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Ist Klobigkeit bei Stiefeln gleich männlich? Zur Verklemmtheit

 

der angeblich mondänen Mode- Designer.
Wenn es schon mal höhere Stiefel für Männer angeboten werden, sind sie - im Sinne eines einfallslos- primitiven Abrenzungsmechanismus - unwahrscheinlich breit gebaut:
Hat ein feinledriger Herrenschuh eine Ballenbreite von 11 cm, geraten diese Stiefel nun 13- 15 cm breit.
In einen im Material sehr edlen Schweizer Stiefel mit Innenfell, den ich mir online bestellt hatte, hätten fast zwei schmale Füsse reingepaßt. Niemand wollte ihn daher kaufen, wenn er ihn probiert hatte.Von daher war er so preisgünstig gewesen, sagte ich mir ...Aber: der Schuh war ideell sehr sehr politisch korrekt, ein ideales museales Ausstellungsstück der Schweizer Calvinismus - Korrektheit.
Heute heißt die offizielle Devise dort, das Feld des Männerdesign nicht mehr - wie zum Glück noch beim Herrenhalbschuh - gegen den des Frauenschuhs eindeutig klar abzugrenzen ist:
Der Männerschuh hat grob, breit, klotzig, derb, primitiv, dickledrig und düster auszusehen!
Nur dann ist die sexuelle Orientierung (des Schuhs selbst !!!???) eindeutig zu erkennen, meint man ! Und dann würde sich der Mann darin wohl fühlen.
Pustekuchen!
Kein Mensch kauft den Quatsch!
Diese Schuhe stehen wie angemeißelt in den Schuhgeschäften herum und sind selbst unter SALE nicht wegzubekommen.
Im Ergebnis heißt es dann begriffsstutzig bei den Produzenten: Seht, die Männer wollen keine hohen Stiefel! Wir stellen keine mehr her!
Fakt ist sicherlich:
Männer- und Frauenschuhe sollten sich unterscheiden und unterschieden sich auch schon immer: Muß das aber immer so krass sein?
Nein, wie ich zeigen möchte:
Mode war vor 300 Jahre eher die Sache der Wohlhabenden, denn nur diese kannten eine Sphäre der öffentlichen wie ästhetisch konzipierten Selbstdarstellung. Der kleinere und mittlere Landwirt oder Handwerker hatte eher seine Tracht, die die Modeexzesse stark einhegte bzw. der Mode ein anderes Denken, einen Gegenpol des Selbstausdrucks anderer, nicht primär individueller Art entgegensetzte.
Es wurden seinerzeit Schuhe der Praxis (Feldarbeit, Handwerk, Landskenecht ...) und des Lustwandelns auf dem Parkett bzw. Gartenkies gegenüber gestellt; die ersten waren die groben, die anderen die feinen Schuhe.
Frauen der Praxis trugen kräftige Schuhe, feine Herren dagegen schmale, dünnledrige Schuhe.
Die Art des Schuhs war also zuerst einmal Ausdruck des Primats im Leben (erstmal am Morgen lustwandeln, dann die Pflicht (Patrizier, Adel) oder zuerst arbeiten, dann feiern (Bürger, Bauern), also des Standes bzw. dessen göttlicher Bestimmung: aber auch schon, ob für das städtische Tanzhaus (freie Zeit) oder die Arbeit bestimmt, und erst in ZWEITER Linie des Geschlechts.
So konnte ein männlicher Tanzschuh aus orangem Seidenstoff mit Ornament sein und damit dem weiblichen ähneln, auch wenn diese dennoch klar zu unterscheiden waren: unvermeidbar kleiner,anderer Absatz, noch etwas zierlicher usw.
Wir sehen daran:
Die stilistische Differenz zwischen Männer- und Frauenschuh ist primär eine zeit- und raumgebundene und Ausdruck der jeweiligen Gesellschaftsverhältnisse - und in keiner Weise Ausdruck der Polarität der Geschlechter an sich!
Der Frau kann ich also nicht automatisch IMMER das Feine zuordnen, dem Mann nicht automatisch IMMER das Kräftige.
Denn Dinge wie Schuhe sind erstmal Ausdruck der jweiligen KULTUR und nicht der jeweiligen Natur, also des jeweilgen Geschlechtes zum Beispiel.
Es gibt keine natürliche sexuelle Differenz in dem Gestalteten.
Kultur heiß ja gerade, daß ich meiner Natur ein Schnippchen schlage, sie auf Zeit und Raum eingrenze und überwinde, also mit ihr AUCH SPIELE, sie auch ernsthaft variiere, daß jedermann zeitweise zumindest auch mal primär lustwandelt, mal mit ernstem Ziel spielt!
Spiel muß nicht unernst sein, auch das Kind verfolgt im spil ein ernsthaftes Ziel, nämlich darüber erwachsen zu werden.
Die Ära des Barock wußte von der kulturell grundlegenden Notwendigkeit des ernsthaften Spieles sehr gut Bescheid - auch auf Männerseite.
Danach sind die Männer nach und nach in die Sphäre von liberalistsichen Pseudo- Klosterbrüdern geraten, von merkantilen "Klosterbrüdern" des reinen Materialismus, also in die Hände der Calvinisten: in den Himmel kommt nur derjenige, der immerfort in Grobschuhen (und auf deren geistiger Grundlage) als "Schaffer" rackert und drei fette, klobige Daimler vor der Tür stehen hat!
Diese Art der Kultur der kompletten erotischen Einzäunung des männliches Leibes zugunsten des nunmehr grenzenlosen Geschäfts mit Frauenartikeln wurde um 1970 mal kurzzeitig revolutionär überwunden und läuft nun seinem Höhepunkt entgegen.
Die 1970er Revolution konnte nicht erfolgreich sein, da sie keineswegs Eckmarken der Männlichkeit in den Boden rammte, also auch mächtig sein wollte.
Sie war zu weich, um den Männern ein klares Feld des kulturellen Spiels zu erobern. So dehnt sich das Feld weiblicher neuer Identitäten weiterhin auf Kosten des nunmehr sehr schmalen männlichen Feldes weiterhin aus, soweit, bis es irgndwann mal scheppert:
Boyfriendhose, Reiterhosen, ... sind für sich gesehen erstmal harmose und nette Grenzüberschreitungen, in der großen Summe aber, weil ja kapitalistisch vorangetrieben, Ausdruck der Zerstörung der Welt des zivilisiert Männlichen, so wie diese in den letzten Jahrtausenden aufgebaut wurde.
Den Frauen scheint mir diese ganze Problematik gar nicht klar zu sein und sie sind als Gruppe hierbei ohnehin unschuldig: Ausdehnungen der Art gehören zur ihrem uralten Selbstverständnis. Schuld ist nicht ein Geschlecht, sondern der grenzenlosen Materialismus, der von den Männern und Frauen eingezäunt werden müßte und könnte, was aber als "konservativ" gilt: und das ist zur Zeit nicht in Mode.
Eine Kultur, in der der Geschäftsabschluß im Leben absolut primär wird, also das ganz und gar wichtigste wird, die also PRIMÄR "progressiv" ist, ist eben keine Kultur mehr, sondern vor allem erstmal Barbarei, also Wildnis im arabesken Gewand der Kultur.
Fortschritt ist gut, kann und darf aber nicht das erste Ziel aller sein. Auch der Fortschrittsgedanke muß nämlich eingehegt werden.


