ich bin 27 jahre und student, bin jetzt seit fast 9 monaten mit meiner freundin glücklich zusammen. sie hat einen 5 jährigen sohn mitgebracht aus ihrer alten beziehung.
es war eine sehr große erfahrung für mich von heute auf morgen in eine vaterrolle zu schlücpfen aber ich komme super gut klar mit dem kleinen, ich spiele mit ihm sehr viel und hab ne wirklich gute beziehung zu dem kleinen. neulich hatten wir dann eine kleine diskussion über unsere beziehung, und zwar ging es da um die verantwortung für die familie.
wo sind die priorität, rechte und pflichten usw. so, nun zu meinem problem. ich bin ja noch student, werde demnächst fertig. hab ein monatliches budget von 400 euro. sie ist lohnverrechnerin (halbtagsarbeit)
ich muss mit meinem geld echt haushalten damit ich zurechtkomme und freu mich schon riesig aufs arbeiten damit ich endlich meine eigene kohle hab und was aufbaun möchte. nie mehr eltern fragen wegen, selbstständig sein usw. ist es jetzt auch meine pflicht alles mögliche in den kleinen zu investieren wo ich im notfall mein letztes hemd ausziehn muss? ich mein, so kleinigkeiten wie paar klamotten kaufen, lebensmittel, mal da ein spiezeug, mal dort usw ist ja alles kein ding. aber wenn zB er in eine privatschule geht mit internat oder ähnlichem was viel geld kostet, hab ich da schon moralische pflichten ihn das alles zu ermöglichen. ich mein damit, ich fang selbst erst grad damit an in der arbeitswelt fuß zu fassen und möchte mir selbst sachen leisten, was ich als student nicht konnte. muss ich jetzt schon sparen für den kleinen und alles in ihn investiern? abgesehn davon hat er noch seht guten kontakt zu seinem vater, auch ich bin mit ihm sehr gut befreundet. wären das denn dann nicht seine aufgaben ihn seinen sohn zu investieren und nicht ich. ich sag ja nichts wenn er seinen vater garnicht kennen bzw garkein kontakt da wär, aber so ist es ja nicht.
jedenfalls hab ich meiner freundin das bsp mit auto gebracht, dass ich da echt nicht weiß ob ich ihr mit 18 ein auto finanzieren würde wenn ich dafür selbst einiges wegstecken müsste. ich mag den kleinen, keine frage. aber ich habe nicht diese vatergefühle, bzw die gefühle die meine freundin für ihn hat.
was meint ihr, ist das egoistisches denken von mir, oder verlangt sie da doch zu viel von mir?
Du bist in keiner Verpflichtung. Das Kind hat einen Vater und dieser ist dazu verpflichtet und ansonsten die Mutter selbst. Ihr seid außerdem erst ein Jahr zusammen und sie versucht Dich schon für alle Zeiten an dem Kind finanziell in Anspruch zu nehmen. Das finde ich ganz schön herbe ehrlich gesagt.
Grundsätzlich ist es so: Wenn Du dem Kind irgendwas finanzierst oder kaufst, dann kann sie sehr dankbar dafür sein, da es freiwillig von Dir kommt. Es kann jedoch nicht angehen dass Du Dir für die Zukunft schon jetzt so viele Gedanken machst und Dich in Deiner finanziellen Freiheit bereits eingeschränkt siehst, obwohl Du noch nicht einmal einen festen Job hast. Ich finde es auch herbe dass sie schon versucht die Früchte zu verteilen, obwohl die Erntezeit noch nicht mal angebrochen ist. Du studierst noch und das Kind ist noch sehr klein und da wird schon über Privatschule etc. nachgedacht. Ich frag mich eh ob so ein Luxus überhaupt sein muss und dann noch auf kosten eines Ziehvaters, unglaublich, dass ihr über so etwas überhaupt schon nachdenkt.
Ich finde dass sie grundsätzlich erst einmal froh sein kann, dass sie einen Kindsvater hat zu dem das Kind ein gutes Verhältnis hat und dann auch noch einen Mann gefunden hat, der sie mit Kind akzeptiert und ihre dreisten Forderungen nicht sofort als inakzeptabel abgetan hat.
LG
Hi Du,
also, mir ist nicht so ganz klar geworden, welche deiner Fragen sich auf deine eigenen Gefühle beziehen und welche auf Forderungen deiner Freundin, die sie explizit so geäußert hat... Du schreibst "verlangt sie da doch zu viel von mir"- was genau verlangt sie denn??
