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Beste Freundin als Belastung

 

Hallo ihr da draussen!

Ich habe Probleme mit meiner eigentlich besten Freundin, und da ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll und ausserdem einfach mal das Bedürfnis habe, andere Meinungen zu hören, wende ich mich heute mal an das Forum in dem ich sonst nur mitlese

Ich habe, schon seit vielen Jahren (mittlerweile 13) eine beste Freundin, mit der ich viel erlebt habe und durch dick und dünn gegangen bin. Wir sind sozusagen zusammen erwachsen geworden.
Diese hatte, natürlich, wie jeder Mensch schon immer auch ihre Macken - was ich keinem Menschen absprechen möchte (und die hab ich ganz bestimmt auch!). Seit sie jedoch ihr beiden Kinder hat, mittlerweile 2 1/2 und 1 Jahr alt, hat sich für mich unsere Freundschaft sehr zum negativen gewandelt, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Es ist ein wenig schwer zu beschreiben, was mir so sehr im Magen liegt, weil es einfach viele Kleinigkeiten sind, die gemeinsam aber für mich langsam zur Belastung werden...

Seit ihrer ersten Schwangerschaft geht es in Gesprächen nahezu ausschließlich um sie, um ihre Kinder, um ihren Mann um ihre Familie, um ihre körperlichen und seelischen Beschwerden etc. Gut, sie war immer schon eher eine dieser Gesprächspartnerinnen wo man eher selten zu Wort kommt, aber nun fällt mir auf, dass ich kaum noch durchdrínge. Ich habe oft das Gefühl einfach nur wie eine Wand zu sein, gegen die sie anlabert, versuche ich, auch etwas zu erzählen, hört sie mir kurz zu, sagt einen Satz, und nimmt ihn dann zum Anlass, über sich selbst weiterzusprechen, ohne nochmals auf mich zurückzukommen. Nach langen Gesprächen mit ihr fällt mir oft auf, dass ich ihr etwas das für mich wichtig war, gar nicht erzählen konnte, weil ich nicht wirklich zu Wort gekommen bin.

Wenn wir uns treffen, dann meistens in irgendeiner Form so, dass es ihr entgegen kommt, also z.B. so, dass sie dabei noch Wege erledigen kann oder dass ich dorthin komme, wo sie ohnehin hin muss, oder auch zu ihr nach Hause. Natürlich verstehe ich, dass es mit 2 Kindern nicht so einfach ist, wie ohne Kindern irgendwohin zu gehen. Allerdings macht sie alles zu einem Problem, schlage ich vor x oder y zu machen, muss eins der Kinder zum Arzt/essen/schlafen/sie das Haus putzen/kochen... etc. ich kann aber gern vorbei/mit kommen


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Das kenne ich ...

Irgendwie gibt es bei gofeminin keine richtige Plattform für Probleme mit der besten Freundin. Ich bin leider auch ein Fall von schwieriger Beziehung zur besten Freundin.

Es klingt aus Deiner Erzählung nicht so, das Du hier etwas falsch gemacht hast. Deine Freundin scheint mir doch sehr egoistisch zu sein. Sie verplant einfach Dein Leben zu Ihren Gunsten. Das ist auf keinen Fall richtig und Du solltest das nicht länger hinnehmen. Sie sieht es ja schon als selbstverständlich an. Das ist eine sehr einseitige Freundschaft. Darauf kannst Du auch verzichten.

Meine beste Freundin (immerhin 6 Jahre lang) hat mich einfach abserviert, ersetzt, ausgetauscht wie auch immer. Sie hat eine Mutter an der Schule kennen gelernt die fast ein Jahr lang Ihre Kinder nach der Schule gehütet hat. Abholen, Mittagessen, Hausaufgaben etc. Dadurch ist eine Freundschaft entstanden. Plötzlich hatte Sie für mich keine Zeit mehr. Anstatt mir zu sagen: Hey, ich habe keinen Bock mehr !, hing ich bei Ihr in der Warteschleife. Hatte die andere keine Zeit, dann war ich gut genug. Ich habe echt lange gebraucht um zu realisieren was hier nicht stimmt.

Ich habe keine Lust eine Notlösung zu sein. Da verzichte ich lieber auf die Freundschaft. Es tat weh. Es tut weh. Aber es ist wie mit Liebeskummer. Irgendwann läßt auch dieser Schmerz nach und Du bist bereit, DIch auf etwas neues einzulassen.

