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Gibt es eine (spielerische) Männermode?

 

Mode entstand mit dem Darstellungsstil der damals aufkommenden Ritter um 1100 n. C.
Frauenmode folgte bis 1800 der Männermode, dann bei Frauen bis 1900 der ehemaligen weibl. Adelsmode, bei Männern einer neuen Standesidee:
der des unternehmerischen puritanischen, stolzen Bürgers.
Im 20. Jh. ist sie immer erstmal Ausdruck ERNSTEN
oder HALBERNSTEN Subkultur - Ausdrucks und nicht nur eines Spiels, wie das ein Kopieren bei der Frauenmode von Männerdetails darstellt:
Die Subkultur der Pop- und Rockmusiker der 60er, der
langhaarigen Jungs der 70er (waren sehr "modisch", aber keine eine "angesagten Stil" kopierenden Modepuppen, sondern experimentierend an sich selbst, wie die jungen Ritter um 1100 )
Ab den 60ern ist Männermode nun Ausdruck eines anderen Kulturbegriffs UND eines neuen Lebensgefühls! Intuitiv sich kleiden, das ist eher neu bei Männern.
Heute wird dagegen bei jungen Mänern ängstlich gefragt: Kann Mann das anziehen oder sehe ich darin schwul, weich, weiblich usw. aus? Im Ergebnis laufen fast alle als grauen Mäuse herum.
Warum ist das so?
Vermutlich, weil fast alle Kleidungs- Symbolik heute über die Ausdehnung der Frauenmode in die ursprüngliche Männersphäre und in das Feld der Männlichkeitszeichen jetzt weiblich besetzt ist:
Stiefel, Hosen, enge Kleidung jenseits der Brust und Taille, kräftige Gürtel usw. war alles Mannesausdruck.
Frauen "dürfen" dies alles aber seit den 60er für SICH reklamieren.
Damit geht es aber für Männer verloren!
Selbst enge Hosen gelten nu als weiblich? Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht?
Fazit:
Männern geht der Spaß am Spielerischen, am Selbstausdruck und ein großes Stück Freiheit veloren, wenn Frauen sich nicht kulturell einzugrenzen bereit sind, oder?
Sind die Frauen nicht auch an sich selbst gestaltenden Männern interessiert?
Oder wollen sie nur welche in mausgrauer Uniformierung, also ein Leben im "Restkleid" oder "Nischenkleid", das für sie über die permanente Ausdehnung der Frauenmode aufs andere Ufer noch tragbar ist?


Anna Dello Russo für H&M: ‘Over The Top‘-Accessoires im Video
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Zur Sache, Jungs: Was sind modische No-go's bei Frauen?
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Die Freiheit des einen (nicht mehr eingehegte Frauenmode)

ist die Unfreiheit des anderen: der Männer, die vom Herrn zum Dienstmann mutierten.
Weil sie den lieben Frauen nichts abschlagen können und deren Ausweitung in Kleidungsform und Ästhetik - wegen des sicherlich großen Reizes (Liebe macht blind!) - allemal gutheißen.
An die Folgen denken sie da noch nicht, so naiv sind sie :
Notwendigerwiese (nicht zufällig) wird über diese Grenzüberschreitung das Angebot für die Männer sehr eng:
Die Herrenausstatter mutiert zum Dienstmannausstatter. Der Dienstmann trägt dunkelblau. Er trägt eine Dienstschirmmütze oder gar nichts auf dem Kopf, aber keinen Hut.
Gut, immerhin gibt es den Ausbruch aus der Dienst- Uniform im Sport; diese Möglichkeit hatte mein Großvater nicht! Als Beamter durch die Strassen joggen: das wäre ein Skandal gewesen.
Aber: warum gibt es dann nicht, wenn die Kultur sich an verschiedenen Stllen ohnehin bricht (Kleidung für jeden Anlass), pfiffige Freizeitschuhe und bunte, meinetwegen gestreifte Hosen für Männer für den Abend. Warum da für den Abend oder Samstag und Sonntag nicht freche Klamotten?
Ich meine stolz vorgetragene, stilsichere Kleidung, nicht die reine Provokation des Normenbrechers, des Provokateurs, der auch seine Existenzberechtiging hat, hier aber nicht gemeint ist.
Warum ist schon die kleinste Abweichung von der NORM ein in der angeblich so LIBERALEN Gesellschaft ein RIESIGES Tabu? Liberalismus heißt eben nur Geschäfte grenzenlos machen zu können (Banker) , nicht aber Liberalität. Die will amn gar nicht.
Warum sind keine frechen bis stolzen, aufrechten bis aufrichtigen Männer mehr zu sehen?

