Vom Fuße des ehrwürdigen Fuji brach der tapfere Samurai Watanabe auf, um sich in Tokyo von Meister Tanaka in der Kunst der Kalligraphie unterrichten zu lassen. In der Kalligraphieschule angelangt, verbeugte er sich vor dem großen Meister begrüßte ihn und brachte sein Anliegen vor: "Konnichi wa, Meister Tanaka, lehre mich die Kunst, Kanji in ihrer vollen Schönheit zu entfalten, die meditative Energie dieser Kunst wird meine Kampfkraft ins Unermessliche steigern."
Tanaka nahm den wissbegierigen Watanabe gerne in seiner Schule auf und erfreute sich anfangs sehr an den schnellen Fortschritten seines wissbegierigen Schülers. Mit der Zeit aber bemerkte er, wie Watanabe beim Unterricht immer unkonzentrierter wurde. Darüber verärgert, verfolgte er seinen Schüler eines Abends nach dem Unterricht, um den Grund dafür zu erfahren. Tief enttäuscht musste er feststellen, dass Watanabe von den Ablenkungen der faszinierenden Hauptstadt verführt wurde. Er musste mit ansehen, wie sein hoffnungsvoller Schüler in einem Lokal dem Charme der tanzenden Geishas in ihren farbenprächtigen Kimonos und dem Feuer des Sake erlag, bevor er frühmorgens vollkommen betrunken nach Hause wankte.
Als Watanabe am nächsten Morgen seinem Meister erschöpft gegenübertrat und nichts als ein schwaches Sayonara hervorbringen konnte, blickte ihn Tanaka einige Zeit schweigend an bevor er sprach:
Die ganze lange Nacht
gesungen - doch der Nachtigall
war sie nicht lang genug.
Das Haiku traf Watanabe wie ein Blitz und er schämte sich zutiefst. Er sank auf die Knie, streckte die Hände vor sich aus und verbeugte sich so tief, dass seine Stirn den Boden berührte. Dann bedankte er sich mit leiser Stimme: "Arigato, Meister Tanaka, Du bist sehr weise