Wir sollten uns nicht von der Freundin verars,,, oder ausnützen lassen.

Ich wünsche Dir viel Glück, Kraft und Mut.

Nicky


 

Teil2



Ich selbst habe keine Kinder und auch keinen guten Draht zu Kindern, keinen Kinderwunsch etc. Ich bin dennoch natürlich bereit, auch mal die Kinder zu sitten, wenn sie etwas erledigen möchte. Sie jedoch sieht es anscheinend als völlig normal an, dass ich für die Kinder genauso da sein MUSS wie für sie. Sie fragt mich nicht, ob ich am Tag xy zeit hätte, auf die beiden zu achten, sie formuliert "Morgen muss ich dir die Kinder wiedereinmal geben, damit sie sich an dich gewöhnen." ich mag die zwei, sie sind sehr süße Mädels, und wie gesagt, ich bin bereit meiner Freundin zuliebe auch mal babyzusitten. Ich finde aber doch, dass man um einen Gefallen bitten sollte, und ihn nicht befehlen? Ich fühle mich auch beschäftigungstherapiert, wenn ich Babies nur sitte, um sie an mich zu gewöhnen...

Ich habe das Gefühl, in den letzten Jahren sehr viel für sie dasein zu müssen und sehr wenig für mich aus dieser Beziehung zu ziehen, gleichzeitig aber ständig in der Position zu sein, mich rechtfertigen zu müssen, wieso ich keine Zeit habe oder dieses oder jenes tue, den Job mache den ich mache, keine Kinder habe etc.. (Ich gestehe aber natürlich auch einer Freundschaft zu, dass es schlechtere Zeiten gibt, die man "durchstehen" muss.)

Ich habe einmal versucht, sie darauf anzusprechen, dass ich Probleme mit diesen Aspekten unserer Freundschaft habe. Allerdings ging es mir leider auch da wie bei vielen unserer Gespräche - bevor ich noch wirklich zu Wort gekommen war, hatte sie den Spieß umgedreht, mir wahnsinnig viele meiner kleinen "Vergehen" aus unserer Freundschaft aufgezählt und sich daraufhin für einige Wochen zurückgezogen um "über das nachzudenken weil sie sehr verletzt" wäre. Leider hatte ich aber gar nicht über das gesprochen, was für mich das Problem gewesen war, weil es davor in einen kleinlichen Streit ausartete - und später wollte sie nach eigener Aussage nie mehr darüber reden. Dadurch bleibt für mich aber das Problem bestehen, ohne Chance es zu artikulieren.

Ich habe oft das Bedürfnis, mich stärker zurückzuziehen, mich seltener mit ihr zu treffen, mich stärker abzugrenzen und auch, auch wenn es vll nicht fair ist, weniger für sie da sein zu müssen. Ich fühle mich einerseits ausgelaugt durch die Situation, andererseits habe ich glaube ich einfach im Allgemeinen weniger Nahebedürfnis als sie. Sie hat schon das Gefühl, den Kontakt zu verlieren, wenn wir nicht täglich telefonieren. Ein Treffen pro Woche ist für sie ein "wir sehen uns kaum noch". Wochen, in denen wir nicht telefoniert haben, wirft sie mir noch nach Jahren vor. Ich habe dadurch beständig ein schlechtes Gewissen und kann gleichzeitig nicht aus meiner Haut heraus. Ich erfinde mitunter schon dringende Termine, um sie für einen Tag "abgehakt" zu haben. Ich spüre Wut in mir aufsteigen, wenn sie mehrmals täglich anruft, dabei ist es sicher nicht böse gemeint.

Das hört sich beim lesen furchtbar an. Ich weiß nichteinmal mehr , ob bei ihr etwas nicht stimmt oder doch bei mir. Es ist nicht so, auch wenn es sich so anhören mag, dass ich sie nicht sehr gern habe. ich möchte sie nicht im Stich lassen und mir ist durchaus bewusst, dass sie mit zwei Kleinkindern sicher oft Hilfe und seelischen Beistand benötigt. Aber ich fühle mich auch wirklich überfordert von der Art, wie unsere Freundschaft nun abläuft (wie einfach war es früher, als man noch gemeinsam über Lehrer lästern konnte :/).

Und an die, die das echt alles gelesen haben: herzlichen Dank für die Geduld. Es tat schon gut sich einfach einmal auszuheulen


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