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Meine Mama ist tot und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll!

 

Meine Mama ist am 08.12.2011 im Krankenhaus verstorben. Dem vorausgegangen war ein fast 3monatiger Krankenhausaufenthalt, zunächst vom 09.09. - 21.09.2011 und dann noch einmal vom 26.09. - 08.12.2011.
Alles begann damit, dass meine Mama im März d. J. auf einmal starke Durchfälle bekam und ihr Hausarzt im Nachbarort darauf nicht richtig reagierte und sie dann im April d. J. zu meinen Hausarzt gewechselt ist, der sie dann in eine Facharztpraxis überwiesen hat. Die dortige Ärztin hat dann zwar mit allen Mitteln versucht, diese Durchfälle, die wohl von einer chronischen Darmerkrankung herrühren sollten, zu stoppen, aber eigentlich ist das Gegenteil eingetreten, sie wurden immer heftiger und mehr, auch traten sämtliche Nebenwirkungen, wie Wasser in den Beinen, Hautausschläge etc. auf. Ihr Hausarzt hat sie dann das erste Mal am 09.09.2011 in das Krankenhaus wegen des Verdachtes auf Niereninsuffizienz einlieferrn lassen. Dort wurde auch nicht herausgefunden, woher diese Durchfälle kamen und sie wurde dann am 21.09.2011 im guten Allgemeinzustand mit 8 verschiedenen Sorten an Medikamenten wieder entlassen. Die paar Tage, die sie dann wieder zu Hause war, ging es ihr so schlecht, dass ihr Hausarzt sie wieder hat ins Krankenhaus einliefern lassen. Mein Vater und ich haben sie dann wieder in das hier in unserer Kleinstadt ansässige Krankenhaus gebracht, was wohl der Fehler unseres Lebens war und ich mir schwerste Vorwürfe mache!
Im Krankenhaus wurden dann mehrere Darm- und Magenspiegelungen und andere Untersuchungen durchgeführt, aber es konnte weiterhin nicht herausgefunden werden, woher diese Durchfälle stammten. Mein Vater und ich ich haben meine Mama täglich besucht und sie immer wieder aufgemuntert, sie mit Essen und allem möglichen versorgt. Auch haben mein Vater und ich wöchentlich mit den dort ständig wechselnden jungen Stationsärztlichen, die ohne ihre Oberärztin nie was sagen konnten, gesprochen und es wurde uns nie eine richtige Auskunft erteilt. Es sei alles nicht so schlimm und man habe alles im Griff. Es hieß dann teilweise, dass die chroniche Darmentzündung aus dem Darm raus sei bzw. nur noch gering vorhanden sei usw. Selbst um welche chronische Darmentzündung es sich gehandelt hat (Morbus Chron oder Colitis Ulserosa) konnte bis zum Schluss nicht diagnostiziert werden, diese wurden durch sämtliche Darmspiegelungen immer ausgeschlossen. Meine Mama aber wurde mit einem Medikament speziell hierfür, von dem sie täglich 8 Tabletten nehmen musste, behandelt und welches verheerende Nebenwirkungen hat.
Ich hatte mich dann zwischenzeitlich mit der Darmabteilung einer Spezialklinik per E-Mail in Verbindung gesetzt und wollte meine Mamar verlegen lassen. Dieses habe ich auch der zuständigen Oberärztin mitgeteilt und erst daraufhin kam sie dann auf die Idee, ihren Kollegen, den Oberärzt für Privatpatienten, der wohl ein Darmspezialist sei, einzuschalten. Nach zwei Tagen stand dann das Ergebnis fest. Bei meiner Mama im Darm hatten sich Fisteln gebildet, die operiert werden sollten.
Sie wurde dann ein paar Tage später auf die chirurgische Abteilung verlegt, Eine OP konne aber zunächst zu stattfinden, weil sie mittlerweile eine Thrombose im Bein hatte. Auch auf Schmerzen im Bein haben sie und mein Vater die Ärztinnen und das Pflegepersonal immer hingewiesen.
