Zum ersten lege ich jetzt, um Verwirrungen auszuschließen einfach mal ein Beispielkind mit dem Geburtsdatum 01.06.09 an. So kann dann jeder später sein eigenes dort einsetzen. Man sollte halt das Geburtsdatum des Kindes nehmen, um sich die jeweiligen Starttermine leichter merken zu können.
Wie gesagt:
Bei reinen Stillkindern beginnt man nach 6 Monaten. (Beispiel wäre dann der 01.12.09)
Bei Kindern die nur Flasche bekommen ODER gestillt werden und mit der Flasche zugefüttert beginnt man nach 5 Monaten (Beispiel wäre dann der 01.11.09)
So dann fang ich mal an (und ich hoffe, ich bekomm das verständlich hin)
1. Beikost (01.11.09 bzw. 01.12.09)
Als erstes wird die Mittagsmahlzeit ersetzt.
Hierzu bekommt das Kind eine Woche lang erstmal nur Gemüse. Am Besten nimmt man Pastinake.
In der zweiten Woche wird dann Pastinake + Kartoffeln gegeben.
In der dritten Woche Möhren
In der 4. Woche Möhren und Kartoffeln.
Jetzt die Infos, welche dazu wichtig sind.
Immer etwas zu trinken dazu geben. Am besten Wasser oder Tee. Ruhig aus einem offenen Becher. Mit ein wenig Übung können die kleinen das dann schon und man spart sich das Geld für Schnabeltassen. Wichtig ist hier nur, kein Glas zu nehmen, weil die kleinen eine enorme Kraft im Kiefer haben und ein Stück raus beißen könnten.
Es wird 1 Woche lang dasselbe Gemüse genommen, um hier zu schauen, wie das Baby regiert. Wichtig ist in den kleinen Speckfalten zu schauen, ob allergische Reaktionen auftreten.
Wenn selber gekocht wird bitte möglichst bis zum 1. Lebensjahr BIO Produkte kaufen und wenn es geht saisonales Gemüse. (Liste folgt später!)
Wer Gläschen geben möchte, auch auf BIO Gläschen achten. Bei DM gibt es zum Beispiel die BIO Hausmarke. Die haben die Gläschen auch teilweise in klein.
So nun zum Ablauf. Oben hab ich ja schon geschrieben, was wann dran ist. Das Essen wird dann mittags erwärmt. Wichtig ist, den Inhalt nur einmal zu erwärmen. Also nicht immer sofort das ganze Gläschen, sondern erstmal portionsweise.
Nach dem Erwärmen wird ca. 1 TL BIO-Rapsöl oder BIO-Sonnenblumenöl (gibt es auch z.B. bei Aldi) zufügen.
Das Kind bekommt soviel zu essen, wie es mag. Es kann sein, dass es auch am Anfang erstmal nur 2 Löffel sind. Das ist nicht schlimm. Bitte nur nicht zum essen zwingen!!!
In der Einführungsphase wird nach dem Essen dann ganz normal die Flasche gegeben. Hier kann es natürlich dann sein, dass sie weniger trinken als vorher.
Die Flasche gibt es danach so lange, bis das Kind 4 Tage hintereinander mind. 150g gegessen hat. Dann weiß man, dass es die richtige Menge schafft und braucht keine Flasche mehr hinterher zu geben. Auch nicht, wenn es dann auf einmal nur noch 120g isst. Wenn die 4 Tage einmal geschafft wurden mit der Menge mittags, kann die Flasche dort ausfallen. SPÄTESTENS jedoch mit einführen der nächsten Mahlzeit, also im Beispielfall am 01.12.09/01.01.10. Da würde die Flasche nach dem Mittagessen auch wegfallen, wenn das Kind es noch nicht geschafft hat.
Zwischen der Gabe des Essens und der Flasche sollte man eine 20-minütige Pause einlegen, damit das Baby den Unterschied bemerkt!!!
Ab 7,5 Monaten kann 2x pro Woche Fleisch dazugegeben werden. (gibt es z.B. auch bei DM in kleinen Gläschen. Reines Fleisch.)
