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Wie weit darf ein Kinderwunsch gehen? | ||||||||||||||
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Ärzte dürfen jetzt vor einer künstlichen Befruchtung die Eizellen untersuchen - und im Zweifel damit aussortieren. Das hat der BGH entschieden (zum Artikel geht es hier: [http://www.gofeminin.de/frauen-heute/familie-leben-sr89.html)]
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Ich finde Deine Aussage .....
"Ich finde es gut das NICHT alles von der KK bezahlt wird"
recht heftig, das zeigt mir das du nicht betroffen bist?!
Hast du denn Kinder?
Du fühlst dich von den Ärzten nicht gut und ausreichend Behandelt und bist der meinung das für "uns" mehr getan wird.....
Hier geht es um Gen-tests,das muß aber jeder für sich selber entscheiden ,nicht um KK Kostenübernahme oder um AGS.
Wie ich in dem Beitrag davor schon geschrieben habe,das deine Krankheit bestimmt nicht schön ist,aber ich habe den eindruck das man für dich Verständnis haben muß.....kannst du mich/uns verstehen?
wir müssen uns damit auseinandersetzen vielleicht nie eigene Kinder zu haben!!!
Hier im Kinderwunsch-Foum sind, wenns hoch kommt gerade mal 5%....aber rund 20% sind ungewollt Kinderlos,so einige können KEINE Behandlung machen weil sie KEIN Geld dafür haben und dann kommst du mit deiner Aussage......
Hat absolut nichts mit dem Thema Kiwu zu tun
Wir bezahlen pro Behandlungszyklus zwischen 2000 und 6000 je nach dem, und ich glaube kaum das du diese Summen für deine Behandlung Zahlen mußt!!!
Ich persönlich finde die Tatsache, dass man ein Kind bereits im Mutterleib auf Behinderungen testen und dann abtreiben kann unerhört und erschütternd! Ist ein behindertes Kind nicht genauso liebenswert wie ein gesundes? Hat es kein Recht auf Leben? Und wieso dürfen uns rausnehmen darüber zu bestimmen ob ein Leben lebenswert ist oder nicht?? Ich denke, allein die Fakten, dass dies alles möglich ist, zeigt in was für einer Gesellschaft wir leben...
Ich gebe Dir vollkommen recht!
Unfruchtbarkeit ist auch eine Krankheit!!!!
Oder glaubst Du das sich die Männer, die gerade mal 5 Spermien haben sich das ausgesucht haben?!!!
Oder Frauen die auf Grund Entzündungen ungewollt Kinderlos sind?!!!!
Oder wo die Ursache vollig ungeklärt ist?!!!
Sicherlich ist Deine Geschichte auch nicht schön...
Nur wir,die betroffen sind,sind froh das es überhaupt möglichkeiten gibt und NICHT jeder kann sich diese Behandlung leisten!!!!!!!
Weißt du über die Kosten einer Künstlichen Befruchtung bescheid???!!!!
Scheint mir nicht so!
Ich habe hier keinen der Berichte gelesen, sondern einfach meine Meinung zu der im allerersten Beitrag von "talkmiteinerfreundin" angestossenen Thematik geäussert.
Wenn ich auf Beiträge von anderen Forumsmitgliedern Bezug nehme, mache ich das durch ein "@Benutzername" kenntlich.
Aber eine solche Reaktion spricht mal wieder Bände, ich hatte es ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet.
Wie weit man letztlich im Vorfeld einer Schwangerschaft gehen darf, um eine Selektion o.ä. vorzunehmen, muss ja letztlich auch jeder mit sich selbst ausmachen, der betroffen ist. Niemand kann mich ja dazu zwingen, alles was erlaubt ist, auch durchzuführen.
Allerdings habe ich bei solchen und ähnlichen Fragen einen ganz klaren Standpunkt:
- religiöse Gemeinschaften, unsere Kirchen und auch ein "Deutscher Ethikrat" (wobei sich auch hier die Kirchenmacht ballt) haben sich aus den Prozessen von Meinungsfindung, Meinungsmache und vor allem dem Prozess der Gesetzgebung zu diesen Themen gefälligst rauszuhalten.