Warum gibt es nur Halbwüchsige- Läden (Zara bis Esprit) oder dann den Herrenausstatter, oben mausgrau und unten im Keller wiederrum mit cooler junger Jeansecke?

Im Dienst bieder uniformiert, am Samstag zieht dann der Jungbanker infantiles Zeugs wie Bermudas an? Ein schlechter Witz!

Welche Marktstrategen steuern denn das? Sitzen da lauter dumme BWL er an den Konzepten?

Warum muß man - selbst im Hochsommer - fast ins Ausland fahren, um etwas dandyhaft aufzutreten ? Nur dort ist Freizeit und Muse in der Geschäftszone kulturell erlaubt.

In die FGZ hat man als Mann zu gehen, um geschwind einzukaufen, zu konsumieren, mehr nicht. Alles darüber hinaus ist - wenn nicht als Tourist etc kenntlich gemacht - suspekt und gehört sich nicht im Alter zwischen 30 und 60 Jahren.
Deutschland als Biederkeitsland, das seine Biederkeit über seine aufgemotzten Frauen kaschiert,die, wie Drogensüchtige, in eine Art permanenten Kaufrausch getrieben werden?
Wer süchtig ist, hat ja - wie unsere Frauen - auch keinen Sinn für Kinder..... die kauft man dann - wonders geboren und erzogen, als Arbeitskräfte im Ausland ein, um die Firmen hier ausreichend zu bestücken... Ist D. eigentlich nur noch eine Firma ?


 

Heftige Diskussion,..

..wie ich finde

Wie plegt meine 12 jährige Nichte immer zu sagen: Ich bin ein
Mädchen, ich darf das! ^^


 

Heftige Diskussion .......

von:saari5

Die richtige Antwort wäre:
Benimm Dich!
Es fehlt eben die Erziehung der Tochter für's Leben.
Aber wahrscheinlich wissen die Erziehungsberechtigten auch nicht, was sich gehört.


 

Benimm Dich? zur Tochter sagen? Ja, das gehört dazu,

von:blauberg

reicht aber nicht mehr, da ja inzwischen die Öffentlichkeit Regeln aufstellt, bei welchen Mädels sich auch männlicher anziehen können als sich die Jungs in der Regel anziehen:
Grobe, breite schwarze Schnallenstiefel, schwarze Lederjacke, Kurzhaarfrisur usw.
Wo soll sich da ein junger Kerl dann wiederfinden, woran soll er sich orientieren? Welches Gestaltungsfeld bleibt für ihn übrig?
Ja, dirty clothing anziehen, Jeans in Schmutzfarben... also Antikleidung, Antimode, Punk...??? Nur lieben das die Punkmädels auch.
Selbst hier ist Abgrenzung bzw. die Ausbildung von etwas Eigenem so gut wie nicht möglich.
Denn Mädels kopieren sofort alles: Denn sie wollen alles zugleich sein: Mädel, Junge, Musikerin, Karrieredame, Freak, Schönheit, Gothikgirl .
Ist das harmlose pubertäre "Selbstfindung"?
Dieses Wort suggeriert ja, daß ein spezieller Gott für jedermann ein Sammelsurium von Angeboten hat, derer man sich nur - wenn man intelligent dafür ist - bedienen muß, daß die Welt primär ein Supermarkt ist.
So läuft die Jugend völlig irritiert durch die Gegend und braucht länger, um erwachsen zu werden, wenn sie es denn je wird.


 

Meine Güte, wo lebt ihr denn?

von:unicat79

Also ich bin ja immer wieder erstaunt, mit welch stoischer Konstanz hier wieder Themen auf Stammtischniveau dargestellt werden. Dabei hat noch kein einziger der werten Diskutanten begründet, wrum sich Jungen und Mädchen grundsätzlich unterscheiden müssen. Müssen sie das denn? Bestimmt denn ein Adamsapfel, ob ich Socken oder FSH anziehen soll? Was ist das denn für eine Logik? Lasst doch jeden Menschen anziehen, was er will. Ihr streitet Euch hier um Kaisers Bart! Merkt ihr das nicht, dass die ganzen Anziehregeln völlig jeder Grundlage entbehren? Ich finde das gut, dass Mädels inzwischen nicht mehr auf so einen Stereotypen-Mist hören und einfach das sind, was sie wollen. Zu dumm nur für Jungs, dass die sich aus bornierter Hypermännlichkeit auch heute noch vom "Weibischen" abgrenzen müssen. Da gibts doch auch keinen Grund dafür. Oder ist ein Junge in Stöckelschuhen weniger männlich? Oder besser gesagt, machen die Klamotten oder die Gesamtheit der Eigenschaften den Menschen?
Und da sind es weniger die bösen Mädchen als der eigene hypermaskuline Hochmut, dass Jungens traditionelles Spektrum enger wird. Dabei ist die Lösung so einfach. Einfach das anziehen, was gefällt, und das verstaubte Gelaber der Rollenstereotypisten Gelaber sein lassen und sein Ding machen. Es verunsichert Jungs nämlich wesentlich mehr, wenn man die Zwänge der traditionell männlichen Gender-Rolle eintrichtert.
Mir ist eine persönliche Selbstfindung 1000 Mal lieber als jede fremdbestimmte Lenkung in Geschlechterrollen. Ist ehrlicher, authentischer und nachhaltiger - gerade für Männer. Mädchen machen das den bornierten "echten Kerlen" vor. Die sind nämlich durch ihr Herumreiten auf Männlichkeit (die keinen mehr interessiert) in meinen Augen zu einem Jammerhaufen geworden, der sich an Normen klammert, die von der Hälfte der Bevölkerung bereits ad acta gelegt sind.
Wie heißt es so schön: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!"


