Hallo ich heiße Andrea, am 25.03.2010 ist mein Papa gestorben im Krankenhaus an Speisenröhrenkrebs. Ich kann es nicht so richtig begreifen......es tut so weh. Ich war mit meiner Schwester an diesen Tag sehr lange im Krankenhaus, meine Schwester bis um halb sechs abends und ich bin um 19.10 Uhr. Um 19.35 Uhr rief das Krankenhaus an und teilete uns mit, dass er verstorben ist....ich bin zusammengebrochen und frage mich bis jetzt, warum ich nicht länger geblieben bin. Mein Papa hat die ganze Zeit geschlafen und hatte auch furchtbar geschwitzt. Mir ging es schon am Morgen nicht so gut und ich hatte den ganzen Tag geweint. Als ich im Krankenhaus ankam, hatte mein Papa schwere Schluckbeschwerden, was auch später abgesaugt wurde und das schlimmste für mich war, dass er kaum Stimme hatte und ich ihn nicht verstanden habe. Das war furchtbar. Als ich den nächsten Tag im Krankenhaus anrief um von der Schwester zu wissen, wie seine letzten Atemzüge war, fühlte sie sich von mir in die Enge getrieben. Ich habe es nicht verstanden! Mein Papa sah friedlich aus, als wir um 20 Uhr da waren, aber das war doch mein Recht, oder? Ich hatte immer Angst, das sich mein Papa quält. Warum hat sich die Schwester so verhalten? Warum hat sie sich angegriffen gefühlt? Mit meiner Mutter habe ich keinen Kontakt, sie hat mich damals ausgesetzt und gesagt du kommst schon klar. Ich habe dann bis zum 18.Lebenjahr bei meinen Papa gewohnt und es waren die schönsten Jahre.....
Jetzt habe ich den besten Menschen der Welt verloren und weiß nicht, wie ich das schaffen soll? Es gab für mich in der letzten Zeit viele Schicksalsschläge im Leben.....vorallem das letzte halbe Jahr.
ich weiß nicht wirklich, wie ich dir antworten soll. Der Tod einer nahestehenden Person ist etwas, das jeder Mensch für sich selbst verarbeiten muss. Trotzdem möchte ich versuchen, dir zu helfen.
Für mich war der Tod meiner Großmutter (April 2007) ein schwerer Schlag. Sie wohnte seit 7 Jahren mit uns im selben Haus. Im Jänner 2007 gab uns der Arzt die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Speziell für meine Mutter (sie war die jüngste Tochter) war die Diagnose schwer zu verkraften. Eine meiner Tanten, (Schwester meiner Mutter) wohnt auch bei uns im Haus und für die beiden Begann eine harte Zeit.
Sie kümmerten sich um meine Großmutter, am Ende ihrer Krankheit sogar rund um die Uhr und unsere ganze Familie "musste" dabei zusehen, wie aus meiner lebenslustigen, fröhlichen Oma eine demente, alte und verbrauchte Frau wurde. Wir haben sehr darunter gelitten. Als sie dann tatsächlich starb, brach -selbstverständlich- für meine Mutter eine Welt zusammen. Als ich sie fragte, wie sie den Kummer übersteht meinte sie: "Du kennst doch deine Oma. Der würde es nicht gefallen wenn du trauerst." Das klingt abgedroschen, aber es ist wahr! Wir haben uns die guten Tage mit Oma in Erinnerung gerufen und halten an diesen Erinnerungen fest.
Wenn die Zeit bei deinem Papa die schönsten Jahre waren, dann ruf dir diese Jahre in Erinnerung. Erinnere dich an das warme Gefühl das er dir gab und tilge damit die Leere, die jetzt wohlmöglich in deinem Herzen ist.
"....ich bin zusammengebrochen und frage mich bis jetzt, warum ich nicht länger geblieben bin. " Was diese Aussage betrifft, möchte ich dir noch etwas aus meiner Berufserfahrung erzählen: Ich arbeitete früher in einem Krankenhaus, auf der Inneren Medizin in der Intensivstation. Wir hatten des öfteren Fälle, die so waren wie deiner. Vielleicht wollte dein Vater nicht, dass du dabei bist. Um dir eine schlimme Erfahrung zu ersparen. Von dieser Warte aus kannst du es auch betrachten.
Ich weiß, wie das ist...
