Mein 20jähriger Sohn ist im letzten Jahr trotz unserer Bedenken von zu Hause ausgezogen und lebt jetzt in einer Wohngemeinschaft in der Nachbarstadt. Wir versuchen Kontakt zu halten, was nicht immer leicht bis unmöglich ist. Jetzt hat er seine Gesellenprüfung nicht bestanden, obendrein noch seinen Ausbildungsplatz verloren und hängt seit Wochen tatenlos in seinem WG-Zimmerchen herum und kriegt absolut nichts geregelt (Arbeitsamt usw.). Das Handy ist fast immer abgestellt oder er nimmt den Anruf nicht an. Auf Mailboxnachrichten und E-Mails antwortet er nicht. Nur wenn einer seiner Mitbewohner die Tür öffnet, hat man eine Chance, an ihn heranzukommen, was natürlich nur bedingt stimmt, denn richtig erreichen kann man ihn momentan nicht.
Ich vermute stark, dass er computerspielsüchtig ist. Vieles deutet darauf hin: sein Zimmer ist absolut zugemüllt, er vernachlässigt sein Äußeres, ist zig Mal zu spät oder überhaupt nicht zur Arbeit gegangen (was ihm dann letztlich auch die Lehrstelle gekostet hat) und zeigt depressive Züge. Schon als er noch bei uns wohnte, hat es ständig Diskussionen und Reibereien über seine Computernutzung gegeben, was letztlich auch zu seinem Auszug geführt hat.
Ich denke, psychologische Hilfe wäre dringend angebracht, was mein Sohn teilweise auch einsieht aber es trotzdem nicht schafft, sich darum zu kümmern. Mehrere Versuche von mir, einen Termin für ihn zu arrangieren, wurden von den jeweiligen Ärzten mit der Begründung abgelehnt,. dass der Betroffene sich selbst darum kümmern müsse, da man sonst nicht von der nötigen Ernsthaftigkeit bzw. Behandlungserfolg ausgehen könne.
Was kann ich tun?