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Trotzphase nur bei Eltern ausleben?

 

Hallo,
ich habe Problemem mit der Trotzphase meines Sohnes (2 Jahre alt). Seit fast einem Jahr tritt er bei allen möglichn Anlässen um sich, wenn er etwas machen soll, was er nicht möchte. Soweit ist mir das alles plausibel, wenn ich mich über die Trotzphase informiere.

Ich habe aber das zusätzliche Problem, dass mein Kind sich meistens nur bei mir und mit Einschränkungen bei meinem Mann so verhält. Besonders gut ist dies beim Wickeln zu beobachten: Mein Mann und ich werden getreten und gekniffen, sodass wir nur mit Gewalt eine neue Windel anlegen können (nicht schlagen, sondern festhalten), sobald aber die Tagesmutter oder die Nachbarin wickelt, liegt das Kind völlig regungslos und lächelnd da...
Ist das normal?

Außerdem weiß ich nicht mehr, wie ich mit dem Kneifen und Treten des Kindes fertig werden soll, da es definitiv physischer Schmerz ist, den ich nicht aushalten will und kann. Es mit (noch mehr) Ruhe und Gelassenheit zu versuchen, den Raum zu verlassen, bis sich das Kind beruhigt hat usw. ist leider nicht immer möglich (z.B. wenn wir unterwegs sind, oder morgens einfach die Zeit nicht da ist oder sich das Kind einfach nicht beruhigt, aber unbedingt eine Windel braucht).

Ich hoffe Ihr könnt mir Rat geben, oder mir zumindest Mut machen. Ich will nicht jedes Mal stinksauer den Raum verlassen, nur weil ich mich um meinen Sohn gekümmert habe.

Gruß
Maike


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Hallo maike

zuerst einmal: ich kann mich der ersten antwort nur anschließen: generell sind die verschiedenen verhaltensweisen in erster linie phasen, die vorbeigehen können! es kommt da schon sehr auf euer verhalten drauf an! ich, bzw. wir haben 2 mädels (2 & 4 jahre) und no.3 (wird diesmal ein junge!) ist unterwegs; und wir *stürzen* von einer phase in die nächste ;o) und keine ist wie die andere - keine ist wirklich einfacher als die vorhergehende!
geduld von deiner seite ist nun mal das a und o (das gerade ich diesen satz sage...). also versuch mal für dich einen weg zur entspannung zu finden - sehr gut eignen sich für diese zwecke die asiatischen entspannungsarten - yoga, tai chi oder ähnliches. oder schaufel die 1x die woche einen termin frei, wo du dir - und nur dir! - etwas gutes tust! das wird - über die zeit - auch bei dir die geduld stärken!
was deinen junior dann noch angeht, so solltest du wirklich in dem moment, wo er versucht seine grenzen auszuloten, ihm ganz klar sagen / zeigen, wo es langgeht, bzw. wer das sagen hat! da gibt es viele möglichkeiten! stell ihm z.b. einen hocker in den flur, wo du ihn im falle als "auszeit" hinsetzt. die dauer sollte allerdings nicht wirklich lang sein - so 2 min. länger können die kids in dem alter ja eh nicht still halten ;o). und mach dir nix vor: auch das wird nicht einfach! er wird sich wehren! aber da mußt du dann konsequent sein und ihn immer wieder hinsetzen! und immer wieder erklären warum, wieso, weshalb... und das er erst wieder aufstehen darf, wenn er diese 2 min gesessen hat - stell ihm einen wecker daneben... aber irgendwann klappts dann! bis zur nächsten phase... die garantiert kommt!
verbote klappen dann halt wirklich auch nur kurzfristige - die aussage am abend ist schon alles vergessen trifft's leider auch voll! ich kämpfe auch des öfteren morgens mit mir, wenn der tag zuvor katastrophal war... da liegt es dann an mir zu sehen, daß die kids das schon wieder alles vergessen haben! so tolle gedächtnisse sie haben, so schnell können sie leider auch vergessen / verdrängen!
auf alle fälle: du bist nicht allein!
ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben.
gruß
muTTer68


 

Trotzphase

Wie das Wort selbst sagt, handelt es sich um eine Phase, nicht um einen Dauerzustand. Den beschreibst du aber.
Kann es sein, dass du Trotz mit Eigensinn oder Schikane verwechselst?
Euer Sohn scheint sehr gut zu beobachten und weiß, bei wem er sich was erlauben darf.
Wenn er keine Konsequenzen für sein schlechtes Verhalten erfährt, wird er sein Verhalten nicht ändern. Treten und Kneifen ist der Grundstock für späteres Schlagen und Prügeln. Er lernt durch eure Duldung nicht, dass ihr auf eventuelle Trotzphasen entspannt reagiert, sondern dass er durch Gewalt Einfluß auf andere Menschen hat.
Vielleicht hilft es, wenn du durch ein klares: Nein, hör auf, das tut Weh! erst mal die Grenze ziehst. Wenn er dann nicht reagiert -was erst mal zu erwarten ist- dann muss er lernen, dass sein Handeln auch für ihn Folgen hat. "Hör auf! Sonst ....... Kommt auf die Situation an, was er gerade "erzwicken" wollte. Verweigere es ihm, aber so, dass er den unmittelbaren Zusammenhang versteht. Kleine Kinder denken am Abend nicht mehr an das, was sie am vormittags oder nachmittags gemacht haben. Also nicht abends kein Eis weil er am Vormittag gesponnen hat.
Es dauert ein wenig und kostet Nerven, aber er wird schnell vestehen, nun ist sie vorbei - die Tyrannei!


