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Umgang mit passiv-aggressiven Menschen

 

Ich habe in meinem Leben schon mehrere Personen getroffen, die ein passiv-aggressives Verhalten an den Tag gelegt haben. Fast immer waren das Männer, aber 2 Frauen waren auch dabei. Die meisten Leute habe ich im privaten Rahmen kennengelernt, ein paar wenige auf der Arbeit. Jetzt frage ich mich, ob und wie man auf die Dauer mit ihnen auskommen kann.

Bei mir hat es noch nie funktioniert. Als ich noch nichts darüber wusste, ließ ich mir Schuldgefühle einreden und versuchte mein Bestes, um die Leute nicht unnötig zu verärgern. Selbst wenn ich nichts tat, fanden sie immer wieder einen Grund, um mich klein zu machen. Ich war sehr verzweifelt und bat sie um klärende Gespräche, aber ich rannte gegen eine Wand. Egal ob ich sie direkt ansprach oder es schriftlich versuchte, provozierte ich nur Ärger, und sie brachen den Kontakt mit wüsten Beschimpfungen ab oder zogen sich für immer ohne ein Wort zurück.

Inzwischen ist es so, dass ich diejenige bin, die geht, wenn ich keine Kraft mehr habe. Es läuft immer solange gut, bis der erste Konflikt eintritt. Und dann ist die konstante Harmonie für immer verschwunden, es gibt ein ständiges Auf und Ab. Dieser erste Konflikt tritt manchmal nach Wochen, aber in einigen Fällen auch erst nach Monaten oder sogar Jahren ein. Bücher á la Wenn Männer mauern habe ich mehrmals intensiv gelesen, aber es hat mir nichts gebracht. Ist ein normales Verhältnis nach dem ersten Konflikt überhaupt noch möglich?


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Ich habe

von:nadja380

immer genau überlegt, wie ich meine Kritik am Besten anbringen könnte, ohne dass es vorwurfsvoll klingt.

Die Leute haben mir die Schuldgefühle hauptsächlich durch Schweigen und Ignoranz zu einem unerwarteten Zeitpunkt eingeredet. Meine Eltern waren zwar streng, aber sie haben mich nie mit Schweigen bestraft und ignoriert. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte und hatte ein total schlechtes Gewissen, wenn andere Leute so mit mir umgesprungen sind.


 

Wenn ich aber

von:nadja380

jemanden lieb gewonnen habe und diese Person mich ignoriert, nachdem ich sie wegen widersprüchlichen Verhaltensweisen zur Rede gestellt habe, mache ich mir Vorwürfe und befürchte, ich hätte den anderen Menschen unter Druck gesetzt.


 

Da habe

von:nadja380

ich mich etwas unklar ausgedrückt: Natürlich achte ich auf meine Wortwahl und frage höflich nach. Aber selbst damit stoße ich nur auf taube Ohren und muss dann die Ignoranz meiner Mitmenschen in Kauf nehmen.


 

Also

ich komm mit sowas bestens klar....was wahrscheinlich daran liegt, dass die leute ganz schnell das gezicke bleiben lassen wenn sie merken dass es mich nicht beeindruckt.

einfacher grundsatz: wer sein problem nicht klar und deutlich äussert hat einfach keins. basta.


 

Ich sehe da andere Probleme.....

Klar kann es immer einmal passieren, dass man auf ein.... sagen wir mal psychisch angeknachstes Exemplar stößt. Aber wenn so wie Du beschrieben, sich die Menschen in Deinem Umfeld häufen, dann ist das immer ein sicheres Anzeichen dafür, dass das Problem bei einem selber liegt.

Was mich zum Beispiel stutzig macht ist Deine Aussage, dass Du das Buch "Wenn Männer mauern" mehrfach gelesen hast.

Mag sein, dass in solchen Büchern was interessantes steht, aber solche Bücher haben auch immer eine Schattenseite, nämlich dass man anfängt Menschen in eine Kategorie einzuteilen einzig und alleine aufgrund gewisser verhaltensweisen.
Ein Verhalten wird aufgezeigt und schwupps, schon assoziiert Dein Unterbewusstsein das gleich mit dem gelsenen und suggeriert Dir deie restlichen Eigenschaften mit dazu.