Ich wünsche mir eine wesentliche striktere Trennung von Kirche und Staat, als dies jetzt schon der Fall ist.
Es ist in meinen Augen ein Unding, dass die Kirche im 21. Jahrhundert immer noch zu "Hexenjagden" gegen Forschung und Wissenschaft blasen darf. Die gesetzgebenden Organe unseres Staates sind durch diese Institutionen einer großen Beeinflussung ausgesetzt und dadurch nicht mehr frei in ihren Entscheidungsprozessen.
Nochmal: Niemand wird dazu genötigt, jedes Mittel anzuwenden, was die moderne Wissenschaft heute bietet.
Anderen dies aber aus Gründen eines persönlichen religiösen Glaubens zu verweigern, ist für mich schon mehr als eine Frechheit... ich betrachte das als Nötigung.
Es ist schwierig wenn Menschen mit unerfüllten Kinderwunsch mit Menschen, die diesen vielleicht gar nicht haben oder auch bereits Eltern sind aufeinandertreffen und dieses heikle Thema diskutieren.
Wenn man eine Grenze setzen will, dann sollte man die künstliche Befruchtung ganz untersagen/verbieten. Dafür bin nicht, denn ich bin selber davon betroffen und lasse eine ICSI machen. Hätte ich diese Möglichkeit nicht, was wäre mit meinem Leben. Wäre es für mich sinnlos / lebenswert? Ja es wäre für mich sinnlos und ja es wäre für mich nicht lebenswert! Die Hoffnung mit Hilfe der ICSI ss zu werden hält mich am Leben.
Zu mir:
Ich bin bereits mit Hilfe der künstl. Befruchtung ss geworden. Leider beide Male eine FG erlitten. Mein Arzt schickte mich zu Chromosomenuntersuchung. Die Wartezeit war nicht leicht. Man hat sich ständig Gedanken darüber gemacht, was wäre wenn es einen Gendefekt gibt. Was mach ich dann. Mache ich weiter mit der Hoffnung keine dritte FG zu erleiden? Was ist, wenn ich ss bin und es wieder zur FG kommt. Diese ganzen Gedanken können Mensch in keinster Weise nachvollziehen, wenn man nicht in der gleichen Situation steckt. Eine FG zu erleiden ist nicht leicht - nicht körperlich und auch nicht seelisch. Ich habe mir fest vorgenommen, bei einem Gendefekt mich im Ausland behandeln zu lassen. Also warum auch nicht in Deutschland. Mein Wunsch nach einem Kind bzw. Kindern ist so groß, dass ich alles in Kauf nehmen würde. Ich bin dankbar, dass es diese Methoden gibt. Ich bin dankbar, dass die Medizin soweit ist, dass sie mir tatsächlich helfen kann. Ob ich im Ausland eine PID machen lasse oder hier in Deutschland, wo ist der Unterschied?
Ich kann Menschen verstehen, die überlegen, ein Kind abzutreiben, wenn es evtl. behindert zur Welt kommen soll. Kann das jedes Paar aushalten? Wenn nicht, was ist mit dem behinderten Kind? Wer kümmert sich um dieses? Wer kümmert sich um das Kind, wenn die Eltern nicht mehr auf der Welt sind? Gibt es überhaupt jemanden, der sich um das Kind kümmern wird? Das sind Fragen, dies sich zum Glück der größte Teil der Bevölkerung nicht stellen muss. DAs ist auch gut so. Doch es gibt Paare, die müssen eine Entscheidung für ihr Leben treffen. Und da kann ich jede Entscheidung akzeptieren. Wir sind nicht alle gleich und nicht alle gleich stark? Kann ich überhaupt ss werden mit dem Gendefekt. Wenn ja, kann ich es behalten?
Fragen über Fragen, die einem keiner beantworten kann.
