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Trauer um meinen kleinen Engel

 

Am 05.08. kam mein Sohn drei Monate zu früh auf die Welt. Ursache war wohl eine Infektion. Als ich ins Krankenhaus kam, war der Muttermund schon 4 cm offen, obwohl ich noch keine allzu starken Wehen hatte. Mein Körper wollte den Kleinen unbedingt loswerden, um ihn zu schützen. Einen Tag, nachdem ich im Krankenhaus lag, war Elijah geboren. Die Geburt war trotz Wehenhemmer nicht zu stoppen.
Elijah hatte einen ganz tollen Start. Sein Abgar-Wert lag bei 9/9/9, er war groß und kräftig für die frühe Geburt. Leider stellte sich in der folgenden Zeit heraus, daß er organisch noch zu zart und unterentwickelt war. Am 1. Tag brach die Atmung zusammen und er mußte künstlich beatmet werden. Dies ist noch nicht allzu ungewöhnlich für Frühchen, war aber für uns trotzdem erst mal ein Schock. Am 3. Tag erlitt Elijah Gehirnblutungen, die sich leider als sehr stark herausstellten. Der Arzt teilte uns mit, daß die Blutungen erhebliche Folgen haben würden. Der Kleine würde vermutlich schwerbehindert sein. Im günstigsten Fall würde sich seine Entwicklung nur verzögern. Genaue Prognosen sind in solchen Fällen nicht möglich. Wir waren total schockiert. Es dauerte einige Tage, bis wir diese Information halbwegs verdaut hatten. Ein behindertes Kind für sich anzunehmen ist erst mal gar nicht so leicht. Nach einiger Zeit hatten wir uns damit abgefunden, wir sahen jedoch mit großer Angst in die Zukunft.
In der 2. Lebenswoche mußte Elijah zum 1. Mal operiert werden. Er bekam einen künstlichen Darmausgang, da der Dickdarm nicht arbeitete und der Darm extrem aufgebläht war. Wieder ein sehr schlimmer Tag für uns mit großer Angst, daß unser kleiner Mann diesen großen Eingriff nicht überstehen würde. Erstaunlicherweise erholte er sich von der Operation sehr schnell und es ging auch insgesamt mit ihm bergauf.
Jeden Tag war ich im Krankenhaus und konnte mit ihnm kuscheln, also das sog. Kanguruhing machen. Elijah taten diese Stunden so gut. Er hatte dann immer ganz tolle Werte in bezug auf Atmung usw. Durch diese Kuschelstunden konnte ich meinen Sohn endlich richtig kennenlernen, war zuvor durch die Scheiben des Inkubators schwierig ist. Endlich hatte ich richtig tolle Mutter-Glücks-Gefühle.
Zwei Wochen währte diese relativ unbeschwerte Zeit. Es ging ihm ständig besser und wir waren guter Dinge, daß nun doch alles gut werden würde.
Dann klärten die Ärzte uns darüber auf, daß durch die Hirnblutungen der Kopfumfang ansteigen würde (Wasserkopf) und es erforderlich sei, die Hirnflüssigkeit durch das Rückenmark abzulassen. Diese schmerzhafte Prozedur mußte der Kleine mehrfach über sich ergehen lassen. Ein paar Tage ging es gut, dann wurden wir darauf vorbereitet, daß Elijah in Köln in der Kinderklinik operiert werden müssen. Er mußte eine Ableitung im Kopf erhalten, ein sog. Shunt. Wieder ein großer Schlag für uns. Unser kleiner Mann, kaum vier Wochen auf der Welt, sollte ein zweites Mal operiert werden. Wir waren verzweifelt. Kurz nach der Ankündigung war es auch soweit, Elijah wurde nach Köln in die Kinderklinik verlegt. So hysterisch und aufgeregt wir da haben wir unseren Sohn noch nicht erlebt. Er reagierte gar nicht gut auf die veränderte Umgebung. Leider hatte das Klinikpersonal anscheinend weder die Zeit noch die Lust, auf den Kleinen einzugehen. Ihm wurden die Händchen an der Windel festgemacht, damit er nicht soum sich schlug, statt ihn zu beruhigen. Wenn ich heute noch daran zurückdenke, bekomme ich so eine Wut. Hatte unser Kleiner nicht schon genug mitgemacht? Eine Schwester rammte ihm den Tubus so rabiat in die Nase, daß er richtig gebrüllt hat, obwohl er bis dahin alles eher klaglos ertragen hatte. Er mußte ja mit seinen Energien haushalten, und hat sie daher wohl weniger auf lautes Schreien verwendet. In Köln hat man es geschafft, ihn zum lauten Gebrüll zu bringen, herzlichen Glückwunsch! Damals waren wir total überfordert und haben leider nicht allzuviel dazu gesagt. Das würde mir heute nicht nochmal passieren. Die nächste Schwester, die ihn versorgt hat, war zum Glück sehr lieb und einfühlsam, so daß ich wenigstens an einem Tag halbwegs beruhigt nach Hause fahren konnte. Am 5. Tag wurde Elijah wieder nach "Hause" verlegt.
Wir dachten nun, jetzt ist alles überstanden, jetzt geht es bergauf. Leider bewahrheitete sich dies nicht. Er bekam immer massivere Probleme mit Atemausfällen, die so heftig waren, daß man ihn kaum wieder wachbekam. Zudem bekam er Krampfanfälle und Zuckungen am ganzen Körper. Es war zum verzweifeln. Wir klammerten uns nur an die positiven Dinge. Er hatte schön zugenommen, richtig süße Bäckchen. Er lutschte am Daumen, lächelte hin und wieder, entwickelte sich neben seinen Leiden wie ein normales Baby. Wir hatten zwischenzeitlich einen Kinderwagen gekauft, in dem Glauben, daß unser kleiner Mann bald darin herumkutschiert würde. Zwei Tage danach erhielten wir nachts um 4.30 Uhr einen Anruf aus dem Krankenhaus. Es sähe so aus, als wollte unser kleiner Mann gehen. Er hatte so viele und massive Atemausfälle gehabt, noch mehr als in den Nächten zuvor. Elijah wollte auch nicht mehr. Er wehrte sich in seinen letzten Tagen gegen jede Behandlung und mittlerweile auch gegen jede Berührung. Er hatte einfach zuviel mitgemacht in seinen wenigen Lebenswochen. Wir sind ins Krankenhaus gefahren und haben ihn 20 Stunden auf seinem letzten Weg begleitet bis er ganz friedlich in meinen Armen eingeschlafen ist. Am 19.09. um 0.15 Uhr ist er gestorben. Wir sind sehr froh, uns so ausgiebig von ihm verabschieden zu können.
Jetzt sind wir in der Trauerphase. Es ist eine sehr schwere Zeit, nicht zuletzt deswegen, weil viele Menschen nicht wissen, wie sie mit uns umgehen sollen und daher auf Abstand gehen. Sie machen sich anscheinend gar nicht klar, daß diese Zurückhaltung, die vielleicht aus Rücksichtnahme geschieht, eigentlich bedeutet, den Betroffenen mit seiner Situation alleine zu lassen. Zum Glück haben wir einen recht stabilen engen Freundeskreis, bei dem wir gut aufgefangen werden. Es ist ein ständiges auf und ab der Gemütslage.
Ich hatte das Bedürfnis, die Geschichte unseres Sohnes in dieses Forum zu stellen.
Vielleicht gibt es ja Leute, die ähnliches mitgemacht haben. Einen Austausch fände ich sehr schön. Mich würde interessieren, ab wann Betroffene einigermaßen mit der Situation umgehen konnten.