Nein, eine Beziehung ohne Konflikte existiert meiner Meinung nach nicht, aber viele Menschen bekommen diese Konflikte trotzdem auf die Reihe.

Wie sich ein Konflikt löst hängt nicht einzig und alleine von Deinem Gegenüber ab sondern auch von Dir.

Und wichtig auch: Wenn alle Deine Beziehungen nach dem gelichen Schema ablaufen, denke immer daran, dass alle Deine Bezeihung lediglich eine KOnstante aufweisen. Und das bist Du. Die anderen Menschen, sogar Deine Partner ewaren irgendwie alle anders. Wenn also immer wieder alles gleich abläuft liegt es an Dir, das zu ändern.

Ein Buch als "Erklärung" für den Verlauf Deiner Beziehungen ranzuziehen bringt Dich da keinen Schritt weiter. Denn selbst wenn Da gewisse Fehler von Dir beschrieben werden sind Deine Augen für die wirklichen Dinge, die falsch laufen verschlossen.


 

Ich habe

von:nadja380

das besagte Buch genau 2x gelesen. Aber ich habe auch andere Bücher zu diesem Thema gelesen und mich damit beschäftigt.

Ich möchte nicht abstreiten, dass mein Problem etwas mit meiner eigenen Person zu tun hat. Meine Eltern waren zwar liebevoll, aber auch sehr autoritär. Ich wurde zu einem typischen braven Mädchen erzogen. Wenn ich nicht gehorchte, wurde ich bestraft. Zwar haben sie mir niemals ihre Liebe und Aufmerksamkeit entzogen, aber dafür bekam ich andere Konsequenzen zu spüren. Es fiel mir lange sehr schwer, mich rechtzeitig abzugrenzen und die Angriffe von außen abzuwehren.

Die ersten passiv-aggressiven Menschen, die mir begegnet sind, gehörten zu meinem früheren Freundeskreis. Obwohl ich schon nach kurzer Zeit merkte, dass ich mit einigen ihrer Eigenschaften so meine Probleme hatte, schwieg ich mehrere Jahre. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit Kritik überhaupt nicht klar kommen würden und hatte Angst, sie zu verlieren. Aber ich kann nicht für immer und ewig meinen Mund halten. Als ich das erste Mal etwas gesagt habe, wurde ich mit Kälte, Schweigen und Ignoranz bestraft. Von diesem Abend an war nichts mehr so wie früher. Immer wenn ich etwas sagte oder machte, was ihnen nicht passte, wurde ich emotional erpresst - so wie früher von meinen Eltern. Ich gab dann jedes Mal nach, weil ich die langjährige Freundschaft nicht gefährden wollte. Trotzdem konnte ich ihnen nichts mehr Recht machen. Wenn ich ganz ihrer Meinung war, musste ich mir anhören ich hätte keine eigene Meinung mehr und würde mich nur noch anpassen. Und wenn ich eine andere Meinung hatte und diese auch nach außen vertrat, waren sie total beleidigt und machten mich in der Öffentlichkeit zur Schnecke. Ich habe sie 2x auf schriftlichem Weg um etwas mehr Rücksicht gebeten, weil mich ihr Verhalten sehr verletzte und ich lange darunter gelitten habe. Das hat sie nicht interessiert. Nach der 2. Mail bekam ich eine wüste Beschimpfung als Antwort, und sie kündigten mir die Freundschaft.

Nach dieser Erfahrung habe ich mir geschworen, dass ich das nie wieder mit mir machen lasse. Immerhin waren seit dem ersten Konflikt bis zum Kontaktabbruch gut 14 Monate vergangen, in denen sie mich immer wieder erniedrigen... es war ein Auf und Ab. Zwischendurch gab es immer wieder mal 2-3 echt schöne Treffen, und ich schöpfte Hoffnung auf Besserung, bis der nächste Schlag ins Gesicht folgte.