Sie wurde dann eine Woche später operiert, war 24 Stunden auf intensiv und alles war wohl gut verlaufen. 4 Tage danach, bei unserem Besuch an einem Samstag, ging es meiner Muttter sehr schlecht. Sie hatte einen Schlüttelfrost und sich mehrmal übergeben, dies obwohl sie bisher noch nichts gegessen hatte. Ich habe mehrmals die Schwester geholt, die nichts veranlasst hat. Als meine Mama dann sonntags mittags wieder anrief, teile sie mir mit, dass sie die Nacht wieder auf Intensiv verbracht hätte. Ich habe dann später herausgefunden, dass sie einen Schockzustand hatte. Mein Vater war dann am nächsten Tag wieder im Krankenhaus zur Besprechung und hierüber wurde nichts gesagt, es war wieder alles unter Kontrolle. Am Dienstag wiederum, als wir meine Mama besuchten, war ihr so heiß und sie wollte sich immer ausziehen, obwohl im Zimmer das Fenster auf war und es ziemlich kühl war. Auch dann habe ich wieder mehrmals die Schwester geholt, die wieder nichts veranlasst hat und mir mit meinem Vater auf dem Krankenhausflur mitteilte, wie schwer krank meine Mamar sei und was sie alles noch für Krankheiten hätte, die sich alle im Lauf der Zeit im Krankenhaus entwickelt hätten und von denen wir und meine Mama nichts wußten. Am nächsten Tag erhielt mein Vater dann morgens den Anruf, dass meine Mama notoperiert werden müsste, da die innere OP-Naht wieder aufgegangen sei. Nach der OP besuchten wir meine Mama dann wieder auf Intensiv und es wurde uns wieder nichts mitgeteilt. Am nächsten Nachmittag (Donnerstag), als wir sie wieder besuchen wollten, erhielten wir gleich von der zuständigen Intensivärztin die Mitteilung, dass meine Mama wohl soeben einen Herzstillstand hatte und die Nacht wohl nicht überleben würde. Sie war in einen künstlichen Schlaf verlegt worden. An dem darauffolgenden Sonntag erhielten wir noch einmal die Nachricht, dass sie wohl dann in dieser Nacht versterben würde. Aber sie überlebte und wurde dann am Montag aus ihrem Schlaf wieder zurückgeholt und ihr Zustand wurde in den nächsten Tagen immer besser. Sie hat z. B. den darauffolgenden Mittwoch und Donnstag wieder alleine getrunken, gegessen, war nicht mehr beatmet und ihr war langweilig und sie wollte am Liebsten wieder auf Station, um TV zu gucken, oder möglichst bald nach Hause. Wir haben mit ihr gequatscht und es ging ihr gut.
Am darauffolgenden Freitag erhielten wir wieder einen Anruf, dass meine Mama noch einmal operiert werden müsste, da die OP-Naht wieder nicht heilen würde. Auch nach dieser OP, war sie wieder ansprechbar und bereits nicht mehr beatmet. Es ging ihr dann aber von Tag zu Tag immer schlechter, weil sie auch starke Schmerzen hatte, wieder alles nicht heilte und sie weiterhin Blut verlor. Auch war ihr Rücken vom Liegen wund und ihre Arme waren völlig zerstochen und kaputt. Wir waren dann jeden Tag morgens und nachmittags bei ihr, mal war sie wach und hat uns erkannt, konnte etwas mit uns reden, mal schlief sie.
Allerdings an ihrem letzen Tag erhielten wir dann abends den Telefonanruf von der Intensivstation, dass ihr Blutdruck rapide fallen würde und ob wir herkommen möchten. Ich kam gerade aus der Dusche und meinem Vater ging es sehr schlecht. 25 Minuten später erhielten wir dann den Anruf, dass sie friedlich eingeschlafen sei. Ich wollte dann ins Krankenhaus fahren, um mich von ihr zu veranschieden und sie noch einmal zu sehen, was mir allerdings verwehrt wurde mit den Worten, dann müsse ich innerhalb einer halben Stunde dort sein, sonst käme sie weg. Bereits am Vortag hatte ich ein Gespräch mit einer Schwester, die uns mitteilte, dass es besser sei, wenn wir beim Bestatter Abschied nehmen und dieses Gespräch hatte ich dann auch noch im Hinterkopf. Da meine Mama allerdings eine Urnenbeisetzung erhält, konnten wir noch nicht einmal mehr beim Bestatter Abschied nehmen und das macht mich so fertig!
Auch diese ganze schlimme Zeit im Krankenhaus und dass ihr dort nie richtig geholfen wurde und mein Vater und ich uns immer wieder Frechheiten vom Pflegepersonal und den Ärzten anhören mussten und wie auch teilweile meine Mama immer ausgeschimpft wurde (sie hat mir das immer am nächsten Tag erzählt oder abends, wenn wir noch einmal telefoniert haben), macht mich fertig. Insbesondere das Verhalten auf der Intensivsation: Mein Vater und ich sitzen am Bett meiner Mama und wollen in Ruhe und Besinnlichkeit die letzten Tage mit ihr verbringen und das Klinikpersonal lacht laut kreischend im Vorraum und benimmt sich dort, als wenn es eine Party feiert und das nicht nur einmal. Auch habe auch ich mit sämtlichen an der ersten OP und darauffolgenden 1. Not-OP meiner Mama beteiligten Ärzten gesprochen und nie eine richtige Antwort erhalten, wie es überhaupt zu diesem schrecklichen Ergebnis gekommen ist. Wahrscheinlich habe ich einfach zu viel nachgefragt. Zwei Schwester auf der chirurgischen Abteilung, die meine Mutter dort vormals betreut hatten, haben uns auch direkt gesagt, wir sollen gegen das Krankenhaus vorgehen.
Ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich sie dort nicht 'rausgeholt habe oder dass sie vor dort aus nicht in ein geeignetes Krankenhaus verlegt worden ist. Ich habe zwischenzeitlich einen 8seitigen Brief an den Klinikdirektor sowie an die Pflegedienstleitung geschrieben und mich über sämtliche Vorfälle beschwert und angedroht, hiergegen vorzugehen. Ihr Hausarzt hat noch nicht einmal den entgültigen Arztbericht bekommen und der Klinikdirektor will uns diesen persönlich aushändigen und erläutern.
Meine Mamar war trotz ihrer 83 Jahr vorher gesund, hat ihren Haushalt und ihr ganzes Leben alleine gemeistert, sie war regelmäßig zum Gesundheitscheck und alles war immer bestens. Sie war kein omatyp, sondern immer flott gekleidet und pfiffig. Sie war eigentlich nie krank, hatte vielleicht alle 3 Jahre mal 'ne Erkältung, aber sonst nichts.Sie hat Zuhause alles gemanaget, der Haushalt war ihr Bereich und sie war immer fit, hatte 'ne große Klappe und war immer hilfsbereit. Ihr Selbstbewußtsein hat sie dann allerdings im Krankenhaus völlig verloren und wurde immer ängstlicher, aber sie hat bis zum Schluss gekämpft und wollte immer wieder nach Hause und endlich wieder in ihrem Bett zu schlafen oder in ihrem Fernsehsessel zu sitzen. Mein Vater und ich aber haben immer gesagt, die Ärzte müssen erst herausfinden, was Du hast. Und keiner hat ihr wirklich geholfen, Im Laufe ihres Aufenthaltes im Krankenhaus hatte sie ca. 10 verschiedene ältere Mitpartientinnen (das waren immer Zwei-Bett-Zimmer), die alle irgendwie nicht mehr so mobil waren, einen Rollator oder irgendwelche Alterserkrankungen hatten, die aber alle nach ein paar Wochen wieder 'rausgekommen sind, nur meine Mama nicht.
Am Mittwoch findet nun ihre stille Urnenbeisetzung (nur ich und mein Vater) statt auf dem Grab meiner Schwester, die vor 24 Jahren verstorben ist, und welches eigentlich nächstes Jahr abgelaufen wäre. Meine Schwester wäre am 13.12.2011 50. Jahre alt geworden, an diesem Tag wurde nun die Sterbeurkunde meiner Mutter ausgestellt. Ich bin Anfang November 40 Jahre alt geworden und dann hat meine Mutter noch einen Sohn aus 1. Ehe, der im Mai d. J. 60 Jahre alt geworden ist, aber zu dem sie seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr hat. Meine Eltern hatten d. J. im September auch noch Goldene Hochzeit und meine Mama wäre am 31.12.2011 84 Jahre alt geworden!
Es kam dieses Jahr alles knüppeldick für uns, mein Vater und ich wurden immer wieder von Unglücken und Krisen heesucht und ich weiß nicht, wie alles ohne meine Mama weitergehen soll. Mein Vater ist hilflos ohne sie, ich hab' ihre Beerdigung und alle andere Formalitäten usw. geregelt und bin selber mit den Nerven am Ende. Ich selber habe keine Familie oder derzeit einen Freund, auch kann man irgendwelche Bekannte, die eigene Probleme haben, hiermit nicht belasten. Auch wenn sie ihr Alter hatte und ich auch nicht mehr die Jüngste bin, werde ich mit allem nicht fertig. Ich dachte immer, sie würde langsam altern, ich würde ihr dann vieles bzw. noch mehr abnehmen, aber mit so einem schrecklichen Ende habe ich nie gerechnet. Wofür wurden sie und wir so bestraft? Ich vermisse sie so sehr. Bei ihr konnte ich mich stundenlang ausquatschen, sie wußte immer Rat oder konnte einen aufmuntern, wenn es einem schlecht ging. Am Liebsten wäre ich bei meiner Mama, aber da ist noch mein Vater, um den ich mich nun kümmern muss!