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...zur Verklemmtheit der angeblich mondänen Modedesigner:

Modedesigner entwerfen verrückte Sachen für Männer , tragen dann aber Architektenkluft: grauer Pulli ohne Hemd zur schwarzen Jeans.
Dieser Stil ist sehr bürgerlich, und zwar in seiner asketisch - puritanischen Variante, also nicht in der Variante des Geschäftsmannes, der direkt sein Selbst (Wissen, Können, Sauberkeit) über Kleidung anpreist, und der mit einem Anzug erscheint.
Der Architekt und der Designer müssen selbstvergessen (also asketisch gegenüber sich selbst) erscheinen, d.h. ganz auf sein Projekt, sein Baby, seine Idee, sein entäußertes Innenbild konzentriert: in schwarz wie ein Priester - also in der Anpreisung des jenseits von seinen eigenen Körper liegenden.
Im Dienst ist das verständlich und nur logisch - für beide Berufsgruppen.
Nach dem Dienst ändert sich daran aber nichts.
Wirkt das nicht reichlich verklemmt auf uns?
Gibt es nur ein Arbeitsleben, nur Askese? Stimmt das denn?
Ich denke nein. Ja und nein.
Diese Berufsgruppen glauben, sich IMMER bürgerlich- asketisch verhalten zu müssen, was einem merkwürdigen Menschenbild entspricht - und sie als Person, aber indirekt dann auch im Beruf, in eine Sackgasse führt.
Darüber wirken sie ausgetrocknet.
Und daraus ergibt sich auch ein zweites Problem: Architekten nehmen ihr Baby, ihren Bau, wichtiger als den Ort, die Straße, wo der Bau mal stehen soll und ruinieren daüber unsere Städte.
Herrenmode- Designer wollen dagegen das Graue ihrer eigenen Kleidung über Provokationen extremer Art durchbrechen:
Männer als Negation des Männlichen (- als Antwort auf die fast nur das Feminine feiernden Medien,
denn schnelle Medien sind notwendig primär weiblich, weil Männlichkeit gründlich und langsam ist.)
Außer daß diese Leute als Extremsportler von Schere und Nadel berühmt werden und sich über Glanzbilder in Schickaria - Magazinen sonnen können, passiert nichts. Die Männermode bleibt komplett aschenputtel- grau.
.
Wenn also bei dem ganzen Theater der Fashion - Veranstaltungen NICHTS, aber auch gar NICHTS für die Männer dabei herauskommt, dann können wir diese Männer in Untragbaren nur als lächerliche Zutat und Dekoration einer Frauenveranstaltung bezeichnen.
.
Eine Veranstaltung, die primär die Frau im Blick hat und erst sekundär den Mann, funktioniert eben nicht im Sinne einer Darstellung der neuesten Männlichkeitsausdrucks.
.
Eine Veranstaltung, in der Männlichkeit formal dargestellt werden soll, müßte völlig anders aufgebaut sein: Mode müßte quasi nebenbei gezeigt werden und nicht zentral.
Mode müßte an einem anderen Thema aufgehängt werden.
Bei der Rockmusik war das zeitweise (oder ist es noch?) so der Fall: primär war die Musik, die Kleidung der Musiker an zweiter Stelle, aber nicht unwichtig.
Vielleicht waren die wichtigsten Veranstaltungen für Männermode die Rockkonzerte der Beatles, Stones, Kinks, Bowie usw.
Vielleicht begreifen es irgendwann mal einige Männermodendesigner....auf welchem Weg es gehen kann bei Männern.
Bei Männern ist es eben alles mehr mit Umwegen gepflastert, und das ist gut so und muß eben so sein!
Richtige Könner sollten (wie schon vor Jahrhunderten nun wieder ) primär Männermode machen!




