa Erinnerungen daran, aber nicht mehr sehr viele, deswegen denke ich, es ist einfach nicht vergleichbar mit deiner Situation. Ich wünsch dir auf jedenfall ganz viel Kraft diese schlimme Zeit durchzustehen. Und glaube mir...auch du wirst wieder Tage erleben an denen du glücklich bist und dann sitzt dein Papa als Engel im Himmel und freut sich, dass es seiner Tochter gut geht


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