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Genervt von "einfach gestrickten" Menschen

 

Auch auf die Gefahr hin, nun als überaus arrogant hervorzutreten (das ist nicht meine Absicht), möchte ich diese Thema eröffnen und hoffe auf hilfreiche Antworten. Vielleicht finde ich sogar Gleichgesinnte, wer weiß.

Mein Problem ist folgendes: Ich bin übertrieben? genervt von Menschen, die in meinen Augen "einfach gestrickt", vielleicht sogar unintelligent sind.

Bestes Beispiel ist mein Arbeitsplatz. Ich arbeite dort mit zwei netten Mädels zusammen. Wir drei bilden eigentlich ein gutes Team und haben uns auch schon privat getroffen. Ich hätte nichts dagegen, meinen Freundeskreis zu erweitern, doch kann ich mich beim besten Willen nicht mit den beiden unterhalten. Dabei habe ich nicht das Gefühl, hohe Ansprüche zu stellen. Um konkreter werden zu können, versuche ich euch, einpaar Beispiele zu nennen:

Ich unterhalte mich gerne, wenn die Gespräche über den Tellerrand hinausgehen, tiefgründiger werden. Ich tausche mich gerne aus über gemeinsame Erfahrungen aus. Das Thema kann vielfältig sein, ob Literatur, Kunst, Kultur, Reisen, Politik...und und und. Hingegen habe ich keine Lust, mich über Paul Walkers sexy Body zu unterhalten, oder über Filme wie Fast Five, über den nächsten Pauschalurlaub nach Malle, an denselben Ort, zum zehnten Mal etc. Es nervt mich einfach tierisch, jedes Mal aufs Neue zu erfahren, dass die Allgemeinbildung meiner beiden Kollegen so dermaßen schlecht ist.

Ich habe ehrlich gesagt nichts dagegen, mir auch mal die volle Dröhnung Niveaulosigkeit à la Castingshow XY, Topmodels blablablupp zu geben, aber im Gegensatz zu den zwei Mädels kann ich reflektieren und weiß, was gefaked ist.

Ein anderes Beispiel wäre unser Spielabend. Bei dem Spiel ging es darum, zu einem Überbegriff möglichst passende Unterbegriffe zu nennen. Für mich sollte eine extra schwere Karte ausgewählt werden, damit ich nicht gewinne. Ist für mich kein Problem, ich bin ein guter Verlierer. Mein Überbegriff war dann allerdings "Deutsche Dichter". Nachdem ich dann Namen wie Hesse und Grass nannte, wurde ich schon schief angeguckt. Als nächstes nannte ich dann Lessing. Daraufhin wurde ich gefragt, wie der Gute denn mit Vornamen heißt. Ich antwortete und durfte mir dann anhören, ob ich in meiner Freizeit nichts besseres zu tun hätte. In solchen Situationen gebe ich dann Kontra und die Stimmung ist dann im Keller.

Ich versuche immer wieder neue Anläufe, doch sobald das Gespräch in die Tiefe geht und vielschichtiger wird, ist Schluss. Ich möchte nicht behaupten, dass die beiden dumm sind und ich halte mich auch nicht für überaus intelligent, aber ein gewisses Maß an Reife und Erfahrung werde ich doch wohl erwarten können?!

Mein fester Freundeskreis besteht eher aus Menschen, mit denen ich mich "messen" kann, von denen ich auch was lernen kann und das gefällt mir. Es ist ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Bei meinen Kollegen habe ich eher das Gefühl, 20 Jahre voraus zu sein, dabei ist die eine sogar 10 Jahre älter als ich. Und da ich die beiden Jeden Tag für mindestens 8 Stunden sehe, muss ich nun irgendwie eine Lösung finden, um mit diesem Problem umgehen zu können. Ich hoffe, ihr könnt mir dabei helfen.

Ich habe schon versucht, solchen Gespräche aus dem Weg zu gehen, mich gar nicht erst einzumischen, doch wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde, sehe ich es nicht ein, eine Antwort zu geben, die ich eigentlich gar nicht geben will.

Wisst ihr, wass ich meine, kennt ihr das Problem? Wie würdet ihr damit umgehen?


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Oh mann...

