Einleitung
Im Rahmen des Deutschprojektes beschäftigten wir uns mit politischen Symbolen in der Mode. Schon immer wollte die Jugend mit ihrer Mode provozieren. So gibt es heute zum Beispiel die aktuelle Punkbewegung, Grufties, Emos etc.
Aber schon die Hippies wollten mit ihrer Kleidung gegen die Regierung rebellieren. Lange Haaren symbolisierten den Widerwillen gegen die Armee.
Auch das kirchliche Kreuz wird für Modezwecke missbraucht. Nicht jeder der einen Rosenkranz trägt, identifiziert sich mit dessen Religion.
Aber auch militärische Symbole werden als "Trends" von der Industrie verarbeitet, zum Beispiel der sogenannte "Militarylook" was das Camouflagemuster beinhaltet sowie Bomberjacken und Springerstiefel.
Auch ist es zweifelhaft, dass jeder der ein DDR-T-Shirt trägt, sich eine kommunistische Diktatur ohne Meinungsfreiheit wünscht.
Das Hauptaugenmerk unserer Ausarbeitung richtet sich dabei auf die aktuellsten Trends Palituch, Che Guevara und Roter Stern
Ernesto Che Guevara de la Serna
Ernesto Guevara wurde am 14. Juni 1928 in Rosario (Argentinien) geboren. Er stammt aus reichem Hause, allerdings vermittelten ihm seine Eltern durch ihre Rebellion gegen die eigene Gesellschaftsschicht schon früh radiakale politische Ansichten gegenüber dem herrschenden System. So kam es, dass Che alle oberen Klassen hasste. Dabei sah er die Gewalt als akzeptables Mittel im Kampf gegen die Regierung an.
"Was meinst du, Alberto, auf die Straße gehen und uns von der Polizei mit ihren Schlagstöcken niederknüppeln lassen? Nein! Ich gehe nur, wenn ich einen bufosu (Revolver) habe." Dies äußerte er in einem Gespräch mit Alberto Granado. Auch dass durch seine Mutter verschuldete Asthma prägte ihn sehr in seiner Charakterbildung. Zum Einem erfuhr er immer wieder Ablehnung von seinen jüngeren Geschwistern, da sie es nicht ertragen konnten, dass Ernesto die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mutter auf Grund seiner Erkrankung erhielt und ihm gegenüber handgreiflich wurden. Zum Anderen begann er schon früh seinen Körper zu stärken, um im "Krieg gegen das Asthma" nicht zu unterliegen, was gleichzeitig eine Grundlage für sein späteres Leben als Guerrillero war.
1947 beginnt er allerdings erst einmal sein Medizinstudium in Buenos Aires. Vor Beendigung seines Studiums 1953 unternahm er zusammen mit Alberto Granado eine Reise mit dem Motorrad durch ganz Lateinamerika. Dabei begegnete ihm das Elend des Kontinents. Unter anderem arbeitete er auch auf einer Leprastation. Aufgrund dieser Eindrücke wurde er später zum Revolutionär, Politiker und Guerillaführer und kämpfte mit wechselndem Erfolg in der kubanischen Revolution (Beginn 1953).
1959 wird Ernesto Che Guevara durch das Gesetz zum "von Geburt kubanischen Stationsbürger" erklärt. Letztendlich endet sein Leben am 9. Oktober 1967 während eines Einsatz im bolivischen Dschungel.
Chucks - Schuhe mit einer langen Geschichte
Der ursprünglich als Basketballschuh angedachte Chuck Taylor all Star entwickelte sich zu einem der bekanntesten Schuhe des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Schuh wurde erstmals 1917 produziert und kam damals nur in der Farbe schwarz auf den Markt. Bis in die Gegenwart wurde der Schuh über 600 Millionen mal verkauft und ist damit das erfolgreichste Schuhmodell der Geschichte.
