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Therapie und angst nicht verstanden zu werden

 

Hey, hab ja schonmal geschrieben, dass ich jetzt mit ner Therapie angefangen habe und da auch ernährungstagebuch schreiben sollte und so... naja auf jedenfall gings mir letzte woche eigtl total gut, hab fast immer geschafft mind. 2x am Tag zu esssen und hatte keine FAs und hab mich auch nicht übergeben... Also eigentlich sollte ich ja stolz auf mich sein... ABER das was ich gegessen habe hab ich ja jetzt in mein ernährungstagebuch geschrieben und jetzt hab ich angst, dass meine therapeutin denkt, dass ich ja gar kein problem habe und keine Hilfe brauche...


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Keine Angst!

Ja, ich denke auch, dass doriane Recht hat, wie sie das einschätzt. Deine Therapeutin weiß, dass das Ausbleiben von FAs nicht gleichzusetzten ist damit, dass man kein Problem hat. Ganz wichtig ist, wie doriane auch schon schreibt, dass Du ganz offen bist zu Deiner Therapeutin, ihr Deine Gefühle mitteilst.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass Dich die Scham vor Dir selbst von einem FA abhält. Ich musste damals in der Therapie über mehrere Monate auch ein Essprotokoll schreiben. Für mich war es eine große Überwindung den ersten FA dort einzutragen, mir im Nachhinein bewusst zu machen, was ich alles gefressen hatte und das dann schwarz auf weiß vor mir zu lesen. Insgesamt gab es über den Zeitraum, wo ich das Protokoll geschrieben habe ebenfalls Tage/Wochen, wo ich ganz "normal" gegessen habe und dann wieder zwischendrin Tage, wo ich FAs hatte, manchmal auch mehrere an einem Tag. Das hat sehr geschwankt. Meine Therapeutin hat da nie eine negative Anmerkung gemacht oder bei mehreren Tagen am Stück ohne FA gesagt, dass die Therapie jetzt beendet sei.

Ich musste auch immer meine Gefühle vor, beim und nach dem Essen/FA aufschreiben. Darüber haben wir dann meistens gesprochen, u. a. um den Auslöser für die FA einzukreisen. Musst Du das auch machen?


 

Ja

von:maeussschen

genau das muss ich auch aufschreiben... und jetzt hab ich so nen plan ausgearbeitet, dass ihc dreimal am tag was essen soll und das dann auch aufschreiben... irgendwie find ich das grad total viel aber haben das auf so ner ernährungspyramide draufgelegt was ich so esse und wie viel ich essen könnte... ganz schön krass wie viel ich pro tag essen darf! aber ich kann mir im moment noch nicht so vorstellen das zu schaffen...

Bist du denn immer noch in therapie und hat das mit dem ernährungsprotokoll was bei dir gebracht?

lg


 

Nein

von:terpsichore83

ich bin nicht mehr in Therapie. Die Therapie ist bei mir Ende 2004 abgeschlossen worden. Seitdem bin ich symptomfrei. Mir hat das Protokoll sehr geholfen. Zum einen hatte ich dadurch wieder einen objektiveren Blick auf mein Essverhalten. Ich konnte gar nicht mehr einschätzen, ob das eine große Portion ist oder eine kleine oder eine "normale" und war ebenso wie Du überrascht, wie viel ich essen durfte. Zum anderen, und wohl noch mehr, hat mir das Aufschreiben der Gefühle geholfen. Anfangs war es schwer, das in Worte zu fassen, ich war auch manchmal echt genervt davon. Aber ich habe mich dadurch damit auseinandergesetzt und wir konnten in der Therapie gezielt auch über die Auslöser sprechen.


 

Ich denke,

Du musst unbedingt weiter so machen, und ihr gut erklaeren, dass es das erste Mal seit langem, dass Du es schaffst, und dass dieses Protokoll und das Wissen um die Ueberwachung und das Kontinuierliche bei ihr darin sicher eine sehr grosse positive Rolle gespielt haben.
Dass Du aber fuehlst, dass es gerade noch sehr neu und fragil ist und Angst vor ''Rueckfaellen'' hast (wenn man in einem so fruehen Stadium der besserung ueberhaupt von Rueckfaellen sprechen koennte).
Oder einfach ausdrueckt wie Du Dich fuehlst und warum Du die Therapie brauchst.
Du kannst auch von Deiner Angst sprechen, auf Grund Deiner Fortschritte von ihr nicht Verstanden zu werden in der Ernsthaftigkeit Deiner Stoerung und fuer alles, was Du in letzter Zeit durch die ES durchmachst etc.

Ich denke, sie hat Erfahrung mit der Wirkung von solchen Protokollen und wird es verstehen und richtig machen.
Aber drueck immer bei ihr aus, was Dich belastet oder Dir Angst macht. Es meidet Missverstandnisse und Ehrlichkeit erleichtert beiden die Arbeit.


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