Also warum muss es erst soweit kommen, dass sich ein Arzt selber anzeigt, damit erst jetzt ein Urteil getroffen wird. Warum? Wenn wir eine künstl. Befruchtung, die nicht von Gott gegeben ist (ich bin sehr gläubig!!!), machen lassen, warum können wir Paaren nicht weiter helfen. Kann man das nicht abwägen? Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Paare mit unerfüllten KiWu sofort ab der ersten Behandlung PID machen lassen. Das will doch keiner. Man möchte eigentlich den kleinsten Aufwand wie möglich haben. Doch wenn es sein muss, warum soll man diesen Paaren nicth helfen. Die sind doch genug damit gestraft, dass sie nicht auf normale Art und Weise Kinder haben können. Es kostet sehr viel Nerven, Lebensqualität, Geld etc. um an sein Ziel zu kommen. Manche schaffen es gar nicht. Also warum können wir nicht wenigstens denen helfen, wenn wir die Möglichkeiten haben?
Menschen, die zum Glück dieses Leid nie erfahren werden, können diese Gedanken/Fragen/Wünsche/Ziele/Hoffnung nicht verstehen und sollten sich deswegen nicht dazu äußern.
http://www.eizellspende.de/uebersicht1.htm
In keinem Industrieland der Welt wird ungewollt kinderlosen Paaren so schlecht geholfen wie in Deutschland. Dies veranlasste den österreichischen Reproduktionsmediziner H. W. Michelmann zu folgendem Satz: "Die Schwangerschaftsraten pro Embryotransfer sind in Deutschland so unbefriedigend, dass ernsthaft darüber nachgedacht werden muss, ob es noch zu verantworten ist, Kinderwunschpaare in Deutschland zu behandeln." Behandeln heißt in der Regel In-vitro-Fertilisation (IVF), also die Befruchtung der weiblichen Eizelle außerhalb des Körpers und die Rückgabe einer befruchteten Eizelle direkt in die Gebärmutter.
Fünfzehn Prozent aller Paare sind Schätzungen von Ärzten zufolge ungewollt kinderlos. Fast allen ist inzwischen mit den Methoden der Reproduktionsmedizin zu helfen. So liegen die Erfolgsraten in den USA bei 60 bis 70 Prozent pro Embryotransfer. Bei Wiederholung steigt die Schwangerschaftswahrscheinlich keit noch mehr. In Deutschland jedoch stagnieren die Erfolgsquoten bei etwa 20 Prozent. Bei den kassenfinanzierten vier IVF-Wiederholungen wird eine kumulierte Schwangerschaftswahrscheinlich keit von gerade 50 Prozent erreicht.
Diese frappierende Diskrepanz liegt indes nicht daran, dass deutsche Ärzte die IVF-Technik nicht verstünden. Schuld ist das geltende Embryonenschutzgesetz (in der Schweiz ähnlich lautend und auch mit vergleichbar niedriger Erfolgsquote). "Das deutsche Embryonenschutzgesetz erschwert eine optimale Behandlung der Paare", kritisiert der Berliner Reproduktionsmediziner Heribert Kentenich.
Tatsächlich werden in deutschen Kinderwunschpraxen Frauen systematisch Embryonen eingesetzt, die keine Chance haben, sich zu einem Baby zu entwickeln. Warum? Das Embryonenschutzgesetz verbietet es, mehr als drei Eizellen pro Zyklus einer Frau zu befruchten, und genau diese müssen in den Uterus zurückgegeben werden - unabhängig von ihrem Entwicklungspotenzial. Aber nur etwa jede zehnte befruchtete Eizelle hat das morphologische Potenzial, sich zu einem Menschen zu entwickeln. Das ist die Ursache der hohen Misserfolgsrate. Im Ausland werden mehr Eizellen befruchtet; nach einer Beobachtungszeit kann der Arzt genauer sagen, welcher Embryo geeignet ist. Nur solche werden zum Transfer in den Uterus ausgewählt.
Mit hohem ethischen Anspruch verbietet das deutsche Embryonenschutzgesetz, unter befruchteten Eizellen eine Auswahl zu treffen. Zu schützen ist der Embryo vor Forschern (Stammzellenforschung), aber auch vor seinen eigenen Eltern (Präimplantationsdiagnostik). Ziel der Forscher ist die Heilung von Krankheiten. Ziel der Eltern ist ein gesundes Kind. Beide Ziele sind gesellschaftlich konsensfähig und ethisch unbedenklich. Allerdings gilt jedes Hantieren mit Embryonen außerhalb des weiblichen Körpers als Einfallstor für "verbrauchende" Forschung und für Selektion unperfekten Lebens. Die Gesellschaft wandelt hier auf dem schmalen Grat zwischen Heilung/Gesundheit und Tötung.
