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AU-Pair Mädchen

 

Wer hat Erfahrungen mit Au-Pair Mädchen?
Mein Mann und ich überlegen ob wir nicht eines bei uns in die Familie aufnehmen! Bereits zu unserer Familie gehören Leon (2J.) ,Lea und Lucy(10 Monate) mein Mann und ich!
Was muss ich beachten was muss ich erfüllen????Was sind die Aufgaben und. und. und! Schreibt mir alles was ihr wisst!!!
Vielen Dank
Jenga


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Also...

Liebe Jenga,

mein Wissensstand ist ca. 7 Jahre alt. Wir hatten insgesamt 4 au-pairs - 2 waren superklasse (mit der letzten haben wir heute noch engen Kontakt) und zwei waren die Hölle ...sind auch nicht lange geblieben .

Das au-pair braucht ein eigenes Zimmer, eine spezielle Krankenversicherung, eine Monatskarte für den ÖPNV, bekommt ein Taschengeld (damals 400,--DM), freie Kost und Logis. Arbeitszeit 30 Stunden die Woche, ein freier Tag und ihr/ihm muss ermöglicht werden, eine Sprachenschule zu besuchen, denn das ist ein Sinn ihres Aufenthaltes - die deutsche Sprache zu lernen.

Au-pairs aus westlichen Ländern sind eher selten bzw. möchten maximal ein halbes Jahr bleiben - was ich, damals auch mit kleinen Kindern, schwierig fand. Wenn sich alle aneinander gewöhnt haben und das au-pair sich auskennt, geht es schon wieder. Ist auch schwierig bei so kleinen Kindern, wie deinen Zwillingen, denn wie kann man ihnen erklären, dass eine wichtige Bezugsperson plötzlich wieder "verschwindet"?
Au-pairs aus Osteuropa bleiben meist gerne ein ganzes Jahr...länger ist offiziell ehnicht erlaubt. Je nachdem, woher sie kommen, erleben sie erst einmal einen Kulturschock. Vieles, was für uns selbstverständlich ist, ist für sie absolut neu!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es erst mal eine Weile braucht, bis sie sich in Deutschland und ihrem neuen Umfeld zurecht finden. Das heisst, du musst mit ihnen auch so simple Dinge wie ÖPNV üben , viele Gänge gemeinsam trainieren, hast am Anfang ziemlich viel Lauferei (Behörden) und nicht DIE Entlastung, die du dir vielleicht mit deinen drei Kleinen erhoffst. Darauf solltest du für die ersten Wochen gefasst sein.
Außerdem ist ein au-pair auch immer ein Familienmitglied. Seid ihr euch darüber im Klaren, ob ihr das wirklich wollt? Eure Privatsphäre (gibt es die mit 3 Kleinen?) wird also eingeschränkt werden, wenn ihr ein au-pair wirklich als gleichwertiges Familienmitglied aufnehmen möchtet...und so sollte es eigentlich sein.
Heimweh könnte ein Problem werden...
Anfangs keine Freundinnen zu haben auch...
Aber das ändert sich schnell, wenn sie durch die Sprachenschule Kontakte knüpfen. Es ergeben sich dann wunderbare Freundschaften unterschiedlicher Nationalitäten!
Ich hatte auch einige Erlebnisse, dass ich mich - egal ob volljährig - doch irgendwie verantwortlich für diesen Menschen fühlte, z.B. wenn sie unangekündigt nicht nach Hause kam *sorg*.
Es gibt Organisationen, die au-pairs vermitteln und dich beraten können...wenn du da nichts in eurer Stadt findest, könnte ich noch einmal in die Tiefe meiner Unterlagen tauchen *ggg*.
Es kann auch passieren, dass du vorher regen Briefkontakt in DEUTSCH mit einem au-pair hast und es kommt zu euch und kann kein Wort! Die Briefe hat dann eine Nachbarin geschrieben, oder so . Ich hatte mal eine Litauerin, die hatte laut Papieren 6 Jahre Deutschunterricht, schrieb auch ganz gut, kam und konnte kein Wort! Sie konnte auch kein Wort Englisch oder irgendeiner Sprache, die ich einigermaßen konnte . In einem Buchladen fand ich dann ein Buch "Litauisch für Globetrotter" und habe mir die überlebensnotwendigen Sätze dort rausgeschrieben und ihr gezeigt...war anfangs echt heftig...aber sie hat dann doch schnell gelernt .