Gut geeignet sind Rind und Lamm (sehr eisenhaltig). Auch Geflügel und Schwein kann genommen werden, hat aber niedrigere Eisenwerte.
Wichtig ist dann einen Schuss O-Saft (Direktsaft) mit dazu zu geben, da das Eisen sonst noch nicht aufgenommen werden kann.
Ab dem 2. Beikostmonat (Beispiel 01.12.09/01.01.10) können mittags alle Gemüsesorten gegeben werden!
So, das war das Komplizierteste von allem. Aufatmen, jetzt wird es einfacher. Natürlich muss man alles auch individuell vom Kind abhängig machen und kann nicht immer genau nach Anweisungen gehen!!!
2. Beikostmahlzeit (Beispiel 01.12.09/01.01.10)
Nun wird die Abendmahlzeit ersetzt. Hierzu geeignet sind ZUCKER- und GLUTENFREIE Breie. (z.B. Getreidebrei)
Der Brei kann mit Wasser oder Pre-milch angerührt werden. Bitte nur keine Vollmilch nehmen!!!
Flasche brauch abends nach dem Brei nicht mehr gegeben werden. ALLERDINGS muss man das von dem Rhythmus des Kindes abhängig machen. Der Brei sollte natürlich nicht mehr abends um neun gefüttert werden, da er sehr schwer im Magen liegt. Wir gehen ja auch nicht vollgestopft ins Bett. Schaffen es einige Kinder noch nicht, damit dann die Nacht zu überstehen, kann abends vor dem schlafen noch eine Flasche gegeben werden. Muss aber nicht!!!
3. Beikostmahlzeit (Beispiel 01.01.10/01.02.10)
Hier handelt es sich um eine Zwischenmahlzeit zwischen Fläschen/Stillen morgens und dem Mittagsessen. Einige Kinder stehen ja schon um 7 Uhr auf und bekommen die Flasche, bzw. werden gestillt. Da ist die Zeit bis zum Mittag natürlich lang. Hier würde man dann auf ein Obstmus zurückgreifen. (Empfehlung im 1. Lebensjahr nur Apfel und Birne, keine anderen Gläschen oder Obstsorten!!!)
Bei Kindern, die zum Beispiel erst um 9 oder 10 Uhr aufstehen, überspringt man diesen Beikostschritt, denn wenn sie ne Flasche um 10 zum Beispiel bekommen, halten sie ja eigentlich locker bis Mittag aus und brauchen nichts zwischendurch. Hier würde man dann direkt in die die Einführung der nächsten Beikostmahlzeit übergehen, nämlich in die
4. Beikostmahlzeit (Beispiel 01.02.10/01.03.10) oder bei unseren Langschläfern die Daten aus Punkt 3
Zwischenmahlzeit am Nachmittag Obstmus. Hier verhält es sich genauso wie bei der Zwischenmahlzeit am morgen. Man muss es auch vom Rhythmus und Bedarf des Kindes abhängig machen.
Ab dieser Zeit kann dem Kind aber auch schon eine Dinkelstange in die Hand gedrückt werden oder zum Beispiel eine Reiswaffel. Denn gerade wenn man unterwegs ist, möchte und kann man nicht immer ein Obstgläschen aus der Tasche zaubern. Auch können die kleinen jetzt schon mal ein wenig Brot mümmeln oder so.
Die Reste des Obstmus aus den Zwischenmahlzeiten können auch super in den Abendbrei mit eingerührt werden, um ein wenig anderen Geschmack zu bekommen
So, das waren im Endeffekt so die "Richtlinien", wenn man mit System Beikost einführen möchte. Das ist die Empfehlung, aber ihr wisst ja, im Endeffekt muss es jeder so machen wie er meint.
Jetzt tippe ich noch ein paar allgemeine Empfehlungen meiner Hebi ab und ich hab auch noch die Gemüsedaten und ein paar Rezepte 
So, nun ein paar allgemeine Infos:
Die Flasche oder Stillmahlzeit (wenn man dann überhaupt noch stillt, wenn nicht halt Flasche) am morgen, bleibt bis zum 1. Geburtstag erhalten!