Es war also notwendig, dass der Gesetzgeber die Mittel definierte, welche zum Erreichen der legitimen Ziele von Eltern und Forschern erlaubt und welche verboten sein sollen. Die Definition der Mittel lieferte 1990 das Embryonenschutzgesetz. Ähnliche Gesetze gibt es in allen Industrieländern. Doch schießt das deutsche Gesetz weit über das Ziel hinaus: Die theoretische Absicht, dem Embryo maximalen Schutz zu gewähren, zeitigt in der medizinischen Praxis zweierlei Folgen: Das Entstehen von Leben wird behindert, die Gesundheit werdender Mütter wird beeinträchtigt. Das abstrakte Schutzbedürfnis der befruchteten Eizelle steht hier dem recht konkreten Schutzbedürfnis der Frau gegenüber, und der Gesetzgeber hat sich entschieden, den Schutz eines Embryos über den der Frau und deren körperliche Unversehrtheit zu stellen. Die schlechteren Erfolgsquoten führen dazu, dass die mit belastenden Eingriffen verbundenen Behandlungen mehrfach wiederholt werden müssen.
Zugleich verhindert die strikte deutsche Regelung, was sie zu schützen vorgibt: das Entstehen von Leben. Das Verbot, bei der IVF diejenigen Embryonen auszuwählen, aus denen tatsächlich ein Mensch entstehen kann, verhindert jährlich zigtausendfach das Entstehen IVF-unterstützter Schwangerschaften - und die Geburt von Kindern. Mit dem Schutz des Embryos ist das wohl kaum zu rechtfertigen. Denn dieser Schutz würde zum genauen Gegenteil dessen zwingen, was das Embryonenschutzgesetz vorschreibt: Auswahl ausschließlich der lebensfähigen Embryonen.
Der Gesetzgeber verbietet es einerseits, vor dem Transfer des Mehrzellers in den Mutterleib das Erbgut des Embryos auf Schädigungen zu untersuchen. Er stellt es andererseits der Frau allein frei, eine bestehende Schwangerschaft - sei sie in vitro oder in corporae entstanden - bis ins hohe Stadium hinein abzubrechen, wenn eine pränatale Untersuchung denselben Befund zeigt. Dies mag man widersprüchlich und zynisch finden. Es offenbart aber mehr. Dass die Schutzmechanismen, die der Staat seinen Bürgern gewährt, nicht aufeinander abgestimmt sind: Der drei oder fünf Monate alte Fötus zählt weniger als der Vierzeller. Der Wille der abtreibungswilligen Frau steht höher als der Wille der Frau mit Kinderwunsch. Der Arzt, der eine Abtreibung vornimmt, steht unter geringerem ethischen Druck als der Reproduktionsmediziner.
Es ist heute nicht mehr klar zu sagen, ob dies 1990 die Absicht des Gesetzgebers war. Klar ist, dass deutsche kinderlose Paare dem diffusen Schutzkanon ihres Staates nicht auf Dauer ausgeliefert sein wollen. Bleibt der Erfolg hier zu Lande aus, steht die Reise nach Österreich, Italien, Holland oder Amerika offen. Die dortigen Kliniken haben die Deutschen als Kundengruppen erkannt und tun - von der Internet-Beratung bis zur Anfahrtsbeschreibung - alles, um den Paaren den Aufenthalt im Ausland so kurz und so erfolgreich wie möglich zu gestalten.
