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Schizoaffektive Störung beim Partner

 

Hi,

einfach nur mal auskotzen? Hilfe erwarten? Keine Ahnung was ich hier will.

"Ich bin krank, ich kann das nicht machen, du weißt ja nicht, wie das ist!" Das sind die Sätze, die ich täglich von meinem Mann vor den Latz geknallt bekomme. Egal ob es darum geht die beiden gemeinsamen Kinder zu baden, den Müll rauszubringen, einkaufen zu fahren, die Spülmaschine auszuräumen etc. Er ist krank, er kann das nicht. Er fühlt sich "komisch", sagt er.

Ja, verdammt, er hat diese Krankheit, na und???? Sollte er nicht mal langsam lernen damit zu leben statt sich von ihr beherrschen zu lassen? Zumal ich mir oft genug sehr sicher bin dass es sich bei ihm meist lediglich um sekundäre Krankheitsanzeichen handelt. Er hat keine Lust! Keine Lust einkaufen zu fahren oder die Kinder zu baden etc. Und schiebt so schön brav seine Krankheit vor. ER kann ja dann nichts dafür, ist ja seine Krankheit *ironieoff*

Ja, das gibt es, dass er sich wirklich scheiße fühlt, das kann man direkt sehen, er wird dann blass, hat blutunterlaufene Augen, einen fernen Blick. Um Gottes Willen, diese Situationen meine ich gar nicht. Logisch dass ich ihn dann sofort aus den stressenden Situationen schleuse. Nur eine Stunde Ruhe, dann gehts ihm meist wieder besser.

Ich meine die alltäglichen Situationen. Besonders schlimm ist es jeden Samstag, der Wocheneinkauf steht an und der große Hausputz. Wir hatten das schon immer so verteilt, er kauft ein, ich putze. Er kann letzteres nicht, er braucht drei Stunden nur um die Spülmaschine ein- und auszuräumen.

Klar ist das einkaufen stressig. Aber er drückt sich eigentlich bei jeder Arbeit wo er nur kann. Bzw. er versucht es. Und jedes Mal wieder ein riesen Streit. Ich hab das Gefühl er hat nicht verstanden um was es bei diesem Erwachsen-sein geht. Ich komme mir vor wie seine Mutter. "Na komm, Schatz, hilf mal nur ein wenig mit und dann können wir uns einen schönen Tag machen!" - "Ich will aber nicht" trotzt mein Mann "Mir gehts so komisch, ich kann jetzt nicht mithelfen" und schiebt schmollend die Unterlippe vor. - "Na los, raff dich auf *zwinkerliebmitdenAugen*, wir schaffen das jetzt ganz schnell und dann können wir einen Spaziergang machen. Hm? Wie isses?" - "Alles scheiße! So einen verschissenen Scheißspaziergang will ich nicht machen! Ist doch alles Dreck!".....

Ist das tatsächlich Krankheit? Mir kommt er vor wie ein bockender Pubertist. Und wenn er lange genug bockt und alle anschreit braucht er ja vielleicht die Aufgabe trotzdem nicht machen.

Ich wünsche mir nicht viel, nur dass es in etwa normal läuft. Klar, immer wieder Rücksichtnahme wenn es ihm wirklich nicht gut geht, aber ansonsten halt normal. Wie bringt man einem dem Alter nach schon längst Erwachsenen dazu sich auch erwachsen zu verhalten? Seine Pflichten zu erledigen ohne mich ständig anzubocken und anzufahren?

Ich gehe auf ihn ein wo ich nur kann, vielleicht ist es ja schon längst zu viel? Aber ich habe ehrlich gesagt auch nicht die Lust für den Rest meines Lebens seine Mutter zu ersetzen. DIE hat ihm immer alles abgenommen. Ja nicht überfordern, er könnte ja wieder eine Psychose bekommen. Damit droht er ja oft genug.

Himmel noch eins, ich brauch einen erwachsenen MANN an meiner Seite und kein bockendes Kleinkind!!!!

Genug ausgekotzt, ich muss jetzt meine Pflichten erledigen.


