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Wie gehe ich mit seiner Depression um?

 

Hallo
Ich weiß nicht mehr weiter und wie ich mich verhalten soll.
Mein Freund leidet und schweren Depressionen und befindet sich seit Mittwoch in einer Klinik für phychomatische Krankheiten.
Ich kenne ihn seit fast drei Jahren. Er hat schon viel schlimmes im Leben mitgemacht und erlebt. Angefangen von seiner Kindheit mit einem sehr strengen Elternhaus, er wurde als Kind wegen seinem Äußeren gehänselt, ging zum Milltär und hat dort viel Blut gesehen, gescheiterte Ehe (Ex hat ihn betrogen, verbietet nach der Scheidung Umgang mit Kindern), ein Firmenkonkurs. Puh, während ich das hier so aufschreibe, denke ich, dass es einem wirklich nicht schlimmer treffen kann. Als ich ihn damals kennenlernte, merkte ich schon, dass er sehr introvertiert ist, aber er war anderseits sehr charmant und machte ein auf stark und selbstsicher, von wegen Männer weinen nicht. Vor ca. 1 Monat dann der Zusammenbruch. Er klagte über Herzrasen, Herzbeklemmungen, konnte nicht richtig atmen, litt unter Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Freudlosigkeit und fing einfach an zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Er wurde in eine normale Klinik eingewiesen und nach einer Woche entlassen. Er fühlte sich gut aber das war ein Trugschluss denn am nächsten Tag fing alles von vorne an. Das schlimme daran ist, dass er wegen seiner Probleme unsere Beziehung beenden wollte, dann aber wieder sagt, dass er mich nicht verlieren will.
Er ist von alleine in diese Klinik gegangen um sich wie er sagt heilen zu lassen. Er bekommt Therapien und Medikamte. Aber jedes Mal wenn ich ihn besuche weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich bin jetzt besonders lieb zu ihm und rücksichtsvoll. Als ich eben bei ihm war, sagte er mir, dass er das zum kotzen findet. In der einen Minute sagt er dann zu mir wir passen nicht zusammen in der anderen sagt er mir, dass er mich liebt und plant ein Ski-Wochenende. Egal, wie ich mich verhalte, es ist falsch. Ich fühle mich unwohl und die Stimmung ist wie auf einer Beerdigung. Dann sagt er mir, dass wir uns wohl nichts mehr zu sagen hätten und wenn ich dann rede, hört er nicht zu. Sein Blick fällt immer ins Leere und ich habe das Gefühl, da ist keine Liebe mehr bei ihm und das ich ihm egal bin. Er kann kaum abwarten bis ich ihn besuche, bin ich da, ist er genervt. Was soll ich nur machen? Ich habe auch schon überlegt, ihn erstmal nicht zu besuchen. Ihn in Ruhe zu lassen. Ich weiß einfach nicht was jetzt richtig oder falsch ist.

Kennt jemand das? Hat jemand auch einen depressiven Partner und kann mir vielleicht sagen, wie man damit umgeht. Wie lange das dauert. Zerstört es die Beziehung? Ich liebe ihn aber so langsam glaube ich, dass diese Krankheit unsere Beziehung zerstört.

Verzweifelte Grüße
Alena


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Kopf hoch!

so wie du es beschreibst würde ich sagen die chancen stehen gut das es *bald* ausgestanden ist

ich denke momentan ist es wichtig, ihm grenzen aufzuzeigen und ihn ernst zu nehmen. und das auch zu kommunizieren. D.h. ich würde ihm in aller freundlichkeit und gelassenheit sagen, dass du ihn liebst und mit ihm leben willst- aber natürlich seine bedürfnisse erst nimmst- wenn er dir also das nächste mal sagt du sollst gehen WIRST du gehen. wenn er es sich dann anders überlegt dann muss er dir das mitteilen und sein verhalten zu erklären versuchen(!).

ein anderes problem ist wohl das du nicht weisst wie du dich ihm gegenüber verhalten sollst und er spürt dein unbehagen- daher wohl seine z.t. agressiven reaktionen( er fühl sich eben nicht angenommen).
versuche ganz *normal* zu sein- und geh auf ihn ein. frag was er so am tag gemacht hat( er bekommt ja therapie- es ist sicher für dich interessant zu erfahren was genau passiert. und KOMMUNIZIERE das), geh mit ihm spazieren, nimm die tageszeitung mit und versuch ihn zu bewegen sich dafür zu interessieren( viell. ein bisschen subtil, à la: ich hab das was gelesen und wollte wissen wie du das siehst ) oder mach irgendwelche gesellschaftspiele mit ihm... egal was aber TU WAS!