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Hallo Heralein

ich bin grade beim herum suchen auf Deinen Beitrag gestoßen - und hatte dass Gefühl ich lese genau das, was ich grade jetzt auch erlebe.
Meine Mama war etwas älter als Deine, schon 96, aber auch genauso fit und hat alles alleine gemacht.
Wir hatte uns zusammen eine schöne größe Wohnung eingerichtet wo auch jeder sich mal zurück ziehen konnte.
Ausser uns Beiden gibts niemand mehr aus der Familie.
Nur noch zwei Hunde - Mamas Lieblinge.
Sicher gab es auch mal situationen in denen ich mal gestreßt war und hab mal mit ihr geschimpft weil sie auch so bockig sein konnte. Grade was Gesundheitsvorsorge betraf.
Alles war sonst gut, sie war mit den Hundis mittag glücklich beim Kaffee und ich dachte sie wird mindesten 100.
Der Hausarzt bestäitigte ihr immer wieder wie gut sie dabei ist.
Und dann kam dieser verdammte Tag, der 25.2.2012.
Ich hatte ihr - weil sie etwas schlecht gehen konnte, ein paar neue Pantoffel gekauft, solche hohen, mit Klette.
Ich weiss nicht obs daran lag - doch es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Genau an dem Tag( Nacht) als sie mit diesen dingern zur toilette ging stürzte sie so unglücklich dass sie nicht mehr aufstehen konnte.
Dann das gleiche wie bei Dir ....KH - Hüfte gebrochen - OP - natürlich beste und teueste Prothes weil sie doch so fit ist - und dann kam es: Herzinfarekt- Lungenentzündung, bei der OP abgeknickte Vene so dass das Bein abstarb und nekrotisch war. Sie schrie vor Schmerzen.
Bekam dann Opiate und wurde nochmals in einem anderen KH operiert - ein Stent wurde einsetzt.
Und dazwischen immer und immer wieder durchfälle - Keime-
Übelkeit---nach 4 Wochen hatte sie noch nicht ein Gymnastik gemacht - das Bein tot. Der Fuß schwarz.
Und sie von den Wahnsinnsmedikamenten und Antibiotika
manchmal völlig verwirrt.
Dann wieder Tage wos besser war - Hoffnung - ja Mama- noch ein bißchen durchhalten - dann schaffts dus.
Doch dann vermuteten **sie eine Herzklappenentzündung, wieder zweimal Nakrose - zwei Wochen Antibiose ergebnis: war doch nichts---und weil sie nun sooo schlöecht dran war ging von da in die Geriatrie. Da war ihr Lebensmut den sie die ganze Zeit hatte schon weit unten.
Dort sollte sie nun endlich mobilisiert werden --doch nichts geschah. Wenn man nicht selbst die 80 km täglich fuhr und bei ihr war kümmerte sich keiner mehr um sie. Blasenkatheter und Windel erleichterten alles. Und das Stöhnen hören schwestern scheinbar irgendwann nicht mehr. Ich habe am 25.2. eine mobile geitig völlig intakte alte Dame wegen eines Hüftbruchs ins KH begracht und 8 Wochen später win erbärmliches Würmchen vor liegen sehen. Jede Würde war ihr genommen - nicht mal die Zähne zogfen sie mehr an oder putzten sie.