Im Jahr 1923 erhielten die Schuhe dann ihr mittlerweile weltbekanntes Markenzeichen, den runden Aufnäher der sich an der Knöchelinnenseite befindet und die Aufschrift Converse All Star trägt.
Den ersten großen Erfolg landete der Schuh als ihn die amerikanische Basketballmannschaft zu ihrem offiziellen Schuh ernannte. Besonders beliebt war der Schuh in Amerika, da er die längste Zeit ausschließlich dort produziert wurde.
Während des Zweiten Weltkrieges, in den die USA 1942 eintraten, wurden die Chucks für die Grundausbildung bei Militär hergestellt. Auch heute werden sie weiterhin in diesem Bereich genutzt.
In den 50er Jahren wurde dann der Schuh vor allem bei Jugendlichen beliebt, er galt als pflegeleicht und preisgünstig.
Die modische Bedeutung dieser Schuhe liegt in Rebellion und Individualität. Durch ihren langen Erfolg, der bereits seit Generationen existiert, haben die Schuhe einen gewissen Kultstatus.
In ihren Designs und Farben wurden sie immer wieder verändert. Der Schuh ist nicht nur unter Jugendlichen sehr beliebt, auch bei berühmten Persönlichkeiten der Musikszene stehen die Chucks hoch im Kurs. Der Sneaker passte sich auch politischen Umständen an, so wurde er beispielsweise während der Flower-Power Bewegung mit Peacezeichen versehen. Die Chuck Taylor all Star wurden vor allem Symbol der Punkszene, wo sie mit Anarchiezeichen bemalt und Risse im Stoff mit Sicherheitsnadeln ausgebessert wurden.
Das Palituch
Wie sieht das Palituch aus?
Das ursprüngliche Kufiya ist ein weißes quadratisches Tuch, meistens aus Baumwolle. Häufig ist in der Mitte des Tuches ein gleichmäßiges gewürfeltes Muster zu finden. Am Rand sind Streifen meist in den Farben Schwarz oder Rot aber teilweise auch in Lila oder Blau.
Die Farbe des Kufiya ist regional bedingt, z.B. in Saudi-Arabien ist es fast immer ganz weiß, in Palästina fast gänzlich schwarz. Allerdings werden diese Formen des uns heute bekannten Palituches nicht wie von uns, um den Hals getragen, sondern als Turban um den Kopf.
In den 1970er Jahren wurde unter Palästinensern die schwarz-weiße Variante typisch für Arafats nationalistische Fatah, während Sympathisanten der linken Organisationen rote Kufiyas bevorzugten.
Das heutzutage bei uns getragene Palituch ist ebenfalls ein quadratisches Tuch aus Baumwolle, als Dreieck gefaltet wie eine Art Schal um den Hals getragen.
Auch die Farben erinnern kaum noch an den Ursprung. So gibt es sie heute in den Farben Rot, Pink, Blau, Schwarz, Weiß etc. - je nach Geschmack des Trägers.
Heutzutage sieht man beinahe bei jedem Dritten, dem man auf der Straße begegnet, ein so genanntes Palituch. Meistens wissen die betreffenden Personen weder mit dessen Bedeutung noch seiner Geschichte etwas anzufangen.
Im Eigentlichen ist das Palituch jedoch viel mehr als nur ein modisches Accesscoire. Hinter seinem "schicken" Aussehen verbirgt sich eine politisch sehr geprägte Bedeutung, die jedoch nur die Wenigsten kennen.
Geschichte
Ursprünglich stammt das Tuch aus Palästina, wo es unter dem Namen Kufiya, um den Kopf gewickelt, als Schutz gegen die Sonne dient. In der irakischen Stadt Kufa gehörte das Tuch sogar zu der traditionellen Tracht.Von dort aus verbreitete es sich immer mehr in die umgebenden Staaten und gelangte so zum Beispiel auch in die starken Kriesengebiete.