PRE reicht für die Flasche vollkommen aus. Im Besten Fall höchstens 1er Milch. Bitte keine Folgemilch kaufen. Das brauchen die kleinen nicht, da werden sie nur fett von.
Klar will die Industrie das an Mann bringen, ist aber überhaupt nicht nötig!
Bitte keine Schmelzflocken oder Möhren oder so in die Flasche. Das ist alte Schule und da tut ihr euch und den kleinen keinen Gefallen mit!
Im 1. Lebensjahr bitte auf folgende Lebensmittel verzichten, da sonst das Allergierisiko steigt:
Butter, Ei, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch, Vollmilch)
Ab dem 1. Geburtstag können diese dann gegeben werden.
Dann auch 3,5%ige Milch nehmen und am besten Vollmilch. Die fettarme wenn bitte erst ab dem 2. oder 3. Geburtstag. Muss man wenn man meint dann vom Gewicht des Kindes abhängig machen.
Beim Erwärmen im Gläschen im Wasserbad oder Flaschenwärmer bitte den Deckel abschrauben, sonst könnt ihr putzen
Wer alles selber mit frischen Lebensmitteln zubereiten möchte:
Obst und Gemüse sollten dann nur saisonal und regional gekauft werden. Also nur frische oder Lagerware. (Zur Erklärung Erdbeeren im Winter wären für Deutschland ja schon recht komisch, nicht wahr?)
Obstkalender:
ObstsorteMonate
ApfelJuli bis September frisch Rest des Jahres Lagerware
(können also ohne Bedenken ganzjährig gekauft werden!)
AprikosenJuli bis September
BirnenAugust bis Oktober frisch November bis April Lagerware
BrombeerenJuli bis Oktober
ErdbeerenJuni bis September
HeidelbeerenJuli bis September
HimbeerenJuni bis August
JohannisbeerenJuni bis August
KirschenJuni bis September
MirabellenAugust bis Oktober
PfirsicheJuli bis September
PflaumenJuli bis Oktober
PreiselbeerenSeptember, Oktober
ReneclaudenAugust bis Oktober (fragt mich nicht, was das ist
)
RharbarberApril bis Juni
StachelbeerenJuni bis August
WeintraubenSeptember, Oktober
Gemüsekalender:
GemüseMonate
BlattsalateApril bis Dezember
BlumenkohlJuni bis Oktober
Grüne BohnenJuni bis Oktober
BroccoliJuni bis Oktober
ChicoreeDezember bis März
ChinakohlJuli bis November frisch, Dezember bis Mai Lagerware
EndivienAugust bis März
ErbsenJuni bis September
FeldsalatJuli bis April
FenchelJuli bis Dezember frisch, Januar & Februar Lagerware
GrünkohlOktober bis März
GurkenJuni bis September
KohlrabiMai bis September frisch, Oktober bis Dezember Lagerware
KürbisAugust bis November frisch, Dezember bis Mai Lagerware
MangoldApril bis November
MöhrenJuni bis November frisch, Rest des Jahres Lagerware
PaprikaJuli bis Oktober
PastinakenOktober & November frisch, Dezember bis April Lagerware
PorreeJuli bis November frisch, Dezember bis April Lagerware
RosenkohlSeptember bis Dezember frisch, Januar bis Mai Lagerware
Rot-/WeißkohlJuni bis Dezember frisch, Januar bis April Lagerware
Rote BeeteJuli bis November frisch, Dezember bis April Lagerware
SchwarzwurzelOktober bis Dezember frisch, Januar bis März Lagerware
SellerieJuli bis November frisch, Dezember bis April Lagerware
SpargelApril bis Juni
SpinatApril bis Juni und September bis Dezember
SteckrübenJuni bis November frisch, Dezember bis April Lagerware
StaudensellerieJuni bis September frisch, Oktober bis April Lagerware
TomatenJuli bis Oktober
WirsingJuli bis November frisch, Dezember bis Mai Lagerware
ZucchiniJuni bis Oktober
Bei Trinkwasser bitte auf folgende Grenzwerte pro Liter achten:
Nitrat 10mg
Natrium 20mg
Höchstwert Nitrit 0,02mg
Fluorid 1,5mg
Sulfat 200mg
Weitere Tipps:
Zwischenmahlzeiten:
Schon früh, etwa ab dem 6. Monat, wollen die Kinder knabbern, einmal bedingt, durch das zahnen, zum anderen, wollen sie es den Erwachsenen nachmachen. Harte Brotrinden, ein Apfel- oder Gurkenstück und Vollkorn Knäckebrot oder Reiswaffel oder Dinkelstange sind dafür besonders gut geeignet.