 

Ergänzung: Warum "funktionieren" hohe Stiefel bei Frauen

und weniger bei Männern in einer ZIVIL- Gesellschaft?
Der moderne Stiefel wurde für den kämpferisch- kriegerischen Einsatz entwickelt, so zwischen 13. und 17. Jahrhundert.
Ohne diesem gäbe es heute auch keine Damenstiefel.
Der Stiefel war also ursprünglich nicht zivil, sondern militärisch.
Heute ist er primär feminin - sehen wir in die Läden.
Warum eigentlich?
Meine These dazu:
Beim Blick auf den Mann im Stiefel, gerade wenn er sehr schwer und dunkel ist, entsteht ein doppeltes Vorstellungsfeld an "Männlichkeit".
Der Mann, der ohnehin per se weniger zivil erscheint als eine Frau, wirkt mit Stiefel noch weniger zivil, also barbarisch- männlich, nicht städtisch gehobelt und gepflegt, nicht als in die feine Kultur gehoben.
Reine Männlichkeit vor aller feiner Kultur wird hier also verdoppelt.
Bei den Frauen sieht es ganz anders aus:
Allzu viel Weiblichkeit und äußere richtungslose schwabbelige Weichheit wird über den harten Stiefel, wie die Damen ihn nun tragen, ein Schuss männliche Kontur, Richtung, Kraft, Klarheit und Formgebung entgegengesetzt.
(Ein süsser Ballerina -Schuh an einer sehr weichen Frau ist eine Doppelung desselben und daher geistlos wie unerotisch.)
Die Frau kann sich also über äußere Männlichkeit an ihr aufmöbeln, aufzwirbeln.
Frauen (gerade Ältere) möbeln sich heute nicht mehr unbedingt über rosa Schleifchen und verspielte und süsse Details auf, sondern über Details des Männlichkeit, über männliche Zeichen.
Das Letztere war wohl Höhepunkt im 19. Jahrhundert, als Männer bereits recht "cool", Frauen aber noch komplett süß oder verspielt (Ältere) auftraten.
Im Barock und Rokoko waren ja auch feinere Männerkleidung noch verspielt.
Frauen benutzen heute also das Komplettangebot an Zeichen zur Selbstdarstellung.
Männern sind dagegen die Zeichen des Unzivilen (Kriegerischen) abhanden gekommen. Sie finden sie bei den Frauen, wo sie noch funktionieren.
Wann kommt die Degenmode bei den Frauen? ein Degen am Gürtel befestigt, das würde doch was hergeben?
.
Was kann "MANN" machen?
Wie sollte ein möglicher Stiefel für den Mann in der zivilen, friedlichen Gesellschaft aussehen?
Der Stiefel müßte sogar eher feiner als derjenige der Frau gestaltet sein.
Er sollte nicht das größere körperliche Gewicht, nicht die höherere Kraft des Mannes (gegenüber der Frau) betonen, denn das ist ja schon bekannt und würde nur nerven, denn wir müssen in der FGZ nicht über Monsterstiefel den Feind abschrecken!!!!
Männerstiefel sollten eher das Zivile des Mannes betonen, so wie im Barock diese Zivilität in der hohen Kultur erst so richtig ausgebaut wurde und man sich in der Kleidung von dem alten Ritter nun heftig abgrenzte: von daher das Feine im 17. Jahrhundert an den Männern. Man kann es nur über ein großes Abgrenzungsbedürfnis gegenüber dem Rittertum und jungen Militär erklären.
Da der Mann ohnehin Mann ist und (hoffentlich) äußerlich mit Haltung, kann er feine Stiefel tragen, aber nur welche, die dabei genug Kontur haben: Ansonsten funktioniert das Konzept nicht.
Das Leder MÜSSTE aber weich aussehen: also primär Veloursleder mittlerer Helligkeit und im Schaft unbedingt faltig!
Die Männerstiefel sollten also Zeichen völliger militärischer Unbrauchbarkeit haben.
Militärstiefel können dagegen die Damen tragen....
Denn dort wirken sie ohnehin unglaubwürdig - und sind darüber dann wieder witzig.