Hey wieder
also meine Art, mit solchen dummen Sprüchen umzugehen variiert von Person zu Person. Sind die Personen mir wichtig (und somit eine Diskussion wert), frage ich einfach: was bringt dich denn dazu, sowas zu sagen? Hast du damit ein Problem? Ich frage generell immer gern - denn dadurch muss das Gegenüber reagieren und Rede und Antwort stehen :-P Oft kommt was ganz anderes dabei raus: nämlich dass die Person, die mich angreift, mit ihrem eigenen Leben unzufrieden ist und das (unterbewusst) durch Neid ans Licht kommt.M eist kommt nur Rumgedruckse, oder sogar "habs nicht so gemeint"...oder ich sage der Person knallhart "ups,hab ich was angesprochen von dem du keine Ahnung hast?"
Bei Personen, die mir NICHT wichtig sind (sprich: Fremde oder solche, die ich schon als Idioten einschätze ) sage ich einfach was nach dem Motto, er/sie soll doch bitte ruhig sein wenn er/sie keiiiine Ahnung hat von dem was ich gerade gesagt habe,und stelle auch die Frage ob er/sie meint sich durch so blödes Geschwätz profilieren zu müssen. Ich hab gerade bei Fremden die "ich bin immer freundlich"-Nummer ganz gut abgelegt...wie man in den Wald hinein ruft so schallt es auch hinaus,hihi!

Übrigens halte ich den Spruch "Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz" für wahr

Zu deinen "Leistungen": stell die nicht untern Scheffel! Du kannst sehr stolz auf dich sein, sowas zu vollbringen! Konzerte geben...dazu gehört viel Mut! Ich habe auch 8 Jahre Klavier gespielt, aber niiie getraut vor Publikum zu spielen Ich versuche, das positiv "anzuwenden",in dem Sinne: wer deine Leistungen nicht würdigt, sprich doof/neidisch reagiert, den kann man eh in der Pfeife rauchen (bzw der hat selbst ein Problem,s.o.). Wahre Freunde reagieren mit Lob, Anerkennung ("meine beste Freundin kann...") und sind stolz auf dich und gönnen dir Erfolg!Mach dich NIE schlechter als du bist, sondern miste die aus, die dich dazu bringen dich kleiner darzustellen als du bist. Denn das sind die, die nicht "auf Augenhöhe" mit dir sind


 

Ich kenne das..

...und bei mir tun sich da auch Probleme auf. Ich merke es jetzt besonders stark, der beste Freund von mir und meinem Partner verändert sich seit einigen Monaten sehr zum negativen. Da ich aber erstmal bei mir selber schaue - habe ich vielleicht was falsch gemacht? - fiel mir auf: ich stehe kurz vor meinem Universitätsabschluss (schreibe gerade die Abschlussarbeit) mit hervorragenden Noten, bei ihm tritt das Leben auf der Stelle. Sprich (bitte ohne arroganten Unterton vorstellen ), er hat mir intellektuell einfach kaum mehr was zu bieten. Das soll jetzt nicht überheblich klingen! Die Themen über die man redet, sind iiiimmer dieselben, von mir kommt ab und an was neues,aber von ihm kommt da gar nix. Ich vermisse das und ich kann dich, realnela, sehr gut verstehen. Manche Leute erscheinen einfach "dumm" und wenn man da irgendwas sagt,sieht man es förmlich schon hinter der Stirn rattern und dann wird dumm gelacht (weil man mit dem,was ich sage, nichts anzufangen weiß) und das Thema gewechselt.
Auch ich kann mir ab und zu gern mal ne Dosis "Asi-TV" geben, aber wie du auch mit dem Hintergrund,das kritisch zu hinterfragen und nicht alles zu glauben
Dazu kommt, dass ich mich in meinem Umfeld (in meinen Augen) normal verhalte, mir aber häufig gesagt wird, ich käme arrogant rüber etc. Dabei sehe ich es so, dass ich mich nicht auf das Niveau ("ey alter" & co) meines Umfeldes herablasse. Freunde auf Augenhöhe fehlen mir sehr. Dazu kommt, wenn ich meine Uni-Noten erwähne, kaum ein "klasse" oder anderes Lob sondern mehr "Streber" oder "du liest die Unibücher wohl in der Freizeit?"...ich würde sagen: nicht mehr als andere. Ich lerne nur einfach schnell (was wiederum an den Anfang der Geschichte führt),es macht größtenteils Spaß und ich halte Bildung für sehr wichtig. Dazu kommt, dass ich relativ gut aussehe, des öfteren Zuspruch von den Herren bekomme, was aber den meisten Mädels die mit mir "abhängen" weniger toll finden..anstatt vielleicht mal selbst mehr aus sich zu machen Neid und Missgunst regieren die Welt..