Nun kam nur noch das Argument ...na was denn sie ist doch 96 --das reicht doch .
Am letzten Tag habe ich sie den ganzen Tag in den Arm genommen, ihr unserer Leben erzählt, unsere alten Kinderlieder vorgesungen - und dann war sie auf der anderen Seite. Ich kann es nicht fassen bin benommen und total leer. Alles wird anders - nie mehr Mama, nicht mehr unsere wohnung alleine nicht zu halten, unser schöner Garten für die Hunde - und die sind voller Trauer gehen nicht mehr in das Zimmer wo sie immer schlief.
Wie es weiter geht ...ich weiss es nicht.
Ich weiss nicht mal ob ich im Moment noch lebe -
und denke immer nur : Hättest Du doch die idiotischen Pantoffel nicht gekauft wäre sie vielleicht noch da..
Das ist grausam - und noch grausamer ist, was ich auf diesem 8 Wochen Weg, der mir vorkommt wie eine 8 jährige Reise an Unmenschlichkleit, Kälte und Etwürdigung erlebt habe.

In einer Zeit wo die Politk sich palavernd hinstellt und tönt: Wir müssen unsere Alten mehr pflegen und ihnen die Möglichkeit geben so lange als möglich selbstständig zu sein.

Wie es in der Realtität aussieht wurde mir vor Augen geführt -
elch erbämliche Schwätzer.

Ich drücke Dich ganz fest und wünsche Dir und auch mir dass wir unsere Mütter voller Liebe im Herzen haben.

Rosalie4810


 

Es wird einfach nicht besser!

von:heralein

Hallo Rosalie4810!
Zunächst einmal mein herzliches Beileid für Dich, es ist so schwer, die Mutter zu verlieren.
Bei mir geht es auch immer nur auf und ab, an manchen Tagen muss ich richtig kämpfen, um nicht unterzugehen.
Jetzt kommt auch noch hinzu, dass mir vor ein paar Wochen nach über 16 Jahren einfach der Job gekündigt worden ist und ich wieder ganz neu anfangen muss! Vielleicht soll alles so sein, ich weiß es nicht.
Viele Grüße
Heralein


 

Heute ist auch wieder so ein schlimmer Tag!

Eigentlich ist jeder Tag ohne meine Mama schllimm, jeden Tag bzw. jeden Abend muss ist bitterlich weinen und frage mich immer wieder, warum musste alles so enden? Aber an einigen Tagen bzw. wenn ich arbeite, dann geht es so einigermaßen, aber die Wochenenden oder so wie jetzt - wo ich Urlaub habe - ist es schlimm. Ich komme nicht aus dem Grübeln heraus, immer muss ich wieder an die Zeit im Krankenhaus denken, wo es ihr zunächst wieder besser ging und dann an ihr schlimmes Ende. Da kann ich mir auch noch so viel einreden, dass sie es nun besser hat, nur meine Mama wollte leben, sie hatte noch so viel vor und geplant und dann wurde ihr und mir alles genommen!