Bei allem Verständnis für diejenigen die Angst haben, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen oder gar tot zu gebären:
Die Menschheit ist auf dem besten Wege, ihre Welt zu einer perfekten Welt zu machen. Eine Welt, in der es keine Krankheiten, keine Probleme gibt. Das hört sich ja erst mal gut an. Aber ernsthaft, ist es das denn wirklich? Man stelle sich vor wie es in solch einer perfekten Welt wäre: Kühl, langweilig, emotionslos. Das ist jetzt vielleicht etwas aus dem Kontext gerissenes. Worauf ich aber hinaus will: Es ist meiner Meinung nach völlig inakzeptabel, dass die Wissenschaft in die Natur eingreift, und auch wenn es sich eigenartig anhört: Alles passiert aus einem bestimmten Grund. So kann man sich zum Beispiel möglicherweise zunächst nicht erklären, warum ein Kind behindert zur Welt kommt, warum es krank ist, das ist ja auch ganz verständlich, es ist schwer für die ELtern, das zu akzeptieren, aber ich bin mir ganz sicher, auch dies war gottgewollt. Ich denke, wenn man eine Krankheit gehabt hat, und sei es auch nur eine ganz harmlose, man kann auch daraus positives gewinnen, man kann Kraft schöpfen, man wird stärker. Also denke ich auch, dass behinderte oder kranke Kinder neben ihren schrecklichen Momenten bestimmt auch ganz wundervolle Momente haben, denn erst wenn es einem wirklich schecht geht, lernt man die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen...so komisch sich das alles anhören mag...Krankheit und daraus resultierende Probleme gehören zum Leben dazu, und man sollte nicht denken, dass wenn man sie verbannt, man glücklicher wird...
Findet ihr es nicht auch diskriminierend Behinderten gegenüber? Eltern sollten ihr Kind lieben, wie es ist, egal ob krank oder behindert. Es kommt ja schon fast so rüber, als seien kranke oder behinderte Personen Menschen, die auf dieser Welt nichts zu suchen hätten! Findet ihr das etwa in Ordnung?! Kranke oder behinderte Menschen sind doch genauso viel wert wie gesunde, mit dem kleinen Unterschied, dass Menschen mit Behinderungen das Glück zu schätzen wissen und oftmals mehr Herz haben als Menschen, die vollkommen
Viele von euch kennen mich und meine Geschicht vielleicht schon. Wir sind mehr als 5 Jahre kinderlos und bei uns findet man keine Ursache. Gene sind bei beiden völlig normal.
Ich hatte in dieser Zeit 2 Fehlgeburten nach künstlichen Befruchtungen. Damit war viel Leid und Kummer verbunden. Das vergisst man sein ganzes Leben nicht. Ich war der Natur dankbar, dass sie so für uns entscheiden hat, wenn die Embryonen nicht gesund waren. Ich finde gut, dass diese"Aussortierung" jetzt schon deutlich früher geschehen darf. Ein Kinderwunschpaar macht seelisch und körperlich so viel durch, nur um dann zu erfahren, dass es nicht geklappt hat oder um sich so mega zu freuen, wenn es doch geklappt hat. Und dann kommt die Qual, wenn man das Kind verliert oder es tot zur Welt bingen muss oder bei einer Behinderung immer wieder sieht wie es sich eventuell quält.
Da man in HH unter 35 nur 2 Eizellen zurückbekommen darf, war es bei mir immer so, dass schon während der gesamten Zeit 3 Embryonen verworfen wurden. Aber nicht weil sie evtl. krank waren, sondern weil sie "übrig" waren. Immer wieder frage ich mich, ob nicht einer der 3 genau der gewesen wäre, der uns das größte Glück auf Erden beschert hätte. Hätten die Docs die Möglichkeit gehabt zu schauen, welche der 3 sich für den Transfer am besten eignen, würde ich mich das nicht ständig fragen müssen. So wurden mir vielleicht Cromosomen geschädigte Embryonen eingesetzt und gesunde eben nicht.
Außerdem finde ich, sollte das Gesetzt die Ärzte und Patienten selber entscheiden lassen, welcher Weg für sie in Frage kommt und welcher eben nicht. Menschen die mit dieser Ethik Probleme haben, können ja auch entscheiden, dass sie das nicht wollen. Das ist doch dann auch OK. Die Kunden der Kinderwunschkliniken zahlen einen Haufen Geld und sparen dafür jahrelang nur um sich solch einen Versuch leisten zu können. Ich denke, wenn man nach Ethik sucht, dann gibt es auch genug andere Stellen zum suchen. Etik heißt für mich auch, Kindern ein tolles zu Hause zu bieten und sie respektvoll aufzuziehen. Es auch Menschen, die Kinder nur aus einem Grund bekommen: Abkassieren beim Staat. Sorry, gibt es aber wirklich.