Als ich in den nachfolgenden Jahren wieder mit solchen Leuten ins Gespräch kam, durchschaute ich sie schneller und brach den Kontakt dann ab bzw. baute erst gar keinen auf. Ich hatte keine Lust mehr auf solche nervlichen Zerreißproben und ließ das Ganze nicht mehr an mich ran - bis ich mich in einen langjährigen Bekannten verliebte, der allerdings in einer anderen Region Deutschlands wohnt und den ich wegen der Entfernung nie regelmäßig gesehen habe. Deshalb hat es lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass er auch ein passiv-aggressiver Mensch ist.

Dass ich immer noch ab und zu an solche Leute gerate, liegt wohl auch daran, dass ich generell leicht manipulierbar bin, weil es einfach ist, mir ein schlechtes Gewissen einzureden und ich mich schon öfters schuldig gefühlt habe, wenn der Fehler gar nicht bei mir lag. Mittlerweile vertraue ich meiner Wahrnehmung viel mehr als früher und lasse mir nichts einreden, was nicht der Wahrheit entspricht.


 

Ich kenne

von:nadja380

den Wiki-Artikel. Gerade auf den Mann, in den ich so verliebt war, trifft das Meiste davon zu. Ich lerne die Leute nicht in Scharen kennen, es waren etwa eine Handvoll. Im besagten Buch stehen viele Sachen drin, die mir seeeeehr bekannt vorkommen.

Ich empfinde es nicht als normal, wenn eine andere Person das Nähe-Distanz-Verhältnis zu 100% kontrollieren möchte. Mir ist es wichtig, Beziehungen und Freundschaften auf Augenhöhe zu führen.


 

Dann beschreibe ich

von:nadja380

mal, was es mit dem Mann, in den ich verliebt war, auf sich hat. Er und auch zwei andere Männer aus seinem Freundeskreis gaben lange Zeit vor, an mir interessiert zu sein. Sie gehören zu der Sorte Mann, die bei Frauen absolut keinen Erfolg hat... Kategorie Dauersingles, die ständig über die Männer jammern, die bei Frauen gut ankommen.

Bei zufälligen Treffen waren sie - v. a. er - extrem anhänglich und sehr aufmerksam. Geplante Treffen gab es selten und wenn, dann nur, wenn die Männer die Initiative ergriffen haben. Zwar wurde ich mehrmals ausdrücklich darum gebeten, mich zu melden um mal was auszumachen. Ich habe es 2x bei ihm versucht und jeweils 1x in rein freundschaftlicher Absicht bei den anderen, wurde aber daraufhin immer ignoriert oder mit einer Ausrede abgespeist.

Wenn wir uns zufällig begegnet sind, waren sie auch nur anhänglich, wenn sie mich angesprochen haben. 2x bin ich als Erste auf sie zugegangen um Hallo zu sagen. Da waren sie kühl und sehr kurz angebunden. Andererseits waren sie total eifersüchtig auf meine männlichen Freunde, bei diesen Männern sind sogar schon Tränen geflossen.

Im Internet ist es dasselbe Spiel: Kaum bin ich mal einige Wochen nicht bei FB oder in unserem Forum aktiv, beschweren sie sich über die mangelnde Aufmerksamkeit meinerseits. Wenn ich eine Weile aktiv bin, kommen bisweilen dumme Unterstellungen, als ob ich ihnen etwas Böses will. Sie beziehen irgendwelche Aussagen von mir auf sich, die absolut nichts mit ihnen zu tun haben.

Wenn sie etwas für mich tun, dann sind sie sehr aufmerksam und geben von Herzen. Aber ich darf sie nicht um einen Gefallen bitten. Darauf gehen sie nicht ein, gehen mir danach 1-2 zufällige Treffen aus dem Weg und tun irgendwann wieder so, als ob nichts gewesen ist. Thematisiert wird das ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie immer wieder sagen, wir müssten unbedingt mehr zusammen unternehmen und sich dann verweigern, wenn das Angebot von mir kommt. Spreche ich sie drauf an, bekomme ich nur ein Schweigen als Antwort.

Mit dem Körperkontakt läuft es nicht anders. Dieser Mann ist dazu nur in der Lage, wenn er den ersten Schritt macht. Kommt die Initiative von meiner Seite, ist er verkrampft und reagiert nicht.