 

Fortsetzung: Da der Mann ohnehin Mann ist....

von:blauberg

muß "Mode" den Mann in seiner sexuellen Identität PRIMÄR stabilsieren?
Ja und Nein!
Ja als Kleidung als Gerüst, das mich als Kulturwesen stabilsiert. Das ist aber heute bei uns nur defensiv und deshalb keine Mode.
Nein:
Wenn man heute sagt, es gäbe gar keine Männermode mehr, kann das Thema der Männlichkeit ja im POSTIVEN Sinne gar kein großes Thema mehr der Mode sein.
Nur noch im NEGATIVEN Sinne bleibt es sehr offensichtlich ein Thema:
Abweichung von der normierten Kleidungsvorgabe, des Fertigbildes gegenüber allen möglichen Mode- Potentialen, die nicht angefaßt werden.
Mode mit POSITIVER Betonung des Männlichen machte Sinn zur Zeit der Ritter und Landsknechte: zur Abschreckung des Gegners über prahlerischen Glanz!
Dann kam die Betonung des "Kultivierten": der Seidenstoffschuh.Das heißt Verschreckung des unkultiviertes Breitschuh- "Tölpels" und seiner Forderungen an den feinen Landgutbesitzer.
Heute kennen wir (außerhalb der Dienstuniform des geleckten Anzuges) nur noch Defensive: stumpffarben - grau in grau.
Alles jenseits dieser Figuren der Darstellung ist , so lassen wir uns einreden, durch und durch ein sehr gefährliches Terrain für Männer, da ein weibliches Terrain! Oder jedenfalls "unmännlich"! Denn Terrain, also ein Feld oder Land, ist ja flach und kann gar nicht weiblich (also körperlich) sein. Aber das Feld wurde den Frauen aus gut gemeinter Liberalität liebevoll überlassen. Wirklich? Oder doch nur einer Industrie?
Eher der Industrie! Einer in der Hand einiger Männer, die nur Geldscheine im Auge haben, aber keine Verantwortung weiter tragen wollen oder können.Die unsere Kultur des Gleichgewichts zwischen Mann und Frau zerstören - und ihnen ist es wurscht! Sie sind eben reine Kapitalisten, REINE Unternehmer, kulturell oft recht kurzsichtige Menschen.
Eine Mode als Mittel der körperlichen Einschüchterung eines männlichen Gegners in der Zivilität ohnehin ausgedient hat, also darüber der Mann sich nicht mehr notwendig als (gefährlicher Krieger-) Mann aufbaut, dann könnte Mode dazu dienen, sich als geistig und kulturell beweglich darzustellen:
Daß man sich dem Repartoir der Kultur zu bedienen weiß.
Daß man sich gestaltet (ohne Industriediktat, ohne komplette Vorgabe der Designer) mit den vorhandenen Mitteln - und jeweils so - daß man sich dabei nicht blamiert.
Der Mutige sollte OFFIZIELL (etwa in den Medien) wieder Anerkennung finden und darüber nicht mehr so leicht von der Meute zerrissen werden können (ein Hoch der Kleidung Gottschalks).
Der Feige sollte zukünftig wieder als feige bezeichnet werden und nicht mehr als "der Korrekte und Gute" beschrieben werden: denn Bürgerlichkeit rutscht eben schnell in die Falle der Untertänigkeit, also in die Falle der durch political correctnes gesetzte Normen.
.
Männermode wieder in das Positive zu drehen, ist wohl möglich, aber durchaus ein großer kultureller oder ein individuell - innerer Kampf - wie immer bei Männeraufgaben.




 

Ach wie wahr...

Herren MODE ist inexistent!
Doch es braucht gar keine Herrenmode.
Solange es Männer gibt, welche ihre Frauen in Jogginhose, Frottiertuch um den Hals und in Turnschuhen begleiten...
oder ein T-Shirt mit der "Ulli-Stein" Maus beim Ausgehen tragen und deutlich über 5 Jahre alt sind.

Für die Meisten reicht dann eben der graue, schwarze, dunkelblaue und dann wieder der graue, schw.... usw Anzug.

Die Frau findet ihn darin schick - doch nur, weil sie es auch nicht besser weiss.
Männer welcher nicht dieser Norm entsprechend fallen positiv auf. Beim ihm und ihr!
Doch... will Mann nicht auffallen. Wie Frau auch nicht. Warum tragen wohl alle Frauen Leggins und Ballerinas, Overknee-Stiefel????

Werter blauberg: wenn die hohe Stiefel willst, welche nicht klobig sind, dann empfehle ich Dir - allen Ernstes! - Reitstiefel!
Leider habe ich meine damals wegegeben, weil ich nicht merh zum Reiten kam. Ich würde diese heute allerdings wieder tragen.

Gruess us der chalte Schwiz von
j-
der heute (klobige Herren-) Bikerstiefel und Kilt trägt


 

Eine gute Frage, warum Frauen den Mann im Zustand der

von:blauberg

GRAUHEIT heutzutage "SCHICK" findet!
Meine These dazu:
Sie ist NUR glücklich, daß der Mann gut funktioniert, daß er für sie kein Problem darstellt, daß er ihr guter Dienstmann ist, daß er sich sozial willig in Beruf, also ofoziell und evt. sogar privat einpaßt, denn heute oder im Bürgertum paßt sich nicht die Frau den Gegebenheten an, sondern der Mann!
Und das mittlerweile auch privat in vielen Fällen. Im Ergebnis sehen wir schmächtige Männchen, die sich auch da anpaßten, um nicht einsamer Alimentezahler zu werden.