ABER: au-pairs sind immer auch eine Bereicherung für die Familie! Die Kinder wachsen wie selbstverständlich mit anderen Kulturen/Sitten auf und bekommen dadurch einen viel weiteren Horizont! Andere Bräuche, Gerichte etc. sind spannend und auch die Eltern erfahren so viel mehr über andere Länder. Ein au-pair KANN wirklich ein echtes Familienmitglied werden! Unsere J. aus Estland war vor 7 Jahren bei uns und hat uns mittlerweile schon 3mal wieder besucht! Wir mailen auch immer...
Auch wenn nicht immer alles glatt läuft, war es für mich mit 3 auch ziemlich kleinen (nah beieinander geborenen) Kindern eine echte Hilfe und eine gute Entscheidung!

Falls du mehr wissen möchtest oder die Adresse für eine günstige au-pair-Krankenversicherung brauchst (könnte ich auch raussuchen), frageinfach.

Bin gespannt, wie ihr euch entscheiden werdet!

Viel Glück!

Gonagall


 

Nochwas vergessen...

von:Gonagall

...als Familienmitglied sind die Aufgaben natürlich Kinderbetreuung und auch Hilfe im Haushalt. Natürlich nicht ausschließliche Putzfrau , denn das ist kein Familienmitglied gerne. Aber bügeln z.B. oder Wäsche, mal Kochen, Erledigungsgänge (Post, kleinere Einkäufe), Spaziergang/Spielplatz mit Kindern ist o.k.
Ich hatte mal ein au-pair, die ging gelegentlich sogar mit meinem Mittleren in den Spielkreis - kommt aber darauf an, wie fit die Mädels/Jungs sind .

Und mit eingeschränkter Privatspäre meinte ich, dass es bei Sympathie leichter fällt, einen dritten Erwachsenen als gleichwertig um sich zu haben, aber gewöhnungsbedürftig ist...bei einer "Null", die du irgendwie dauernd "beaufsichtigen" oder betüddeln musst, wirds dann schon schwieriger, so jemanden immer um dich zu haben...

Gonagall
Gonagall


 

Doppelt gemoppelt sollte nicht sein

von:Gonagall

o.T.


 

Haushaltshilfe

von:leossa

Hab von einigen Aupairs gehört, dass das mit der Haushaltshilfe nicht sein darf. Aupairs sind eigentlich nur für die Kinder da. Haushalt, Kochen, Bügeln müssen sie nicht machen. Bei einer meiner Bekannten war es so, dass sie als Haushaltshilfe eingesetzt wurde, sie musste es leider machen (bzw. wurde ausgenutzt) da sie aus Osteuropa kam und mehr oder weniger abhängig war. Sie kam nicht über eine Organisation.
Eine andere hat sich bei ihrer Organisation darüber beschwert.


 

Huhu!

von:Gonagall

Wer spricht von Haushaltshilfe??
Als erwachsenes Familienmitglied auf Zeit, ist es nicht nur von unserer Organisation damals erlaubt, sondern auch selbstverständlich gewesen, dass mit leichteren Tätigkeiten im Haushalt geholfen wird.
Natürlich kommt es immer auf faire Absprachen, partnerschaftliches Miteinander und die Fähigkeiten des au-pairs an .
Wer als Erwachsener in einem Haushalt lebt (können übrigens auch Kinder ) kann durchaus hier und da mal seinen Beitrag leisten, oder?
Wer Wäsche schmutzig macht, kann ab und zu mal eine Waschmaschine anstellen oder mal bügeln, gell?
Ein zusätzlicher Erwachsener im Haus verursacht deutlich mehr Arbeit und Kosten (freie Kost und Logis, Telefon, Strom, Wasser, Krankenversicherung, Fahrkarte, Taschengeld etc.)
Da würde es sich wohl eher rechnen, sich tatsächlich ab und zu eine Haushaltshilfe zu nehmen...
Au-pair beruht immer auf Gegenseitigkeit! - und bedeutet nicht, einen Rundumservice erwarten zu können - für beide Seiten nicht! Wer würde noch ein au-pair aufnehmen, wenn er dadurch deutlich mehr Arbeit zu Hause hätte bzw. mehr Kohle anschaffen müsste, damit andere diese Mehrarbeit erledigen? Welche Mutter würde da nicht gerne verzichten und in der gesparte Zeit lieber selbst mit ihren Kindern ein lustiges Leben führen?
Wie gesagt, fair sollte es schon sein! Von abschreckenden Gastfamilien habe ich auch schon viel gehört, z.B. kein freier Tag...12 bis 14 Stundentag...au-pair ist alleinverantwortlich für Haushalt und Kinder, da beide Eltern voll berufstätig...manche bekamen nicht einmal die Zeit zum Besuch der Sprachenschule.
So soll es natürlich nicht sein!