Sorry, aber ich kann ihn und die anderen Männer echt nicht mehr ernst nehmen... wenn ich ihnen gebe was wie sie wünschen, ist es ihnen nicht Recht. Und wenn ich mich verweigere, passt es ihnen auch nicht.


 

Jetzt frage ich mich, ob und wie man auf die Dauer mit ihnen auskommen kann

Wieso legst du denn soviel Wert darauf mit solchen Menschen auf Dauer auszukommen ?

Küchenpsychologisch betrachtet, würde ich mal vermuten, dass möglicherweise du so ein Verhalten z.B bei einem Elternteil kennengelernt hast. Ist es so ?


 

Die Frage stellt sich doch genau anders rum

Ist ein normales Verhältnis OHNE Konflikt überhaupt möglich?


 

Das läuft in etwa folgendermaßen ab:

von:nadja380

Passiv-aggressive Menschen haben große Angst vor Verletzungen und lassen sich deshalb nicht auf tiefere Freundschaften und Beziehungen ein. Zwar gehen sie durchaus welche ein, halten aber ihre Mitmenschen emotional auf Distanz. Nach ganz besonders schönen gemeinsamen Erlebnissen neigen sie zu abwertenden Bemerkungen, um wieder eine Distanz zur anderen Person herzustellen. Sie können sich nicht so richtig öffnen und äußern sich oft sehr zweideutig. Sie vertreten oft die Ansicht, dass man sich in einer Freundschaft oder Beziehung ohne Worte verstehen muss und erwarten, dass die andere Seite ihre Gedanken lesen kann. Das kann ganz schön nervenaufreibend sein, wenn du spürst, dass ein passiv-aggressiver Mensch auf dich sauer ist und du den Grund dafür nicht kennst. Den Grund verrät er dir auch nicht, sonst fühlt er sich schwach und verletzlich. Er straft dich mit Schweigen, wirft dir böse Blicke zu und erhofft sich, dass du Schuldgefühle bekommst. Wenn du durch gezieltes Fragen versuchst, die Gründe aus ihm herauszubekommen, verstärkst du seine Wut nur noch mehr. Dann behandelt er dich erst Recht voller Verachtung und macht dich nieder. Wenn du ihn ignorierst, kommt er nach einer Weile an und tut so, als ob nichts geschehen sei. Über Konflikte und Probleme im Umgang mit der anderen Person lässt er sich grundsätzlich nicht aus bzw. nur in Gegenwart von unbeteiligten Leuten. Du weißt nie, woran du bei ihm bist.

Ein passiv-aggressiver Mensch musste häufig im Elternhaus funktionieren. Seine Meinung zählte nichts, er war ein Niemand und hatte keine Bedeutung für die Familie. Er musste immer nur die Erwartungen der anderen erfüllen und musste seine Bedürfnisse verleugnen. Deshalb stehst du auf verlorenem Posten, wenn du auch nur eine Kleinigkeit von ihm erwartest. Hilfsbereit zeigt er sich nur selten und wirklich nur dann, wenn er dir von sich aus seine Hilfe anbietet. Solltest du es wagen, ihn um einen kleinen Gefallen zu bitten (selbst ein Gefallen, der sehr wenig Zeit und keinen Cent Geld kostet, ist meistens schon zu viel), musst du mit folgenden Reaktionen rechnen: 1.) Er macht es sehr widerwillig und tut danach in der Öffentlichkeit so, als ob er dir das Leben gerettet hat. 2.) Er sagt Ja, schiebt es immer wieder auf und macht nichts bzw. äußert sich nicht mehr dazu. Wenn du ihn zur Rede stellst, tischt er dir eine Ausrede auf, macht einen auf unschuldig und bestraft dich kurz darauf nichtsahnend mit Kälte, Schweigen und Ignoranz. Solltest du ihn danach noch einmal auf das Thema ansprechen, musst du mit einem endgültigen Kontaktabbruch seinerseits rechnen.