 

Werter Jamie, in D. gehen Reiterstiefl gar nicht, weil alles

von:blauberg

dominate Auftreten bei Männern (nicht bei Frauen bzw. nur im Geschäftsanzug erlaubt) sehr verpönt ist.
In der Schweiz wird es evt. nicht ganz anders sein, aber habt ihr nicht alle noch die Flinte im Schrank und dann auch noch ein Paar Stiefel auf dem Boden?
Nein, Reiterstiefel sind sehr hart gebaut, und müssen es wohl auch sein, weil für den harten Einsatz auf dem Pferd geschaffen.
Ich suche aber zivile Stiefel, nicht Herrenreiterstiefel, welche, die halb elegent, halb leger, halb frech, halb stolz, halb lässig sind.
Hosen dazu gibt es ja neuerdings tatsächlich, sie werden ja jetzt gerade enger und haben Stretchstoff, um nicht einen Faltenwust am Knie auszubilden. Militärisch oder herrschaftlich sieht das dann gar nicht aus.
Aus meiner Sicht wäre nur eine Mode schmaler, leichter und mittelheller Männerstiefel aus Velours und mattem Leder erträglich bzw. gut, also fast das Gegenteil, was die wenigen Männerstiefelanbieter sich einfallen lassen.
Schreibt man sie aber an, geben sie nicht mal eine Antwort, so eingeschnappt und "ehrenkäsig" (schönes Hoheloher Wort, oder?) sind sie.
Viele Grüsse in die jetzt wohl gerade auch sehr kalte Schweiz, wo man gscheite Stiefel mit Fell gut brauchen könnte !


 

Who cares?

von:jamie234

Werter blauberg
Du bist doch MANN, oder? Männer sind nun mal "dominant" der Anzug macht das doch auch deutlich, oder?
Ich las gestern erst einen Artikel, dass Frauen wieder MÄNNER wollen, nicht den "lieber-nicht-Mann" . Also ein Mann der weiss was er will und das auch zeigt! Punkt!
Hat nix mit Flinte im Kasten zu tun... aber ein lustige Idee!

doch zurück zum Thema: guck mal unter
www.trippen.com
da unter "Closed - Stiefel"
hat auch sonst alles und Tolles. Leider habe ich noch nie was bestellt dort. Wir haben hier auch Läden, die verkaufen Trippen-Schuhe, doch nur die unauffälligen.

Vielleicht ist ja was dabei für Dich.

Grüsse aus dem kuschlig-warmem Büro in der Schweiz
j-



 

Über den Anzug dominant? Nein, denke ich nicht, Monseurs Jamie

von:blauberg

Es ist ohnehin ein sehr schiefes und, sorry, archaisches Bild (weil nur mask. narzistische Möchtegern- Männerprotzerei, sage ich als Mann), wenn Männer das "richtig Männliche" als durchgehend dominant und Frauen als nicht dominant ansehen.
Männer sind aus einer selbst entwickelten Vorstellung vor allem heraus - SUBJEKTIV begründet - in ihren Vorstellungen und Zielen AUSGERICHTET, sofern sie die Grundlage dafür sich HART erarbeitet haben (ansonsten ein Waschlappen oder ein Opportunist, der fremde Ziele übernimmt), aber in ihre Kern müssen sie nichtdauernd dominieren, noch weniger sogar als Frauen eventuell (müßte man mal empirisch untersuchen).
.
Wenn Männer dominieren wollen , dann eher anders als Frauen:
dominant sind Männer über einen Vorsprung an Wissen (und Position im Raum) anderen gegenüber, das sie hier als Instrument des Körpers einsetzen, über körperliche Kraft usw.,
Frauen dagegen mehr bereits über GEBORGTEN oder zugewiesenen Status (deshalb die Quoten- Sehnsucht !!!!) , einer Zugehörigkeit zu einer aktiven Macht (der Familie, dem veredeltem Ehemann, derjenigen der Firma...).
.
Den Artikel über die Waschlappenmänner (in der Zeit glaube ich) las ich auch:
Das ist aber wohl nichts Neues:
Unreife junge Männer gab es schon immer viele, weil die psychologische Entwicklung eines jungen Mannes nunmal komplizierter ist als der eines Mädels.
Diese Journalisten.- Rhetorik finde ich dabei eher primitiv, also ohne jeden Nachweis einfach da Thesen aufzustellen, daß es da heute Männer mehr davon gäbe...BILD- Zeitungs- bzw. Onlinezeitungs- Niveau eben.
.
Heute gibt es für Männer aber nicht mehr so viel das machohafte wie derbe Greifen nach dem Mädel ohne viel Nachdenken, aber auch nicht mehr die Schule des Kavaliers, der sich viel Zeit für eine Damen - auf einer zuerst reservierten Ebene - nimmt. Dazu gehören aber ZWEI, die das beherrschen.
Da kann also gar nicht mehr klappen, weil es ja auch keine jungen Damen mehr - in der nötigen Breite dazu - gibt, d.h. Frauen, die nicht sogleich Gesicht und Po UNWIRSCH abwenden, wenn der Mann mit der " Anmache" etwas länger braucht, sich Zeit nimmt und nicht sogleich alle Verliebtheitsgefühle in sich zuläßt, sondern erstmal das Mädel kennen lernen möchte.
Heute will das Mädel und auch reife Frau, daß der (junge) Mann ihr sofort seitens seines Gefühls ganz gehört (!!!) und dann nur noch sie aussucht: ja oder nein, ja , sie die Situation DOMINIERT !
Soviel also noch zur angeblich überall herrschenden Dominanz (ob mit oder ohne Anzug) des Mannes.
Nicht wahr?


