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Mein Vater wird sterben... Wie kann ich mich mit ihm aussöhnen?

 

Hallo,

wir wissen seit August, dass mein Vater an einem Lungenkarzinom leidet und mit Glück noch das nächste Frühjahr erleben wird.
Ich hatte kein gutes Verhältnis zu ihm und wir waren dauernd unterschiedlicher Meinung. Auch das Verhältnis zwischen meinen Eltern war kein gutes... Früher habe ich immer gedacht, es würde mich erschreckenderweise relativ kalt lassen, wenn mein Vater sterben würde... - es ist jetzt ganz anders.
Er bespricht ausgerechnet mit mir, wie er sich die Beerdigung vorstellt, wo die Kaffeetafel stattfinden soll und mit wem, wie das Grab aussehen soll...

Das ist so schwer für mich. Ich muss stark sein, meine drei Kinder wissen nichts davon. Mein Mann ist eine große Stütze,aber es macht mich so traurig, dass mein Vater jetzt so am Leben hängt und seine Enkel begleiten möchte...
Ich hätte nie gedacht, dass es mich so berührt. Es ist, als ob sich die ganzen Konflikte jetzt lösen würden...
Die Situation ist schwierig zu beschreiben. Meine Mutter und mein Vater zerfleischen sich nach wie vor (sind aber immer noch ein Paar) und ich stehe jetzt mehr denn je dazwischen...

Habt Ihr vor dem nahenden Tod Konflikte aus der Welt geschafft? Wie beginnt man ein solches Gespräch? Hat es Euch oder dem/der Sterbenden geholfen?

Ich bin so traurig und hilflos...

Danke fürs Lesen.

Rebecca


 

Er hat es geschafft...

Vielen Dank für Eure Meldungen und Ratschläge.
Mein Vater ist gestorben. Er musste sich tagelang quälen und ich habe immer gebetet, dass er gehen darf... Nachts habe ich an seinem Bett gesessen und mit ihm gesprochen. Ob er das noch verstehen konnte, weiß ich nicht...

Es war dann sehr friedlich. Ich war zwei Minuten zu spät, aber das ist okay. Vielleicht wollte er diesen Moment nur mit meiner Mutter verbringen...
Ich fühle mich gut, weil wir auf unsere Art unseren Frieden miteinander gemacht haben.

Allen hier wünsche ich viel Kraft und Mut!
Es ist gut, jemanden zu begleiten, der einem wichtig ist.

Rebecca


 

Hallo Rebecca

von:daphne0105

in vielen Todesanzeigen liest man den Spruch: Als die Kraft zu Ende ging, war es kein Sterben, war es Erlösung, oder so ähnlich. Nun ist Dein Vater doch früher gegangen als die Ärzte erst gesagt haben.
Was ja auch gut war, wenn er sich so gequält hat
Bei meinem Schwiegervater war es nachher auch so, dass es gut war, als er endlich aufhörte zu atmen - er litt an einem Gehirntumor. Das war einfach kein Leben mehr.
Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zukunft. Die Beerdigung wird nochmal schlimm sein...
LG,
Sabine


 

Danke!

von:hasenkruemel

Liebe Sabine,

vielen Dank für Deine Worte. Ja, es war Erlösung. "Der Tod kam als Freund" passt sehr schön und es tröstet mich ein wenig...
Die Beerdigung wird sicherlich nicht leicht, aber wir versuchen es ihm so schön wie möglich zu machen...
Es tut gut zu wissen, dass andere mit einem ähnlichen Schicksal Anteil nehmen! Der Austausch ist gut, wenn man Ähnliches erlebt hat.

Alles Liebe - Rebecca


 

Viel Kraft

Meine Familie hat in etwa das gleiche mit gemacht. Es war mein Großvater der starb. Meine Mutter hatte 5 Jahre vor seinem Tod keinen Kontakt zu ihm. Als es dann klar war das er sterben wird, hat sie sich ein Herz gefasst und ist zu ihm rein. Sie sahen sich in die Augen und weinten beide. Sie habn sich lange unterhalten und dann eine Woche später am 24.12 (ja heilig Abend) ist er morgens um 4:43 von uns gegangen. Es war als wenn er nur darauf gewartet hätte seine einzige Tochter nochmal wieder zu sehen. Es ist viel passiert zwischen den beiden, aber es ist Vergangenheit. Wenn der Tag kommt an dem die Engel ihn abholen, gibt es kein zurück mehr. Verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihm und ärger dich nicht über Kleinigkeiten. Sei froh über jede Stunde die du ihn noch hast.
Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft
Alles Liebe
Cleo


 

Ich denke,

Dein Vater möchte, da sein Leben zu Ende geht, alles bereinigen. Und das sollte auch möglich sein. Dass man unterschiedlicher Meinung ist ist im Prinzip doch nichts Schlimmes. Jeder der erwachsen wird nabelt sich irgendwann von den Eltern ab und beginnt ein eigenständiges Leben.
Ich würde möglichst viel Kontakt zum Vater pflegen. Nachher, wenn er nicht mehr da ist, würdest Du es sonst vielleicht bedauern die verbleibende Zeit nicht genutzt zu haben. Und er kann beruhigt einschlafen.


 

es ist sehr schwer einen menschen zu verlieren . geh zu deinem vater und drück ihn ganz fest . mach einfach das was du machen willst . drück ihn , küss ihn , erzähl ihm alles einfach alles was du ihm schon sagen wolltest . denn wenn er für immer weg ist dann kannst du nichts mehr machen .
egal was passiert ist früher , er ist dein vater .
ich wünsche dir viel kraft meine liebe ...
emma


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