Oft trug der palästinensische Politiker Jassir Arafat ein solches Tuch, damit machte er es zu einem Symbol der Freiheitskämpfer seines Volkes gegen den Staat Israel, für einen eigen-ständigen Staat, denn sein Volk war ab dem Jahr 1948, der Gründung Israels, staaten- und landlos. Arafat trug es meistens in einer bestimmten Art um den Kopf gewickelt, weil es dann die Umrisse vom ehemaligen Palästina bildete.
In den Jahren 1936 bis 1939 kam es in Palästina zu einem faschistischen Putsch eines ehemaligen osmanischen Offiziers, der so genannte Mufti von Jerusalem. Als Erkennungs-zeichen trugen dessen Truppen das Palituch, was jedoch unter ihnen noch als Kufiya bekannt war.
Der Mufti befahl, allen Männern das Kufiya zu tragen, die Frauen sollten einen Schleier tragen
(in seinen Gebieten). Daher wurde in den arabischen Ländern auch der Glaube gefestigt, das Palituch wäre ein Zeichen für die Judenbekämpfung. Muftis Putsch scheiterte und so fand die palästinensische Nationalbewegung unter seiner Führung einen neuen Feind - den "Judenstaat".
Auf dieser Tatsache begründet, wird das Palituch auch heute noch von vielen als "anti-semitisches Symbol" angesehen.
Als es im Jahre 1968 zu einer Demonstration der Palästinenser kam, wurden die Tücher erneut getragen. Palästina war damals noch unter der Kolonialherrschaft Großbrittaniens und kämpfte für seine Unabhängigkeit. Als Zeichen der Unabhängigkeit und Gleichheit trugen die Protestanten die Tücher. Mit diesem Ereignis gingen die Tücher in die Geschichte als Symbol der "Freiheitskämpfer" und somit als "Palituch" ein.
Das Palituch als modisches Accessoire
Mit Mode hatte das Kufiya ursprünglich nichts zu tun. Doch seit den 70er Jahren wird es in den westlichen Staaten immer mehr zu einem modischen Accessoire.
Das Tuch wird längst nicht mehr nur von "Linken" als Zeichen der Freiheitskämpfer getragen - es findet Einzug in Deutschlands Straßen und Schule. Durch das Tragen des Palituches fühlen sich viele jüngere Jugendliche einer Gemeinschaft angeschlossen. Der politische Hintergrund ist dabei nur Wenigen bekannt - es wird eben nur noch aus ästhetischen Gründen getragen.
Vom Sonnenschutz zum Symbol der Freiheitskämpfer und schließlich einfach nur ein modisches Accessoire.
"Ist dir kalt oder hast du was gegen Juden?"
Unter dieser Überschrift und ähnlichen werden zur Zeit viele Informationsblätter veröffentlicht, um über die "wahre Bedeutung" des Palituches aufzuklären, da diese sehr umstritten ist.
Dieses Kleidungsstück kam seit den Studentenbewegungen im Jahre 1968 "in Mode". Damals für die sogenannte "Volksbefreiungsbewegungen" und wurde vorwiegend von den Linken getragen, da sie mit den Palästinensern solidarisierten. Denn in Deutschland würden heutzutage nur noch die Nationalsozialisten von "Volksbefreiung" sprechen, da diese in Palästina ausschließlich antisemitisch ist. Außerdem richtet sie sich gegen den westlichen Lebensstil, besonders gegen die USA und Israel. Das Palituch ist der Ausdruck der Zerstörung des Staates Israel.
Die Gründung Israels ist die direkte Folge der Massenvernichtung des europäischen Judentums durch die nationalsozialistischen Deutschen. Der o.g. Mufti unterstützte Nazideutschland und Hitler erhielt Glückwünsche besonders aus Palästina für die Verabschiedung der Nürnberger Rassengesetze. Der Kampf gegen Israel besteht heute aus Selbstmordattentaten gegen die zivile Bevölkerung. Der Staat Israel beschützt die Juden durch eine Armee gegen antisemitische Übergriffe.