Dagegen sind Kekse, gesüßter Zwieback, Milch- und andere Weißbrötchen sowie Schokolade nicht geeignet.
Je älter die Kinder werden, desto mehr Interesse entwickeln sie für solche Zwischenmahlzeiten., und die Verführung, ein Kind im Geschäft, bei der Unterhaltung mit einem Erwachsenen, im Auto oder in der Warteschlange mit einem Keks abzustellen, ist groß. Versuchen Sie, solche Situationen so selten wie möglich aufkommen zu lassen. Denn: Je mehr Kinder zwischendurch essen, desto weniger Appetit und Hunger haben sie zu bei den viel wichtigeren Hauptmahlzeiten.
Allgemeines:
Salzen uns Süßen ist nicht notwendig, sondern schädlich für das Kind. Bedenken Sie, dass Ihr Kind Ihnen alles nachmachen will. So ist es leicht zu verstehen, dass eine gesunde Ernährung auf Dauer nur möglich ist, wenn man sich selber auch gesund ernährt. Ein Kind wird zum Beispiel kein Wasser trinken, wenn die Eltern süße Limonade trinken.
So und nun ein paar Rezepte:
Mittagsbrei:
Menge ca. 200g
Zutaten:
100g Gemüse, 50g Kartoffeln, 1 EL unraffiniertes Öl, evtl. 20g Fleisch (dann auch etwas O-Saft)
Eine Sorte Gemüse mit den Kartoffeln im Verhältnis 2:1 mischen. Das Gemüse säubern und evtl. schälen und in größere Stücke schneiden. Kartoffel in kleinere Stücke schneiden. Mit Wasser bedecken und zusammen im geschlossenen Topf ca. 8 Minuten dünsten. Anschließend mit einem Esslöffel Pflanzenöl pürieren.
Ab dem 8. Monat ist es sinnvoll 2 mal die Woche Fleisch zu geben. Das Fleisch wird GEKOCHT und zusammen mit Gemüse und Kartoffeln püriert.
Anmerkung zu den Gemüsesorten:
Blumenkohl und Broccoli anfangs nur die Röschen verwenden
Zucchini und Kürbis nicht zu oft, da sie nicht so nährstoffreich sind
Tomate, Paprika, Aubergingen und Sellerie werden anfangs nicht so gut vertragen.
Gemüse-Kartoffel-Getreidebrei:
100g Gemüse, 50g Kartoffel, 50g Saft, 10g Getreideglocken (z.B. Hafer)
Milch-Getreide-Brei
200ml Milch (Pre oder 1er) oder Wasser
20g Vollkorngetreideflocken
20g Vit-C Saft oder Obstmus
Getreide-Obst-Brei
20g Vollkorngetreideflocken
90ml Wasser
100g Obst
Fertigbreie:
-wenig Zutaten
-mit Wasser oder Pre/1er Milch anrühren
-darauf achten, dass keine Milch oder Milchprodukte enthalten sind
-Vollkorngetreide wählen
-Jod (Kaliumjodat oder Kaliumjodit) sollte enthalten sein.
So ihr Lieben, ich hoffe ihr habt das jetzt einigermaßen verstanden. Bei Fragen könnt ihr euch ruhig melden.
Liebe Grüße
Sabrina