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Verständnis

Hallo,
Ich leide selber seit fast 6 Jahren an einer schizoaffektiven Psychose. Ich bin tablettenmäßig gut eingestellt und habe meinen Alltag gut im Griff. Ich bin froh, daß ich alles alleine machen kann und regle alles selbständig.
Ich kann Deinen Ärger gut verstehen. Ich habe eine Freundin, die nur rumjammm ert. Alle Vorschläge von mir werden nur abgeschmettert, sie wälzt alles auf ihren Mann ab, nur bei ihr denke ich manchmal wie so ein kleines trotziges Kind, das will ich nicht das mag ich nicht. Vielleicht sollte Dein Mann einfach mal eine Therapie besuchen.
Vielleicht hilfreich für Dich das Buch von der Melody Beauty. Die Sucht gebraucht zu werden. Sehr hilfreich.


 

So viele liebe Antworten noch!

Deduschka, mir gehts wie sunshinegirl - ich kann ihn nicht verlassen, wir haben ein gemeinsames Haus, zusammen haben wir zwei Kinder, und noch mein Großer, stammt aus einer früheren Beziehung. Ja, ich bin noch jung, 27 (in meinem Alter kann man das noch sagen ) - aber das wichtigste: ich liebe ihn! Das kennst du sicherlich auch: es kann so schön sein wenn er will.

Was mich am meisten gestört hatte war, dass ich ihn zwei Jahre bebetteln musste, bevor er jetzt endlich den Hintern hochbekommen hat und mit mir zur Psychologin gegangen ist. Endlich!

Aber das ist nur der 1. von vielen, vielen Schritten, die noch folgen müssten. Er sieht nicht ein, dass nur er sich selbst helfen kann, dass die Psychologin und ich nur Hilfestellungen geben können. Okay, er sieht es ein, aber es ist ihm zu viel Arbeit. Aktuell hat er von der Psychologin die Aufgabe bekommen eine Woche lang jeden Tag aufzuschreiben, wie sein Tagesablauf war, damit sie schauen kann, ob noch was verändert werden kann, wo man Stress einsparen kann etc. Tja, bis auf ein einziges Mal musste ich ihn jetzt ständig dazu zwingen. Und das ist eigentlich auch schon wieder nicht Sinn und Zweck der Sache.

Im Sommer könnte er entweder nochmal für 6 Wochen in die Tagesklinik oder eine Reha machen, da ist auf seiner Arbeit eh tote Hose. Die Psychologin empfiehlt ganz dringend die Tagesklinik, weil da einfach mehr gemacht werden kann, dafür ist es anstrengender. Die Reha wäre nur 2. Wahl, weil die wohl mehr zur Festigung dient. Wofür will sich mein Mann entscheiden? Natürlich Reha, die lt. Psychologin bei ihm so gar nichts bringen wird *seufz* Immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen - ja, das ist mein Mann.

Ja, das mit dem Haus ausbauen kenn ich, das musste ich auch alles übernehmen. Aber weißt du, das ist in Ordnung. Weil ich weiß wieviel Stress das für ihn bedeutet, dass es einfach zu viel ist. Es geht hier wirklich einzig und allein darum, dass er Verantwortung für kleinste Entscheidungen übernimmt. Aber da fehlt ihm das Selbstvertrauen für und er fürchtet die Konsequenzen ausbaden zu müssen, da kommt die Faulheit mit ins Spiel.

Ich hoffe einfach ganz arg, dass die Besuche bei der Psychologin und die Tagesklinik (da werde ich ihn hinprügeln wenns sein muss) was bringen und dass wir in vielleicht zwei Jahren ein besseres Leben führen werden.

Aktuell strengt er sich sehr an sich nicht allzu sehr gehen zu lassen, weil ich nach Weihnachten mal wieder so weit war ihn rauszuschmeißen, seine Koffer waren schon gepackt. Einzig und allein ein sofortiger Anruf bei der Psychologin zwecks Terminabsprache hat ihn gerettet.

Ja, die Kraft, die fehlt manchmal ganz gewaltig. Dann nehme ich mir meinen gepflegten hysterischen Schrei-, Kreisch- und Heulanfall. Dann geht einfach nichts mehr. Und dann kommt mein Mann und ist plötzlich der normalste Mensch der Welt.

Man, 17 Jahre - da ist längst ein Orden fällig - für Tapferkeit und Durchhaltevermögen! Ich weiß nicht, ob ich das schaffen werde. Manchmal denke ich mir, ich hab nur dieses eine Leben - will ich es tatsächlich so leben? Immer auf ihn achten müssen? Immer wieder motivieren müssen? Immer seine Launen aushalten müssen?

Aber wenn er sich anstrengt, wenn ich sehe, dass er sein Leben selbst in den Griff bekommen möchte, wenn er etwas aktiv tut um seine Situation zu verändern - dann hat er es sich verdient, dass ich im Gegenzug auch mal seine Launen aushalte.