*Dich freundlich grüßend*
Gonagall


 

Aupair, was tun wenns nicht so klappt??

von:simone38

Hallo,
ich bräuchte mal einen Rat von anderen Gastfamilien. Wir haben seit drei Monaten unser 4.Aupair. Sie machte einen sehr netten Eindruck, ist Künstlerin, malt hervorragend. Leider entpuppte sie sich hier bei uns recht schnell als eher unzuverlässig. Sie kommt nie auf ihre 5 Stunden, weil ich unregelmäßig arbeite und dadurch auch oft zuhause bin. Ich weiß dass ich diese Stunden nicht einklagen kann, aber ich erwarte eigentlich (so war das auch abgesprochen), dass sie regelmäßig mal in den Kinderzimmern Ordnung macht, auch gern mit den Kindern, damit die nicht zu verwöhnt werden. Da passiert aber leider nichts. Sie sagt immer, sie hat was gemacht, aber sie scheint in Sachen Ordnung drei linke Hände zu haben. Ich bin inzwischen so enttäuscht und sauer, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich Recht habe oder mich zu Unrecht ärger. Einige Beispiele:
1) Ich habe eingekauft, sie räumt das Gemüse in den Kühlschrank. Später sehe ich, dass sie die neuen Sachen auf eine matschige Gurke gelegt hat...
2) Die Mülltonne wurde geleert. Sie bringt die erste Tüte raus und läßt die Tonne auf dem Bürgersteig stehen, statt sie 4 Meter auf unser Grundstück zu ziehen.
3) Sie geht morgens zu meiner großen Tochter (8)hoch, macht Licht an, sagt "Steh auf" und geht wieder ohne sicherzustellen, dass das Kind das auch macht.
Wenn ich ihr das sage, guckt sie mich beleidigt an, macht es evtl beim nächsten Mal anders. Meine Meinung: Sie muss natürlich nicht alles wissen, jede Familie ist ja auch anders.
ABER: Manche Dinge sind doch einfach sonnenklar, oder?
PLUS: Sie ist bei einer anderen Familie - wo sie aber wesentlich mehr machen mußte - gescheitert, da ist sie nach drei Wochen ausgezogen. Bettenmachen? Sie macht ihr eigenes Bett nicht, was in meinen Augen schon ein Zeichen mangelnden Ordnungssinnes ist. MEINE FRAGE: Liege ich falsch? Soll ich sie wegschicken (Sie hat gerade einen teuren Sprachkurs angefangen und einen Malkurs, beide dauern bis Mai!! Anderen Aupairs habe ich einen großen Teil der teuren Kurse bezahlt, den ersten sogar ganz. Bei ihr kann ich das nicht, weil ich mir dann total blöd vorkäme. Ich bin eher gutmütig, aber ich habe ihr schon deutlich gesagt, dass ich bei ihrer Arbeitseinstellung sicher nicht bereit bin, sie mal irgendwie zu IKEA oder sonstwohin mitzunehmen.
Jetzt ist die Situation offensichtlich die, dass sie nur das macht, was unbedingt nötig ist, um nicht sofort rausgeschmissen zu werden, und ich gebe ihr an Geld auch nur das, was ich muss (siehe Sprachkurs). Aber so bin ich ja eigentlich nicht. Den anderen Mädchen habe ich immer mal ein T-Shirt oder Duschgel spendiert....
Ich danke für die Geduld beim Lesen und bitte um Eure WErfahrungen im Umgang mit "nicht so tollen" Aupairs! Greta


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