Ich bin 23 Jahre alt, mittlerweile wieder Single und hab meine Frage ziemlich lange vor mich hergeschoben. Schlussendlich seh ich aber... na ja, ich will nicht sagen ich sehe keinen Ausweg mehr. Meine Situation ist folgende:
Vor zwei Jahren war ich in einer glücklichen Beziehung. Wir waren noch nicht lange zusammen, hatten also mit Familienplanung nichts am Hut. Eigentlich wollte ich auch nie Kinder haben. (Alle, die nun den Kopf schütteln oder sich gar vor den Kopf gestoßen fühlen: Es tut mir leid, so bin ich nunmal.)
Auf jeden Fall blieb dann eines Tages meine Regel aus. Da ich zu dem Zeitpunkt in der Hisnicht generell unzuverlässig war, nahm ich eine Verspätung an und dachte mir nichts dabei.
Einige Tage darauf litt ich unter derart schlimmen Unterleibskrämpfen, dass ich mich von der Arbeit krankschreiben ließ und nach Hause ging.
Jedenfall versuchte ich das. Glücklicherweise arbeitete ich damals in einem Krankenhaus, ich hab keine Ahnung wie die Geschichte sonst ausgegangen wäre. Als ich versuchte, nach Hause zu gehen, zwangen mich die Unterleibskrämpfe wortwörtlich in die Knie und ich wusste: Was auch immer ich habe, wenn ich jetzt nach Hause gehe, mach ich es nur schlimmer.
Also schleppte ich mich zurück in die Ambulanz der Frauenklinik. Die junge Schwester am Schalter sah mir gleich an, dass ich Hilfe brauchte und so saß ich 5 Minuten später schon auf dem gynäkologischen Stuhl. Keine Ahnung, was die Ärztin tatsächlich getan hat, aber sie löste meinen Krampf und sagte mir dann (nachdem ich wieder bekleidet war) dass ich wohl schwanger gewesen sein musste. Im ersten Moment konnte ich es gar nicht glauben. Im Detail erklärte sie mir, dass sie es noch nicht sicher sagen kann. Falls eine Schwangerschaft gegeben war, hätte ich die Frucht irgendwann auf der Toilette selbst ausgeschieden.
Um ehrlich zu sein: Ich ging erleichtert aus der Klinik. Ich wollte kein Kind, hatte weder die Zeit noch das Geld um mich anständig darum zu kümmern. Wäre das Kind auf die Welt gekommen, hätten wir beide ein schweres Leben gehabt. Als ich meinem damaligen Freund davon erzählte, war er geschockt... und fünf Tage drauf gestand er mir, dass er fremdgegangen war. Ich machte schluss, so konnte ich ihm einfach nicht mehr trauen.
Ich verlor das Kind am 23. Juni 2008, ich war in der 5. Schwangerschaftswoche.
Ich weiß immer noch nicht, wie ich mich dabei fühle. Ich überlege oft, wie mein Leben mit ihr/ihm verlaufen wäre... oder was ich verpasst/nicht verpasst habe.
Woher weiß ich wirklich, ob mich der Verlust des "Kindes" psychisch belastet? Denn eigentlich fühle ich mich nicht so, als würde es mich belasten oder depressiv machen oder sonst was. Warum denke ich dann immernoch darüber nach?