Tut er es nicht, macht er jetzt nicht endlich den nächsten Schritt - mittelfristig wird es wohl darauf hinauslaufen, dass ich nicht mehr kann und aufgebe. Aber versagt habe ich nicht, ich hab mein bestmöglichstes gegeben. Mehr kann ich nicht tun.

@sunshinegirl: ich kann dich sehr gut verstehen Das mit dem "ihm ist alles zu viel" - das kann ich bei meinem Mann ganz gut verstehen. Ich erkläre mir das so: wir Menschen sind ein Eimer voll Wasser. Dein und mein Eimer ist bis oben hin gefüllt. Der Eimer unserer Partner vielleicht nur zu zwei Dritteln. Mit dem Eimer müssen wir den ganzen Tag auskommen, ist er leer können wir in dem Moment gar nichts mehr ab.

Normalerweise gelingt es uns gesunden Menschen den Tag mit diesem Eimer voll rumzubringen. Okay, manchmal ist er schon vorher leer. Aber bei unseren Partnern ist es halt so, sie haben nicht die gleichen Ressourcen wie wir, sie sind schneller überreizt, was sich dann vor allem bei schizophrenen in Wut und Aggressionen ausdrückt.

Sie können lernen mit ihren Ressourcen auszukommen, durch einen geplanten Tagesablauf, nichts außergewöhnliches darf passieren, aktive Entspannung. Aber sie können diese Aggressionen nicht unterdrücken, bzw. nicht auf Dauer. Tun sie es ständig endet das meist in einer Psychose.

Aber das wichtige ist eben, dass diese Krankheitseinsicht da sein muss. Sie müssen sich bewusst sein, dass sie nie so leben können wie gesunde Menschen, dass sie mit der Krankheit leben lernen müssen. Aber das müssen sie von ganz alleine tun. Wie gesagt, Therapien geben einen Ansatz, was sie machen können, machen müssen sie es schon alleine.

Von daher würde ich euch vielleicht auch zu einer Therapie raten. Vielleicht ist bei deinem Mann ja auch noch was drin, was sich verbessern lässt. Bei meinem muss alles verbessert werden. Vor allem die aktive Entspannung - wenn ihm alles zu viel ist oder er müde und erschöpft ist - auf keinen Fall hinlegen oder vor die Glotze oder den PC gehen - aktiv entspannen heißt spazieren gehen, Tiefenentspannung machen, sich sonstwie sportlich betätigen oder auch ein handwerkliches Hobby ausführen. Gerade PC und Fernsehen, aber auch sich hinlegen verschlimmert das ganze nur noch.


Ich bin grad dabei mir selbst beizubringen mich zu entspannen wenn er wieder austickt. Im Moment klappts ganz gut, aber eben auch wahrscheinlich nur deshalb, weil er grad eine gute Phase hat. Ich kann mich aber noch zu lebhaft an die 4 Monate zuvor erinnern - einen Vorpubertisten, eine Zicke im feinsten Trotzalter, einen kleinen Dickkopf, der es seiner Schwester wunderbar nachmacht und mein Mann dazu - das war zuviel.

@ale: tut mir leid, dass ich nicht vorher wieder reingeschaut habe, ich hoffe du liest noch. Natürlich hoffe ich ganz stark dass ihr inzwischen Hilfe gefunden habt. Falls nicht: DU kannst keinem psychisch krankem Menschen helfen. Für ihn sind alle anderen nicht normal, er selbst ist es. Gerade dieser Verfolgungswahn (du hast dem Arzt gesagt, was er auf die Überweisung schreiben soll) spricht meines Erachtens wirklich für Schizophrenie. Es gibt psychologische Hilfsdienste in jeder größeren Stadt. Ruf dort an, schildere ihnen die Situation, die können dir weiterhelfen. Oftmals werden Patienten zwangseingewiesen und das ist nicht das verkehrteste. Weil sie selbst nicht mehr entscheiden können was das beste für sie ist.

Solch eine schwerwiegende Krankheit MUSS behandelt werden. Sie geht von allein leider nicht weg, es wird nur noch schlimmer. Aber sie KANN gut behandelt werden, das ist das gute daran, aber die Krankheitseinsicht muss erfolgen, aber das kannst du nicht erreichen.