 

Meine Mama ist tot

Ich habe Deinen Schrei vom 25.12.11 gelesen, es tut mir unendlich leid für Dich, schrecklich vor allem die Erlebnisse mit den Leistungen oder eben Nichtleistungen des Krankenhauses, das wird Dir sicher noch lange wie ein Mühlstein auf den Schultern liegen, dass Du sie da nicht rausgeholt hast.

Auch ich habe meine Mama verloren. Sie wohnte ca. 450 km entfernt und war seit dem Tode meines Vaters vor zwei Jahren sehr einsam. Ich hatte sie Mitte Dezember geholt und wir hatten mit ihr, der Familie meiner Tochter und den Urenkeln ein wunderschönes Weihnachtfest, sie war sehr gut drauf für ihre 80 Jahre und ich war felsenfest davon überzeugt, sie noch ein paar Jahre zu haben. Am 1. Feiertag haben wir alle gemeinsam Ente und Knödel gegessen, danach erzählt gelacht, alte Erinnerungen ausgetauscht und dann kam der 2. Feiertag, meine in der Nähe wohnende Schwester hatte meine Mama für ein paar Tage zu sich geholt. Ich habe sie noch zum Auto gebracht, sie umarmt, gewunken und gesagt bis bald, dass es der Abschied für immer war, mit keiner Silbe daran gedacht. Und dann war sie zwei Tage später tot, ich habe sie nicht mehr lebend gesehen, kein Wort mehr mit ihr gewechselt.
Auch ich bin am Boden zerstört, wir hatten ein sehr gutes Verhältnis zu einander und ich habe sie sehr geliebt. Beim Verlust des Vaters ging es mir schon dreckig, aber die Mutter ist der absolute Supergau, da bricht ein Stück des eigenen Herzen heraus und man altert in Tagen. Die Mutter hat dich geboren, die ersten Monate an ihre Brust ernährt, hatte man Bauchweh, wer war da, die Mutter, ist man als Kind gefallen, wer hat getröstet, die Mutter und so kann man da weiter fortsetzten.

Nun sitze ich seit einer Woche Nacht für Nacht und kann nicht schlafen, die Gedanken drehen sich im Kreis und man kann diese Endgültigkeit nicht verstehen


 

Mir geht es genauso ...

von:heralein

Zuerst einmal mein aufrichtiges Beileid an Dich und ich wünsche Dir viel Kraft für alles, was da noch kommt.

Ich kann nachts auch kaum schlafen bzw. nehme seit Wochen schon Schlafmittel und bleibe extra lange auf, aber wenn ich aufwache, dann denke ich sofort an die schlimme Zeit auf in der Intensivstation im Krankenhaus. Das will mir einfach nicht aus dem Kopf.
Tagsüber geht es mal besser und mal habe ich wieder so schlimme Zeiten, wo ich nur heulen kann. Auch habe ich schon mehrere Kilos abgenommen und fühle mich körperlich einfach schlecht und mag noch nicht einmal in den Supermarkt zum Einkaufen gehen, weil einem bald bei jedem Gegenstand irgendwelche Gedanken über meine Mama im Kopf kreisen. Den Haushalt kriege ich auch kaum hin, alles fällt so schwer.

Seit ein paar Tagen bin ich nun auch wieder zur Arbeit, aber meine Chefs haben für meine Trauer natürlich kein Verständnis ("die Mutter war ja alt und die Tochter ist ebenfalls alt, also was stellt die sich so an"), aber was meine Mutter, mein Vater und ich da durchgemacht haben, kann keiner nachvollziehen bzw. weiß auch eigentlich keiner, da alles zu komplex ist.. Dann kommt auch noch im Büro hinzu, dass wir völlig unterbesetzt sind und meine Arbeit kein anderer machen kann und halt ziemlich viel liegen geblieben ist und da zählt nur die Arbeit und nicht, wie es einem geht.
Meinem Vater geht es auch schlecht, er ist jetzt alleine Zuhause, versucht sich zwar irgendwie abzulenken, aber ihm geht das auch alles nicht aus dem Kopf und ist immer am Weinen, wenn er von jemanden angesprochen wird, dass "man seine Frau schon so lange nicht gesehen hätte". Außer von den Nachbarn natürlich, die machen nach wie vor einen Bogen um uns, um ja nichts sagen zu müssen.