und es ist wichtig das ihr rituale entwickelt( weil das geborgenheit vermittelt)- z.bsp. das du ihn in einem festen rythmus zu einer bestimmten zeit besuchst, das ihr jeden abend zu einer bestimmten zeit telefoniert o.ä.
auch gut ist wenn du ihm geschenke mitbringst die er aber erst später aufmachen darf( nach dem abend essen z.bsp., das könnten süssigkeiten sein). so bringst du ihn auf angenehme gedanken die auf die zukunft gerichtet sind und lenkst ihn vom grübeln ab.

kopf hoch! du schaffst das!

sparkling


 

Hallo Alena!

Ein depressiver Partner ist sicher eine der schwierigsten Aufgaben, die man sich suchen kann...

Ich war selber 1,5 Jahre schwer depressiv und habe jetzt einen Partner, der teilweise unter Depressionen leidet.

Den wichtigsten Schritt hat Dein Freund schon getan - er hat sich in Behandlung begeben!

In der Depression fühlt ein Mensch praktisch NICHTS, so merkwürdig sich das auch anhört.
Er liebt Dich nicht und er lehnt Dich auch nicht ab - daher sein zwiespältiges Verhalten...

Es gibt diese Erkrankung in unterschiedlichem Ausmaß, meinen Freund hat es vergleichsweise "leicht" erwischt, Dein Freund scheint schwerer betroffen zu sein.

Es ist immer schwer, zu entscheiden, was nun gut und richtig ist.
Besucht man den Freund nicht mehr und meidet den Kontakt, fühlt er sich abgelehnt und seine Situation verschlimmert sich evt. noch.
Besucht man ihn und fühlt ständig dieses "nichts", gepaart mit kränkenden Aktionen, macht man sich selbst kaputt.

Jeder muß da seine persönliche Grenze finden.
Du kannst ihm nicht jede Verantwortung absprechen, denn er ist trotz allem noch ein erwachsener Mensch, der durchaus merkt, was er bei anderen anrichtet (auch wenn er es nicht immer verhindern kann).
Du kannst deutlich sagen, wenn Deine Grenze erreicht ist.
Aber um so eine Beziehung aufrecht zu erhalten, braucht man doch eine Menge Verständnis, ohne welches das alles auch erstmal nicht möglich ist.

Zum einen möchte ich Dich an das Kompetenznetz-Depression verweisen, welches Du im Netz findest.
Dort findest Du Betroffene und auch Angehörige im Forum, die sich mit all Deinen Fragen auseinandersetzen.
Allein das Lesen wird Dir vielleicht schon einen Schritt weiterhelfen, ihn zu verstehen.

Zum anderen möchte ich Dir raten, Dich mit seinen Therapeuten in der Klinik in Verbindung zu setzen, denn die können Dir speziell mit ihm weiterhelfen.

Zudem möchte ich Dich bitten, genau zu überlegen, ob Dein Freund wirklich "Opfer" seiner Eltern war, ob das Militär so negativ war, ob die Ex-Frau wirklich eine böse Hexe ist, um SEIN Problem vielleicht ein wenig näher einzugrenzen.
Dann wirst Du auch sehen, ob er an seinen wirklichen Problemen arbeitet oder ob die Gefahr sehr groß ist, daß sein ganzes Leben immer so weitergeht.

Und zuletzt: Jede depressive Phase findet ein (vorübergehendes) Ende!
Er wird anschließend (aber vielleicht nur eine Weile) der Mann sein, den Du kennen- und liebengelernt hast!

Du schreibst, er wird auch medikamentös behandelt? Dann müßte sich bald eine deutliche Besserung ergeben!

Wie schon gesagt: Bitte geh mal auf die Seite www.kompetenznetz-depression.de.
Ich bin mir sicher, daß Du anschließend etwas klarer siehst und die Infos bekommst, die Du jetzt brauchst.

Liebe Grüße, harter Kern


 

Hallo harter Kern

von:Alena34

Danke für deine Antwort und für den guten Tipp auf diese Seite zu gehen. Ich habe mich da eine ganze Weile durchgelesen und gemerkt, dass es sehr vielen Angehörigen so geht, wie mir. Ich sehe jetzt vieles klarer und fühle mich bestärkt, die Krankheit mit ihm durchzustehen.

Die Medikamente haben bei ihm nicht so gut gewirkt. Sie nahmen zwar seine innere Unruhe, aber verstärkten sein Gefühl alles sei sinnlos und egal. Die wurden erst einmal abgesetzt und man versucht nun ein anderes Medikament. Ich kann nur hoffen, das ein passendes dabei sein wird.