In der Psychiatrie würde er erstmal auf eine geschlossene Abteilung kommen, wo er medikamentös eingestellt wird, damit er überhaupt erstmal wieder zugänglich wird. Anschließend folgen Gespräche mit Therapeuten, Psychologen, es folgen Therapien, meist schließt die akute Behandlung mit der Tagesklinik oder einer Reha oder gar beidem ab. Das ist wirklich nicht schlimm, um dir die Angst zu nehmen. Schlimm ist halt wirklich nur die geschlossene Abteilung, wo alle erstmal hinkommen. Aber nur für dich, mein Mann hat sich da wohl gefühlt - "das ist MEIN Club, Tildi-Schatz, der Club der Verrückten" Okay, gut, das waren sie dort alle tatsächlich *lach*

Ein langer, langer Roman. Manchmal muss man einfach mal rauslassen.

Ich wünsch euch alles Liebe und euren Männern sowie dem meinen, dass sie endlich anfangen sich selbst zu helfen.

Liebe Grüße,
Tilda


 

Austausch?

Ich kann dich sehr gut verstehen...Mein Freund ist auch schizophren und wir haben ein fast einjähriges Kind. Er hilft sehr viel im Haushalt, da kann ich mich nicht beklagen. Aber seine ständigen Stimmungsschwankungen machen mir zu schaffen...(es ist das erste mal seit ich mit ihm zusammen bin dass ich mich in einem Forum um Rat frage) Es gibt so vieles was ich dir sagen oder nicht sagen könnte. Viele Symptome werden dir bekannt vorkommen: Mehrmals im Tag ist er erschöpft; skeptische,misstrauische bis wütende Blicke...oder er fährt mich für Kleinigkeiten an, aber am schlimmsten sind wirklich seine Blicke die aussagen du bist mir jetzt zuviel, das Kind ist mir jetzt zuviel sogar der Hund ist ihm dann zuviel...Er hat dann eine Ausstrahlung die besagen würde "geh weg du nervst", "ich will alleine sein" Das ist hart.
Manchmal denke ich "ich schaffe es nicht mit diesem Mann alt zu werden" dann sag ich mir aber dass er doch einst mein Traummann war und dass ich noch nie so ein starkes Gefühl für jemanden hatte vorher und schliesslich ist er der Vater meines Kindes...
Liebe tilda, ich habe für mich einen Weg gefunden wo ich zufrieden sein kann in dieser Partnerschaft: Ich geniesse den Augenblick, jeden Augenblick. Wenn er mal nicht zu geniessen ist (mit ihm oder wegen ihm) dann tue ich etwas was mir gut tut. Z.Bsp. ganz "normale"Leute zu begegnen. Manchmal reicht es wenn ich spadzieren gehe und irgendwelche Leute anquatsche. Eben wie es sich anbietet. Hauptsache du bekommst den Kopf frei von Sorgen und miese Gedanken, das macht dich nur selbst krank. Bleib bei dir selbst. Tue dir gutes an, egal wie. Geniesse!
Natürlich ist es nicht immer so einfach. Mir hilft dabei, mein kleiner Sohn, mein Hund, meine Familie und einige gute Freunde.
Ich wäre froh mit dir manchmal "auszukotzen"
Liebe Grüsse


 

Kann mir jemand helfen?

ich weiss erlich gesagt nicht so recht was ich hier soll, wie du weiss ich nicht weiter , aussprechen ich weiss nicht , ich weiss nicht einmal ob und was mein mann hat ich kenne nur die reaktionen und habe den starken verdacht im laufe der jahre bekommen das es sich um diese krankheit handeln könnte.er fühlt nichts mehr das denken von ihm ist so wechselhaft und paranoid das ich die welt nicht mehr verstehe ,fühl mich allein gelassen damit.was ist richtig aufzugeben und zu gehen oder den scheiss hilfssyndrom den ich leider habe nachzugehen?ich weiss nicht weiter , wir waren mal beim arzt und auf der überweisung schrieb er als verdacht schwere gespaltene persönlichkeitsstörung, aber selbst da sagt er tatsächlig zu mir und den leuten ich hätte den arzt dazu gezwungen.zum arzt will er nicht und wir meine kinder und ich sollen damit zurecht kommen was soll ich tun? ich bin verzweifelt er ist so boshaftig und kaltblütig ich schaff es einfach nicht diese dinge auseinander zu halten alles was er uns antut nehm ich persönlich ist das falsch?vor allem tut er immer wieder als währe nie was geschehen.ich weiss nie wann und wie er jetzt denkt er ist so verletzend das mann es kaum aushält ich habe eine starke bedürftigkeit nach gerchtigkeit die ich bei ihm nie bekomme er erfindet und bildet sich sachen ein und reimt sich einen grund immer für seine reaktionen , es macht mir angst ich bin doch kein arzt , ich weiss nicht wie mann damit umgeht . wer kann mir bitte bitte helfen.