Wir werden ja auch gegen das Krankenhaus vorgehen und haben schon ein erstes Gespräch mit dem Klinikdirektor, dem die ganze Sache auch ziemlich nahe gegangen ist, geführt . Das alles reißt natürlich die Wunden immer wieder auf.

Du befindest Dich noch in der 1. Trauerphase "das Nicht-Wahrhaben-Wollen".
Ich befinde mich schon der 2. Trauerphase "Sehnsucht, Einsamkeit, Nicht-Vergessen-können und Vorwürfe", wohl die schwierigste Trauerphase und ich weiß nicht, wie lange diese noch andauern wird ...

Woran ist denn Deine Mutter gestorben? War es ein Sekundentod oder hatte sie eine altersbedingte Krankheit? Aber dann kann man doch bald sagen, dass sie wenigstens nicht leiden musste, aber trotzdem ist das einfach nur schrecklich ...
Wie Du schon geschrieben hast, die Mutter zu verlieren, egal wie alt man ist, ist das Schlimmste. Mein Vater meinte auch schon, es wäre wohl besser gewesen, wenn er zuerst verstorben wäre, dann würde ich jetzt wohl nicht so leiden.

Schlimm ist natürlich dann auch der Zeitpunkt zu Weihnachten. Ich habe vom ganzen Dezember, Weihnachten und Silvester eigentich nichts mitbekommen, das ging alles an mir vorrüber. Der Dezember ist nun für mich der schlimmste Monat im Jahr.


 

Ich würde dir raten

dir Hilfe in einer Trauergruppe zu suchen. Evtl auch bei einem Hospiz, die bieten auch Trauergespräche an. Da ist ganz vieles völlig unverständlich gelaufen und das macht alles noch schwerer. Und ihr braucht auch Hilfe, wie ihr gegen diese Ärzte und Pflegepersonal vorgehen könnt. Das würde ich in eurem Fall auch anstreben, weil es ist schlimm, wie das ablief. Besonders schlimm finde ich, dass ihr nicht Abschied nehmen konntet, sowas habe ich noch nie gehört. Normal bieten es Krankenhäuser oder Bestatter an. Es gibt Abschiedshäuser. Oder die Leute werden auf dem Friedhof aufgebart. Also in eurem Fall ist wirklich alles schief gelaufen, was überhaupt schief laufen kann. Das tut mir sehr leid für dich, denn das macht alles noch viel schwerer. wobei ein endgültiger Abschied eh schon ganz , ganz schlimm ist.
Gruß Melike


 

Schlimm sind die Nachbarn!

von:heralein

Schlimm sind auch unsere Nachbarn. Ich weiß wirklich nicht, was man den Leuten getan hat. Wir wohnen hier in einer Eigentumswohnanlage mit 39 Eigentumswohnungen, erbaut 1974. Ca. 1/3 der Bewohner wohnen hier seit Anbeginn und sind alle so an/über 80, ca. weitere 1/3 wohnen hier auch schon an die 20 Jahre und sind auch schon ungefähr im Rentenalter und der Rest sind jüngere Leute bzw. erst vor Kurzem hier eingezogen.
Meine Eltern wohnen hier seit 30 Jahren und man kennt sich von früheren Hausfesten, vom Klönen im Treppenhaus usw. Meine Mutter hat bis vor vier Jahren eine ältere Nachbarin etwas betreut bzw. für sie eingekauft, war jeden Tag bei ihr, weil sie auch niemanden hatte und diese Nachbarin hat schon immer gesagt, dass sich sonst niemand aus dem Haus um sie kümmern würde. Auch bei anderen kranken Mitbewohnern hat sich meine Mutter immer erkundigt und war immer hilfsbereit, jeden Tag draußen und unterwegs.
Aber nun, da guckt uns niemand mehr an. Wir haben aus dem Haus lediglich vier Beileidskarten bekommen, und das nicht in etwa von den ganz alten Bewohnern. Drei Mietparteien haben sich auch schon vorher immer, als meine Mutter noch im Krankenhaus lag, erkundigt, der Rest ist aber "blind und taub". Einige der "Alten" wechseln sogar die Straßenseite bzw. verstrecken sich oder nehmen den Seiteneingang, um ja nicht auf uns zu treffen oder gar ihr Beileid bekunden zu müssen, wahrscheinlich wollen sie warten, bis "Gras über die Sache gewachsen ist". Selbst unsere direkten Nachbarn haben wohl noch nichts bemerkt.
So etwas ist einfach nur unhöflich. Wir gehen ja schließlich nicht mit dem Tod meiner Mutter hausieren und wenn man nicht persönlich sein Beileid bekunden kann, so kann man doch wohl zumindest eine Karte in den Briefkasten werfen!
Gerade die meisten von den "Alten" haben ebenfalls schon einen Ehepartner verloren und dürften wissen, wie man sich dann fühlt. Einfach nur schäbig!


