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Eingewöhnung in der Krippe

 

Hallo Ihr Lieben,

ich bin Erzieherin in einer Krippe für 10 Kinder von 1,0 bis 2,11. Die Gruppe hat erst am 1.10. eröffnet und wir alle sind mit gewissen Dingen noch nicht so vertraut. Im Oktober gewöhnten wir 4 Kinder ein, es klappte super, die Kinder (alle zw. 1,0 und 1,5) kamen alle vom ersten Tag an supergerne und die Eltern konnten sich relativ schnell und ohne viel Geweine verabschieden.
Am 11.11. bekamen wir einen Jungen, 1,3 Jahre alt. Die Mutter ist sehr cool drauf, ihr macht es nichts, ihr Söhnchen mal schreien zu lassen (viele Mamas können das ja nicht), doch der Kleine weint schon nur, wenn Mama sich nur umdreht und ans andere Ende vom Zimmer geht und in Sichtweite bleibt. Er braucht sie immer körperlich in seiner Nähe.
Nun sollte sie aber den Raum verlassen (sie wollte das auch, sie sagt, sie kann nicht mehr, sie brauche mal 2 Minuten zum durchatmen), doch schon allein bei ihrer Verabschiedung kriegt der Kleine die Krise. Ich nehm ihn dann immer auf den Arm, doch er lässt sich werder beruhigen noch ablenken. Er zwickt und schlägt mich meistens und ich kann ihn kaum halten. Wenn ich ihn loslasse, rennt er zur Türe und schreit wie am Spieß.

Mama und ich sind ratlos. Sie ist ja nun mittlerweile schon ewig mit ihm da und es gibt einfach keine Verbesserung.

Kann man sagen, daß Kind ist "noch nicht reif" für einen Krippenplatz und ihr versuchen klar zu machen, daß man eher einen Schaden bei dem Kleinen verursacht? Oder wird das noch was werden?

Über paar Tipps wäre ich echt dankbar


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Habt

ihr kein berliner eingewöhnungsmodell? finde ich ziemlich wichtig das mit diesem modell einzuhalten.


 

Das klingt doch aber ganz so

von:matomasi

als würden sie genau das machen. Aber ich habe das Gefühl, dass es eben ziemlich oft nicht funktioniert. Und zwar, weil die Mutter zu lange verfügbar ist. Wenn das Kind klar wüsste, dass die Mutter nicht nurin irgendeinem Nebenraum verschwunden ist, müsste es auch nicht so viel weinen.


 

Heißt das, sie

kommt schon ganz lange, aber geht nie weg? Wenn das bei irgendeinem Kind klappt, ist das ja schon erstaunlich. Bei uns in der Krippe dauert die Eingewöhnung meistens zwei Wochen, in Ausnahmefällen auch mal drei. Dabei bleibt die Mama höchstens die ersten zwei Tage mit da, dann geht sie für eine Stunde weg, dann für zwei, dann für den ganzen vormittag. Wie soll sich der Junge denn beruhigen, wenn die Mama immer greifbar ist? Verabschieden ist wichtig und bei uns hat es auch geholfen, wenn die Erzieherinnen zusammen mit dem Kind am Fenster gewunken haben. Ich glaube, dass Kinder nicht reif für die Krippe sind, ist ein Mythos. Es kann passieren, dass die Krippeneingewöhnung in eine schwierigere Phase fällt, meine Tochter war n dem Alter auch extrem anhänglich. Aber da müssen denn halt alle mal durch.


 

Das Problem ist,

von:sonne810

das wir eben neu eröffnet haben. Wir nehmen die 10 Kinder gestaffelt auf, jeden Mittwoch kommt ein neues dazu. Die Bezugsperson bleibt dann einschließlich den darauffolgenden Montag konsequent mit in der Gruppe und ab Dienstag beginnt die Trennungsphase, sie geht nur kurz raus. Bei allen Kindern klappte das bis jetzt wunderbar, nur dieser eine Junge weinte schon vom ersten Tag an, wenn er die Mama nicht mehr in Körpernähe hatte.

Wenn die Mama nun sagt, sie geht kurz auf die Toilette und kommt dann gleich wieder, fängt er schon in ihrer Nähe an zu weinen, schon bevor sie überhaupt aufgestanden ist. Sie geht dann trotzdem (man könnte meinen, die Mutter projeziere auf das Kind, daß es ihr auch schwer fällt, aber das Gegenteil ist der Fall, sie ist sehr konsequent). Sie gibt mir dann seinen Schnuller, aber auch der hilft nix, er schmeißt ihn dann gerne um sich herum. Ich habs schon mit allem möglichen versucht ihn abzulenken, sogar Kekse!!! Aber auch die helfen nix!!! Wir sind alle ziemlich ratlos.