 

Hallo

Der Antrieb kann durch Antidepressieva oder Risperidal behoben werden. So wie sich ihr Partner benimmt kann er ja wirklich krank sein und diese Krankheit zeigt sich darin das er keine Energie hat und Lustlos ist. Wenn er mit Medikamenten anfangen wuerde, wuerde er Nebenwirkungen spueren und darueber wuerde er auch jammern aber mit der Zeit wuerde er mehr Energie haben.
Ich hatte auch dieses Problem und bin dann nur im Bett gelegen und dachte mir dann das das doch glat gefaehrlich werden koennte und bin dann zum Arzt. Ich bekam dann Risperidal und frueher hatte ich mal Antidepressieva und da hatte ich dann wieder Energie und konnte und wollte Hausarbeit verrichten. Heute ist das jetzt so das ich das meiste selber mache. Meine Tochter muss mir kaum helfen.


 

Hi

von:tilda01

dummerweise sind es nur die Pflichten bei denen er so reagiert. Vergnügungen kann er nachgehen wann immer er möchte und ist nie müde oder lustlos oder sonstwas. Oder spricht für mich nicht für Krankheit. So geht es jedem normalen Erwachsenen, dass er den Vergnügungen den Pflichten immer und jederzeit vorziehen würde. Nur machen das die Erwachsenen nicht, die handeln eben vernünftig.

Zumal er auf keinen Fall Antidepressiva bekommen dürfte. Bei meinem Mann ist die Gefahr sehr sehr groß ganz schnell in die Hypomanie abzurutschen und bis dahin ist es nur ein Katzensprung bis zur Psychose. Einmal Hypomanie und es ist nicht mehr aufzuhalten. Von daher bekommt er auch u.a. Zyprexa, das schützt ihn nach oben hin.

Ach ich wollte mich einfach nur mal ausjammern ohne zu hören: du hast es ja so gewollt, wir haben dich gewarnt....

Ja, ich hab ihn gewollt und will ihn immer noch und immer und immer wieder.


 

Hey...

von:clueless71

...du bist nicht allein. Weiss nicht, ob du noch mitliest. Aber ich ertrage das alles auch schon über 15 Jahre und es ist echt hart. Vor allem, wenn man die Person liebt und eigentlich keine Trennung möchte. Bei uns ist es leider gerade mal wieder soweit. Paranoia, Wut, Aggressionen, Zerfahrenheit, fängt alles an, bringt nichts zu Ende. Ich muss extrem viel arbeiten, habe einen totalen Stressjob und er sitzt zu Hause und hilft nichts. Ist wie bei dir, den Vergnügungen kommt er problemlos nach, keine Spur von Müdigkeit oder sich "komisch" fühlen... Er verschwindet stundenlang, ohne zu sagen, wohin. Geld fehlt keines, also grosse Sprünge wird er nicht machen. Ich bin leider selber total hilf- und ratlos und wüsste nicht, was man jemandem in der gleichen Situation aufbauendes sagen könnte. Ausser vielleicht, durchhalten, du bist nicht allein. Es muss noch tausende Angehörige wie wir auf dieser Welt geben, die in genau diesem Moment unter der Erkrankung ihrer Partner leiden.


 

Also

von:emu12

Bei jedem ist die Krankheit anders. Sie muessen wahrscheinlich auch mehrmals mit ihm ueber sein Benehmen reden. Und Zyprexa kommt dem Risperidal schon nahe. Risperidal gibt energie aber jeder reagiert auch anders. Ich kann mit Risperidal gut das Haus in Ordnung halten, habe aber Schwierigkeiten mit dem stehen. Viele fuehlen sich schwach und so weiter. Ich glaube das Zyprexa gut ist aber Risperidal sortiert auch das anti -soziale Wesen ein bischen aus. Und er macht vielleicht nicht viel im Haus, wuerde es aber gerne und kann momentan nicht. Er will sie nicht aergern, wenn er koennte wuerde er helfen. Also nicht an Trennung denken. Menschen mit solch einer Krankheit brauchen andere die ihnen helfen.


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