Hallo Andrea!
Mein Papa ist am 19.02. diesen Jahres an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Die Diagnose bekam er letztes Jahr im Juli. Wir wollten im Juli alle zusammen einen großen Familien-Urlaub machen, d.h. mein Papa, meine Mama, ich und meine 2 Kinder (mein Mann hatte keine Zeit). Etwa 3 Wochen vor Urlaubsbeginn ging es meinem Vater richtig schlecht. Diagnose: Krebs der Bauchspeicheldrüse. Wir haben den Urlaub abgesagt. Der OP-Termin war Anfang August. Ich habe sämtliche Literatur zu dem Thema verschlungen und mir wurde schlagartig klar, dass ich in kürzester Zeit meinen Vater verlieren werde! Ich kann mich seit dem Tag an keinen Tag erinnern, an dem ich nicht geweint habe. Der Tag der OP kam, 2 Stunden nach Beginn der OP rief das Krankenhaus an, dass mein Vater schon aus dem OP draußen sei, da brach die Welt endgültig für mich zusammen. Die OP war für 10 Stunden angesetzt,, der Tumor konnte also nicht entfernt werden. Nach der OP ging es ihm sehr schlecht, das Krankenhaus-Team hat seine Schmerzen und seinen Kreislauf nicht in den Griff bekommen. Einige Tage nach der OP wäre er fast an einem Herzinfarkt gestorben, wäre sein ebenfalls sehr schwer kranker Zimmergenosse nicht um Hilfe schreiend auf den Flur gerannt, auf die blöde Klingel hat ja keiner reagiert. Heute denke ich mir, dass es für ihn vielleicht besser gewesen wäre, dann wären ihm viele Schmerzen erspart geblieben. Bis Weihnachten lag mein Papa dann fast ohne Unterbrechung im Krankenhaus. Es kamen immer mehr Probleme hinzu. Er konnte nicht mehr essen, hat 25 kg verloren (er war nie dick) und ihm ging es richtig dreckig. Chemo und Bestrahlung hat er nicht vertragen... Am 23. Dezember war noch unklar ob er über Weihnachten nach Hause kommt. Aber er kam nach Hause!!! Wir waren so glücklich - er konnte sogar ein bißchen Gans essen (ansonsten wurde er künstlich ernährt). Mein Mann die Kinder und ich sind nach Weihnachten umgezogen, 400 km weit weg. Mit 2 kleinen Kindern fährst du aber nicht eben mal 400 km um jemanden zu besuchen. Unser nächster Besuch war für Papas Geburtstag im März geplant. Meinem Papa ging es seit Weihnachten auch wieder besser. Er wurde nur noch jeden 2. Tag künstlich ernährt, konnte wieder telefonieren und auch mal kurz das Haus verlassen. Am 18.2. bekam er so starke Schmerzen zwischen den Schulterblättern, dass meine Mama ihn sofort ins Krankenhaus gebracht hat. Wenige Stunden später war er tot...
Ich bin jetzt noch wie gelähmt. Ich mache mir solche Vorwürfe, weil ich ihn die letzten 2 Monate seines Lebens nicht mehr gesehen habe. Ich habe keine Kraft mehr, ich bin am Ende. Habe niemanden zum reden, da mein Mann immer nur arbeitet, arbeitet, arbeitet. Und dann soll ich noch stark sein für die Kinder! Ich habe monatelang kaum geschlafen, alles in mich reingefressen. Seitdem mein Papa tot ist, jagt bei mir eine Krankheit die nächste. Ich weiß kaum wie ich den nächsten Tag überstehen soll. Ich weiß nicht, ob der Schmerz jemals nachläßt. Ich bin 30 und habe keinen Papa mehr! Manchmal geht die Trauer so weit, dass ich meinen Mann dafür hasse, dass er sogar noch Großeltern hat, während ich keinen Papa mehr habe. Ich versuche irgendwie zu funktionieren, das gelingt mir eher schlecht als recht. Ich kann mir momentan auch nicht vorstellen, dass es irgendwann besser wird.
Eigentlich hätte ich dir ein paar aufmunternde Worte schreiben sollen. Leider ist es mir nicht gelungen. Ich kann dir nur den Tip geben: teile deine Trauer mit deiner Schwester. Alleine schaffst du das nicht. Mach nicht den gleichen Fehler wie ich.