 

Bezieht sich das "ich darf das" (nur) auf die Kleidung oder

von:blauberg

worauf ?
Das heißt ja, daß Jungs alles "richtigerweise" verboten ist oder strenger erzogen werden - aus der Sicht des 12.j. Mädchens.
Das Mädchen sieht KEINE Schranke, kein Tabu, etwa im wildern bei Jungenkleidung, also in fremden Gefilden.
Sie ist ja schließlich Prinzessin, aslo adlig und die Jungs sind nur Bürgerkinder mit weniger rechten oder gar Knechte!
Frage:
Wie soll sich da mal das Mädel in einer späteren Beziehung an den Partner anpassen, wenn sie die Pole offensichtlich nicht im Gleichgewicht sieht, sondern die Waage au der Seite der Frauen "naturgegeben" herunter gedrückt?
Schon jetzt reichen bei einer Scheidung 70% der Frauen und nur 30% Männer die Scheidung ein- Faruen sind also nicht mehr (wegen gelebten Pseudo- Standesdünkel?) richtig beziehungsfähig.


 

Finde ich auch!

von:unicat79

Dabei hat das Deine Nichte sehr passend ausgedrückt.
Es fehlt nur an der Konsequenz der Jungs bzw. Männer zu sagen: "Ich bin ein emanzipierter Mann, ich darf das!"


 

Die Antwort ist nicht durchdacht. Die Übertragung des

von:blauberg

Divenhaften aus einer priveligierten Gruppe heraus auf alle Frauen bringt ja die Männer nur total unter Streß, deren materielle Ansprüche befriedigen und Launen trotzen zu müssen.
Sollen wir Männer nun auch hysterisch divenhaft und zickig werden?
Das ist wohl Ihre Meinung. Und viel Spaß dabei!
Wenns nur ein paar Spinner sind, ist es ja verkraftbar, Verrückte gabs immer schon, aber werben dafür? Was soll das?


 

Also ich muss...

von:unicat79

...nur aufs Klo, wenns drückt - auch als Mann!
Es scheint ja offensichtlich von Vorteil zu sein, nicht innerhalb der Manns-Norm zu bleiben. Ich weiß schon, dass das Deine größte Angst ist, aber immer mehr entdecken genau das.

Wo der Focus vor Wochen von Ritterlichkeit und Zurückhaltung schrieb, da kringele ich mich vor lachen. Deinen (imaginären) Typ Mann (den "Armen Ritter") kannst Du getrost in die Neuauflage von Geschichte aktuell stecken.

Ich finds immer schön, wenn mich meine Spinnerei in der Praxis sehr viel weiter bringt, als das Geklebe an alten Männerkamellen.
Ja, ja, der Gender machts möglich...


 

@BLAUBERG: was willst Du uns eigentlich mitteilen?

Vor ein paar Tagen dachte ich noch: prima! frischer Wind und ein interessanter Mitstreiter gegen verstaubte und eingefahrene Männermode (sofern man da noch von "Mode" sprechen) kann.
Aber irgendwie drehst Du Dich im Kreis und fängst jedes Statement mit den Rittern um 1100 nC an.

Ja und? Den historischen Rückblick sollte man bei der Mode nicht außer Acht lassen - zumal es gute Argumente dafür sind, warum heutige, als "klassisch weiblich" konnotierte Bekleidungsstücke ehemals männlich waren.
Eine Strumpfhose, ein farbenprächtiger Wams oder hohe Schuhe eben nicht seit ehedem dem weiblichen Geschlecht zugesprochen werden können.