Der passiv-aggressive Mensch bestimmt das Nähe-Distanz-Verhältnis in eurer Beziehung/Freundschaft. Er hat die Macht darüber, wie oft es Sex gibt und wie dieser aussieht, wie oft ihr euch seht, telefoniert oder schreibt, wie eure gemeinsamen Unternehmungen aussehen, usw. Auf deine Vorschläge geht er nach dem ersten Konflikt nicht mehr ein und sorgt mit seiner Mimik für Schuldgefühle bei dir, falls du es wagst, einen Wunsch über die Gestaltung eures Kontaktes zu äußern. Dann fühlt er sich extrem unter Druck gesetzt und muss wieder die Spaltung vornehmen. Solche Menschen denken nur in Schwarz-Weiß-Schubladen, sie kennen keine Grautöne. Sie idealisieren ihre Mitmenschen und entwerten sie, wenn sie ihnen die hergestellte Nähe Angst macht.

Er lässt auch gerne die Leute auflaufen, wenn sie ihm zu nah kommen. Z. B. fragt er dich ob du Lust hast, nächsten Samstag mit ihm essen zu gehen. Und wenn du dich für die nette Einladung bedankst und sagst, dass du dich freuen würdest, fällt ihm auf einmal ein, dass er arbeiten muss oder stellt seine Ausgangsfrage als eher unverbindlich dar. Du gibst ihm die Bestätigung, dass du ihn magst und gerne Zeit mit ihm verbringen würdest. Er lässt sich aber nicht darauf ein und weist dich nach deiner Zusage unerwartet ab, weil er Panik hat, dass du Forderungen stellen könntest.

Eine ehrliche Entschuldigung kannst du von einem passiv-aggressiven Menschen, der dich gekränkt hat, nicht erwarten. In seinen Augen bist immer du schuld, er ist völlig uneinsichtig und stellt sich nach außen immer als Opfer dar. Du solltest ihn auch nicht mit dem Verdacht konfrontieren, dass du ihn für passiv-aggressiv hältst. Viele dieser Leute sind sehr intelligent und verstehen es geschickt, ihre Umwelt zu manipulieren. Womöglich kann er andere Menschen so beeinflussen, dass sie dich für völlig durchgeknallt halten und ihm Recht geben. Ich bin nur froh, dass es in meiner Familie keine solchen Energievampire gibt.


 

Borderliner ?

von:sefara11

das was du hier schreibst klingt ähnlich wie das borderlinesyndrom

p.s.: sorry, hatte meine nachricht weiter oben zu früh abgeschickt bzw. zweimal


 

Glaubst du denn..

von:sefara11

..dass mein noch(freund) (?) (er meldet sich seit neun tagen nicht mehr, weil ich am vorletzten wochenende nicht seinen-nicht-geäusserten-erwartungen nicht folgte und stattdessen das we mit einer freundin verbrachte) auch zu dieser kategorie gehört ? er hatvmich daraufhin in seinen sms beschimpft seitdem ignoriert er mich (vielleicht ist es auch ein indirektes bestrafen?). meldet sich nicht mehr. so toll er in "normalen" phasen auch ist, so extrem kann er in situationen, die nicht seinen erwartungen entsprechen, sein. funkstille. so läuft es immer wieder ab und weiss auch nicht, wie man mit so etwas umgehen soll ?!


 

Glaubst du denn..

von:sefara11

..dass mein noch(freund) (?) (er meldet sich seit neun tagen nicht mehr, weil ich am vorletzten wochenende nicht seinen-nicht-geäusserten-erwartungen nicht folgte und stattdessen das we mit einer freundin verbrachte) auch zu dieser gkategorie


 

Super Beschreibung!

von:brillengestell

Meinen tiefen Respekt vor dieser Erklärung, und meinen großen Dank oben drauf.

Sie ist eine schmerzliche, unglaublich exakte 1:1 Beschreibung genau jener Dame, wegen der ich mich hier bei Gofem vor mittlerweile langer Zeit angemeldet habe. Weil ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist, und Hilfe brauchte. Ich kannte das nicht. Ich hätte nie gedacht, daß ich je von jemandem lese, dem das gleiche passiert ist.

Dieses Verhaltensmuster hat auf mich unglaublich entkräftend gewirkt. Ich brauchte ewig um zu begreifen, daß ich selbst mit all meinen Stärken und Schwächen völlig menschlich war, und mich ihre Wirkung von außen so kaputt machte. Ich war so zerfressen von Selbstzweifeln, als ein eigentlich voll im Leben stehender Mann. Ein klarer Angriff ist für mich leicht abzuschmettern. Diese subtile Zersetzung durch gleichzeitiges Locken und Wegstoßen nicht.