Ich stehe momentan auch an dem Punkt,dass ich nicht weiß,wie ich mit der Situation umgehen kann. Grob gesagt - ich glaub ich brauch neue Freunde. Nur kann man sich die nicht backen,leider. Aber ich fühle mit dir!


 

Danke.

von:realnela

Hallo liebe Ceri,

erst Mal vielen Dank, für deine Antwort und dein Verständnis.

Das Thema Bildung habe ich natürlich auch in Betracht gezogen und muss dir hierzu Recht geben. Ich habe zwar nicht studiert, sondern "nur eine einfache" Ausbildung gemacht, dennoch interessiere ich mich privat sehr für das Weltgeschehen, lese sehr viel und versuche, mir Wissen anzueignen. Ich glaube auch, dass mein Abitur mir insofern weitergeholfen hat. Immerhab habe ich drei Jahre länger gelernt. Obwohl ich mich auch hierfür des Öfteren rechtfertigen musste. Die Streber-Sprüche sind mir also nur allzu bekannt. Besonders in der Berufsschlusklasse, ich der mit zwei weiteren Mädels die einzige mit Abitur war, wurde ich oft blöd angemacht, wobei es mir dort weniger ausgemacht hat und ich sogar "gelernt" habe, einfach mal arrogant zu sein. Geschadet hat es mir nicht, aber Freunde habe ich mir dadurch natürlich nicht gemacht. Auch in dieser Zeit, die jetzt mehr als drei Jahre zurückliegt, war ich mehr als nur genervt und habe mir oft Gedanken gemacht. Dabei hätte es mir auch einfach egal sein können.

Ich habe übrigens auch sehr oft das Gefühl, durch meine Verhaltens- und Denkweise arrogant und überheblich rüberzukommen. Dabei verachte ich Arroganz. Mir wurde bisher allerdings noch nicht in meinem Freundeskreis vorgehalten, mich so zu verhalten. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass einige schon darüber nachgedacht haben.

Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum man immer gleich schief angeguckt wird, sobald man einen hohen Bildungsstand aufweist, fleißig ist und Ehrgeiz zeigt. Ich mache den Leuten, die all das nicht an den Tag legen, ja auch keinen Vorwurf. Dieses Verhalten macht mich einfach so wütend.

Ich merke auch, wie ich beinahe täglich über die Problematik nachdenke und das ist schon etwas belastend.

Ich kann von Glück sagen, dass ich einen kleinen, aber feinen Freundeskreis besitze, mit dem ich auf Augenhöhe diskutieren kann. An meinen Kolleginnen würde ich privat wohl vorbei gehen, wenn ich nicht mit ihnen arbeiten würde und um ein gutes Betriebsklima bemüht wäre. Was mich zu der nächsten Frage bringt, wie reagierst du in solchen Situationen, in denen du das Gefühl hast, dein Gegenüber kann dir nicht das Wasser reichen, erdreistet sich dann aber trotzdem, dich blöd anzumachen?

Ich hoffe mal, dass du trotz der Neider und den abfälligen Bemerkungen stolz auf deine erbrachte Leistung bist? Mir fällt das nämlich oft sehr schwer. Ich merke auch, wie ich meine Leistungen deutlich abschwäche. Meine Kolleginnen haben beispielsweise keine Hobbys. Ich finde so etwas unglaublich. Um es ganz arg zu formulieren, können sie so gesehen nichts, über das man sich unterhalten könnte, was für mich neu wäre. Ich hingegen zeichne z.B. unheimlich gerne, fotografiere oder spiele Klavier. Wenn ich dann z.B. ein kleines Konzert gegeben habe und gefragt werde, wie es denn war, versuche ich dem Ganzen so wenig Bedeutung wie möglich beizumessen. Die Wahrheit wäre beispielsweise, dass meine Lehrerin mich gelobt hat und mir sagte, ich gehöre zu ihren talentiertesten Schülern. Ich hingegen antworte dann, dass das Konzert ganz okay war, ich mich aber verspielt habe. Ich weiß auch nicht so recht, warum ich das mache, wahrscheinlich, um genau diesen Kommentaren, die du auch schon erwähnt hast, zu entgehen.


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