Aber was ist die Konsequenz? Dies stillschweigend hinzunehmen, zu seufzen "früher war alles besser" und den Weibern das Feld kampflos zu überlassen, bis uns eines Tages auch noch das Feigenblatt als "typisch weiblich" abgesprochen wird?


 

Zu Hansi : Ein Mißverständnis: Ich sage nicht: Früher war alles

von:blauberg

besser, sondern ich versuche, über Geschichte etwas mir oder anderen zu erklären!
Wer das tut, ist weder ein jammernder Romantiker, Konseravativer oder ein Rechter, sondern jemand, der sich etwas- erstmal recht nüchtern, zu erklären versucht.
(Hat er man was nüchtern verstanden, gibt das Glücksgefühle - wie beim Sex ! Es ist eine andere Form des Verkehrs! Also strengt euch ein bischen an!)
Niemand will wieder den Ständestaat einführen, nur weil in diesen die Männermode (aber auch nur in einigen Kreisen ) offensichtlich hervorragend funktionierte, und das geht auch gar nicht, weil wir eben aufgeklärt leben und nicht mehr in archaischen Zeiten mit diff. Recht - je nach Stand!
Man kann heute etwa darüber überprüfen, ob es und wie es Männermode (nicht nur Tracht, Freizeitlook oder Berusfsuniform) überhaupt geben kann.

Warum ist Mode allzu gebremst oder gehemmt bei Männern ?
In der Bürgerkultur soll der Mann erstmal ernsthaft führen, planen und arbeiten, ist also kein Darsteller seines PRÄCHTIGEN SELBST (etwa eines prächtigen Hofs oder seiner PERSÖNLICHEN Ritterskunst über die Mode- Kleidung für sich UND das Pferd!), sondern spaltet das ab: etwa auf das Auto, das das Pferd mit der bunten Wappendecke ersetzt. Die Villa/ das private Haus funktioniert nicht, da nur Privatgebäude und kein öffentlicher Hof!

Der Mann ist heute in D. ein braver Geselle unter Gesellen
(wie beim germanischen Thing) in der Gesellschaft, nur daß der Thing- Rat- Ersatz heute nicht mehr einen Landstrich, sondern ein großes Land wie D. umfaßt und über MEDIEN und Institionen sich organisiert.
Da hat der Modemann heute (nach dem Adels- Ständestaat) keine große Funktion mehr .
Auch bei den germanne hat Prunkkleidung keine Rolle gespielt . Sie kam dann im Hochmittelalter (ab 1000 ca) vermehrt über den Orienteinfuss zu uns.
Heute sind wir Männer also wieder nüchtern wie in alten Zeiten, nur die Frauen leben eben noch "in Orient".
Warum?
Der ganze Orient tickt nach weiblicher Perspektive: zuerst kommt: "was wünsche ich mir" anstatt männlich- germanisch: "was ist realistisch möglich?"


 

Lieber Hansi, Im Gegensatz zu den anderen beschränke ich mich

von:blauberg

ja nicht auf das Lamentieren oder fordere zu merkwürdigen Mutproben auf, gegen die ich individuell natürlich nichts habe, die gesellschafts- oder kulturpolitisch aber( als Einzelne!) nur wenig bringen,
sondern versuche - auch mir selbst - im Schreiben uns zu erklären, wie es eigentlich dazu kam , daß es heute so aussieht, wie es MODISCH aussieht.
Und das kann man nur historisch erklären, weil der Mensch eben - ob er will oder nicht - in Tradionen (Sprache, Symbole,...)lebt, die ihm einen Rahmen des Möglichen mit vorgeben.
Wenn ich meinen Hintergrund nicht kenne, lebe ich blind und seufzend in den Tag hinein kann und ich auch nichts (außer durch Zerstörung) auf diese Art verändern!
Progressiv zu sein bedeutet erstmal, die Tradition, die Geschichte kennen zu lernen, als Voraussetzung für jede Art der Veränderung!
Im Gegensatz zu anderen Geschichtsschreibern nehme ich dabei die MODE (auch) ERNST und überlasse sie nicht nur Modefrauen und en paar Modemännern im Praktischen.
Männer sollten endlich mal wieder ihre Selbstgestaltung ernst nehmen. Sie sollten versuchen, wieder in ein Gleichgewicht zu Frauen zu kommen, für die MODE oft auch ein sehr gutes Körperbeherrschungstraining JENSEITS DES REINEN SPORTS darstellt.
Das Gehen auf verschieden hohen Absäzen erfrischt die Motorik, habe ich, der im Alltag zwischen 2cm und 4cm - Absatz abwechselt, gemerkt.
An sich über einen Kleidungsstil zu arbeiten, gehört zu einer Persönlichkeitsausbildung einfach dazu.
Da wundert es mich da schon, wie motorisch vergammelt viele Männer schon im mittleren Alter sind. Daß dies passiert, liegt sicher auch an der fehlenden Entwicklung eines äußeren Selbstbildes schon in Kindertagen. So machen die Mütter schon lange nicht mehr am Sonntag auch ihre kleineren Jungs hübsch, obwohl das sicher für diese ganz gut ist oder wäre.
Soweit ich weiß, sind die Kinderabteilungen für Jungs auch westlich kleiner als für Mädchen. Ist das nicht reichlich pervers??? Puritanische Askese schon SO FRÜH für männliche Kinder im Sinne eines Kontrastprogramms zu Mädchen, die sinnlich sein dürfen?
Auch im Strassenfasching sah ich fast nur Mädchen verkleidet, nicht die Jungs. Das ist doch pervers!
P.S.
Daß ausgerechnet ich gefragt werde, was ich nun sagen möchte, ist übrigens doch recht merkwürdig, weil ich ja
VIEL INHALT bringe, und die Frage, was ich EUCH sagen möchte: Wer ist Euch oder IHR? Eine feste Gruppe, die sich kennt ?
Störe ich eine verschworene Kollektivseele? Ja? Dann tue ich das gerne und wedele alles (den Muff?) ein bischen durcheinander. Einverstanden?