Ich finde all' deine Gedanken sehr nachvollziehbar und kein Stück egoistisch- der Kleine hat einen Vater und eine Mutter, und ihr kennt euch erst seit neun Monaten- das ist übrigens die Zeit, die leibliche Eltern haben, um sich überhaupt erstmal mental auf ein Kind einzustellen ... Du magst den Kleinen, ihr habt einen guten Draht zueinander und du machst viel mit ihm- ich finde, das ist doch schon eine ganze Menge! Du bist weder rechtlich noch moralisch dazu verpflichtet, dich finanziell oder sonstwie in eine Vaterrolle zu begeben- warum auch, die Rolle ist besetzt. Zahlt der Vater denn Unterhalt? Falls deine Freundin das von dir erwartet, so im Sinne von "wir sind eine Familie", fände ich das schon etwas seltsam... ist ja schön, dass ihr untereinander alle gut miteinander befreundet seid, aber solche grundsätzlichen Sachen sollten doch eigentlich unter den Sorgeberechtigten geklärt werden bzw. worden sein?! Ich würde da an deiner Stelle auf dein Bauchgefühl hören...
Trotzdem sollte dir klar sein -auch für die Zukunft- dass das Reden darüber das eine ist, die Praxis einem aber durchaus einen Strich durch die Rechnung machen kann. Ich weiß, wovon ich spreche, ich bin mit 25 mit meinem Freund zusammen gekommen, war damals im Endspurt meines Studiums und er hat eine Tochter, damals knapp fünf. Nach dem Studium bin ich zu ihm gezogen und habe begonnen zu arbeiten- allerdings vergleichsweise schlecht bezahlt, da es in seiner Stadt für mich arbeitstechnisch extrem schwierig ist. Dennoch erschien es uns -beiden!- als die beste Option, denn die Kurze war noch so klein, wir hätten logistisch keine Fernbeziehung führen können, und er hatte zu der Zeit einen ganz guten Job... den er kurz drauf verloren hat. Danach war er mehrere Monate arbeitslos, hat dann was neues gefunden, dann wurde er aber schwer krank und war monatelang au - und ZACK!, interessiert es nicht mehr, wer theoretisch welche Verpflichtungen dem Kind gegenüber hat... die Kasse, die plötzlich leer ist, ist nämlich die gemeinsame. Verstehst du, was ich meine? Also, die Garantie, dass du zunächst deine persönlichen Wünsche erfüllen kannst, hat man in einer Beziehung mit Kind einfach nicht- wenn deine Freundin mal krank werden sollte z.B., sind alle theoretischen Überlegungen zum Teufel. Aber trotzdem finde ich, dass ihr ein paar grundsätzliche Dinge nochmal bereden solltet- denn ihre Priorität -auch finanziell- wird immer das Kind sein, weil sie die MUTTER ist, du hingegen bist nicht der Vater! Und das wirst du merken, v.a. wenn es mal eng werden sollte- Ich habe mich mit meinem Freund mal richtig übel wegen einer Tüte Pinienkerne gefetzt, die er mir mit dem Kommentar, "das brauchen wir nicht dringend" wieder aus dem Einkaufswagen nahm, während er noch auf Jobsuche war. Aus einer Vater-Perspektive total logisch und nachvollziehbar- er würde auch von Wasser und Brot leben, wenn er müsste, so lange es seiner Kleinen gut geht, und ich schätze das an ihm! Aber ich, da noch 70 Stunden die Woche arbeitend -und zwar brutal hart-, um uns irgendwie halbwegs über Wasser zu halten und total am Ende, bin damals echt ausgerastet und habe eine heftige "So-stelle-ich-mir-mein-Leben- aber-verdammt-nochmal-nicht-vo r"-Supermarktarie hingelegt. Lässt sich nicht immer vermeiden, sei dir sicher ...
Ernsthaft: Wenn sie familiäre Vollversorgung von dir erwartet, ist da irgendwas schräg... guck dir das sehr genau an. LG!
Du bist einfach ehrlich zu Dir und DeinerFreundin
Hi zu den Finanzen hat renemäuschen ja schon alles gesagt. ich finde auch, dass du alles richtig machst und keine finanzielle Verantwortung trägst und Deinen gelegentliche Unterstützung freiwillig ist. Dein Denken zu Deinen Gefühlen ist nicht egoistisch sondern einfach ehrlich. Allerdings ist es durchaus möglich das ähnliche Gefühle wie Elterngefühle langsam wachsen können, falls ihr langfristig zusammen seid. Um Gefühle für ein Kind zu haben, muss mann es nicht gezeugt haben. Es ist dann auch egal ob es die!!! Elterngefühle sind ( den Papa gibt es ja schon) oder einfach eine starke Beziehung. Und hier fängt dann irgendwann die emotionale Verantwortung an, wo eine evt Trennung bei dem Kind Spuren hinterläßt. Und ohne Beziehung mit dir zu leben, täte dem Kleinen auf jeden Fall auch nicht gut. Du bist auf jeden Fall eine wichtige Bezugsperson. Aus Deinem anderen Posing is zu lesen, dass du dir da ja genug Kopf machst Das ist schön. LG Lisa