Ich glaube, der beste Ratschlag ist Flucht. Das hat nichts mit Verweigerung, Lieblosigkeit und schon garnicht mit Stärke zu tun, und gereicht als Reaktion auch nicht zum Stolz.
Aber sehr viel mit eigenem Lebenswillen, Lebensfreude und vor allem Selbsterhaltungstrieb.


 

Stimmt

von:nadja380

Die beiden Begriffe widersprechen sich. Aber genau das ist es ja: Die Ambivalenz ist eins der Hauptmerkmale im Verhalten eines passiv-aggressiven Menschen. Wie verbreitet das ist, weiß ich nicht.

In den Machtkämpfen bist du immer in der schlechteren Position. Stell dir vor, du gehst mit so einem Menschen einen Kaffee trinken und er macht dir das Angebot, dich einzuladen. Du bedankst dich und stimmst du... als Konsequenz darfst du dir anhören, dass du es auf sein Geld abgesehen hast. Lehnst du ab, wirft er dir Undankbarkeit und mangelnde Wertschätzung vor. Du kannst ihm selten etwas Recht machen.


 

Danke

von:nadja380

Sie bekommen durch so ein Verhalten die Macht und Kontrolle über ihre Mitmenschen. Sie haben Angst, die Kontrolle über ihre eigene Person an andere abzugeben. In einer Freundschaft oder Beziehung gehört es dazu, dass man sich auch mal fallen lassen kann. Das können sie jedoch nicht. Ihre Angst vor einer Enttäuschung ist größer als ihr Bedürfnis nach Nähe. Solange sie das nicht einsehen, ist es schwer, an sie ranzukommen. Ich kann das verstehen, dass sie Angst haben, dass ihre Bedürfnisse nicht respektiert werden. Auf der anderen Seite gehen sie überhaupt nicht auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen ein. Sie erwarten, dass ihre Wünsche erfüllt werden, sind aber im Gegenzug nicht dazu bereit, dasselbe für andere zu tun.

Als ich damals zum ersten Mal durch meine alten Freunde mit dem Verhalten konfrontiert wurde, wäre es mir nicht eingefallen, dass es sich dabei um eine Störung handeln könnte. Ich habe mir ständig Vorwürfe gemacht und hatte große Schuldgefühle. Das verstehen diese Leute perfekt, nämlich ihren Mitmenschen ein schlechtes Gewissen einzureden. Du bist total verwirrt, weil sie sich nie klar äußern und du lange nicht weißt, ob es an dir liegt, dass sie sich so verhalten. Ich war sehr traurig als ich merkte, dass auch der Mann, den ich für meine große Liebe hielt, zu dieser Gattung Mensch gehört. Ich kannte ihn nämlich vorher schon einige Jahre, aber nur flüchtig. Es ist wohl das Beste, wenn man mit solchen Leuten höchstens oberflächlich zu tun hat. In Freundschaften oder Liebesangelegenheiten hat man ständig Kummer mit ihnen und macht sich selbst kaputt, wenn man sie zu nah an sich ranlässt.


 

Lies mal hier

von:nadja380

nach:

http://de.wikipedia.org/wiki/Passiv-aggressive_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6ru ng

Auf Wikipedia werden alle Persönlichkeitsstörungen aufgelistet. Passiv-aggressiv ist nicht mit Narzissmus oder Borderline gleichzusetzen, was manche denken. Aber es gibt in einigen Punkten gewisse Überschneidungen.

Du musst dich übrigens nicht bei mir entschuldigen.

Machs gut!


 

Damit hatte ich ebenfalls Probleme

bei einer bestimmten Person, und ich denke, daß es daran liegt, daß eine solche Situation einfach schwierig ist! Die vielen Zweifel, die das Verhaltensmuster hinterlässt, können sehr wirksam sein, und ich musste mich quasi erst selbst überwinden, von allen wesentlichen Schuldpunkten als frei erkennen, bevor ich angemessen reagieren konnte.