 

"Störe ich eine verschworene Kollektivseele?" -- Nein!

von:transparency4u

Lieber blauberg,

nein, Du störst gar nichts , es ist nur so, dass sich ein paar von den hier anwesenden Diskutanten schon recht lange kennen, d.h. sich über all diese Aspekte in früheren Threads rund um dieses Thema bereits ausgetauscht haben und zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sind. (Siehe auch unicat's Beitrag unten!)

Es ist auch nicht so, dass Du nicht mit vielen Deiner Argumente richtig lägest, gerade in diesem Beitrag hast Du viele Aspekte angesprochen, die vermutlich die meisten von "uns" sofort unterschreiben würden, wie "fehlendne Sinnlichkeit bei Jungs", "puritanische Askese" bereits in den Kinderabteilungen" bei den Jungs, die "vergammelten Männer in den mittleren Jahren" im Straßenbild, usw. ... alles traurige Entwicklungen, die jeder von uns auch kritisiert oder gar für "pervers" hält, wenn Du so willst.

Ich denke nur, WO wir uns unterscheiden, ist in den Lehren, die wir versuchen daraus zu ziehen, zu propagieren. Ich halte z.B. nichts davon, zu meinen, es würde Sinn machen, das Rad der weiblichen Emanzipation zurückzudrehen, denn die Frauen haben sich die vermeintlichen Privilegien hart und zu RECHT erkämpft. Ich sehe nicht dort die "Schuld" (im Sinne von Ursache) bei diesem Prozess des Auseinanderdriftens, sondern MAßGEBLICH bei der komplett verschlafenen Emanzipation des MANNES in erster Linie.

Wann hätten die Jungs / Männer seit den 1960/70ern jemals ernsthaft sich mit ihrem zerbröselnden Rollenbildern und ihrem SELBSTVERSTÄNDNIS auseinandergesetzt, geschweige denn NEUE WEGE, neue Rollenbilder, neue FREIHEITEN, neue ANSPRÜCHE entwickelt und an sich kultiviert?
Wo haben Männer außer in ein paar Therapiegruppen darüber reflektiert, welche Herausforderung die weibliche Befreiung für SIE SELBST bedeuten würde, außer die "Verluste" angestammter Macht zu betrauern und aufzuarbeiten?

Warum sind Jungs heute fast noch so verklemmt, wie vor 40 Jahren, wenn es darum geht körperlich und sinnlich sich und dem eigenen Geschlecht zu begegnen? -- Warum ist SINNLICHKEIT angeblich schon wieder "typisch weiblich"? -- Warum feiert der *Macho-Man* auf pervertierte Art in den Traumprinzen-Träumen der jungen Frauen schon wieder fröhliche Urständ? -- Wie sollen Männer den völlig unrealistischen Ansprüchen gerade junger Frauen genügen können, die den sensiblen "Frauenversteher" im einen Augenblick, die starke Schulter im anderen Moment und auch den perfekte Family-Man und erfolgreichen Geldverdiener im Nächsten fordern? -- Und das ohne es JEMALS gelernt zu haben, wie es gehen könnte, all diese Widersprüchlichkeiten in einer Persönlichkeit zu vereinen?