 

Aha, doch kein Zittern auf dem Berggipfel, danke für

von:blauberg

Hinweis auf die Trippen- Schuhe aus Berlin, die ich bisher nicht kannte, Jamie.
Bei Trippen gibt es schöne Faltenschaftstiefel aus weichem Leder, so in die Richtung, wie von mir für möglichen Männerstiefel überlegt, wenn auch nur hier auch nur bis 42 für Frauen...
aber die Richtung stimmt schon, mir gehts ja auch nicht um ein dringendes Kaufbedürfnis, sondern eher um ein Durchdenken der Situation und deren Hintergründe.
Nochmals danke.


 

Es gibt schon schicke Stiefel für Männer, ...

... aber die sind leider mit ihren geringen Auflagen aufgrund der fehlenden Nachfrage ein bißchen teuer. Die Airstep Capricorn finde ich klasse, doch 330 Euro sind für mich immer noch über 600 Mark.


 

330 sind 330 DM in 1982.

von:blauberg

330 sind nicht 650 DM in 2001 mehr!
Die Umrechnerei wird also einfacher, wenn man bis Anfang der 80er zurückrechnen kann als ein Paar Standardschuhe - - Lloyds - wohl ca 120 DM kostete, heute 120 Euro, eine Ente in 1980 8000 DM kostete und heute kostet sosviel ein Panda in Euro.


 

Holinka, wenn Du Dich da so gut auskennst, dann nenne

von:blauberg

mir doch mal einen kniehohen, nicht breiten und nicht allzu lederschweren Stiefel, der offiziell für Männer bestimmt ist.
Unter Deinem Begriff fand ich nur Halbhohe.
Belondo find ich nicht sonderlich gut, sie sind allzu 0 acht 15 dann gibts da nur riesige ialienischeoder französische Trümmer und schwarze Ungeheuer für 350 aufwärts.
Deutsche Hersteller wie Boss, Lloyds, Ara... zieren sich als Hersteller on dieser Frage und haben Angst, Ihre Keuschheit zu verlieren, wenn sie mal eine kleine Serie Stiefel auflegen.


 

Mit SG 41

von:teerpirat

habe ich kein Problem, tageslichttaugliche hohe Stiefel auch in der Damenabteilung zu finden. Das Problem ist, dass diese oft hohe Absätze haben und ansonsten recht feminin mit allerlei Verzierungen aussehen.
Und auch ansonsten absolut winteruntauglich, bei Glätte hauts einen gleich auf die Fresse.
Ich habe das Herrenmodel von Belmondo, und ein Damenmodel von Dockers im Bikerlook, bei dem ich mich allen Ernstes gefragt hatte, was ein derart derbei Stiefel in der Damenabteilung zu suchen hatte. Der Stiefel hat aber eine wintertaugliche Profilsohle und hatte nur 35 Euro gekostet.
Weshalb ich auch in Zukunft von Herrenmodellen absehen werde, da diese masslos überteuert sind.

Bin nicht so sehr der Stiefelträger, aber wenn ich mir wieder einen zulegen sollte, wirds ein Modell im Reiterstil sein - also weniger klobig.


 

Werter Teerpirat,

von:blauberg

jedem sei SEINE Praxis gegönnt,
aber es geht mir hier nicht nur (!!!) MEINE oder DEINE persönliche Situation,
sondern darum, WARUM die Männermode ständig über ihre eigenen Füße stolpert und sich so tölpelhaft anstellt.
Oder?????
Genau genommen gibt bis Grösse 43 oder 44 genug sogenannte Damenstiefel ohne Schnallen und Frauenabsatz, die stilistisch sicherlich männlich genug für Männer sind, aber diese begründen eben nicht wieder eine Männerkultur der Mode.


 

Warum

von:teerpirat

die Herrenmode über ihre eigene Füsse stolpert?

Meine Meinung:
Weil die Industrie an den Bedürfnissen der Männer vorbei arbeitet. Weil keine Feldstudien gemacht werden, was Männer wirklich wollen.

Ich kann das sogar an ein einem Beispiel erklären: Letzten Sommer hatte H&M PINK farbene Herrenshorts im Angebot. Die hingen da mehrere Wochen wie sauer Bier, bevor sie dann eines Tages aus dem Programm genommen worden sind.
Sogar ein Kumpel von mir, der modisch ja wirklich offen für vieles ist und selber gewagte Kleidung fernab des Mainstreams trägt, hatte sich gefragt, wer denn freiwillig sowas trage, wie man überhaupt auf die Idee käme, so was anzubieten.

Aber dann davon auszugehen, dass Männer für neue Mode noch nicht bereit seien? Wie kann man behaupten, Männer seien für Neues nicht bereit, wenn nicht mal ein entsprechend annehmbares Angebot vorhanden ist, um zu beobachten, wie die Kundschaft darauf reagiert?

Mit Kleidung, in der man sich wie ein Clown fühlt, kann man keinen Hund hinterm Ofen hervorlocken, und wenn die Industrie nicht fähig ist, auf die Wünsche der Herren einzugehen, wird sich auch in absehbarer Zeit nichts am Angebot ändern.