Roter Stern
Der fünfzackige Rote Stern gilt als Symbol für die kommunistische Weltanschauung. Er symbolisiert die Hand des Arbeiters, die fünf Zacken entsprechen den Fingern, aber auch der Einheit der 5 Kontinente. Er ist oft auf Flaggen von sozialistischen Staaten zu finden, allerdings ist er nicht immer rot, zum Beispiel in China, Angola, Kuba, Vietnam und Chile.
Seit der Oktoberrevolution in Russland 1917 ist er das Symbol der Kommunisten und wird weltweit verwendet.
Eine vom sowjetischen Verteidigungsministerium herausgegebene Zeitung sowie der heutige Stroemfeld-Verlag trugen den Namen "Roter Stern". Auch Fußballvereine wie Roter Stern Belgrad, Roter Stern Leipzig und Red Star Paris sind nach diesem Symbol benannt worden.
Heute steht er für radikalere linke Vorstellungen, zum Beispiel im Logo der RAF.
Heutzutage ist der Rote Stern in den ehemaligen Ostblockstaaten aus dem öffentlichen Leben fast verschwunden. In Ungarn ist es sogar ein Verbrechen, ihn in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Auswertung
Viele der von uns erwähnten Symbole sind der linken Weltanschauung zuzuordnen und haben dort ihren Ursprung. Heutzutage verwischt die Grenze zwischen Links und Rechts in Bezug auf die jeweiligen Symbole. Nicht selten kann man einen Nazi mit Che Guevara-Shirt und Palituch erblicken, was auf die Ambivalenz der jeweiligen Hintergrundinformationen zurückgeht. Die Einen sehen Che Guevara als kommunistischen Freiheitskämpfer, die Anderen als "Volks-befreier", der ähnlich wie Hitler einen neuen Menschen erziehen wollte.
Auch das Palästinensertuch kann als multikulturelles Friedenssymbol oder eben als Zeichen für antisemitisches Denken stehen.
Der Rote Stern steht für kommunistische Ansichten. Allerdings wird vergessen, dass in vielen Ländern der Kommunismus auch Opfer gefordert hat, ähnlich wie der Nationalsozialismus.
Deswegen ist es gerade in Deutschland brisant, Symbole zur Schau zu stellen, die Parallelen zu Hitlers Ideologie aufweisen. Dagegen bedarf es mehrerer gerichtlicher Beschlüsse, um eine Einigung zu erzielen was das Abbilden weggeworfener Hakenkreuze durch Recyclingmännchen betrifft. Überhaupt ist das Abbilden von Hakenkreuzen verboten. Wobei die Swastika (Glücksbringer) ihren Ursprung im Buddhismus, als Sonnenrad hat. Es ist ein heiliges, immer gültiges, göttliches Symbol und steht für die Wiedergeburt und Fruchtbarkeit. Auf japanischen Karten bedeutet das Sonnenrad das offizielle Symbol für buddhistische Tempel. Außerdem befindet es sich auf dem Wappen für die finnische Luftwaffe und 1925 warb Coca Cola mit Schlüsselanhängern in Hakenkreuzform.
Es wurde also aus einem ursprünglich friedlichem Symbol ein Zeichen, was für jahrelange Diktatur und Völkermord steht, ähnlich wie der Rote Stern. Trotzdem ist das Eine strengstens verboten, das Andere dagegen der neueste Modetrend.
Natürlich kann man Niemandem verbieten, was er zu tragen hat, zumindest wird man den Trend des Palituches nicht aufhalten können, wenn es in der Bevölkerung noch Anklang findet. Aller-dings sollte man sich nicht davor verschließen, dass einige Kleidungsstücke einen politischen Hintergrund haben. Denn dadurch läuft man Gefahr, andere Kulturen und ihre Vergangenheit herabzusetzen.
Wie findet ihr den Artikel??
LG
Elisa