LG Tini
mir scheint, Du bist noch nicht so recht umfassend informiert. Die Genetik der Eizellen durfte auch schon vor dem Urteil untersucht werden, das nennt man Polkörperdiagnostik. Jetzt darf auch die Genetik des Embryos, also der mit dem Spermium verschmolzenen Eizelle, untersucht werden, so wird auch die Genetik des Spermiums erfaßt. Die Untersuchung wird nur gemacht, wenn schwere Schäden des Erbguts zu befürchten sind, etwa durch familiäre Vorbelastung, nicht bei künstlicher Befruchtung generell/standartmäßig. Nur weil ein Paar auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen kann, heißt das nicht, daß Erbgutschäden vorhanden sein müssen.
Mit dem Urteil wird Paaren geholfen, die um ihre Anlage zu einer schweren Erbkrankheit wissen und für die es ein Lotteriespiel um ein gesundes Kind wäre, eines natürlich oder durch einen nicht untersuchten Embryo zu kriegen.
Dabei ist die Untersuchung natürlich keine Pflicht. Jedem Paar steht es frei, in Ansehung der Tatsache, daß es eine Erbkrankheit vererben kann, trotzdem auf die Untersuchung zu verzichten, sei es aus religiösen oder sonstigen Gründen.
Es geht doch nichts über informierte Gesprächspartner. Herzlichen Dank für die Information. In der Tat war ich da nicht ausreichend informiert.
Viele liebe Grüße aus dem abgekühlten Berlin!
Hallo alle zusammen,
ich finde es sehr interessant, wie hier diskutiert wird. Ich frage mich da immer wieder, ob Politiker, Richter und auch wir Journalisten eigentlich wissen, wovon wir reden.
Denn Ihr habt Recht: Es geht um den Einzelfall, das einzelne Paar oder die einzelne Mutter. In dem Fall, der vor dem BGH gelandet ist, ist von drei Paaren nur eines mit der künstlichen Befruchtung schwanger geworden - das sagt auch etwas über die Erfolgschancen aus (und die riesigen Hoffnungen, die so oft dann wieder enttäuscht werden).
Was geht dann bloß in einer Frau vor? Ich kann es mir kaum vorstellen...Bei all dieser Hoffnung, die in eine künstliche Befruchtung gelegt wird, ist es dann doch vermutlich nur recht und billig, dass Wert darauf gelegt wird, schwere Erkrankungen auszuschliessen. Oder?
Und: Ist es nicht in der Praxis ohnehin so, dass bei einer künstlichen Befruchtung mehrere Eizellen befruchtet werden und dann nur eine eingepflanzt wird? Dann wäre eine Art Auswahl ja sowieso nötig, warum nicht dann auch an Hand von Untersuchungen auf Erkrankungen. Oder wie funktioniert das?
Viele Grüße
Shila
Zum Glück hat sich der BGH endlich dazu durch gerungen. ich für meine Person finde das Urteil klasse, soll nicht heißen, das ich für Designer Babys bin, aber die Chance mit ICSI ein gesundes Kind zu bekommen steigt damit!!!!
Also von mir ein
Lg Fille
Dieses Urteil ist richtig...in Deutschland werden 100.000 Kinder jedes Jahr abgetrieben, davon rein statistisch ca. 97.000 gesunde, auch medizinische Indikation ist erlaubt. Da ist es doch gerechtfertigt, Kinder mit schweren Erbkrankheiten/Erkrankungen erst gar nicht auf die Welt kommen zu lassen und "vorher aussortieren". Schließlich wäre eine Spätabtreibung z.b. aufgrund Behinderung erlaubt.