 

Keine Grenzen

von:capricornlady

Hi, wenn er das nur bei Euch macht und bei anderen nicht, liegt das daran dass Ihr ihn machen lässt. Wie kann es denn angehen dass Ihr Euch von Eurem Kind treten lässt und nichts macht?! Hallo?! Das hat auch nichts mit Trotzphase zu tun sondern damit dass Du/Ihr ihm keine Grenzen aufzeigst. Wenn ihr das duldet, ist es kein Wunder. Er wird dann nicht nur irgendwann treten sondern vielleicht irgendwann anfangen Euch anzuspucken. Das Zauberwort heisst: Konsequenz und ihm sagen dass das nicht geht. Das nächste Mal wenn er wieder tritt: festhalten, ihm klar und streng ins Gesicht sagen dass das nicht geht und du das nicht länger duldest. Sag ihm klipp und klar wenn er noch einmal tritt oder kneift dann mach ihm die Konsequenzen klar (er muss dann ne Minute allein liegen bleiben oder so). Wenn er kapiert dass ihr Ernst macht, dann ist das auch vorbei.


 

Die Grenzen zeigen wir!

von:dianoia23

Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.
Das mit der Konsequenz und den Grenzen aufzeigen ist mir klar und wir halten uns für sehr konsequent. Wir verlassen den Raum konsequent, wenn unser Sohn einen Wutanfall bekommt und erklären ihm, warum wir das tun usw.

Aber ihn stört das nicht. Viele Dinge, wie das Einschlafen oder die Wutanfälle tagsüber (wenn er z.B. keine Süßigkeiten bekommt) haben wir so in den Griff bekommen. Nur dieses sich Wehren auf dem Wickeltisch will er nicht sein lassen. Wir lassen ihn sofort, wenn er tritt oder kneift allein (nachdem wir ihm auch deutlich und ernst gesagt haben, dass er das nicht darf und dass es weh tut), aber es wirkt nicht.
Ich habe auch das Gefühl, dass mein Sohn nicht kapiert, was Schmerzen sind, da er mitunter auch mitten im Spiel kneift und dabei lacht, als hätte er was besonders witziges gemacht. Wir haben dann auch schonmal zurückgekniffen, um zu zeigen, dass das nicht angenehm ist, aber da freut sich der kleine Mann und macht weiter... Wirklich schlagen kommt natürlich nicht in Frage, aber wir überlegen, welche Konsequenzen vielleicht doch Wirkung zeigen könnten.

Vielleicht habt Ihr noch Ideen?


 

Also warum ihr?

von:indianview

weshalb geht IHR raus, wenn er das macht???
er braucht doch die konsequenz, nicht ihr.
weshalb sollte ihn das stören, das IHR den raum verlasst? das stellt für ihn keine einschränkung dar, der zusammenhang fehlt: Ich war böse darum gehen meine eltern raus? er muss die grenzen an sich selbst erfahren. ihr nehmt durch das rausgehen die folgen seines handelns auf eure kappe.
versucht was anderes!


 

Das ist eine Überlegung wert...

von:dianoia23

Ja, vielleicht hast Du recht. Wir gehen raus, weil wir ihn ja in seinem Zimmer wickeln und dann automatisch den Raum verlassen (zudem wäre er vielleicht auch froh, wenn wir ihn wieder aus seinem Zimmer lassen und er nicht ins Bett muss). Da werden wir uns auf jeden Fall mal was einfallen lassen. Danke!


 

Seltsam

von:capricornlady

mmh, das ist in der Tat seltsam. Wenn das Grenzen ziehen bei allen anderen Sachen anscheinend ja da ist und nur hier nicht wirkt, dann hat er wohl was anderes. Wart Ihr schon beim Arzt? vielleicht spürt er gewisse Dinge körperlich nicht, wenn Du sagst Ihr kneift zurück und ihm tut das nicht weh und er lacht, dann kann es vielleicht sein dass er keine Schmerzen spürt, dass da körperlich oder neurologisch irgendwas nicht stimmt. Was ist wenn er hinfällt, heult er dann? Spürt er denn sonst Schmerzen?


 

Müssen wir mal beobachten

von:dianoia23

Ich habe schon das Gefühl, dass mein Kind nicht gerade empfindlich ist, wenn es um Schmerzen geht. Er weint zwar (manchmal)auch, wenn hinfällt, öfter steht er aber einfach auf und läuft weiter (wo wir denken: Das hat aber ganz schön gerumst).
Auch bei Ärzten ist er immer eher fasziniert, oder schreit, weil er festgehalten werden muss. Direkt Schmerz haben wir nicht feststellen können (er war schon zweimal im Krankenhaus inkl. OP, Blut abnehmen aus allen Gliedmaßen usw.)

Auch das werden wir mal beobachten und beim nächsten Mal die Kinderärztin fragen.


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