Für mich war wichtig und schwer zu erkennen, daß in der Passivität eine Aggression liegt, und ich mich bei Vorwurfsketten, Ausreden, Lügen, Schweigen, Gesprächsverweigerung, Kontaktabbruch und ähnlichem durchaus so angegriffen und reagieren darf als würde ich angebrüllt. Du bist da ja schon einen Schritt weiter.

Bei Anbrüllen wüsste ich genau, was ich tun würde. Ich würde sagen, daß mir das nicht passt, und wenn sich nichts ändert, beschließen, daß dieser Mensch nicht zu denen gehört, mit denen ich mir Mühe geben will.

So halte ich es, und so funktioniert es. Und nach und nach, oh Wunder, kommt die eine oder andere Wahrheit noch Jahre später ans Licht, Dinge, über die ich mir den Kopf zerbrach, dabei war es einfach nur Gaukelei. Da hat sich jemand irgendwie doch richtig Mühe mit mir gegeben, leider auf die falsche Weise.
Auf meine Sinne ist also doch Verlass, und das ist letztlich das für mich schöne an der Entwicklung.


 

Nun...

von:nadja380

Zur Info: Ich hatte noch keine Partnerschaft mit einem passiv-aggressiven Mann. Das erste Mal begegnet ist mir ein solches Verhalten in platonischen Freundschaften mit diversen Männern. Diese haben auch mehrere Jahre gehalten, aber irgendwie stand von Anfang an etwas zwischen uns. Und zwar hatte ich nicht den Mut zu sagen, wenn mir etwas nicht passte. Ich hatte das Gefühl, dass sie mit Kritik nicht umgehen konnten und sehr verletzt reagieren würden. Ich habe vieles geschluckt, weil ich Ärger vermeiden wollte und mir nach außen nichts anmerken lassen. Weil ich das aber auf die Dauer nicht aushalte, platzte es nach einigen Jahren aus mir heraus, und ich sprach zum ersten Mal Klartext. Reaktion: Kälte, Schweigen, Rückzug. In der nachfolgenden Zeit habe ich aus Verlustangst seelische Misshandlungen hingenommen und wurde trotzdem abgeschossen.

Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass es passiv-aggressive Menschen gibt. In den folgenden Jahren habe ich mehrere Leute kennengelernt, die so ähnlich drauf waren die Bekanntschaften habe ich alle recht schnell aufgelöst, als ich merkte, dass mich diese Personen manipulieren wollten und es mir dabei nicht gut ging. Ich habe auf mich geachtet und bin dem dauerhaften Psychoterror entkommen.

Erst vor ca. 3 Jahren habe ich mitbekommen, was passiv-aggressiv bedeutet und diese Bücher gelesen. Ich habe mich dann in einen Mann verliebt, der genau zu dieser Gattung Mensch gehört. Wir waren nie ein Paar, er hat mir immer wieder Hoffnungen gemacht und mich auflaufen lassen, ohne mir jemals direkt zu sagen, woran ich bei ihm war. Leider habe ich das erst spät bemerkt, weil er nicht in meiner Nähe wohnt und wir uns noch nie regelmäßig gesehen haben. Wahrscheinlich hätte ich niemals Interesse für ihn entwickelt, wenn das der Fall gewesen wäre. Jetzt ist das Thema für mich gegessen.

Ich frage mich, ob es vielleicht anders gelaufen wäre, wenn ich mich im Umgang mit diesen Menschen anders verhalten hätte. Es ging ja eine ganze Weile gut. Andererseits kann es nicht sein, dass ich im Umgang mit einer Person ständig einem Machtkampf ausgeliefert bin, nur weil ich es einmal gewagt habe, ihn oder sie zu kritisieren (und zwar im höflichen Ton ohne Vorwürfe und Rumgezicke). Und es kann auch nicht sein, dass jemand total beleidigt ist und mich ewig lange ignoriert, weil ich es gewagt habe, ihn um einen kleinen Gefallen zu bitten. Sollen die Leute doch einfach Nein sagen, damit kann ich leben. Aber ein widerwilliges Ja oder ein Vielleicht mit anschließender Unterlassung plus Strafe durch eiskalte Blicke und Schweigen finde ich einfach nur krank.


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