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Die Engel sind bei uns

Hallo,
wenn ich deine Geschichte lese, dann kommt sie mir sehr bekannt vor. Mein Baby kam nicht als Frühgeburt zu Welt, aber musste mit drei Monaten auch eine Reihe von medizinischen Stationen durch machen. Wir waren auch auf der Intensivstation in Köln und da musste ich auch mein Baby eine Nacht den etwas überforderten gestressten Schwestern überlassen, das war auch für mich der Horror.
Meine süsse Tochter ist aufgrund sehr schweren Krankheit gestorben und ich verstehe das nicht und ich glaube es kann jemand nur empfinden, der selbst sein Baby verloren hat.
Ich vermisse ihren Geruch, ihre Nähe, ihren Blick ...sie fehlt mir so...ich denke immer ich muss gleich nach ihr schauen, sie wickeln oder füttern, aber da ist niemand.
Mein Mann sagt immer sie ist bei uns als Engel und schaut auf uns und ich glaube das hilft mir ein wenig. Es hilft mir zu wissen, dass sie auch Spielkameraden hat wie dein Sohn Elijah.
Leider weiß ich selbst trotzdem nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll, weil man wird als Mensch schon geprägt, wenn man sein liebstes und wichtiges auf der Welt weggenommen bekommt. Mein Baby wird immer in meinen Herzen und meinen Erinnerungen bleiben und ich hoffe es geht Ihr gut wo auch immer sie nun ist.


 

Ich trauere mit

Hallo maja702
ich habe dir eine privaten mail zugesand. Denn deine Geschichte ist ähnlich wie die unsere.
Viel Kraft allen Eltern, die ienen Kind verloren haben.
Es sind unsere Kinder, die kleinen Engelchen, die trotz allem bei uns leben.


 

Me...

auch von mir herzliches beileid...

ich hatte im november '07 in der 18.ssw eine fg, ausgelöst durch einen autounfall...

wenigstens konntet ihr wenige wochen mit eurem kind verbringen...


 

Hi

oh mein herzlichstes beileid und ganz viel kraft wünsche ich euch !!! ich selber mußte das gott sei dank nicht durchmachen mein schatz hat sich still in der 22SSW verabschiedet!!! lg luma erneut 14SSW


 

Seid ....

von mir gedrückt.Wünsche Euch für die kommende Zeit ganz viel Kraft. Hatte bloß vor ein paar Jahren eine Fehlgeburt .Aber was ich schön fand ist das ihr bei Euern Kleinen ward und er nicht in den Letzten Stunden allein war.
lg Conny


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