Sie ging die letzte Woche nun mehrmals am Tag für 2,3 Minuten raus, in der Hoffnung, daß er versteht, daß sie immer wieder kommt, aber auch das hilft nix.

Nun ist meine Überlegung, ob die einzige Möglihkeit, die wir noch haben ist, daß die Mutter rausgeht, das Gebäude verlässt und knallhart nach 1-2h wieder kommt... Der Mutter geht es ziemlich schlecht, daß es bei ihrem Sohn nicht klappt, da sie sieht, daß immer neue Kinder kommen und es bei denen funktioniert...

Was meint ihr dazu?


 

Genau das würde ich machen

von:matomasi

und beim gehen dem Kindein klare Zeitmarke geben, an der es sieht, jetzt kommt die Mama wieder. Natürlich weiß man nicht, wieviel das Kind mit etwas über einem Jahgr schon versteht, aber bei uns sagen sie dann, zum Mittagessen kommt Mama wieder.

Und dass das Kind sich zwei bis drei Minuten lang nicht beruhigen lässt, finde ich jetzt nicht so schlimm. Wenn die Mama wirklich komplett weg geht, würde ich mit dem Kind ans Fenster gehen und winken, damit es sieht, dass Mama wirklich weg ist und das Weinen gar nichts bringt.


 

Ich muss zugeben,

von:sonne810

ich finde diese Taktik ziemlich hart. Das Kind denkt doch im ersten Moment, die Mama kommt nie wieder und ich muss für immer bei dieser fremden Frau bleiben... Kann man da nicht mehr Schaden bei so einem kleinen Knopf anrichten wie Nutzen???

Wie gesagt, ich bin zwar Erzieherin, aber mit so kleinen Würmchen ist das echt was komplett Neues für mich und fühle mich da echt noch etwas überfordert....


 

Deshalb muss Mama das ja auch erklären

von:matomasi

das Problem mit der soften Taktik in Deutschland ist (meine Tochter ist in einer französischen Krippe und das ist vielleicht ein bisschen das andere Extrem), meinem Empfinden nach, dass die Kinder nicht wissen, wo es hingehen soll. Ich fidne es besser, dass die Eltern den Kidnern erklären, was passieert, auch wenn sie das noch nicht richtig verstehen und es dann so machen, wie erklärt. So kleiner Kidner haben einen Zeithorizont, der nicht über zwei-drei Wochen hinausgeht. Deshalb ist eine Eingewöhnung, die länger dauert, einfach Unsinn. Sie bringt nicht mal einen Vorteil für das Kind, sondern die Unsicherheit dauert einfach länger.

Ich glaube, bis zum Beginn des Trotzalters wollen Kinder tendenziell das, was mama und papa wollen. Dazu müssen sich Mama und Papa aber klar äußern. Wenn die Mutter immer nur mal kurz verschwindet, um zum Beispiel auf Toilette zu gehen, kann man sich fragen, ob sie das zu Hause auch so macht, oder nimmt sie das Kind mit auf Toilette? Das habe ich ziemlich lange gemacht, weil meine auch geheult hat, wenn ich auf Toilette gegangen bin. Wenn es zu Hause anders ist, dann versteht der Junge natürlich die Welt nicht mehr. Das heißt, mama muss sagen, mein Schatz, ich gehe mal was einkaufen. Ich bin gleich wieder da. Solange bleibst du bei ... Du wirst sehen, das ist auch ganz nett.


 

Eher eine gestörte Bindung!

von:bleubleu11

Ne, ich denke, dein Gefühl ist sehr richtig und dahinter steht ein anderes Problem. Dieses Kind hat eine gestörte Bindung zu der Mutter. Das klingt ja total nach einem geferberten Kind, was nur nach der Uhr gestillt wurde und nachts schreien gelassen wurde. Dadurch ist es total verunsichert. Recherchier mal nach Bindungsstörung z.B. bei Dr. Posth.
Ich finde es überhaupt nicht *cool*, wenn eine Mutter ihr Kind so behandelt, sondern total daneben.
Leider denken viele, dass das so richtig ist.
Wie ist es weiter gegangen? Ist ja schon länger her.


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