Du schreibst ein vorübergehendes Ende und vielleicht nur eine Weile der Mann, der er mal war. Meinst Du, er wird ohne Medikamente immer wieder in Depressionen fallen? Kann man die Krankheit nicht heilen?

Liebe Grüße
Alena


 

Hallo Alena!

von:harterKern

Meiner bescheidenen Meinung nach sind Depressionen meist nicht wirklich heilbar.

Ein so schlimmer Zusammenbruch kommt nicht von ungefähr, der hat meist tiefliegende Ursachen.

Dir Ursachen können aber unglaublich vielfältig sein. Es gibt körperliche Ursachen (bei mir z.B. seinerzeit ein großer Anteil), die man evtl. recht gut behandeln kann, so daß das Problem weitgehend aus der Welt geschafft werden kann.

Meist sind es aber psychische Ursachen und da wird die Sache wesentlich haariger...
Da kann man sich nicht "heilen lassen", da muß man selbst bereit sein, sein ganzes Weltbild auf den Kopf zu stellen und seine Denkweisen und Empfindungen zu verändern. Ein Therapeut kann diesen Vorgang nur unterstützen.

In diesem Prozess gibts meist immer wieder große Rückschläge und für manche wird er nie abgeschlossen.
Manch einer trägt auch so gravierende Probleme mit sich herum, an denen er niemals wirklich tief rühren will, weil er daran zu zerbrechen droht.

Die Erfahrung zeigt, daß die medikamentöse Behandlung oft nur kurzfristige Erfolge bringt.
Unter Medis erholt sich der Betroffene, fühlt sich irgendwann wieder gut und "normal", so daß er dann (verfrüht) die Medikation unterbricht und nichts weiter unternimmt, weil er sich ja gesund fühlt.
Und dann geht die ganze Sache wieder von vorne los...

Deine Beschreibung seiner Vorgeschichte ist sehr kurz.
Aber siehst Du da keine Eigenverantwortung von seiner Seite?
Ein strenges Elternhaus hatten viele.
Aber blutige Gemetzel beim Militär tut man sich normalerweise freiwillig an!
Ich weiß ja nicht, aus welchem Land er kommt, aber in der "westlichen Welt" kommt Blut im normalen Militärdienst normalerweise nicht vor. Das bekommen nur die zu sehen, die sich verpflichten und sich das so ausgesucht haben - und auch von denen nur die wenigsten.

Seine Frau hat er sich auch selbst ausgesucht!
Und wenn eine Ehe scheitert, hat daran nicht nur einer Schuld...

Hatte er vielleicht früher schon psychische Probleme? War das vielleicht mit ein Auslöser dafür, daß die Ehe den Bach runtergegangen ist?

Wie kann seine Frau ihm die Kinder entziehen?
So leicht ist das heutzutage doch nicht mehr!
Oder glaubt sie, die Kinder vor ihm schützen zu müssen?
Warum läßt er sich das gefallen?

Und der Firmenkonkurs? War er angestellt? Oder hat er selbst die Firma in den Sand gesetzt? Wenn ja, warum?

Diese Fragen sollst Du nicht mir beantworten, sondern einfach für Dich selbst.

Du hilfst ihm nicht - und vor allem auch Dir selbst nicht - wenn Du in ihm immer ein armes, vom Schicksal gebeuteltes Würmchen siehst.
Er selbst hat sein Leben in dieses Dilemma geführt!

Und er selbst muß erkennen, wo er umdenken und vielleicht besser auf sich aufpassen muß, um sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

Insofern kann diese Krankheit auch eine Chance sein, sich weiterzuentwickeln und seine Grenzen besser kennenzulernen und einzuhalten, seine Sichtweisen zu überprüfen.

Manch einer verändert sich auch so weit, daß eine frühere Beziehung gerade durch die Überwindung der Krankheit und die dadurch entstandenen neuen Persönlichkeitsaspekte, nicht weiter bestehen kann.

Wie Du vielleicht im anderen Forum schon gesehen hast, ist dieser Weg oft lang - dauert viele Jahre und ist eben bei manchen nie abgeschlossen.

Dadurch geraten auch die Angehörigen oft in eine Krise und müssen selbst gut auf sich aufpassen.
Jahrelange Rücksichtnahme und Anpassung können zermürben.

Ich drücke Dir und Deinem Freund jedenfalls die Daumen, daß er bald ein passendes Medikament und eine Lösung für seine Probleme findet!

Liebe Grüße, harter Kern


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