Die katholische Kirche soll sich lieber um ihre eigenen Probleme kümmern...und wer hier redet, ja Ethik und Moral...sind meist Personen, die sowas gar nicht betrifft, haben selbst gesunde Kinder und diese Probleme nicht.
Wenn man sich mal über die Argumente gedanken macht, die ich aufgelistet hab, sind es genügend Gründe, (jedenfalls für mich) gegen eine Aussortierung zu sein.
Fakt ist, dass man einfach nicht so weit ist um die Folgen einer Genmanipulation absehen zu können. Deswegen ist es auch eher lasch, damit argumentieren zu wollen, dass man auf Verhütung verzichten sollte, wenn man die Einstellung wie ich vertreten sollte. Aber hier geht es um die Folgen. Selbst Genmanipulation an Pflanzen ist noch zu sehr umstritten, wegen die Nach- und Nebemwirkungen, die es auf unsere nachkommenden Generationen haben könnte, als das man es überall erlauben würde. Und da will man es auch noch an Lebewesen machen!
Ich selbst hab ein Gen-Defekt (Alpha 1 Antitrypsinmangel) und ich lebe damit! Ich glaube an meinen Platz auf der Erde und jeder erfüllt seinen Zweck auf seine Weiße. Für Euch mag es primitiv oder stupide wirken, aber das ist eben meine Meinung. Und sie ist noch nichtmal so hirngespinnstig, als dass man sie nicht vertreten könnte...
Ich habe mich schon lange mit Bekanntenkreisen und Freunden über dieses Thema unterhalten und ich bin froh, dass jeder sein eigenes Bild zu diesen Thema hat. Aber schade ist, dass gewisse Argumente von mir hier nicht als Antwort gezählt werden, weil es über die Meinung anderer hinausgeht...
Ich habe nichts gegen künstliche Befruchtung, weil man nicht in die Vorgaben der Natur eingreifen würde. Abgesehen vom Geschlechtsverkehr. Aber man verändert nichts, sondern versucht nur sich fortzupflanzen, wogegen ich überhaupt nichts einzuwenden hab.
Ich hoffe, ich habs verständlicher ausgedrückt als vorher, weil ich hab manchmal Probleme mich korrekt auszudrücken
Naja, ich hab meine Meinung hier vertreten und ich hoff einfach nur, dass ich einen Eindruck hinterlassen hab, der in manchen Augen nicht lächerlich zu sein scheint.
Liebe Grüße und kuscheligen Abend,
Eileen
wer spricht denn hier von Genmamipulation??
Davon ist doch garnicht die Rede! Es geht doch nicht darum, kranke Embryonen zu manipulieren!
Es ist nur so, dass kranke Embryonen in einem sehr frühen Stadium aussortiert werden. Genau diese Embryonen, die später eine Behinderung haben, die das Kind z.B. garnicht lebensfähig machen (oder die dann später abgetrieben werden). Da tut man dem Kind doch nur ein Gefallen, wenn man es nicht zwingt ein nicht lebenswürdiges Leben führen zu müssen, sich zu quälen und später vielleicht sogar sein Leben zu verlieren wegen eben dieser Behinderung.
Es wird nichts im Labor verändert... lediglich eine Auslese, ähnlich wie sie die Natur auch macht, wird vorgenommen. Und ich denke bei dieser Auslese geht es nicht um "kleinere" Gendefekte und erst nicht um solche Aulesen wie "mädchen mit blauen Augen und blonden Haaren". Aber ehrlich: wenn ich wüsste, ich würde zu 90% ein behindertes Kind bekommen, würde ich mir die ganze Sache aber noch 10x überlegen. Nicht meinetwillen, weil ich vielleicht "keine Lust" (mal so lapidar ausgedrückt) auf solche ein Kind hätte (diese Aussage heisst nicht dass es so ist!), sonder weil ich einem Kind nicht wissentlich so ein Leben aufzwingen wöllte und es leiden lassen wöllte. Dann bleibe ich lieber kinderlos...
Deswegen finde ich es gut, dass das Gesetz geändert wurde.
So oder so, in Belgien ist dieses Gesetz schon lange so, wie ihr es jetzt habt. Und ich kenne Paare, die niemals Kinder hätten bekommen können, wenn es diese Auswahl nicht gäbe...
