Ich schreibe hier Anonym weil ich mich dafür einfach nur schäme. Ich habe 2 Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Mein Sohn kam zwar nun nicht 2008 zur welt sondern 2009 (ich hoffe mal das ist egal) und meine Tochter kam diesen monat am 3 zur welt. Ich lebe auch mit meinem Freund (auch der vater von beiden) zusammen. So bin ich wirklich rundum glücklich und ich möchte nichts mehr hergeben und nichts verändern. Aber trotzdem hab ich das gefühl nicht ganz richtig im Kopf zu sein.
Als ich mit meinem Sohn schwanger war, war alles super. Die ganze schwangerschaft ist ohne probleme verlaufen, bis auf das ende. 18 tage vor entbindung musste ich ins Krankenhaus aufgrund einer schweren Nierenentzündung. Dann wurde er per Kaiserschnitt geholt (kurz vorm entbindungstermin). Nach dem Kaiserschnitt musste ich noch 6 tage im Krankenhaus bleiben bevor ich ENDLICH wieder nach Hause durfte. So ist auch alles super gewesen. Ich hab mich gefreut das der klein endlich da war und hab mich gut um ihn gekümmert. Ich hab mit ihm gespielt, in gewickelt, war zusammen mit ihm in der badewanne und hab stundenlang mit ihm gekuschelt, aber trotzdem ist es mir bis heute nicht gelungen richtige muttergefühle zu ihm aufzubauen und das verstehe ich nicht so ganz.
Als diesen Monat meine Tochter zur welt kam war es nicht viel anders. Sie musste ebenfalls per Kaiserschnitt geholt werden. Ich war allerdings diesmal nur 7 Tage im krankenhaus (mit den 6 tagen nach entbindung). Meine Tochter liebe ich wirklich abgöttisch. Wenn ich sie sehe platze ich fast vor liebe. Wenn sie schreit bin ich sofort zur stelle, egal ob tag oder nacht.
Wenn mein sohn hinfällt oder sich stößt, gehe ich hin und tröste ihn, keine frage, aber so etwas wie mittleid oder so empfinde ich nicht.
Ich fühle mich irgendwie total dumm weil ich bei ihm keine muttergefühle habe aber bei ihr so extrem viele. Beide waren gleichermaßen gewollt. Was stimmt denn nur nicht mit mir??????
Hallo. Ich denke, ich kann ganz gut nachempfinden, was Du hier beschreibst. Ich habe auch 2 Kinder, meine Tochter ist mittlerweile 9, mein Sohn ist 3. als meine Tochter 1 Jahr alt war, habe ich eine Ausbildungsstelle 80km weit fort angetreten und dort auch eine Wohnung gehabt, sie war die ganze Woche über bei meinen Eltern. Am Wochenende habe ich sie immer abgeholt und in den Ferien. Nach der Ausbildung habe ich Deutschland verlassen und war 3 Jahre lang in Spanien. Das Ganze war nicht ganz freiwillig sondern dadurch, daß mein damaliger Freund, ein Inder, von Deutschland nach Spanien gegangen war. Meine Eltern waren damals gegen diese Beziehung und wollten nicht, daß ich meine Tochter mitnehme nach Spanien, ich habe sie nur noch maximal 2-3 mal im Jahr für jeweils wenige Tage gesehen und meist ca. 1mal in der Woche mit ihr telefoniert. Ich habe oft ein schlechtes Gewissen gehabt, aber es ging nicht anders, zumal auch der Kindesvater noch da ist und seinerseits Süppchen kocht um seine gaaaaanz eigenen Ziele zu verfolgen. Mittlerweile hat es mich nach Österreich geschlagen und vom Vater meines Sohnes, dem Inder, bin ich mittlerweile geschieden. Jetzt im Nachhinein muß ich sagen, ich bin froh, daß meine Tochter bei meinen Eltern ist, ich vermisse sie zwar, aber ihr geht es dort gut und meine Eltern können ihr ein besseres Leben bieten, als ich, die ich noch dabei bin, zu versuchen, mir eine gesicherte Existenz und ein gutes Leben aufzubauen. Mein Sohn muß bei mir auch hart im Nehmen sein, viel Mitleid habe ich wirklich nicht für ihn. Ich liebe ihn und bin froh, daß er bei mir lebt und ich ihn um mich habe. Im November 11 war er krank und hat daher eine Woche lang nichts mehr gegessen. Irgendwann war er so geschwächt, daß ich Angst um sein Leben hatte. Ich habe ihn ins Krankenhaus gebracht und die haben ihn dort 1 Woche lang wieder aufgepäppelt. Er war mit 5 anderen Kindern auf einem Zimmer, und alle Mütter blieben Tag und Nacht bei ihren Kindern. Ich war die Einzige, die irgendwann zwischen 9.00 und 10.00 im Krankenhaus auftauchte und sich zwischen 14.00 und 17.00 Uhr wieder davon machte. Ich kam mir in manchem Moment schon etwas schlecht vor, aber ich mochte einfach nicht dort bleiben, geschweige denn dort schlafen. Nun muß ich dazu sagen, er ist es durch meine Arbeit im Nachtzug gewohnt, daß ich tagelang nicht zu Hause bin und er andauernd bei irgendwelchen merkwürdigen Weibern bleiben muß, Kinderbetreuung ist so teuer, daher hat es ihm auch nichts ausgemacht allein im Krankenhaus zu bleiben. Und da ich durch die Arbeit eh selten zu Hause bin, da will ich dann an den arbeitsfreien Abenden nicht noch in irgendwelchen Krankenhäusern oder sonst wo rumlungern, dann brauche ich ja bald die Wohnung nicht weiter mieten, wenn ich eh nie zu Hause bin. Trotzdem hatte ich genauso ein schlechtes Gewissen wie Du. Und auch im Alltag schimpfe ich ihn eher aus, wenn er mal stolpert und dabei die Klamotten schmutzig werden oder er etwas umstößt, und erst dann frage ich ihn, ob er sich weh getan hat, und wenn ja, naja, das ist ja gleich wieder gut, und wenn man dann auf der Straße solche Turtelmütter sieht, wo das Kind hinfällt und sie da ein riesengroßes Brimborium drum machen, dann frage ich mich auch manchmal, ob ich normal bin oder irgendwie psychisch gestört. Aber ich denke mir, es geht sicher jeder Mutter mal so, daß sie zwiespälrige Gefühle gegenüber ihren Kindern hat. Du solltest Dir da nicht so arge Gedanken machen, Du tickst sicher ganz normal. Man kann wohl auch als Mutter nicht immer nur an andere denken. Manchmal muß man auch an sich selber denken oder an ganz etwas anderes, und daher muß man auch nicht immer für alle anderen Gefühle wie Freude oder Mitleid oder sonst etwas hegen. Ganz liebe Grüße aus Wien
Kaiserschnitt?
Ich habe mal gehört das Mütter die ihre Kinder per Kaiserschnitt zur Welr bringen probleme haben richtige Muttergefühle aufzubauen. Dies muss nicht bei jedem Kind so sein... Die Hormone und Vorgänge die bei einer normalen Geburt durch die Wehen frei gesetzt werden und das Muttergefühl explodieren lassen, fehlen bei einer Kaiserschnitt oder treten in geringerem Maße auf.... Kann es damit zusammenhängen? lg roxy