WENN man den Frauen als "Gruppe" eine Vorhaltung machen kann, dann vielleicht die, dass eine ganze Menge der direkten Nutznießer der Kämpfe ihrer Mütter und Großmütter es gar nicht zu schätzen wissen, welche privilegierte Rollen sie heute einnehmen können, ohne darüber zu reflektieren oder darum kämpfen zu müssen. Insofern stimmt sogar der Claim von goFem: "Die Zukunft IST weiblich!"

Für mich heißt das aber nicht, dass wir dieses Rad jetzt "zurückdrehen" müssten. Nein, es ist ein lange überfälliger Appell, eine zwingende Herausforderung an die Männer, an dieses unbegreiflich-verschwommene Wesen, sich auf die Suche nach sich selbst, neuer, erweiterter männlicher Ausdrucksformen, einer gelebten Sinnlichkeit und gesprengten Rollenverständnissen zu begeben, die sich aus den veränderten Realitäten längst aufdrängen.

Leider haben das viele Mannsbilder noch nicht einmal ansatzweise erkannt oder würden aktiv daran arbeiten. Aber ohne diese Prozesse wird die Kluft zwischen den Geschlechtern wohl kaum kleiner werden. Nicht einmal in den reflektierten Äußerlichkeiten ... wie in der Mode ...

t4u


 

Alles richtig, bloß: Mann bleibt Mann!

von:blauberg

An den NEUEN MANN glaube ich nicht , auch nicht an die
NEUE FRAU, das ist alles sozialistischer Konstruktivismus!

Die moderne Kultur ist natürlich über ASKESE hergestellt worden ,über Sublimierung des Sexuellen in andere Sphären.

Um nicht alles grau werden zu lassen, wurde die Bürgerfrau um 1850ff zur Modepuppe augemotzt!

Der Mann wurde Asket. Erst nur der Bürgermann, nicht der Arbeiter, nun sind alle Bürger und grau.

Dennoch gilt die Frau heute als offiziell aus diesem Drama der elitären Verpuppung befreit ...

Der Fehler ist doch: Die Männer sind ihrer Natur nach nicht überall stärker gegenüber Frauen, weil beide ihre Stärken eben in verschiedenne Bereichen haben.
Aber auch das gilt ja heute als politisch nicht korrekt, da ja Frauen nun auch alles können- und darüber nun die Männer alles können müssen - sogar !
Was für ein Irrsinn!
Das alles kommt nicht aus einem Willen zu einer sinnvollen freien Gesellschaft, sondern aus dem Ego- Liberalismus der männlichen und weiblichen Narzissten.
Jeder, der ihnen gewissee Grenzenals gute Idee andienen möchte , gilt ja sofort als reaktionär, als Faschist.
Dabei sind gerade diese Leute zutiefst totalitär und gefährlich, weil sie Esoteriker sind und jede weltlich sinnvolle Grenze einreißen wollen.Sie denken letztlich NUR KULTISCH- religiös und nicht weltlich- maßvoll. Und Maße gibt es nur über Grenzen!!!!!


 

Ich glaube, ich spreche für alle hier...

von:unicat79

... wenn ich sage, wir wissen, wie die Modegeschichte verlaufen ist. Die meisten gehen sogar einen wichtigen Schritt weiter und reflektieren aktuelle Entwicklungen, nämlich das multipolare Auseinanderdriften der Gesellschaft in Milieus, wo Geschlecht zunehmend wieder als Merkmal ultimo verschwindet und sich daraus neue Räume für Mode am Mann ergeben.

Insofern sind wir in der Diskussion schon weiter als Du denkst.


 

Heisse Diskussion

von:teerpirat

Ich habe mich bisher von der Diskussion ferngehalten, aber jetzt muss ich doch mal meinen Senf hinzugeben.

Zunächst mal gebe ich unicat79 in allen Punkten recht, und einigen andere Mitstreitern hier auch.

@blauberg:

Du hast einen wichtigen Aspekt nicht beachtet: Das was Du uns alles hervorbringen möchtest, ist für uns kein Neuland mehr, da wir uns schon seit Jahren mit der Mode- und Genderthematik auseinandersetzen.
Wir sind also nicht nur darin "alte Hasen", sondern mehr noch: Statt Therorien zu spinnen oder zu lamentieren, gehen wir gegen die Realität vor gehen selbst neue Wege. Und in erster Linie machen wir das für uns, indem wir Manns genug sind, das zu tragen, was uns gefällt, ohne uns um das zu kümmern, was andere denken.
Der geschichltliche Aspekt, den Du erläuterst, stimmt schon, aber man kann nicht immer nur auf der Geschichte rumreiten.
Wir leben im Jahre 2011, wo die Mode andere Wege geht. Mode lebt von Veränderung. Bleibt aber wie seit 20 jahren die Herrenmode unverändert, ist es an uns, Flagge zu zeigen und neue Wege zu gehen, indem wir selbst Mode machen. Das heisst: Raus auf die Strasse. Das tragen, was man tragen möchte, und nicht das, was die Gesellschaft von einem erwartet.