Wenn es um Ethik und Menschlichkeit geht, sollte die Technologie nicht eingreifen! Ich bin nicht gläubig, aber es ist Tatsache, dass Mutter Erde und die Kraft der Natur sehr viel Einfluss auf uns hat, selbst wenn man es bewusst nicht wahrnimmt! Soetwas ist auch Diskriminierung und Faschismus gegenüber Menschen mit Behinderungen oder Menschen mit Krankheiten. Allein die "Aussortierung" zeigt doch, dass man es nicht toleriert solche Menschen um sich rum zu haben! Als würde man eine "goldene Elite" schaffen wollen.
Wenn man in das Naturgeschehen eingreift, wird es sich rächen! Es war und wird immer so sein, schließlich ist die Natur unser Lebensgeber. Allergien oder gewisse Krankheiten und Behinderungen sind ein gesellschaftliches Problem, die wir selbst geschaffen haben, weil wir mit der modernisierung unserer Umwelt nicht zurechtkommen und uns noch nicht so richtig an ihr anpassen können! Allein aus diesen Gründen sollte man die Finger von Gentechnik an der Umwelt lassen!
Hallo eileenwirdmama )herzlichen glückwunsch!)
Ethik-es war und wird ein diskutables thema bleiben. Und das ist gut so,wir sind alle verschieden.
Wäre schön Deine story zu erfahren,um besser nachzuvollziehen,warum es Dir so nah am herzen liegt.
Ich bin krankenschwester und hab genug unglück gesehen,wo eigentlich glück erwartet wurde. Wie endlos traurig und unglücklich familien mit behinderten kindern sind. Zerstöhrte leben...Mehrere,wohl bemerkt
Ich bin der meinung "für" und lobe hoch den arzt und diese familie und den richter. Denn sie hatten schon behindertes kind und warum soll noch mal so was passieren?.. Ein gesundes wird für ausgleich in der familie sorgen und es wird ihnen ermöglicht doch noch das glück zu finden.
Ich war vor kurzem bei der klügsten nacht der wissenschafen.
Und habe dort erfahren,dass jeder von uns einige gendefekte in sich trägt.Und wenn sich das paar trifft,die im gleichen abschnitt den defekt hat,dann kommt es zu behinderungen oder krankheiten wie z.B. mukoviszidose.
Bei den juden,z.B. gibt es häufig ein gendefekt,der eine nervenerkrankung beim kind auslöst.Das kind wird gesund geboren und entwickelt sich normal bis zum 6 monat. Dann beginnt sein nervensystem zu zerfallen,was sehr schrecklich zu erleben ist!!! Und das kind stirbt daran kaum 3 jahre zu erreichen. Des wegen,alle juden,die familienplanung haben,müssen ein gentest machen lassen. Würdest Du Dir so was zumuten wollen?
Es ist ja nicht so,dass alle gene und defekte geprüft werden,sondern bei auffälligkeiten,anamnese,verer bbarkeit und risikofaktoren. Ich bin da voll FÜR !
Und ich denke,dass Du auch ab und zu zum arzt gehst...
Warum dann auch nicht das sein lassen?.. Und alles dem lauf der natur zu überlassen?!
Jedoch,es ist gut dass es für und gegen gibt! Man kann hier dazwischen viiieeele kompromisse finden. Oder sagen,jedem seins...
gruss
kiwuki
Wenn du mit Naturgeschehen argumentierst, dann ist doch die gesamte künstliche Befruchtung ebenso abzulehnen, ebenso wie Verhütung.
Eine Behinderung ist immer noch das, was es ist: Eine Behinderung. Keiner wird darauf abzielen, ABSICHTLICH ein Kind mit Behinderung in die Welt zu setzen, außer vielleicht ein paar Verrückten (hab mal von einem gehörlosen Paar gehört, das unbedingt auch ein gehörloses Kind wollte - Egoismus pur, wenn man mich fragt).
Etwas zu tolerieren ist eine Sache, aber deshalb muss man es noch lange nicht bewusst erschaffen, vor allem wenn es einen Nachteil bedeutet.
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