Sarah, auch lilly genannt, wurde am 03.03.1988 in berlin geboren. sie war für mich der kleine engel. in der zeit als ich schwanger wurde, hatte ich freunde, "so genannte freunde" die ich heut mehr als meiden würde.
ich war in einer zeit, in der nicht viel fehlte um in das milieu abzurutschen. ich hatte, wenn ich es mal so beschreiben darf, glück, schwanger zu werden.
ich werde es nie vergessen, als sarah auf der welt war, sang am frühen morgen draußen eine amsel. dies war einfach nur schön. von dem vater trennte ich mich einige zeit später. sarah und ich lebten allein. es war eine schöne zeit.
weihnachten 1993 wurde sie dann krank, ihr fielen bausteine aus der hand, sie hob sie auch und konnt sie nicht greifen oder fielen ihr wieder runter. langsam kamen immer mehr störungen dazu.
kurz vor silvester wurde es so schlimm, das sie nicht mehr allein laufen konnte, sie musste an meiner hand laufen, da sie teilweise hinfiel. wir gingen daraufhin zum arzt, der uns ins krankenhaus schickte, aber nicht mit nem krankenwagen. nein ich musste mit buss und bahn fahren, da wir uns kein taxi leisten konnten. silvester kam dann das niederschmetternde ergebniss. gehirnthumor. ich wusste was das heist, mein vater starb 1988, sarah war damals ein halbes jahr alt, auch daran.
wir haben alles erdenkliche versucht, sie wurde operiert, bekam chemo die zeitweise half. wir hatten immerhin 1% heilungschancen. dies war für mich ein strohhalm nach dem man greifen musste. ich wollte nie sagen hättest dies versucht, könnte sie vielleicht noch leben. doch irgendwann mussten wir einsehen, das wir nicht mehr helfen können. wir brachen alle therapiemaßnahmen ab.
drei tage bevor meine sarah verstarb hatt ich mit ihr gesprochen, ich wuste aber nicht ob sie dies wahrnimmt. ich hab ihr erzählt vom himmel, von meiner oma und meinem papa die auf sie warten. das ich glaube mein papa ist für sie vorgegangen, damit sie nicht allein ist. das ich glaube, dort oben gibt es keine schmerzen, dort gibt s keinen tumor, kein streit, kein weinen; nein sie wird dort viel freude haben, sie wird dort fröhlich sein ohne schmerzen. wenn gott ihr die hand reicht soll sie diese nehmen und mit gehen, egal ob ich weine oder sage bleib. aber einen wunsch hatte ich, ich wollte gern da sein, sie in meinen armen halten, sie sollte meine nähe und wärme spüren, ich wollt sie gern begleiten wenn sie das möchte.
wärend eines telefonates hörte ich den piepser, ich dachte ich müsst durchdrehen. in dieser zeit starker raucher (kette)rief ich im krankenhaus an, sie sagten ich solle mich beeilen. dann nen Taxi, nichtraucher, aber ich durfte rauchen, rote ampeln waren ihm egal. als ich ankam wust ich nichts mehr. renate vom sozialdienst sagte nur, setz dich ins bett, nimm deine maus in den arm das wolltest du doch. ja das wollt ich, und die kleine auch, sie hatte auf die wärme, geborgenheit und liebe ihrer mami gewartet.
als sie in meinen armen lag wurde sie total ruhig, ganz normal. es wurde still und die kleine schlief wie ein gesundes kind. aber sie schlief für immer, sie schlief im schutz und geborgenheit ihrer mami ein. ich werd dies nie vergessen, dieses lächeln in ihrem kleinen gesicht. sie war glücklich. sie war daheim.
sie starb am 21.04.1994
sarah wir lieben dich, du bist und bleibst mamis kleiner engel. ich weis das du oft bei uns bist, ich danke dir dafür.
in liebe deine mama
p.s. da ich jetzt erst in der lage bin über dieses thema zu reden, hab ich nun ein forum eröffnet. ich muss reden und muss dort auch mal schreien und austauschen mit anderen. müsst ihr auch mal die wut rauslassen oder weinen, dann schaut vorbei, es tut gut: www.zwergenwg.de
lilly