 

Du hast recht, teerpirat, ich stimme in allem zu,

von:blauberg

Und ergänzend:
Die Hersteller wie auch die Modedesigner in Paris, Berlin und London, wie auch die Modeschulen, machen es sich mit Männerkleidung sehr sehr einfach.
Sind denken einfach nicht nach.
Genau, Feldstudien, wie Du sagst, muß man machen, sich das ernsthaft erarbeitem, was geht und was nicht geht.
Erst dann geht das Nachdenken überhaupt mal los.
Solange genug Kohle aber Frauenkleidung zu verdienen ist (ich finde es natürlich toll, das da soviel Schwung drin ist und freue mich für die Mädels!) , tut sich bei Männern nichts, denn Männersachen sind im Konzept wesentlich schwieriger.
Mann drückt sich vor dem Schwierigen.
Es gibt keine ganzen Kerle, die gleichzeitig kreativ veranlagt sind und gerne über die Hintergründe nachdenken, in der Szene. Oder? Wer kann was?
Und Designer von außen (Industriedesigner...) wollen wohl mit dieser schummrigen Modewelt bislang nicht in Verbindung gebracht werden...sind also auch recht ängstlich.


 

"Mann drückt sich vor dem Schwierigen"

von:holinka

Ich glaube nicht, daß Du damit richtig liegst. Vielmehr dürfte es heißen: Mann hat es leicht.
Anders als im Tierreich, wo zumeist die Männchen mit ihren Federkleidern um die Weibchen werben, sind es doch in unserer Gesellschaft die Frauen, die um die Männer buhlen. Frauen setzen sich dem Druck aus, für sich werben zu müssen - und Männer können sich dann mit erstaunlich wenig Aufwand für eine entscheiden.
Und wenn er sich für sie entschieden hat, dann ist dieser Wettbewerbsdruck für die Frau keineswegs vorbei, Nein, der dauert mitunter ein ganzes Leben an, weil der Mann ja auch gehalten werden soll.
Und schließlich wünscht sich die Frau auch gar keine modischen Experimente Ihres Mannes, denn sie möchte ihn ja auch zeitlebens im Kreis ihrer Freundinnen vorzeigen können - nach dem Motto: "Seht her, ich habe Glück gehabt." Sein Outfit darf da erst gar keine Zweifel aufkommen lassen.
Aber wo liegt jetzt die Schwierigkeit für den Mann. Ich behaupte mal, im heterosexuellen Bereich gar nicht. Das erkennt man sehr deutlich, wenn man sich im Vergleich dazu die homosexuelle Szene anschaut: Dort ist der Mann im Zugzwang, für sich zu werben, und folgerichtig findet man sie da: Die aufgedressten Männer.


 

Hallo holinka, Deinen Thesen kann ich nur teilweise zustimmen

von:blauberg

und möchte anfänglich erstmal ein Mißverständnis ausräumen:
Ich meinte, daß sich die beruflich in und an der Mode befindlichen Männer drücken, nicht der Mann auf der Strasse, denn der hat anderes zu tun, als sich hier ständig Gedanken zu machen.
UND:
Männer buhlen immer noch um Frauen und nicht umgekehrt, egal wo und bei wem, in der Regel.Oder nicht???
Der Mann hat zwar wenig zeitlichen Aufwand für die direkte Eroberung, aber umso mehr für deren Grundlage: solider Beruf, gutes Einkommen..., ernsthafter Charakter- also in der Summe doch sehr viel Aufwand, nur anderen als die Frau!
Druck ist auch für den Mann HEUTE dann nicht vorbei: 70% der Scheidungen gehen von der Frau aus. Primär der Mann muß 30 Jahre lang Familie ernähren, auch heute noch!
SEHR GUT:
Daß die Frau keine Experimente des Mannes wünscht, wie Du sagst, ist richtig.
Der Mann soll funktionieren. Die Umgebung des Ehemannes wird argwöhnisch nach bösen Einflüssen abgesucht:Nette männliche Mitarbeiter des Chef- Ehemannes werden aus der Firma durch die Frau geekelt, falls der Mann diese eingestellt haben sollte, AUCH weil sie nett sind....FRau ist sehr eifersüchtig auf jeden zur Zeit unbeweibten (=gefährlichen) Freund des Mannes. Totale weibliche Hysterie ist das.
Wer für sich über Kleidung sehr stark wirbt, ist nicht unter Zugzwang, sondern baut seine MAGIE bzw. Weiblichkeit eben aus.
Pfiffige, gute oder edle Kleidung ist aber noch lange keine massive Werbung im Sinne eines für sich werbenden Frauen- oder Pfauengehabes.
Ein bischen für sich wirbt jeder über Kleidung, die deshalb ordentlich, sauber, einigermaßen aktuell und angemessen sein sollte, auch der modeferne Mann.
Der übliche Mann (hetero) will auch durchaus gut der auch ein bischen hübsch aussehen, aber nicht massiv als Objekt erotischer Blicke wahrgenommen werden, da dann eher alte Weiber und Schwule glotzen und Letztere, gar pfeifen , und kaum junge Ladies, jedenfalls dort, wo es keinen Männermangel gibt. Auf dem entlegenen Dorf schauen auch die Frauen mangels anderer Gelegenheit jedem Mann hinterher.
Männer wollen über Kleidung Eindruck machen und nicht primär magisch wirken.
Allein über Kleidung läuft das beim Mann aber nicht, da er ja NICHT direkt über den Körper vermarktet: Potential des Kindergebährens bei der Frau als ihr erstes Potential, Männer erwerben das Nötige dagegen ABSEITS von sich selbst: in der Jagdbeute!
.
Mode soll beim Mann deshalb dessen Beutepotential, dessen Beutemachen- Fähigkeit darstellen.
.
Das ist aber über Bekleidung nur begrezt möglich, und erst recht schwierig in einem egalitären Staat, in dem Mann seine Leistung nicht übermäßig (Teile der Elite) oder eher gar nicht oder nur sehr dezent (gehobene u. sonst. Mittelschicht) in Form von edler oder glänzender Kleidung darstellen wird. Das wäre zu edel, zu adlig, zu sehr "von Stande" und ist innerhalb des Bürgertums lächerlich.
Ganz anders sah das noch vor 50 oder 100 Jahren aus.
Das gab es noch Reste der Adligenattitude im Bürgertum und dessen Kleidung.
Noch ein Kurt Jürgens gab sich eher adlig als bürgerlich, entsprechend vornehm trat er auf, ohne als ganzer Mann infrage gestellt zu werden. Heute würde es gleich mißtrauisch - kleinbürgerlich heißen. Na, so einer, was ist der wohl?
Wir leben eben im Spießermief des politisch- korrekten, das ist der Preis für die egalitäre Gesellschaft, wie wir sie gerade in D, Ö, CH, NL und Skandinavien haben und in den letzten 40 Jahren weiter ausbauten.
Nichts erhält man ohne Zahlung des Preises.


