Hallo ihr,
also es geht hier nicht um meinen Sohn, sondern um meinen Bruder aber ich erhoff mir aus dem Forum die größte Hilfe.
Mein Bruder ist im April 9 geworden, er war von anfang an sehr ängstlich und immer schüchtern und zurückhaltend.
Das war in unserer Familie zwar eher untypisch, aber deswegen nichts schlimmes.
Mein Vater war über 4 Jahre aufgrund einer Herzkrankheit schwer depressiv und das gerade in den ersten 4 Lebensjahren meines Bruders. Die Stimmung innerhalb der Familie war damals sehr gedrückt.
Wir gehen irgendwie alle davon aus, dass dieser zurückhaltende und ängstliche Charakter meines Bruder eben daher rührt.
Jedenfalls war es vor einem halben Jahr dann so weit, dass mein Bruder krank wurde (Mittelohrentzündung, danach schlimme Erkältung), er musste Antibiotikum nehmen und hatte plötzlich panische Angst vor den Medikamenten- wir mussten jedes mal fast 3 Stunden auf ihn einreden, damit er den Saft schluckte- immer gabs Tränen.
Als er dann gesund war- laut Ärztin- sagte er immer noch er sei krank, fühle sich schwach, niedergeschlagen wollte nicht in die Schule.
Das legte sich zwar bzw wurde besser, aber trotzdem ist er manchmal total ängstlich, weigert sich zu essen weil Spülmittel am Teller sein könnte, trank eine Zeit lang nur aus original verschossenen Plastikflaschen und auch nur Wasser. Er wollte nicht essen, hat Angst vor Schulausflügen weil sie da mit der U-Bahn fahren müssen usw.
Die Kinderärztin hat meine Mutter dann vor einiger Zeit an einen Kinderpsychologen überwiesen zu dem mein Bruder nun alle paar Wochen geht. Er weigert sich aber dort mit ihm zu reden, weint wenn er weggeht und weiß, dass sie zu dem Psychologen gehen, schreit herum und tritt gegen Sachen.
Heute war ich das erste Mal daheim als es so weit war und ich war ehrlich gesagt selbst kurz vorm Weinen.
Mein Bruder hat sich im Zimmer eingeschlossen und begonnen zu weinen, er hat gemeint ihm kann eh keiner helfen und schon gar nicht wer, der ihn nicht kennt. Er will dort nicht hin und auf gar keinen Fall mit dem Psychologen reden.
Er hat meine Mutter angebettelt, dass sie den termin doch absagen soll.
Mir hat das der Herz zerrissen weil ich nicht wirklich weiß wie ich ihm helfen kann, auf der einen Seite diese Ängste die ihn teilweise wirklich lähmen (Ausflug mit der Schule aber WahnsinnsAngst vor der U-Bahn, da wollte er schon daheimblieben deswegen.) aber auf der anderen Seite dieser Psychologe den er mittlerweile so verabscheut.
Ich steh da irgendwie daneben und komm mir so absolut hilflos vor, dass mir jetzt gerade die Tränen über die Wangen rinnen.
Ich hab das alles schon einmal erlebt als mein Vater so depressiv war und kaum mehr gesprochen hat mir uns geschweige denn etwas mit uns unternommen hat- als Schatten seiner selbst. Und auch damals so absolut rat und hilflos, dass ich froh war als ich einfach nur weg konnte aus meinem Elternhaus.
Ich bin schon so verzweifelt, dass ich mich jetzt über jeden Ratschlag, Tipp oder über Hilfe freuen würde!
Herzlichen Dank
Kysa