Die Crux an der Sache ist lediglich, dass wir noch zu wenige sind, dass wir von Trendscouts wahrgenommen werden, die zu neuen Ideen angeregt werden. Und selbst dann, wenn die Herrenmode vielfältiger wird, hat noch lange nicht jeder Mann den Mut, neues auszuprobieren. Leider. Was festgefahrenen Rollenerwartungen unter Männern angeht, da haben Medien und Gesellschaft ganze Arbeit geleistet. Den Kreis zu durchbrechen wird verdammt schwierig und so bald nicht eintreffen.
Aber es werden immer mehr Männer, die sich gegen die Eintönigkeit in der Herrenmode auflehnen - und irgendwann wird sich auch was ändern.
Aber wir müssen alle an die Öffentlichkeit. Modische Vorlieben im stillen kämmerlein ausleben, das bringt überhaupt nichts. Aber ich denke mal, würden alle diese Männer an die Öffentlichkeit gehen, bin ich überzeugt, dass sich das Strassenbild erheblich verändern wird.

Nicht fragen, ob man darf
Nicht fragen, was andere denken könnten
Das alles führt nur zu Frust.

Mode ist zum Tragen da, und auch zum Zeigen. "Die Mode machen Sie!" stand mal bei Gofem eingeblendet.
Ich nehme das beim Wort, also mache ich Mode.
Und morgen mache ich wieder andere Mode

Sorry, aber das musste ich jetzt mal loswerden.


 

Ich sehe hier keinerlei Vorschläge für Männermode,

von:blauberg

viele Worte, aber keine Taten!
Was für Schuhe, Hosen, Jacken, Schmuck, Marke...???
Übrigens regt man seine Umgebung eher mit scheinbar winzigen Grenzüberschreitungen als mit dem Totalschock, der die Leute nur veschreckt und abwenden läßt.
Die Leute wollen mir ja eher Respekt bezeugen, als mich als Witzfigur oder Totalausfall ansehen.
Übrigens zählt für mich hier nicht der nächtliche Gang in eine Spezialbar mit Gleichgesinnten, da meidet man ja gerade die allgemeine Öffentlichkeit.und begibt sich in eine schräge GEMEINSCHAFT, das kann ja auch hübsch und nett sein,
hat aber mit MODE nun ganz und gar NICHTS zu tun.

Da wurde dann noch nicht begriffen, was Mode ist.
Gerade dafür (das ist ja nicht so einfach, das heraus zu bekommen) schreibe ich meine Beiträge, nicht um jemanden mitzuteilen, was er heute für seinem bunten Club abends anziehen könnte:
Sondern für DIE STRASSE !!!!

Der Clubkann ja auch interessant sein, interssiert mich HIER aber nicht.Offensichtlich wurde das bisher nicht gut verstanden.

Ich hatte ja eine neue Dikussionsrunde eröffnet, und dann sich zu beschweren, daß nicht das EIGENE INTERESSE hier ständig angesprochen wird, finde ich etwas merkwürdig und reichlich deplaziert.
Auch, wie Hansi zu schreiben, daß WIR hier uns etwas anderes vorstellen...

Ja, Jungs, das HIER, ist wenn schon, erstmal MEINE DISKURSRUNDE, und dann die von MEINEN GÄSTEN, oder? Ich freue mich über beiträge, niemand ist aber gezwungen....


 

Thema verfehlt, setzen, 6!

von:teerpirat

Haben wir hier von Club-Mode geredet?. Das, was man in Clubs, also im stillen Kämmerlein trägt, hat absolut nix mit dem zu tun, was sich im alltäglichen Strassenbild befindet. Wir reden hier schon die ganze Zeit über Strassenmode.

Dass man in diversen Szenen-Kreisen seine Kleidungsvorliebe auslebt, trägt nämlich nichts dazu bei, dass man im Strassenbild etwas bewegen kann. Denn die Trendscouts entnehmen ihre Anregungen von der Strasse und vermarkten das dann nur richtig.

Du sprichst hier von Taten statt grosser Worte? Dann geh mal mit einem guten Beispiel voran: Statt unnötig die Diskussion im Kreis drehen zu lassen, solltest Du Deine Energie darin aufwenden, indem Du das IN DER ÖFFENTLICHKEIT TRÄGST, was Du MÖCHTEST. Das kann von mir aus Gott was sein.
Ich lasse meinen Kleidungswünschen Taten folgen, und es funktioniert. Auch ohne Schocken. Ich habs nicht nötig, andere zu schocken. Ich möchte lediglich das tragen, was mir gefällt, mehr nicht.