 

Vergiss die hohen schwarzen Schaftstiefel

von:holinka

Ich habe ja den Vorteil, daß mir Größe 42 passt und ich in der Damenabteilung zuschlagen kann.
Dort habe ich auch schon schlichte schwarze fast kniehohe Schaftstiefel von Dockers erstanden.
Aber die wurden sowohl in meinem Bekanntenkreis als auch von meinen Arbeitskollegen als Nazistiefel assoziiert - und zwar sogar in Kombination mit einem schwarzen T-Shirt, auf dem ein pinkfarbener Bär zu sehen war.
Schlicht, schwarz und kniehoch funktioniert nicht bei Männern.


 

Holinka, Du hast es präzise beschrieben:

von:blauberg

Der dunkle und gar schwere hohe Stiefel oder Reitstiefel geht wirklich gar nicht, das ist einfach allzu "männlich", d.h. entspricht einem einem Bildnis der gewollten Dominanz.
Der Mann besteht aus Härte UND Weichheit: Wie Grönemeyer singt: außen hart, innen ganz weich (bei Frauen eher umgekehrt).
Von daher haben es die Designer wie die aktuell dominante Kulturauffassung noch nicht kapiert: ein Männerstiefel muß nicht knallhart, düster, derb, breit, klobig und riesig sein!!!!!
Er soll dynamisch sein, also in der Form eine innere Spannung haben, also schnittig sein wie ein Sportwagen, kann aber zugleich AUCH !!!!! weich (!!!) sein:
weiches, hellgraues Veloursleder, ockerfarben, mittelbraun, Faltenwurf im Schaft, also kein steifer Schaft, schmale Fußformusw., (siehe die Bilder von Männern in Stiefeln des Mittelalters und Barock, erst im 19. Jh. wurden sie riesige Brocken.)
Dann erst ist der Männerstiefel ein Männerstiefel und nicht die Karikkatur eines sogenannten Männerstiefels, also ein Matschwege- bzw. "NS"- Stiefel.
In den Männern liegt Ratio und Gefühl, wie auch bei den Frauen, nur in einer anderen Bedeutungsschichtung und (zeitlichen) Reihenfolge zueinader: außen, innen...
Genau genommen würden sich eine Reihe sogenannter Frauenstiefel - ihrer maskulinen Dynamik nach - genauso für Männer eignen, denn sie sind in der Form nicht zu weich und zu farbig, aber eben auch nicht zu hart, sondern in einem guten inneren Gleichgewicht:
z.B. Donna Carolina Stiefel mit Blockabsatz 40mm (bei Zalando..) immer auch in Gr. 43 zu bekommen.
Wer aber sich soweit vorwagt, stiefel zu tragen, also ohnehin aufzufallen, will dann noch noch dumme Fragen hören oder neben sich eine sehr feminin angezogene Frau mit denselben Stiefeln in der Warteschlange an der Kasse stehen haben. Es ist dan einfach sehr sehr peinlich. So geht es einfach nicht, Leute.
Die Stiefel müssen schon offiziell "männlich" ausgezeichnet sein.
Es würde schon reichen, wenn die Fima Donna Carolina dieselben ab Größe 43 offiziell - und unter dem Namen "Donna Fritz" etwa - als Männerstiefel verkaufen würde, dan gäbe es eine psychische Absicherung , und in der Schlange an der Kasse könnte man humorvoll zurückpfeifen, warum die Dame sich denn bei den Männern bedienen würde????
Denn so ist es ja bei Stiefeln - von deren Ursprung her - ja eigentlich ohnehin.


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