 

Wir können

von:mumfor6

niemals in andere Menschen hinein schauen und nicht wissen warum sie sich so verhalten wie sie sich verhalten.
Tod und Trauer sind leider ein Tabu Thema!
Ob es wirklich sinnig ist dem Krankenhaus einen Prozess zu machen? Das kostet Energie und Kraft, ich persönlich würde diese für andere Dinge hernehmen.
Für deinen Vater wäre es sicher hilfreich, wenn er eine Helferin hätte, die ihn täglich besucht. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland sowas gibt, ich selber bin Fachheimhelferin auf selbstständikger Basis und betreue alte Menschen oder welche die alleine sind - nicht zur Pflege, sondern im Alltag sich wieder zurecht zu finden, gerade Männer brauchen solchen Beistand - den du natürlich gibst, aber als Tochter und berufstätig bist du damit auch überlastet..
Alles Gute euch
ansonsten ja Hospiz und Trauerbegleitung auch für deinen Vater


 

Ich bin ja für ihn da ...

von:heralein

Ich wohne ja im gleichen Haus, wie meine Eltern bzw. nun leider nur noch wie mein Vater und schaue morgens nach ihm, mache ihm das Mittagessen (sofern es meine Mittagspause zulässt) und sehe abends auch nach ihm. Wir verbringen im Moment sehr viel Zeit miteinander. Mein Vater ist um einiges jünger als meine Mama und er denkt ja auch schon selber drüber nach, ob er sich so einem Senioren-Spielekreis o. ä. (wir haben da auch nicht so die Ahnung, was es hier gibt) anschließen soll. Aber es ist alles noch zu frisch, um irgendwas zu planen.
Gegen das Krankenhaus gehen wir über die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen vor, das kann zwar auch lange dauern. Aber ich will es mal so sagen, der dort unsachgemäß herbeigeführte Tod meiner Mama es ist nicht nur der größte Verlust meines Lebens und ich möchte mit meinem Vorgehen auch anderen Menschen helfen, denn es wurde uns bereits von dem Klinikdirektor eingeräumt, dass dort Fehler begangen worden sind (u. a. wegen Personalmangels, Unachtsamkeit etc.) und zum anderen sind Kosten angefallen, die zwar irgendwann sowieso angefallen wären, aber auch noch nicht hätten sein müssen.


 

Das ist ja schön

von:mumfor6

dass du so für ihn da bist.
Ich erlebe es einfach oft, dass die Angehörigen sich so verausgaben und Hilfe von außen,wenn die Zwischenmenschliche Basis passt, für alle Beteiligten gut tut. Es gibt einem einfach einen Input von außen.
Und so wie di deine Mutter beschreibst war sie ja selber so ein Typ, der anderen Menschen gern geholfen hat - sie würde es sich evtl so wünschen.
Es ist ja kein Thema, dass ihr das macht mit dem KH war ja auch nur mein momentaner Eindruck, weiß ja auch nicht wie ich in konkretem Fall handeln würde ----
Alles Liebe


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