Das ist auch der Grund, weshalb keine Beispiele genannt worden sind; Jeder bestimmt nämlich selbst, was er tragen möchte, das kann bei dem einen Strumpfhosen und Rock sein, beim anderen Hotpants und Sandalen. Es geht nicht darum, was man trägt, es geht darum, dass man seinen Modestil gemäss seiner Identität findet.
Man muss zu sich sagen können: Ich bin mein Stil!

Übrigens bleibt immer noch die Frage offen, was Du mit Deinen Beiträgen uns eigentlich mitteilen möchtest. Das bisher von Dir Geschriebene hat für mich - und sicherlich auch für andere - alles ein Déjä-Vu, das ist nichts Neues, weil all diese Dinge uns schon seit Jahren bekannt sind.

Mir will der Eindruck auch nicht entgehen, dass Deine oberlehrerartigen Beiträge in Wirklichkeit nur gut getarnte Frustthreads sind......


 

So langsam dämmert mir der Gedankengang

von:unicat79

Hi teerpirat,

ich glaube, so langsam begreife ichs.

Der meint das so: er will quasi die Grenzen dessen ausweiten, was heute für Männer tragbar ist. Soweit d'accord.

Aber jetzt kommts dicke: er definiert die alte Uniform in eine neue um, die quasi von allen Männern, die in seinem Sinne was auf sich halten als Konsens getragen werden können. Er sagt ja, Röcke gehören zu Frauen, usw.
Das deckt sich sehr gut mit der fast fundamentalistischjen Abneigung gegen Frauen, Nicht-Heteros und die Verleugnung von Gender, die ja oft durch seine Ausführungen durchscheinen, die aber nie begründen kann.
Seine Vorstellung ist quasi eine heteronormative Männer-Protest-Uniform gegen Vorstöße der Frauen in Fortschreibung frühbürgerlicher Verhältnisse, die wieder klare Grenzen hat, welche nicht überschritten werden dürfen.
Im Fazit heißt das:
-neue Uniformierung für Männer und Frauen getrennt nach Geschlecht?!? , ohne irgendeine Grundlage
-Abwertung aller Frauen und Männer, weil sie seiner Meinung nach sich alle stereotyp verhalten und bipolar zueinander stehen ,
-allgemeiner Fortschreiben und - wo möglich - Zurückdrängen der Emanzipation der Frau, für die er ja offensichtlich nicht so viel übrig hat (Formulierungen wie "Demut als Mutter", usf.)
-Leugnung wissenschaftlich-gesellschaftlicher Erkenntnisse, die solche Meinungen als reaktionär, chauvinistisch und revanchistisch wiederlegen.

Fazit vom Fazit: Entweder der Mann ist Göttervater Zeus persönlich oder hat starke Defizite in seiner Wahrnehmung.
Da er offensichtlich sehr frustriert ist, scheint dies ein Versuch, auf Krampf Mehrheiten für eigene (verschrobene) Ideen zu finden. Wir wissen doch alle, welch ruhiges Seelenkissen die Sicherheit ist, auf Seiten der Mehrheit zu stehen.


 

" ... die Sicherheit ist, auf Seiten der Mehrheit zu stehen."

von:transparency4u

Hi Unicat, @all,

ich denke auch, dass Du mit Deiner Analyse nicht falsch liegst, das ist zunehmend auch mein Eindruck inzwischen. Daher will ich das Gesagte gar nicht weiter wiederholen, sondern nur nochmals die Worte von teerpirat und madinside unterstreichen. Es geht uns nicht darum zu "schocken", oder "Fetische zu pflegen" oder uns klammheimlich in Nischenräumen zu "produzieren", wie unterstellt wurde! Was und wem wäre damit geholfen in verkrusteten, "männerfeindlichen Modefragen"?

Und noch eines: Ich erkenne auch den v.a. aus Frustration gewachsenen Wunsch, erst die gesellschaftlichen Verhältnisse umzustrukturieren (in diesem Fall das Rad der Geschichte zurückzudrehen), um sich DANN auf der "sicheren Seite" der alten / neuen Mehrheit zu wähnen.

Mit Verlaub: das ist mir zu viel reaktionäres Denken, das ich kpl. ablehne. Selbst das heutige geschlossene Modediktat ist nicht in Beton gegossen, es braucht nur neue Horizonte von Querdenkern und eine gelebte Avantgarde, die nicht lange theoretisiert, sondern handelt, es tut, worüber andere in Jahrzehnten noch fachsimpeln werden ... und frustriert bleiben werden.

"Wear what YOU dare!"

LG t4u


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